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 PfWB Aas (Bd. 1, Sp. 7)   PfWB Dreck-sack (Bd. 2, Sp. 455)   PfWB Schwein (Bd. 5, Sp. 1582) 
   Aas n.:
1. 'Futter'.
a. 'Spreu als Viehfutter', Aas [ GH-Neubg]. Ähnlich Bad. I 1, Kurhess. 17; vgl. Weigand I 3 2Aas. —
b. 'Schweinefutter'; das Oos [lothr. SWPf nach Keiper]. Schwäb. I 335. —
2. 'verwesende Tierleiche', Oos, Aas [allg.]. a. 1594: Es soll auch keiner kein oß... in die bach werffen [KSchArch. Zweibr IV 2822]. SprW.: Wo Oos is, sammele sich die Rawe [KU-Schmittw/O, verbr.]. —
3. Scheltwort auf einen faulen Menschen, eine zänkische Frau, ein widerspenstiges Tier: Du Oos! Du faules (verdammtes, verricktes) Oos! [allg.], nicht selten auch in mehr harmloser Weise unter guten Bekannten gebraucht. E Neistadter, e piffig Oos [Kühn Schnitze I 37]. Mein Karlche awwer iss e Oos Unn werd net gleich verschdawwerd [Weber 34]. Verstärkt in Zusammensetzungen wie Schinnoos, (s. PfWB Schindaas), Gewitteroos, (Gewitteraas), Lumbeoos (Lumpenaas), Raweoos (Rabenaas). Vgl. auch PfWB Aaskaute, PfWB Aaskrapfen. Waß hun ich doun net zum SpaßDem Oos de Marsch geblose [Müller Butterbärwel 26]. Oft wird das Wort mit dem Unterton der Anerkennung auf einen durchtriebenen, zum Spaße neigenden Menschen angewandt: So e schlitzohrich Oos! [verbr.]. — F.: ōs [WPf NPf], ous [mittl. u. südl. VPf KL-Lind], s [ GH-Neubg], letzteres neben ās oft in den Städten und in Stadtnähe; ō:s o‧u.s [mancherorts VPf Penns]. — Pl.: ēsər [verbr.], ōsə [ KU-Schmittw/O]; demin. ōsi [ RO-Callb]. — Zur Etym. s. Kluge-Mitzka17. — RhWB Rhein. I 7; Saarbr. 150; ElsWB Els. I 71; Bad. I 1.

 

  -sack, -säckelm.:
1.
a. 'unreinlicher Mensch, Schmutzfink', auch Schimpfw., -sack, Pl. -säck (-seg) [verbr., auch Penns Don Gal Buch], -säkkel [ NW-Neidfs]; 'unordentlicher Mensch', bes-

