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 Meyers Sehne (Bd. 6, Sp. 288)   Meyers Ziehen (Bd. 6, Sp. 919)   Meyers Ziehen (Bd. 6, Sp. 919) 
 Sehne (Flechse, Tendo), bei den Wirbeltieren das bindegewebige Ende der Muskeln, das selbst nicht kontraktil ist und daher bei der Zusammenziehung derselben ihre Kraft auf die Ansatzpunkte überträgt (s. Meyers Muskeln). Sie besteht aus Bündeln von nebeneinander verlaufenden und fest unter sich verkitteten Bindegewebsfasern. Nerven und Blutgefäße sind nur sehr wenig in ihnen vorhanden. Man unterscheidet zweierlei Arten Sehnen: flache, dünne, die sich meist an flachen Muskeln vorfinden, die sogen. Sehnenhäute oder Aponeurosen, und strangförmige, die eigentlichen Sehnen. Am menschlichen Körper sind die stärksten Sehnen das sogen. Kniescheibenband (s. Meyers Knie) und die Meyers Achillessehne (s. d.).

 

 Ziehen, Theodor, Mediziner, geb. 12. Nov. 1862 in Frankfurt a. M., studierte in Würzburg und Berlin, wurde 1885 Assistenzarzt bei Kahlbaum in Görlitz, dann bei Binswanger in Jena, habilitierte sich daselbst 1887 als Privatdozent, wurde 1892 Professor und ging 1894 als Professor der Psychiatrie nach Berlin. Er schrieb: »Leitfaden der physiologischen Psychologie« (Jena 1891, 8. Aufl. 1908); »Psychophysiologische Erkenntnistheorie« (das. 1898, 2. Aufl. 1907); »Psychotherapie« (in Eulenburg-Samuels »Lehrbuch der allgemeinen Therapie«, Wien 1898); »Das Zentralnervensystem der Monotremen und Marsupialien« (3 Tle., im 6. Bd. der »Denkschriften der medizinisch-naturwissenschaftlichen Gesellschaft in Jena«, 1897, 1901 u. 1905); »Die Ideenassoziation des Kindes« (2 Tle., Berl. 1898 u. 1900); »Die Erkennung und Behandlung der Melancholie« (Halle 1896, 2. Aufl. 1907); »Makroskopische und mikroskopische Anatomie des Rückenmarks und des Gehirns« (in Bardelebens »Handbuch der Anatomie des Menschen«, Bd. 4, Jena 18991903); »Psychiatrie« (Leipz. 1902, 3. Aufl. 1908); »Über die allgemeinen Beziehungen zwischen Gehirn und Seelenleben« (das. 1902); »Das Verhältnis der Herbartschen Psychologie zur physiologisch-experimentellen Psychologie« (Berl. 1900); »Die Geisteskrankheiten des Kindesalters« (das. 190206,3 Hefte). Auch gibt er (mit Wernicke) die »Monatsschrift für Psychiatrie und Neurologie« (Berl., seit 1897) und (mit Schiller) die »Sammlung von Abhandlungen aus dem Gebiete der pädagogischen Psychologie und Physiologie« (das., seit 1897) heraus.

 

 Ziehen, im Handel soviel wie trassieren; Ziehung, soviel wie Tratte (s. Meyers Wechsel). Zieher, bei dem Prämiengeschäft der Empfänger der Prämie.