RhWB [Scheren-lecker (Schierling) wohl zu Schirlecker (s. bei Schierling, Wb).] | | NRhWB PfWB ElsWB LothWB Schere das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk ēr, –-; Mosfrk -:-, –·ə.- [an der Mos in Trier, Bernk -ē:-; in Trier-Ld n. Mos, Wittl, Bitb, Prüm, Malm -ī·ə.-]; Rip -:-, –·ə.- [seltener LRip -ī·ə.-]; Berg -:-, –-, –ē- [Elbf -·ă.-; Barm -ī·ă.-; Mettm, Sol, Düss, MülhRuhr -ī·ə.-]; SNfrk wie Eup, Aach, Jül, NDür, NBergh, NKöln -ī·ə.- bis einschl. Heinsb, Kemp, Kref, Mörs-Neuk; n. davon, wie auch n. Ruhr im Klevld --; Pl. -rə(n), Demin. -rχə(n), –rkə f.: 1. wie nhd. Gerät zum Schneiden. a. de grote, de klein Sch.; Arten: angesatte (angesetzte, eine S., bei der die Stahlschneide an dem übrigen Eisenteil angesetzt ist), obgebogene (die Wate ist zur Spitze hin aufgebogen, bes. an Nagelscheren), falsche (mit Nieten statt mit Schrauben befestigt), verkierde (Scheren mit verkehrt gebogenen Halmen); s. d. Zs. Arm-, Blech-, Draht-, Guss-, Hand-, Hecken-, Hub-, Knip-, Knochen-, Laden-, Nagel-, Stahl-, Stick-, Taschenschere; ferner werden in Sol angefertigt: Brief-, Damen-, Federbügel-, Fifautster- (der Halm trägt das Bild eines Schmetterlings; entsprechend auch Jesus-, Kaiser-, Schwanen-, Tulpen- usw.), Geflügel-, Haar-, Knopfloch-, Lampen-, Leder-, Leinwand-, Palm-, Papier-, Perforier-, Pferde-, Prinzessin- (eine Strickscherenart), Raupen-, Reben-, Sack-, Sattler-, Schiebe- (Schneiderschere mit einer Schiebfläche an einem Auge), Schneider-, Storch(schnabel)-, Trauben-, Vieh-, Zigarren-, Zuschlag-, Zuschneideschere; vgl. ferner Karpen-, S-Halms-, Schiefauge, Schulter-, Stippel-, Trümmer-, Zehnknöpf-. An der S. arbeitet der Scheren-schmied, –schläger, –härter, –schleifer, –pliester, –reider, –feiler, –nagler, je nach dem Zwecke oder dem Stoffe, den man schneidet; die Schere besteht aus den beiden Augen (Dumlökern), den Griffen, den beiden Halmen (Balken) bis zum Schnittpunkt, wo sie durch einen Nagel verbunden sind, von da aus aus dem linken u. rechten Blatt mit Rücken u. Schneide (Wate) u. Spitze Sol, u. so wohl allg. Die Herstellung der Sch.: die Stahlruten werden mit Hilfe eines Vorschlägers auf die erforderliche Länge gekürzt, dann geglüht, gehärtet, auf dem Sattel ihr die Form gegeben u. das Auge angeschmiedet; die Sch. wird dann geschliffen u. geplist u. dann poliert Sol. RA.: Die gönnt wie de zwei Del (Teile) van en Sch. open an (aufeinander an), wenn se jet töschen (zwischen) sech kapot mache welle Eup-Raeren. Avvekat on en Sch., wer dotösche (zwischen) kömmp, wörd geschniə (geschnitten) MGladb, Elbf. Zwei Advokate sprönge gēntenēn (gegeneinander) wie zwei Hornder (Hörner) an en Sch.; se dohn sech ävver nüs, nur wat dozweschen es, schnegge (schneiden) se kapot Rheinb-Iversh. En A. on en Sch. es ēn Dier (Tier) Mettm. Measser, Sch., Gowwel on Licht dagt (taugt) fir klan Konner (Kinder) nicht Koch-Laub, Verbr. Et get kä scharwer Sch., as aus em Lomp werd en Här (Herr) Koch-Ernst. Do hengt de Sch. ut da ist es teuer Heinsb. De hät en schärpe Sch. gibt knappes Mass ebd. [Bd. 7, Sp. 1056]
Schnider Wippopp, wo hes du die Sch.? An der Wingkmöəhl, an der W. (en de Kuhstall, en de Perdstall Ruhr), dan hol se dek wiar! Neckspr. Elbf (Var. s. bei Schneider). Dau häs alleweil wedder die gruss Sch. in de Hänn (Händen) du schneidest auf Kobl-Vallendar. Scherche schnigge (schneiden) über andere sich aufhalten Bo-Vorgeb. Er hät e Sch.che fresse der Schmeichler Bo-Godesbg. Mot der Sch. (die stumpf ist) schneck (schneidet) mer dem Düvel de Uhren af Schleid. De schnidd se ohne Sch. lässt sich gut bezahlen Erk-Bellinghv. — Sch.ən schleifen, das kann ich, das versteh ich meisterlich, hab so manche Sch. geschliffen u. so manchen Drümmel (Kothaufen) gedrissen! Neckspr. in Schriftspr., um den Sch.schleifer zu necken Gummb-Wiehl. Sch.ən schl., Sch.