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 LothWB Wutz (Bd. 1, Sp. 551b)   PfWB Butzel (Bd. 1, Sp. 1419)   PfWB Wutz1 (Bd. 6, Sp. 1511) 
  ElsWB  PfWB  RhWB Wutz [wuts fast allg. — Pl. wutsən; Demin. wutsəl, wutselχə] n. u. m. 1. kleines Schwein: de Wutʒele sin im Stall. Wutz fress di! droht die Mütter dem Kind Ri. 2. schmutziges Kind. 3. Stückchen, Endchen: e W. Zosiss ein Endchen Wurst Rü. ElsWB els. 2, 887 Wutzel; hess. 462 Wûz, Wutz. Im Spessart, auf der Rhön u. in Hessen ist Wutz, Wûzchen Lockruf für die Schweine baier. 2, 1064. s. a. Hutz Schweinchen.

 

   Butzel1 n.:
1. 'Schwein', Kinderspr., Butzel (budsəl) [mittl. u. südl. VPf Heeger Tiere I 18

[Bd. 1, Sp. 1420]
PfId. 29]; 'junges Schwein' [ebd.]; vgl. PfWB Ferkel, Zs. PfWB Saubutzel; Schmeichelname für das Schwein [ebd.]; vgl. PfWB Butz1 1. —
2. 'unreinliches, unfolgsames Kind', Scheltwort [PS-Bobth BZ-Schweig Rechtb Kühn Hamet 101]. —
3. 'Tintenklecks' [ NW-Dürkh LA-Venn]; vgl. PfWB Butz2 8. —
4. 'Kiefernzapfen', Butzel, Pl. Butzle u. Butzlich [mittl. u. südl. VPf, s. K. 74], Putzel [ BZ-O'schlettb V'weidth], Butzelcher [Hombg]; Butzle roppe 'Samenzapfen brechen' [ GH-Büchbg]. Syn.: PfWB Bib 2, PfWB Bibhünkel, PfWB Bummer 1, PfWB Puppenhähnlein, Forlebib, -butzel, PfWB Gackel, PfWB Gickel, PfWB Gockel, PfWB Glucke, PfWB Gutzel, PfWB Hahn, PfWB Hahnengockel, Hahngikkel, PfWB Hoppel, PfWB Hünkel, Hussau, PfWB Hutzel, Kätzchen, Kienhahn, Klöbchen, PfWB Kunenböcklein, -bummer, PfWB Krachel, PfWB Sau, PfWB Saubutzel, PfWB Schaf, PfWB Surr, PfWB Wutz, PfWB Zapfen. Vielerorts, bes. in der VPf, bezeichnet das Wort den Zapfen von jedem Nadelholzbaum. Nach Wilde 59 heißen die Fichtenzapfen in NW-Hamb grouße Butzele. Bertram 152/53 verzeichnet Butzl 'kleiner Fichtenzapfen'. Zs. PfWB Tannen-, PfWB Fichten-, PfWB Forlenbutzel. —
5. 'Hagebutte' in den Zs. PfWB Hafer-, PfWB Hagebutzel. — Südhess. I 1268/69; Bad. I 388/89; Schwäb. I 1571.

 

