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 PfWB ab-gewinnen (Bd. 1, Sp. 35)   PfWB pritschen (Bd. 1, Sp. 1234)   PfWB be-trügen (Bd. 1, Sp. 749) 
  ab-gewinnen st.:
1. 'im Spiel abnehmen'. Ich hannem 'habe ihm' zehn Mark abgewunn(e) [allg.]. Syn., bes. für 'Klicker abgewinnen': PfWB abdrehen, PfWB -frickeln, PfWB -klickern, PfWB -knäckern, PfWB -knäubeln, PfWB -knippen, PfWB -knöpfen, PfWB -lötzeln, PfWB -lotzen, PfWB -lümpeln, PfWB -mausen, PfWB -pitschen,

[Bd. 1, Sp. 36]
PfWB -pritschen, PfWB -säckeln, PfWB -scheren, PfWB -stoßen, PfWB -stratzen, PfWB -strenzen, PfWB -strossen, PfWB -trudeln; für 'im Spiel alles (alle Klicker) abnehmen' erscheinen in Verb. mit dem personalen Akk. (meist in der Perfektform, z. B. Mer hannen abgesäckelt, gepritscht, blott gemach u. entspr.) oder in passiver Wendung den Zustand bezeichnend (z. B. Der is abgesäckelt, is gepritscht, is blott gemach u. entspr.): PfWB abbinden, PfWB -flohen, PfWB -lausen, PfWB -machen, PfWB -mausen, PfWB -pritschen, PfWB -säckeln, PfWB -stratzen, PfWB -tun, PfWB ausduddern, PfWB -melken, -neckeln, PfWB -säckeln, PfWB -ziehen, PfWB beuteln, plundern, PfWB bluttern, PfWB pritschen, PfWB putzen, PfWB flohen, PfWB fracken, PfWB haaren, PfWB lausen, PfWB laxen, PfWB luchsen, lümpeln, PfWB rupfen, PfWB säckeln, PfWB scheren, PfWB schlauchen, PfWB schnackeln, PfWB strenzen, PfWB strüpfen, PfWB strossen, PfWB versäckeln, PfWB papp machen, beet machen, blutt machen, pritsch machen, flügge machen, säcklicht machen. —
2. 's Neijohr abgewinne '(einem) mit dem Neujahrswunsch zuvorkommen' [verbr.]; vgl. PfWB abfangen 2 b, PfWB abwünschen. Wer dem andern das Neujahr abgewann, hatte einen Schoppen Wein gewonnen [BZ-Dernb (1930)]. Bad. I 8; Schwäb. I 29.

 

   pritschen schw.:
1.
a. 'schlagen'.
α. etwas p.
αα. die Wäsch pritsche (bridə) 'mit der Pritsche 5 a klopfen [SOPf]; vgl. PfWB blaueln 1; de Mischt p. 'den Stalldung mit der Pritsche 5 b festschlagen' [SOPf]; vgl. PfWB plätschen 2 a; 's Land p. 'die Erde im Gartenbeet nach dem Säen fest und glatt schlagen' [SOPf]; vgl. PfWB plätschen 2 b. - -
ββ. Flachs p. 'dreschen' [ LA-Mörzh]. —
β. einen p.
αα. 'mit der Pritsche 5 c hauen'. Wer bei der Weinlese Trauben hängen läßt, wird gepritscht [verbr. NPf nördl. VPf]. Bei dem alle 7 Jahre stattfindenden Flurumgang der Stadt Kaiserslautern werden Schüler und Schülerinnen der obersten Volksschulklassen an den einzelnen Grenzsteinen vom Pritschenmeister gepritscht; vgl. Schandein Bav. IV/2, S. 396/97. - -
ββ. 'an der Fastnacht mit der Narrenpritsche schlagen' [KB-Standbl FR-A'lein Carlsbg]. —
γ. 'auf das Gesäß hauen', auch ohne Pritsche [verbr. VPf, IB-Bebh KB-Kerzh Lambert Penns 32]; vgl. PfWB verhauen. Zs. PfWB abpritschen. —
b.
α. 'im Spiel alles abgewinnen'. Mer han'n gepritscht [KU-Kaulb, verbr. WPf], gepretscht [ IB-Rohrb Biesing]. Oft pass.: Er es gepritscht 'hat im Spiel alles verloren, hat sein Geld eingebüßt, ist bankrott' [WPf]. Er is ge-