ən schl. ist die beste Kunst; die rechte Hand, die linke H., die geb ich dir zum Unterpfand, da hast du sie, da nimm sie hin, da hast du alle beide die beiden Kinder geben sich dabei Schläge auf die flachen Hände Trier-Mehring. — De glase Sch. holle soll der in den April Geschickte Rip, Nfrk; ek gewe ow die gl. Sch. met, öm den Hond te schere Geld. — Rätsel. Ek schmit et lang (strack, schnack, en strack Dengen) op et Dak, en et kömmt krüsswis (üvver Krütz) wer heronder (heraf?) Klevld, Nfrk, Rip. Et hängt an de Wand, hät twee Bodderramme (Butterbrote) in de Hand? Mörs-Eversael. — Volksgl. Wenn ein Sch. in der Erd steiht, dann gef et Strit (Streit) oder Besük (Besuch) Mörs, Allg. — b. Blechschneidemaschine, sie schneidet mehrere aufeinandergelegte Bleche wie Papier durch Mettm-Velbert. — c. Schneidmass für das Abschneiden der Längen und Breiten. — d. die Sch. des Krebses Allg. Rätsel. Welch Sch. hat ken Kling? Daun-Strotzbüsch. — 2. übertr. a. sachl. Scherenartiges. α. Zugstangen am Wagen für ein Pferd, im Gegens. zur Deichsel für zwei Pferde; die Sch. des Wagens, de Wagensch., de Perds-, Geilssch., ist drehbar u. auswechselbar, die Sch. der Karre ist feststehend als die Fortsetzung der Unterbalken des Karrenrumpfes, meist auch Böm, Karenböm, Brack, Karrböm genannt Rhfrk, Mosfrk an der Saar, in Trier bis Kobl, May, Aden, Westerw, Rip, Nfrk; s. noch Arme, Fahrschlinge, Gabel, Kloben, Gerichte, Eingespann, Enspänn, Gestell, Stell. [Statt e de Sch. spanne vielfach e de Bäim sp.; dies ist die ausschliessl. Bezeichnung bei der zweirädrigen Karre, deren Bäume ja keine ausgesprochene Schere bilden; der Fuhrmann sass früher, besonders wenn Gefahr drohte, gern links seitwärts, die Beine baumeln lassend, auf der Stelle, wo die beiden Arme der Schēªr zusammenlaufen: dann hatte er die Bremsschraube am linken Vorderrad gleich neben sich und hatte, wenn er absprang, das Zugtier richtig zur Rechten: ob dr Schēªr setz, om Schēªrnkǫbb setz Siegld]. — Die Sch. auch an Pflug, Egge u. Walze. — β. gabelförmiges Eisen zum Festhalten der Ankeröhrringskette Rheinschiff. — γ. Windmühlenflügel Nrhn. — δ. die Stelle, wo sich ein Balken zwischen zwei [Bd. 7, Sp. 1057]
Armen bewegt, z. B. an der Waage, am Wehr im Eisenhammer Verbr. RA.: Et ös nett en de Sch. geweəge (das Gewicht ist eben da), deet (tut) mech jet Utschlog (-schlag) (Übergewicht), ongersch (sonst) wegt je öch en de Höll! Kemp. — ε. Astgabelung, Zweiteilung eines Stammes in zwei Hauptäste oder eines Hauptastes in gleich starke Nebenäste, Rhfrk, Mosfrk (lrhn.); Verästelungen des Flachsstengels Simm-Laub; Rechenfurke Bitb-Kyllbgw; Lilie Klev-Warbeyen. — ζ. Balken im Dachwerk, scherenartig zusammengefügt Kemp, Geld. — η. Mittelhebel am Webstuhl Aach-Stdt. — θ. Radlünse Mettm-Kronenbg Kuchhsn, Mörs-Lütting, Geld-Kervenh Winnekendonk. — ι. die Stelle der Kegelbahn, wo sie breiter wird OBerg, Grevbr-Hochneuk. — κ. s. Bettschere Rip, Westerw. Rätsel: Bat fär en Sch. hät kän Kleng? Neuw-Stebch. — λ. die Stelle in der Figur beim Hüpfspiel, die kreuzweise Striche auf dem Boden aufweist Birkf. — μ. Scherchen Gang beim Schnappsteinsp., wobei die Steinchen einzeln mit Zeige- u. Mittelfinger wie mit einer Schere aufgegriffen werden Merz-Haustdt, Bitb-Ernzen. Wo laft (läuft) die Sch.? ein Nachlaufesp. Saarbr. — ν. de Sch. machen Turnübung am Barren, aus der Turnerspr. Allg. — j. die Schneide an Schneidewerkzeugen Aden-Lederb. — ο. scherzh., verächtl. αα. Frack, Gehrock Monsch-Witzerath, Eup. — ββ. Scherche Zunge, Lästerzunge; et Sch. wor flisslich; et Sch. schlife Köln-Stdt, Dür-Stdt. — γγ. sech en de Sch. lege Beischlaf ausüben Köln-Stdt. — δδ. in der Wend.: Dat göf mer en lang Sch. eine lange Sitzung; desen Herres (Herbst) göf et en Sch. möt de Foərei (Futterei) Mangel, wird das Futter knapp Kemp. — b. persönl. α. Tiere. αα. Wasserspinne mit langen Beinen Heinsb-Rathm. — ββ. Wasserjungfer, Libelle Gummb-Drabenderhöhe, Meiderich, Geld-Leutherheide. — γγ. männl. Hirschkäfer Goar-Boppard, Kemp-Breyell. — δδ. Krebs Kemp-SHubert. — εε. Ohrwurm Geld-Straelen. — β. verächtl. von Weibern. αα. geftig Sch. W., das gerne verleumdet MGladb-Rheind. — ββ. Daksch. (Dach-) altes W. Barm. |