   Wutz1 f.:
1.
a. 'Schwein', sowohl in allgemeiner Bedeutung als auch in kosendem, kindersprachlichem Gebrauch, Wutz (wuds) [verbr., PfId. 154 Schandein Bav. IV,2 327, auch Auslandspfälzer Lambert Penns 180 Krämer Gal 245], Pl. Wutze (wudsə) [verbr.]; Dim. Sg. Wutzje [WPf nördl. VPf], Witzje [ KU-Herschw/Petth], Wutzi [äußerste NWPf, PfId. 154], Wutzel [mittl. und südl. VPf mancherorts SPf, Journ. 1787, 217], Witzel [Lambert Penns 179], Wutzelche [mancherorts VPf MPf], Pl. Wutzjer [WPf], Wutzercher [mancherorts, PfId. 154], Wutzelcher [ PS-Geisbg], Witzelcher [PennsDeitschEck 7. 12. 1946], Wutzle [mancherorts östl. VPf], Wutzlich [mancherorts SOPf]; vgl. PfWB Butz1; Zs.: Bauern-, PfWB Sauwutz 1. Die Wutzjer sin reif for's Schlachte [Kraus Allseiläbdah 52]. Un geschter morje hat er noch / drei dicke Wutze abgestoch [Münch Werke II 284]. Mer hun Schinke un Schmalz / vun de W., wu mer selwer gezoo [Burgey Keschte 39]. In jedem Haus sinn Wuzze, Kieh, Hinkel, Hase un ach Gääße gehall werr [Schneider Dillje 7]. S' Wutzje mit seine sechs Ferkelcher [Kraus Pläseer 14]. Drauße em Stall schloft schun 's Kälbche, / 's Wutzje, de Gaul un die Kuh [Burgey Keschte 41]. RA.: Geschwischter Wutzel um's Eck rum 'weitläufige Verwandtschaft' [ PS-Gersb]; sich im Dreck wälzen wie Wutz un Butz [JKurpf. 1934 92]; vun de W. gebeß 'verrückt' [ FR-Hettldh]; die W. mache (erauslosse) 'über die Stränge schlagen, ausgiebig feiern' [vereinzelt, Thielen So rerre mer 125]; so stolz sinn wie e W. mit eem Ohr 'sehr stolz sein' [ HB-Kirrbg, IB-Hass]. Do reißt die W. die Stalldeer ab! 'Da hört sich doch alles auf!' [Bernhard 191]. Rülpst ein Kind beim Essen, sagt man: Ee W. is satt, wann die anner satt is, treiwe mer heem [Kaislt, mancherorts Don Gal]. VR.: Metzjerborsch, / eßt die Worscht, / loßt die Wutzjer laafe [Kaislt]. Auch Bestandteil in bekannten Liedern: Siehschte net die W. im Garde [Anni Becker: Uff die Bääm. Kaiserslautern 1988 10,

[Bd. 6, Sp. 1512]
Bernhard 191] oder im Refrain Do werd die Wutz geschlacht [Kurt Dehn: 10 neue Pfälzer Heimatlieder. Gauting 1989, S. 2]. —
b. nur Dim. 'Ferkel', Wutzje, Wutzche, Wutzel [vereinzelt ges. Pf, Otterstetter 175/76 Buffington Penns Var. 231, 243], s. K. 125 Ferkel. —
c. vgl. Keller-, PfWB Sauwutz 2. —
2.
a. 'wer sich beschmutzt, schmutzige Person', im Dim. meist liebevoller Tadel zu Kindern, die Schmutz machen [verbr., Glass Klutzkopp 131]; Zs.: Dolen-, PfWB Dreckwutz. Du bisch e Wutzje! [ KL-Miesb]. Du W., du aldi! [ LU-Opp]. —
b. 'liederliche, sittlich verkommene Person' [mancherorts]; Zs.: PfWB Sauwutz 3. —
3. sachl.
a. 'Tintenklecks' [ ZW-Battw KB-Kerzh]; vgl. PfWB Sau 4 e. —
b. 'Tannen-, Kiefernzapfen', nur Pl. Wutzle [ LU-Maud BZ-Rinnth], Wutzelcher [vereinzelt NWPf]; vgl. PfWB Butzel, PfWB Hutzel, PfWB Wutzsau 3 und K. 74. —
c. 'Kugel, Holzstück im Spiel Hurrsau', Wutzje [ KU-Krottb]; vgl. PfWB Sau 4 b α; das Spiel heißt daher Wutzje, wer hiet (hütet) dich [ KU-Krottb]. — RhWB Rhein. IX 678/79; LothWB Lothr. 551; ElsWB Els. II 887 Wutzel(e).