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 PfWB Aas (Bd. 1, Sp. 7)   PfWB Haus-teufel (Bd. 3, Sp. 726)   PfWB Hexe (Bd. 3, Sp. 973) 
   Aas n.:
1. 'Futter'.
a. 'Spreu als Viehfutter', Aas [ GH-Neubg]. Ähnlich Bad. I 1, Kurhess. 17; vgl. Weigand I 3 2Aas. —
b. 'Schweinefutter'; das Oos [lothr. SWPf nach Keiper]. Schwäb. I 335. —
2. 'verwesende Tierleiche', Oos, Aas [allg.]. a. 1594: Es soll auch keiner kein oß... in die bach werffen [KSchArch. Zweibr IV 2822]. SprW.: Wo Oos is, sammele sich die Rawe [KU-Schmittw/O, verbr.]. —
3. Scheltwort auf einen faulen Menschen, eine zänkische Frau, ein widerspenstiges Tier: Du Oos! Du faules (verdammtes, verricktes) Oos! [allg.], nicht selten auch in mehr harmloser Weise unter guten Bekannten gebraucht. E Neistadter, e piffig Oos [Kühn Schnitze I 37]. Mein Karlche awwer iss e Oos Unn werd net gleich verschdawwerd [Weber 34]. Verstärkt in Zusammensetzungen wie Schinnoos, (s. PfWB Schindaas), Gewitteroos, (Gewitteraas), Lumbeoos (Lumpenaas), Raweoos (Rabenaas). Vgl. auch PfWB Aaskaute, PfWB Aaskrapfen. Waß hun ich doun net zum SpaßDem Oos de Marsch geblose [Müller Butterbärwel 26]. Oft wird das Wort mit dem Unterton der Anerkennung auf einen durchtriebenen, zum Spaße neigenden Menschen angewandt: So e schlitzohrich Oos! [verbr.]. — F.: ōs [WPf NPf], ous [mittl. u. südl. VPf KL-Lind], s [ GH-Neubg], letzteres neben ās oft in den Städten und in Stadtnähe; ō:s o‧u.s [mancherorts VPf Penns]. — Pl.: ēsər [verbr.], ōsə [ KU-Schmittw/O]; demin. ōsi [ RO-Callb]. — Zur Etym. s. Kluge-Mitzka17. — RhWB Rhein. I 7; Saarbr. 150; ElsWB Els. I 71; Bad. I 1.

 

  Haus-teufel m.:
1. 'wer die anderen im Hause ärgert und plagt', Hausdeiwel [verbr.]; oft in der Gegenüberstellung: GasseengelH., vgl. PfWB Gassenengel. Auch von Kindern, die in fremden Häusern artig, daheim aber unartig sind. —
2. 'zänkische Ehefrau' [verbr.]. Syn.: PfWB Aas 3, PfWB Aaskaute, PfWB Abbiß, PfWB Auter, PfWB Beißzange 2, PfWB Burgunderhexe, PfWB Teufelsgeiß, -luder, -(weibs)mensch, PfWB Tier 3 a γ, PfWB Drachen 2 a, PfWB Evasrippe, PfWB Fegefeuer 2, PfWB Fell 4 a, PfWB Felleisen 2, PfWB Feuereisen, PfWB Furie 3, PfWB Gästin 1, PfWB Gelbseicherin, PfWB Geschirr 2 b β, PfWB Hauskreuz 1, PfWB -laster, PfWB -tier, PfWB Hexe 2 a, Hoden-

[Bd. 3, Sp. 727]

kopf, Hund, Hyäne, Kanaille, Kneisel, Krachbüchse, Krappen, Kratzbürste, Laster, Luder, Lumpenmensch, -tier, Massik, Mensch, Motte, Natter, Rabenaas, Rippe, Satan, Schindaas, -luder, -krappen, Schlange, Schnalle, Schnärre, Spitzbübin, Xanthippe, Zange, Zecke. Südhess. III 190; RhWB Rhein. III 364/65; Lothr. 254; ElsWB Els. II 657; Bad. II 584/85.

 

   Hexe f.:
1. 'Zauberin, die nach dem Volksgl. mit dem Teufel im Bunde stehen soll', Hex, Pl. Hexe (hęgs, -sə) [verbr.], Hax [ RO-Rehborn]. Eich bin net awerglääwisch un glaawe an keen Hexe [KU (Potzbg)]. Sie is fix wie e H. 'schnell in ihrem Handeln' [ KU-Schmittw/O]. Die hat e Maul wie e H. 'hat eine scharfe Zunge' [ KU-A'glan].

