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| | | | | ZentralasienMeyers »Zentralasien«Meyers NanschanMeyers TibetMeyers Han-hai[Bd. 6, Sp. 892]
Meyers TaklamakanMeyers GobiMeyers Mongolei Die Vegetationsformationen sind sehr einförmig: Wüsten, Steppen mit einjährigen Kräutern, dickwurzeligen Stauden, dornigen Halbsträuchern und Zwiebelgewächsen und Wälder von borealem Typus. Unter den charakteristischen Pflanzenordnungen ragen hervor die Salsolazeen mit dem Saxaul (Haloxylon Ammodendron), Polygonazeen, Rhabarbergewächse, Tamarisken und Zygophylleen. In Turkistan sind Astragaleen zahlreich neben Zwiebelgewächsen (Allium, Tulipa, Fritillaria). Ein Steppengras von hohem Wuchs, Lasiagrostis splendens, das Dyrissun, geht vom Kaspi user bis nach Tibet und der dsungarischen Wüste. Durch weite Verbreitung zeichnet sich aus die Konifere Picea Schrenkiana und ein Wacholder, Juniperus Pseudosabina. Sonst sind Birken und Pappeln (Toghrak) die herrschenden Bäume, während einige, zugleich mitteleuropäische Sträucher auch in Innerasien ein üppiges Wachstum und weite Verbreitung haben, so Hippophae rhamnoides, Myricaria germanica. In der Tierwelt birgt Z. hervorragende Charakterformen, wie den Yak, den persischen Mufflon, den Argali, mehrere Antilopen, Hirsche und Rehe, mit dem seltenen Milu Chinas, dem Muntjak und andern verwandten Formen, das Moschustier und das wilde Kamel; von den Unpaarzehern das verwilderte asiatische Pferd (Tarpan), das Urpferd (Equus Przewalskii), den Pallasschen Wildesel (Dschiggetai); von Nagern Springmäuse (Jerboa und Alakdaga) und Pfeifhasen (Lagomys); von Insektenfressern eine ganze Anzahl eigentümlicher Gattungen; von Raubtieren Nebelparder, Manul, Irbis, Zwergkatze, Sumpfluchs, Luchskatze und Bären, eine Art des syrischen Bären, dann den Panda und Ailuropus. Von den Vögeln haben die Fasanen, Pfauen und Steppenhühner ihre Heimat in Z., von den Reptilien die Krötenköpfe; von Insekten treten Laufkäfer hervor. Die Molluskenfauna Zentralasiens kann als chinesische Provinz abgesondert werden, die Clausilien sind in einer eigentümlichen Untergruppe entwickelt. Die Bevölkerung Zentralasiens zeigt wie das Land eine überraschende Zusammengehörigkeit. Ursprünglich wohnten die Indogermanen, die sich noch bis heute in abgelegenen Tälern erhalten haben, wo sie ihr Leben von etwas Feldbau, Viehzucht und Jagd fristen. Die große Masse, die führenden Stämme. gehören heute zur türkisch-tatarischen Familie (Kirgisen, Mongolen, Uzbeken, Turkmenen, s. d.); fleißige Ackerwirte sind die Nachkommen der altiranischen Kolonisten, die Tadschik und Meyers Sarten (s. d.). Das Areal von Z. läßt sich (mit Ausnahme aller peripherischen Länder) auf 9,769,000 qkm, die Zahl der Bewohner auf 21,1 Mill. berechnen, wovon auf Russisch-Z. nebst Bochara und Chiwa 10,8 Mill., auf Tibet 6,5 Mill., auf die Mongolei 2,6 Mill., auf die chinesische Dsungarei und Ostturkistan 1,200,000 kommen dürften. Die Religion ist durchweg der Islam, dagegen herrscht große Mannigfaltigkeit in der Sprache. Persisch wird im SW., türkisch-tatarisch im Zentrum, mongolisch im O. gesprochen. Der Lebensweise nach sind die Bewohner der Flußufer seßhaft, die der Steppe Nomaden. Für Verkehrswege ist nur in neuester Zeit in dem russischen Teil Zentralasiens, dort aber auch sehr viel, getan worden, namentlich durch die Transkaspische Bahn. Über die Erforschung von Z. vgl. Artikel »Asien« (Entdeckungsgeschichte), S. 868ff.; über das Vordringen Rußlands s. Meyers Artikel »Russisch-Zentralasien« (mit Karte). Vgl. A. v. Humboldt. Asie centrale (Par. 1843, 3 Bde.; deutsch von L. Mahlmann, Berl. 1844, 2 Bde.); Mac Gregor, Central Asia, compiled for political and military reference (Kalkutta 1871, wichtiges anglo-indisches Sammelwerk); Wenjukow, Die russisch-asiatischen Grenzlande (deutsch, Leipz. 1874); F. v. Hellwald, Zentralasien (das. 1874); v. Richthofen, China (Berl. 1877 ff.); Marvin, Reconnoitring Central Asia, between Russia and India (2. Aufl., Lond. 1885); Lansdell, Chinese Central-Asia (das. 1893, 2 Bde.); Futterer, Die allgemeinen geologischen Ergebnisse der neuern Forschungen in Z. und China (Ergänzungsheft 119 zu »Petermanns Mitteilungen., Gotha 1896); E. v. Salzmann, Im Sattel durch Z. (Berl. 1902); S. Hedin, Im Herzen von Asien (Leipz. 1903, 2 Bde.) und. Scientific results of a journey in Central Asia 18991902« (Stockh. 1901 bis 1908, 6 Bde.); Obrutschew, Z., das nördlich »China und der Nanschan« (russ., Petersb. 190001). Unter den Karten von Z. ist Walkers »Map ot Central Asia« (mehrfach aufgelegt) hervorzuheben. Weitere Literatur bei den Artikeln. Asien, Ostturkistan. Tibet, Mongolei, Russisch-Zentralasien. |
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