[Bd. 2, Sp. 456]
'unordentliches Frauenzimmer' [verbr.]. Syn.: PfWB Aas 3, PfWB Backdrossel, -ursula, PfWB Bandel, PfWB Pappdrossel, -michel, PfWB -sack 1, PfWB -sau, PfWB Barg 3 b, PfWB Patsche 5, PfWB Beele 1, PfWB Polack 2 a, PfWB Bollen 2, PfWB Butz 2, PfWB Butzel 2, PfWB Daberes 2, PfWB Täsche 2 b ζ, PfWB Thusnelda, PfWB Dottel 1 b, PfWB Dreckamsel 2 a, PfWB -arsch 2 a, PfWB -atzel, PfWB -bampel, PfWB -barg, PfWB -bartel, PfWB -beele, PfWB -bollen, PfWB -buhlen, PfWB -bürste 2, -butz 2, PfWB -drossel, PfWB -dulle, PfWB -eber, PfWB -ferkel, PfWB -fink 2, PfWB -fratz, PfWB -hammel 1 a, PfWB -hamster, PfWB -hannes, PfWB -hund, PfWB -igel, PfWB -jockel, PfWB -käfer 2, PfWB -kathel, PfWB -kerl, PfWB -knottel, PfWB -knuschel, PfWB -kopf 2, PfWB -krulle 2, PfWB -kruste 2, PfWB -lappen, PfWB -liese, PfWB -maul 1, PfWB -mensch, PfWB -mohrle, PfWB -mutter, PfWB -nudel, PfWB -odel, PfWB -panz, PfWB -patsche 2, PfWB -peter, PfWB -pine, PfWB -pudel, PfWB -ribbel 2, PfWB -rudel, PfWB -sara, PfWB -sau, PfWB -schlampel, PfWB -schlappe, PfWB -schwalbe 2, PfWB -schwanz, PfWB -schwein, PfWB -spatz 1, PfWB -sulgen, PfWB -suse, PfWB -teufel 1, PfWB -tier, PfWB -ursel 1, PfWB -uttel, PfWB -vieh, PfWB -vogel 2, PfWB -wutz, PfWB Dusel, PfWB Duseltier, PfWB Eber, PfWB Ferkel, PfWB Flatsche, PfWB Goje, Griebchen, PfWB Haareule, PfWB Hudelwisch, PfWB Ische, PfWB Kruste, PfWB Luder, PfWB Lumpending, PfWB -mensch, Mamel, PfWB Matz, PfWB Matzelfrack, PfWB Mensch, PfWB Motsch, PfWB Motte, PfWB Mottel, PfWB Nessel, PfWB Sara, PfWB Sau, PfWB Sauaas, PfWB -arsch, PfWB -bandel, PfWB -barg, PfWB -beele, -bube, PfWB -bürste, -butz, PfWB -dulle, PfWB -eber, PfWB -ferkel, -galle, PfWB -hammel, PfWB -hund, PfWB -igel, PfWB -kerl, PfWB -kopf, PfWB -lappen, PfWB -loch, -lose, -luder, -magen, PfWB -mensch, PfWB -panz, -pelz, -ranzen, -ringel, PfWB -rudel, PfWB -schwein, -täsche, PfWB -tier, PfWB Schampel, PfWB Schatulle, PfWB Schickse, PfWB Schindaas, PfWB Schlambampel, PfWB Schlampe, PfWB Schlampel, PfWB Schlamper, PfWB Schlampergrete, -jan, -käthe, PfWB Schlampes, PfWB Schlamphahn, PfWB -pine, -pfeife, PfWB -sara, PfWB Schlappe, PfWB Schlappel, PfWB Schlapper, PfWB Schlappertäsche, PfWB Schlappes, PfWB Schlappgrete, PfWB -hannes, -madame, PfWB -peter, PfWB -sack, PfWB -schwanz, -sibylle, PfWB -suse, PfWB Schleife, PfWB Schmierfink, PfWB Schnalle, PfWB Schnepfe, Schnuttel, PfWB Schussel, PfWB Schwein, PfWB Socken, PfWB Strudel, PfWB Strudeler, PfWB Struppigel, PfWB Suse, PfWB Susemarie, PfWB Wildeber, PfWB -sau, PfWB Wisch, PfWB Wuschel, PfWB Wutz, PfWB Zaupe, PfWB Zigeuner, PfWB Zotte, PfWB Zottelarsch, PfWB -beele, -bock, -frack, -galle, -grete, PfWB -pine, -wisch, PfWB Zumpel.Er is e D. [RO-Semb, verbr.]. Es dare (Ist das ein) D., der wäscht sich net [ RO-Rehborn]. Der D. wäljert sich am liebschde wie e Sau im Dreck [ KL-Reichb]. Dau (du) Drecksack! [ KU-Reiffb]. VR.: Blond is fein, rot is gemein, schwarz kann jeder D. sein [ ZW-Bechhf]. —
b. 'Mensch von gemeiner Gesinnung', insbes. 'wer andere schlecht behandelt, Schlechtes über sie redet' [ KL-Lind Pirmas NW-Gimmdg]. Mer därf uf sou Drecksäckel nix gewwe, wu iwwer andliche (ordentliche) Leit Schlechtes rerre [ NW-Gimmdg]. —
c. 'unartiges Kind, frecher Lausbub', Schimpfw. Du D., wann ich dich krieh! [ Gal-Dornf]; vgl. Papp-

[Bd. 2, Sp. 457]
sack 3. —
2.
a. 'Säckchen für Kunstdünger', vgl. PfWB Dreck 2 h, -säckelche [ KU-Bechb Herchw Odb HB-Webh], -säckel [ PS-Windsbg]. —
b. 'Frucht des Vogelbeerbaumes', Pl. -säckelcher [VPf (Wilde 230)]; vgl. PfWB Ledersack. —
c. kleine Birnenart, die in ganz morschem Zustand gegessen wird, -säckelcher [Kaislt Neustdt]. — Südhess. I 1688; RhWB Rhein. I 1449/50; LothWB Lothr. 101; Bad. I 542. —

