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 PfWB Aas (Bd. 1, Sp. 7)   PfWB Aas-krapfen (Bd. 1, Sp. 8) 
   Aas n.:
1. 'Futter'.
a. 'Spreu als Viehfutter', Aas [ GH-Neubg]. Ähnlich Bad. I 1, Kurhess. 17; vgl. Weigand I 3 2Aas. —
b. 'Schweinefutter'; das Oos [lothr. SWPf nach Keiper]. Schwäb. I 335. —
2. 'verwesende Tierleiche', Oos, Aas [allg.]. a. 1594: Es soll auch keiner kein oß... in die bach werffen [KSchArch. Zweibr IV 2822]. SprW.: Wo Oos is, sammele sich die Rawe [KU-Schmittw/O, verbr.]. —
3. Scheltwort auf einen faulen Menschen, eine zänkische Frau, ein widerspenstiges Tier: Du Oos! Du faules (verdammtes, verricktes) Oos! [allg.], nicht selten auch in mehr harmloser Weise unter guten Bekannten gebraucht. E Neistadter, e piffig Oos [Kühn Schnitze I 37]. Mein Karlche awwer iss e Oos Unn werd net gleich verschdawwerd [Weber 34]. Verstärkt in Zusammensetzungen wie Schinnoos, (s. PfWB Schindaas), Gewitteroos, (Gewitteraas), Lumbeoos (Lumpenaas), Raweoos (Rabenaas). Vgl. auch PfWB Aaskaute, PfWB Aaskrapfen. Waß hun ich doun net zum SpaßDem Oos de Marsch geblose [Müller Butterbärwel 26]. Oft wird das Wort mit dem Unterton der Anerkennung auf einen durchtriebenen, zum Spaße neigenden Menschen angewandt: So e schlitzohrich Oos! [verbr.]. — F.: ōs [WPf NPf], ous [mittl. u. südl. VPf KL-Lind], s [ GH-Neubg], letzteres neben ās oft in den Städten und in Stadtnähe; ō:s o‧u.s [mancherorts VPf Penns]. — Pl.: ēsər [verbr.], ōsə [ KU-Schmittw/O]; demin. ōsi [ RO-Callb]. — Zur Etym. s. Kluge-Mitzka17. — RhWB Rhein. I 7; Saarbr. 150; ElsWB Els. I 71; Bad. I 1.

 

[Bd. 1, Sp. 8]
   Aas-krapfen m.: Scheuchruf für Rindvieh, Oos(e)krappe! [ KL-Stelzbg].