[Bd. 3, Sp. 974]
Unser Kuh werd vun're H. geploogt (geplagt) [GH-Lingf, mancherorts bes. WPf (1925)]. Früher hielt man bestimmte alte Frauen für Hexen; wenn die H. der Kuh ans Euter greife, gebe die Kuh am nächsten Morgen keine oder nur blaue Milch [ PS-Vinn Kröpp]. Die H. bedient sich eines Zaubersprüchleins [ PS-L'mühl]. Hexen sind im Besitz des 7. Buches Mosis, mit dessen Hilfe sie sich in Katzen und Schlangen verwandeln können, um unerkannt bei Mensch und Tier Unheil anzurichten [ KU-Hohöll]. So e H. verlangt owends Kehl (Kohl) em Haus, un nachts melkt se dann de Leit die Kih [ WD-Niedkch]. Nachts kommen die H. zu den noch ungetauften Kindern und setzen sich ihnen auf die Brust; am nächsten Morgen findet man die Kinder keuchend und mit blauen Flecken in ihren Bettchen [ KU-Heinzhs, NW-Weish/Sd]. Wer vom Albdrücken geplagt wird, sagt: Hexe ware an meer [ KU-Bedb]. Besonders in der Nacht zum 1. Mai sollen die Hexen ihr Unwesen treiben [ HB-Bexb, mancherorts]. Das es e H., die met der Nacht geht [ WD-Niedkch]. Von dem in der ersten Mainacht verursachten Schabernack heißt es: Das hän die Hexe geschafft [ LU-Alsh]. Kinder schreckt man: Bleib weg, do sitzt e schwarze H. drin [ LU-Oggh]. Du kimmscht bei die schwarz H. [ RO-Feilbg]. Kumm erin, die Hexe kumme! [ IB-Bliesmg/Bolch, BZ-Stein]. Als Schutz gegen Hexen malte man früher in der ersten Mainacht drei Kreuzeszeichen an die Stalltür [ HB-Beed, vereinzelt]. Mer macht e schwarzes Kreiz an die Stalldir, daß die Hexe net ans Vieh kännen [ LU-Altr]. Frischmelkige Kühe stellt man an einen anderen Platz; außerdem malt man ein Pentagramm an die Stalltür [ KU-Bedb]. Wammer drei Kreiz an die Hausdeer micht, kenne die Hexe net ens Haus komme [ WD-Niedkch]. Man schützt sich gegen die Hexen, indem man geweihte Sträucher in die Speicher und Scheunen hängt [ LU-Böhl], ebenso einen geweihten Würzwisch [Becker Vk. 262]. Man hilft sich gegen das von Hexen verursachte Albdrücken, wenn man mit einem Besen aus Birkenreisig bei geöffnetem Fenster nach allen Richtungen hin schlägt und dann das Zimmer mit dem gleichen Besen fegt [ KU-Bedb]. En Kindbetterin sott (sollte) der Hochzichring net ausdun, schunscht hän die Hexe Gewalt iwwer sie [Fogel Beliefs Penns Nr. 1876]. Uf der Kärfreidag därf mer net mischde (misten), schunscht macht mer de Hexe die Dier uf [ebd. Nr. 1302]. Wammer die Räder zrickzus dreht, wammer der Wage schmiert, kumme die Hexe hinnich em [ebd. Nr. 1964]. Wammer 'n Leeb Brot ins Wasser schmeißt, vertreibt's die Hexe [ebd. Nr. 631]. Von einem Menschen in bunt geflickten Kleidern sagt man: An den gehen die Hexe nit [ NW-Neidfs]. Einen einzelnen Pfennig soll man immer im

[Bd. 3, Sp. 975]
Geldbeutel haben: er es for die H. [ KU-Altkch Ulm]. Beim Butterstoßen sagt man: Butter, Butter, klimbel dich, 's gebt ke greßeri H. als ich [mancherorts Gal]. Weitere Beispiele zum Hexenglauben s. Journ. 1790, S. 142-144. —
2.
a. 'böses Weib' [verbr.]. Zs.: PfWB Burgunder-, PfWB Dorfhexe. Syn. s. PfWB Hausteufel 2. Das es e H. wie se em Buch steht [ WD-Niedkch]. Das isch die reinscht H. [Pirmas]. Das is e H. am Bännel [ KU-Schmittw/O]; e aldi H. [ LA-Wollmh]. SprW.: Junge Kräckse, alde Hexe 'In der Jugend kränklich, im Alter bösartig' [ KU-Diedk, Don-Kernei]. Variante zum VR. bei Polizei: Eins, zwei, Polizei; drei, vier, Grenadier; finf, sechs, aldi H.; sieben, acht, gudi Nacht; neun, zehn, schlafen gehn; elf, zwelf, kummen die Welf; dreizeh, verzeh, loß kee Färzche; fufzeh, sechzeh, fahren mer fort; siebzeh, achtzeh, bleiwen mer dort; neinzeh, zwanzich, kummen mer heem [ Gal-Dornf]. AR.: Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, die Hex, die kocht die Rüben, die Hex, die kocht den Speck, und du bist weg [ KU-Hundh]. —
b.
α. 'weibliche Person von auffallendem Aussehen, auffallender Art'. Das is mol e schwarzi H. [KU-W'mohr, verbr.]; e roodi H. [LU-Opp, verbr.]; e kuschelichi H. 'eine Flatterhafte' [ LU-Opp]; e richdichi H. 'eine Temperamentvolle', 'eine Streitsüchtige' [KU-Bedb, verbr.]. Zs.: PfWB Teufels-, Feuerhexe. —
β. von einem herzigen kleinen Mädchen. Isch das e liewi, klääni H. [Pirmas LU-Oggh]. Zs. Zauberhexe. —
3.
a. Hundename [verbr.]. —
b. s. PfWB Milchhexe. —
c. Pl. 'schwarze Bohnen' [Wilde 25]. —
d. s. PfWB Wasserhexe. —
e. 'ganz kleiner Klicker' [ HB-N'alth KU-Brück RO-Callb SP-Schiffstdt]; vgl. PfWB Hexerlich. —
f. 'der zwischen Speyer und Schiffstdt verkehrende Triebwagen' [Spey]. —
g. s. PfWB Grundbirnenhexe. —
h. 'Wirbelwind' [ KL-Ramst Weilb NW-Haßl]; vgl. PfWB Hexenwind. Zs.: PfWB Wetter-, PfWB Windhexe. —
i. 'Kochtopf, der durch die Herdringe in das Feuer gehängt wird' [ KB-O'wies]; vgl. PfWB Kesselhenke. Zs. PfWB Kaffeehexe. — Südhess. III 471 ff.; RhWB Rhein. III 608 ff.; LothWB Lothr. 241; ElsWB Els. I 396; Bad. II 685.