| | | | | Bein Am B. des Menschen (s. Tafel Meyers »Skelett I«) bildet die Grundlage des Oberschenkels (femur) ein Röhrenknochen, der zugleich der längste Knochen des Körpers ist. Sein oberes umgebogenes Ende trägt einen kugelförmigen Gelenkkopf, der in die einer halben Hohlkugel entsprechende Pfanne des Beckenknochens eingesenkt ist und mit dieser zusammen das Hüftgelenk (s. Meyers Hüfte) bildet; das untere Gelenkende tritt mit dem breiten obern Ende des Schienbeins zum Kniegelenk (s. Meyers Knie) zusammen. Der Unterschenkel (crus) besitzt zwei Knochen: das stärkere Schienbein (tibia) und das viel dünnere Wadenbein (fibula). Das obere Ende des letztern ist unbeweglich mit dem entsprechenden Ende des Schienbeins verbunden, beteiligt sich aber nicht an der Bildung des Kniegelenks. Dagegen steht der Meyers Fuß (s. d.) mit beiden Röhrenknochen des Unterschenkels in Gelenkverbindung, indem der oberste Fußwurzelknochen, das Sprungbein (talus, astragalus, s. Meyers Fuß), von den fest verbundenen untern Enden (den Meyers Knöcheln, s. d.) des Schien- und Wadenbeins wie von einer Gabel umfaßt und durch viele Bänder (s. Tafel Meyers »Bänder I«, Fig. 13, Taf. II, Fig. 26) in dieser Lage gesichert wird. Die mächtigen Muskeln (s. Tafel Meyers »Muskeln«, Fig 1 u. 2) zur Bewegung des Beines als eines Ganzen kommen gleich den zur Streckung oder Beugung des Unterschenkels im Kniegelenk bestimmten vom Becken her. Die Muskeln am Unterschenkel bewegen den Fuß; zum Teil bilden sie die Wade und vereinigen sich zu der gemeinschaftlichen, sehr starken Meyers Achillessehne (s. d.), die sich an den Höcker des Fersenbeins ansetzt. Tieferliegende Muskeln der Vorder- und Hinterseite dienen zur Bewegung der Zehen. Die Pulsadern (s. Tafel Meyers »Blutgefäße«, Fig. 5) des Beines stammen fast sämtlich aus der großen Schenkelschlagader (arteria femoralis), die durch den Leistenkanal aus der Bauchhöhle hervortritt und sich in der Kniekehle in die vordere und hintere Schienenarterie teilt. Die Nerven (s. Tafel Meyers »Nerven II«, Fig. 5) des Beines treten in zwei Stämmen (Schenkel- und Hüftnerv) vom Becken aus an das B. heran. Verkrümmungen der Beine entstehen durch Krümmung der Ober- oder Unterschenkelknochen (schiefe Heilung von Knochenbrüchen, Rachitis, Knochenerweichung), besonders aber durch winkelige Stellungen beider Knochen zueinander. Bei schiefer Heilung eines Bruches ist immer eine erhebliche Verkürzung des Beines vorhanden, die auch durch nochmaliges Brechen des Knochens oder keilförmige Ausmeißelung (Osteotomie) an dem Winkel und Geraderichtung nicht völlig beseitigt wird. Die nach Rachitis zurückbleibenden Verkrümmungen heilen im späteren Alter häufig von selbst, können auch durch zweckmäßige Maschinen sehr gebessert werden. Durch winkelige Stellung der Ober- und Unterschenkelknochen im Kniegelenk entstehen, je nachdem der Winkel nach außen oder innen offen ist, X-B eine (Bäckerbeine) oder O-B eine (Säbelbeine). Die erste Form entsteht häufig bei den Bäckern, die in gebückter Stellung schwere Schieber halten müssen, dabei die Kniee fest zusammenpressen, während sie die Füße zum festern Stehen soweit wie möglich voneinander entfernt stellen. Säbelbeine entstehen häufig bei alten Kavalleristen. Im jugendlichen Alter werden solche Anomalien durch orthopädische Maschinen korrigiert; im spätern Alter erzielt man durch Operationen teilweise Heilungen. |
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