[Bd. 1, Sp. 1235]
pritscht wie'm Naß (Name) sei Gus(?) 'Er hat nichts mehr' [ NW-Hardbg]. Er is gepritscht wie'm Hanndeewel (Hans-Theobald) sei Narr 'Er ist böse hereingefallen' [ KU-Kaulb]. Die Fußballer sin gepritscht worre 'haben verloren' [ SP-Ottstdt]. —
β. 'betrügen, anführen'. Den han ma gepritscht [Zweibr, verbr. WPf LA-Mörzh Insh]. Naun sein mer gepritscht 'betrogen, geprellt' [KU-Kaulb, verbr. WPf]. Gepritscht ist der Bursche, der von seinem Mädchen den Laufpaß erhielt; dass. auch vom Mädchen, das von seinem Burschen im Stich gelassen wurde [KL-Mehling, verbr.]. Er hot sich emol gepritscht 'ist hereingefallen' [ NW-Duttw]. Du bischt gepritscht 'blamiert' [ KU-Steinb]. Er is de Gepritschte [ KU-O'alb Zweibr]. Syn. s. PfWB betrügen. —
γ. 'vom Unglück heimgesucht werden'. Der aarem Kerl is gepritscht, sei Fräi is'm gestorb [ KU-Schmittw/O]. Un de Peere (Peter) steht gepritscht wie e Kind beim Dreck [Kiefer 37]. —
2.
a. 'stark regnen'. 's pritscht [ GH-Zeisk, LA-Edk Freimh KL-Steinwd]. —
b. pass. 'durchnäßt werden'. Heit simmer gepritscht worre [GH-Zeisk, verbr.]. —
3. 'gellend pfeifen, quieken', pritsche [Spey Germh]. —
4.
a. 'plötzlich hochschleudern', z. B. von Fröschen, die man auf das eine Ende eines Brettchens legt und durch einen Schlag auf das andere Ende fortkatapultiert [Neustdt PS-W'fischb]. —
b. 'ein Vogelnest ausheben' [ KB-Rams]. —
5. 'jemand erwischen' [ KL-Schneckhs]. —
6.
a. 'sich putzen, flott kleiden'. Er isch schon gepritscht for in die Kerch [ PS-Kröpp, ZW-Wiesb PS-Vinn]. —
b. 'das Haar kämmen, zurechtmachen', pritsche [ KU-Jul ZW-O'hs]. —
7. 'verraten, ausplaudern'. Er hat wieder alles gepritscht [ KU-Etschbg Haschb Brück Schellw KL-Rodb]. —
8.
a. 'Trauben nachlesen', pritsche [ KL-Alsbn]; vgl. PfWB Pritsche 6 a. —
b. 'beim Kartoffelausmachen zurückbleiben' [ PS-Fehrb]; vgl. PfWB Pritsche 6 b. —
9. in der Verb. gepritschte Grumbeere 'Kartoffelsalat' [ FR-Gr'niedh]; vgl. PfWB Pritschengrundbirnen. — Südhess. I 1122/23; RhWB Rhein. I 988, 990/91, VI 1116/17; ElsWB Els. II 207; Bad. I 328.

 

   be-trügen st.: wie schd., betrie, -trije, -triche, -trige, s. F. [allg.]. Met dem Gaul bischde bescheß un betroo 'doppelt betrogen' [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Die Leit wolle betroge sei [Fogel Prov. Penns 108]. VR.: Hoscht dei Bindel ufgepiddelt un bischt heemgetriddelt; werrscht Mutter un Vatter onlie un die Kih im Stall betrie — riefen die Buben in Neu-Chrusno (Galizien) den Mädchen zu, die mit einem zu kleinen Grasbündel heimgingen. Syn.: PfWB abrahmen, PfWB anschwindeln, auf den Apfel setzen, ausschmieren, bäen, balbieren (über den Löffel); PfWB bedudeln, PfWB -gockeln, PfWB -gocksen, PfWB -gumpeln, PfWB -kohlen, PfWB -kümmeln, PfWB -luchsen, PfWB -mogeln, PfWB -rußen, PfWB -scheißen, PfWB -schmuggeln, PfWB -schummeln, PfWB -schwindeln, PfWB -tappeln, PfWB -token, PfWB -toren, PfWB -treiben (Beschiß), -tuppen; PfWB Beschiß treiben, petschieren, pinseln, prellen, pritschen, Bündel aufhängen, drankriegen, drüberziehen; einlacken, -seifen, -wickeln; foppen, führen (hinters Licht), gocksen, halten (zum besten), hauen (übers Ohr); PfWB hereinlacken, PfWB -legen, PfWB -schmieren; PfWB herumführen (an der Nase), PfWB -schmieren; PfWB hineinlegen, -tunken; PfWB hintenherummachen; PfWB hinterführen, PfWB -gehen, PfWB -kommen; PfWB holen, PfWB kohlen, PfWB lackieren; PfWB machen, PfWB schwarz (weiß) machen; Fisimatenten (Kuschemucke, Rauch in den Sack, Schikanen, Mengenges, Schmu, Schwindel, Unterschlagung) machen; mauscheln, mogeln, muscheln, mutscheln, neppen, rasieren, Säcke voll geben, schieben, schikanieren, Rotz an die Backen schmieren, Haare schneiden, Schnippchen schlagen, schwindeln, schummeln, streichen, Sand in die Augen streuen; überfordern, -tölpeln, -vorteilen; mit Schikanen umgehen; vergocksen, -goschen, -kohlen, -rußen, -wischen, -witschen; blauen Dunst vormachen, Kappe übers Ohr ziehen, Augen zuschmieren. F.: bədrīə und -drījə [WPf nördl. u. teilweise mittl. VPf (bezügl. der letzteren s. Bertram 116 ff.)], -drixə [mittl. u. südl. VPf Ostteil von PS], -driöə [nördl. Teil der mittl. VPf (vgl. Bertram 118, § 203)], -drigə [verbr. LU]. Part. Perf.: bədrō, -droxə, -droöə, -drogə (die Verbr. entspricht ungefähr derjenigen der Inf.-Formen in der oben aufgeführten Reihenfolge). — RhWB Rhein. VIII 1410; Bad. I 170.