 

   Schwein n.:
1.
a. 'Hausschwein', Schwein [KU-Adb Hachb Reiffb Schmittw/O WD-Niedkch RO-Dielkch, Lambert Penns 95 Don-St. Andreas Gottlob Heufeld Tschest], Schwinn [lothr. SWPf (Keiper Nachl.)]; Pl. wie Sg.; das Wort ist als Simplex nur resthaft am äußersten Westrand als genereller Gattungsbegriff bezeugt (sonst Sau), in Übertragungen und Zusammensetzungen, bes. als Bestimmungswort, ist es dagegen weit verbr.; Zs.: PfWB Buteil-, PfWB Trieb-, PfWB Eckerich-, PfWB Ecker-, PfWB Edel-, PfWB Frischlings-, PfWB Gast-, PfWB Herbst-, PfWB Land-, Läuflings-, PfWB Mach-, PfWB Mutter-, PfWB Schlacht-, PfWB Wildschwein. RA.: Die Schwein sinn im Kore, vom Wogen des Kornes im Wind [ KU-Hachb Reiffb]. Was leit on zwei Schwein, wann's e scheen Gedänz (Tänzerei) gift (gibt) [ WD-Niedkch]. SprW.: Wer sich mischt unner die Kleie, denne fresse die Schwein [ Don-Gottlob, vereinzelt Don]. Volksgl.: »Eine begegnende Schafherde gilt als günstig, Schweine hingegen sind unwillkommen« [Schandein Bav. IV,2 402]. VR.: (Bastlösereim beim Pfeifenschneiden): Peifche willst du nit gerate, / Werf ich dich ins Nachbars Gaade, / Kummt die Kuh, freßt dich zu, / Kummt des Kalb, freßt dich halb, / Kummt de Storch, freßt dich dorch, / Kummt die Maus, freßt dich aus, / Kummt des Schwein, freßt dich klein, / Freßt dich über un über nei'. / Jetz wird's Peifche fertig sei' [Wilde 257]; Var. s. PfWB Pfeife 1 a, PfWB Saft 1 a. a. 1425: von eyme swin zü slagen vnd zü bereiden in daß salze [LeinArch. (Löhne)]. a. 1442: der mulner zu Walphusen 12 gulden vor dru swin [ZweibrLuRb. 28r]. a. 1602: Tragen gern ecker, daß man zu guten jahren über 300

[Bd. 5, Sp. 1583]
schwein drin schlagen könne [ABlieskst 108 (Ingb)]. a. 1635: Ist ein jeder Burgmann befugt zu jeder Zeit 8 Schwein frey einzuschlagen [Niedhammer 211]. a. 1761: Georg Graff steigt (ersteigert) 2 Schweinger [LeinGbl. 75 (RO-Gonb)]. —
b. vgl. PfWB Luß-, PfWB Stachelschwein, PfWB Meerschweinchen. —
2. übertr.
a. 'wer sich beschmutzt, unordentlich ist', auch Schimpfw., Schwein [vereinzelt ges. Pf, Krämer Gal 195]; Zs.: PfWB Dreck-, PfWB Sauschwein. Du Schweinche!, zu einem Kind, das sich beschmutzt hat [ NW-Wachh]. —
b. 'niederträchtige, charakterlose, unsittliche Person', auch Schimpfw. [vereinzelt ges. Pf]; Zs.: PfWB Etappenschwein. Des isch e Schwein [ LU-Iggh]. —
3. 'Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)', nur Dim.: Schwinnche, Pl. Schwinncher [IB-Ensh, Glass II 60]. —
4. 'Glück', in der Wend. Schwein hawwe (han, hun) [mancherorts]. Sch. g'hat! [ LA-Wollmh]. Der hot Sch. [ FR-N'lein]. Er hot Sch. g'hat [ LU-Alsh/Gr]. — Südhess. V 902/03; RhWB Rhein. VII 2038 ff., K. IX N 15; LothWB Lothr. 473; ElsWB Els. II 525.