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 LothWB zoppeln (Bd. 1, Sp. 560a)   PfWB klopfen (Bd. 4, Sp. 314)   PfWB Flame (Bd. 2, Sp. 1418) 
  PfWB  RhWB  RhWB  RhWB  RhWB zoppeln [sòpəln Av. Kr.; tsòwlə Bi. Busd.; dsòwlə Ri. Ha.; tsòwlè Mtsh.; sòwlə Lix.] tr. v. zupfen, zerren: de Schulmeïschta hat mich an de Ohre gesoppelt Av. D’ Ohre zowle Ri. — Ohrenzowler heißt der Schweizer in der Kirche, weil er den unartigen Kindern die Ohren zupft. — hess. 472 zöpeln. zoppeln, zowleⁿ ist Iterativ zu zoppeⁿ.

 

   klopfen, klöpfenschw.:
1.
a. 'mehrmals leicht an, auf etwas schlagen', kloppe (globə) [fast allg.], kleppe (glębə) [ WD-Niedkch], klopfe (globfə) [Südostecke der Pf (vgl. Linie Appel/ Apfel K. 1)]; vgl. daran-, PfWB daraufklopfen; ans Fenschder (Finschder) k., uf de Disch k. [allg.]. RA.: sich an die Bruscht k. [ NW-Hardbg]; einem uf die Pode, die Finger k. 'einen zurechtweisen' [KU-Kaulb, verbr.]; e bißje uf de Busch, die Heck k. '(einen) aushorchen' [ KL-Katzw, vereinzelt]; einem uf die Schiller (Schulter) k. [ KU-Bedb, mancherorts]. Er kloppt uf sein Geldsack 'pocht auf sein Geld' [ KU-Schmittw/O]. Brauchtum: de Wein k. 'durch Klopfen an das Weinfaß dem Wein den Tod des Winzers anzeigen' [ SP-Heiligst]. Vgl. den bei Biene 1 a erwähnten ähnlichen Brauch. —
b. durch Klopfen
α. 'etwas andeuten, ausdrücken'; mit 'm Fuß de Takt k. [KL-Mackb, verbr.]. —
β. 'sich durch Klopfen bemerkbar machen'. 's kloppt an de Deer (Tür) u. ä. [verbr.]; vgl. PfWB anklopfen. Er hot mich aus 'm Schloof gekloppt [verbr.]. Er hot 'm Kattche (abends am Fenster) gekloppt [ Gal-Dornf]; vgl. PfWB herausklopfen 1 b. —
γ. 'durch Klopfen etwas reinigen'; Staab aus de Klaarer k. [KB-Bennhs, verbr.]; de Deppich k. [verbr.]; vgl. PfWB ab-, PfWB ausklopfen. RA.: einem de Frack, die Hosse k. 'einen verhauen' [PS-Schmalbg, verbr.]. Ich du der de Schneirer aus 'm Anzuch k., von den ersten Schlägen in einem neuen Anzug [ KU-Schmittw/O KL-Hütschhs]. —
δ. 'etwas zerkleinern'; Stään k. [ KU-Rammb]; uf 'm Acker Scholle k. [ZW-Battw, verbr.]. SprW. (scherzh.): Scholle k. un Märe (Mägde) wecke es unnerich 'unnötig'. Begründung: Bei Regen zerfallen die Schollen sowieso und Mägde stehen von selber auf, wenn sie ausgeschlafen haben [ BZ-Albw]. Var. s. PfWB Tütze 1 b. —
ε. 'etwas weich und mürbe machen'; Flääsch k. [LA-Nd'hochstdt, verbr.]; Äppel, was noch net zeidich 'reif' sin, (weech) k. [ Gal-Dornf]. De Schuhmacher kloppt 's Ledder [ LA-Edk]. a. 1721: 24 kr von Rößge Jüdin, die uff Pfingsten Garn geklobt [Niedhammer 246]. —
ζ. 'etwas in etwas treiben'; de Nachel in die Wand k. [PS-Dahn, verbr.]; vgl. PfWB hineinklopfen. —
2.
a. einen k. 'verhauen' [verbr.]; vgl. PfWB verklopfen. Syn. s.

[Bd. 4, Sp. 315]
PfWB verhauen 1. Er hot 'n dichdich gekloppt [Spey], hot 'm de Hinnere gekloppt [ NW-Kallstdt], hinner die Ohre gekloppt [Spey]. Ich klopp dich, daß die Schwaat kracht [Land]. Hun die zwaa sich gekloppt! [KB-Bischh, verbr.]. KR. s. PfWB Bube 1, PfWB Vater 1 a, Kaffebohne 1. —
b. kloppe geh(e)
α. 'auf die Wanderschaft gehen', vom Handwerksburschen [ BZ-Stein, veraltet]. —
β. 'betteln gehen' [ BZ-Annw, mancherorts]; vgl. PfWB abklopfen. —
c. eens k. 'ein Spiel machen' [vereinzelt]. Gruß- und Anredeformel beim Eintritt ins Wirtshaus: Was is, klopp mer eens? [ RO-Hallgt]. —
d. Sprich k. 'dummes Zeug schwätzen, auf schneiden' [KU-Eschau, verbr.]. Syn. s. PfWB prahlen. —
e. Griff k. 'Gewehrgriffe üben', Soldatenspr. [verbr.]. —
f. die Flämm k. 'faul, träge sein' [Kus Spey]; vgl. PfWB Flame 4 b α. —
3. intrans.
a. von pulsierender Bewegung. 's Herz kloppt [allg.]. 's Herz kloppt mer bis an de Hals [SOPf (Heeger Nachl.)]. —
b. von zuckendem Schmerz. Das kleppt mer em Zahnt (Zahn)! [ WD-Niedkch]. —
c. 'ein schlagendes Geräusch von sich geben'. De Modor kloppt [verbr.]. — Südhess. III 1428 ff.; RhWB Rhein. IV 757 ff.; LothWB Lothr. 294; ElsWB Els. I 496.

 

   Flame, Flämef., Flamen, Flämenm.:
1.
a.
α. 'dünne, halb durchsichtige Haut auf rohem Schmalz, zwischen Muskeln', Flam (flām) [ IB-Gersh], Flame (-ā-) [ RO-Rehborn], Fläme (--), seltener Fleme -(ē-) [verbr., bes. WPf NPf, Don-Schowe Torscha Gal-Dornf Buch-Illisch]; vgl. Fetthaut. —
β. 'von Flämen (s. oben 1 a α) stark durchsetztes Fleisch', Fläme [ KL-Weilb], Fleme [ KU-Hachb]; vgl. PfWB flämig. —
b. 'Haut, die die Leibesfrucht bis zur Geburt umgibt', Fleme [ ZW-Gr'bundb]. —
c. 'Eihäutchen', Fläme [ KU-Theisbgstg]. —
d. 'erste, feine Haut auf der heilenden Wunde', Fläme [ KU-Körbn Frankb Theisbgstg KL-Niedkch], Fläm [ IB-Bliesmg/Bolch]. —
e. 'dünnes Metallhäutchen, das sich beim Schleifen des Messers bildet', Fläme [ KU-Bedb O'alb], Fleme [ZW-Stamb]. —
2.
a. 'die auf entrahmter Milch sich bildende dünne Rahmhaut', Fläme, selten Fleme [mancherorts westl. WPf], Dim. Flämel [ BZ-Albw]; auch von Rahmteilchen im Kaffee, Fläme [ KU-Rutsw/G RO-Börrstdt]. —
b.
α. 'dünner Belag auf Wein, Essig und anderen Flüssigkeiten', Flam (--) [ LA-Mörzh], Flame [ NW-Haßl Spey], Fläme [mancherorts WPf], Dim. Flämel [ LA-Venn], Flämche [PfId. 45]. —
β. von Trübungen in Flüssigkeiten [ KL-Mehlb], von gallertartiger Masse in Flüssigkeiten [ KU-Wolfst]. —
c. 'dünne Wolke'. Am Himmel sin Fläme [ PS-Erfw]. —
3.
a. 'Nickhaut am Vogelauge', Flime (-ī-) [ PS-Geisbg]. —
b. 'krankhafter Überzug und Schleim auf dem Auge, Trübung im Auge', Fläm [PS-Fehrb Heeger Vhk. 49], Flem [ KU-Hefw IB-Erfw/Ehling RO-Ebbg], Fläme und Fleme [verbr. vorn. WPf NPf seltener VPf], Flame und Flome [Schandein Sprachsch. 21], Flämel [ BZ-Dernb], Flime [ PS-Hermbg FR-A'lein], Flimche [ PS-Geisbg]. Ich han e Fläme vor'm Au [ KL-Hirschhn], uf'm Aa [ KL-Hütschhs]. Mir is grad, als härrich (hätte ich) e Fläm vor'm Au [WPf]. —
c. 'Sehstörung'. Er hat die Flemm (!) [ KL-O'sulzb]. —
4.
a.
α. 'die Weiche zwischen Rippen und Hinterschenkeln des Tieres', bes. bei Rind

[Bd. 2, Sp. 1419]
und Pferd; Hauptformen (häufig im Pl.) Flame und Fläme [verbr. wie bei 1 a α], Flame (--) [ KB-Harxh Gauh Otth FR-Grünstdt NW-Frankeck Geinsh], Flem, Pl. Fleme [ KL-Wörsb], Fläm [Lambert Penns 56], Flemm, Pl. Flemme [ RO-Obd], Flemmere (Pl.) [ FR-Kl'niedh], Flämel [ BZ-Schweighf]. Um festzustellen, ob das Rind gut genährt ist, greift ihm der Händler in die Fläme [ KU-Dunzw]. Die Kuh is in de Fläme gepackt [ NW-Weish/S]. Der Gaul is so leer in de Fläme [ FR-Heßh]. —
β. 'die Haut zwischen Euter und Hinterbein bei der Kuh', Fleme [ KL-Katzw]. —
b.
α. 'seitlicher unterer Teil des menschlichen Bauches', Fläm, Pl. Fläme [ NW-Ungst]. Ich tret d'r in die Fläme! [Frankth LU-Opp]. —
β. übertr. 'Hosentasche' in der RA.: Er hot misse tief in die Fläme greife, um eine große Zahlung zu leisten [ LU-Opp]. —
5. 'Fetzen', bes. 'Hautfetzen', Fläme, Fleme [mancherorts WPf RO-Feilbg KB-Mauchh]. Er hat sich e ganzer Fläme Haut abgeress [ KU-Hachb]. —
6. Sonstiges.
a. 'Lappen, Stück'; e Fläme Speck (Fleisch) [ ZW-Dellf KL-Alsbn Ottbg Matzb KB-Weihf FR-Bockh]; e F. Schmalz [ KU-Nußb KB-Kriegsf FR-Carlsbg]; e F. Kuche 'ein großes Stück Kuchen' [ KU-Gumbsw Kollw GH-Jockgr]. —
b. der Flume (!) 'ein Streifen Tuch' [ RO-Nd'mosch]. —
c. 'Brotkuchen', Fläme [ KU-Nd'eisb]; vgl. PfWB Flämenkuchen. —
d. e Fläme Land 'ein kleines Stück Ackerland' [ PS-Gersb]. —
e. e Fläme vun eme Mann 'ein großer, starker Mann' [ KU-Kollw]. —
f. von dicken Oberarmen und Oberschenkeln. Hot der e Paar Fläme! [ SP-Hanhf]. — Mhd. flæme 'innere Fetthaut'. — Südhess. II 762/63; RhWB Rhein. II 543/44; Saarbr. 65; LothWB Lothr. 164; ElsWB Els. I 168/69; Bad. II 166.