ElsWB PfWB RhWB wiss [wis fast allg.; wés Mtsh.; wáis D. Si.] adj. und adv. weiß: w. Papier; wissər Sunnda Sonntag nach Ostern. — Zss. | | PfWB ElsWB LothWB weiss II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk wais, –ęi- [Birkf-Idar -ē-; im Monophthonggebiet von Saarbr -i-]; Mosfrk -ęi-, –ei-; Siegld -i-; Rip n. der Diphthongierungslinie -ī- (südl. -ei-); Aach -i-; n. Benr.-L. wet, doch -i- Berg, Ruhr, Kref, Kemp (neben -e-) Adj.: 1. wie nhd.; de hät früh w.ə Hor krigen, — en ganz w.ən Kopp; de süht ut wie de w.ə Wangd, — en w.ən Teller Gummb, — der witten Duəd Kemp; de Dür w. anstriken loten; Dösch un Bänke met Sangd w. schuren; du häst dek an de Wangd w. gemackt (udgl.) Gummb, Allg.; et hät (es) w. gerippt (gereift) Elbf, Allg.; verstärkt blihe-, knite-, schni-, schloh-, schlosse-, –schlutew. (s. d. W.). RA.: Su w. wie Schni Rip, Allg., — wie fresch gefalle Schn. Dür, Jül, Aach, — Knid (Kreide) Mörs, Allg., — de Wand (en Mur), — en fresch gekälkte W., — Kalk an de W. (M.), — en Doch (Leindoch) Allg., — en Zant (Zahn) Trier-Stdt, — en Blit (Blüte) ebd., — Kies (Käse) Wittl, Allg., — Hippekäs (Ziegen-) [Bd. 9, Sp. 394]
Wermelsk, — en Kiestart (-torte) Aach, — en Duden (en Lich) Allg., — en Hippe (Ziege) Gummb, — en Dauf (Taube) Mosfrk, Allg., — en Gans Allg., — e Kaneinchen Bitb, — e Kob (Krähe) onnerm Schwanz recht schmutzig Trier, — Riərijəs (Hausn.) schwarz Kätzche dass. Siegld-UWilden. Oft im Gegens. zu schwarz: wenn de sät »schwarz«, sät hen »w.« sie vertragen sich nicht, sind stets gegensätzlicher Meinung Trier, Allg.; he mēnt och schw., wenn he w. sät Sol-BNeukirchen; de kann schw. ze w. mache alles verdrehen Rip, Allg.; dem kammer schw. fir w. virmachen er ist leichtgläubig Merz; wat mer sch. op w. (schriftl.) hät, dat kammer heimdrage (wohl aus Goethes Faust) Köln, Allg.; schw. on w. opēn (aufeinander) (Schwarzbrot u. Weissbr.), dat gevve decke Ben Rip, Nfrk; w.ə Poggen (Schweine), schw.ə Blagen (Kinder) n. Ruhr; et es der gein Koh esu schw., or et es der noch e w. Hor aner Sol; en sch.ə Koh git och w.ə Melch Rip, Nfrk (s. weiter bei schwarz). Geckeklör (-farbe) es gel un grön; rut un w., dat steit schön Köln-Stdt. En et Mohrelongk (-land) es der Düvel w. Geld-Leuth. W. Hor sein Kirchhoffsblomen Daun-Tettschd. Hät der Martin (11. 11.) en w.ə Kapp, es de Wenter lang net ab Neuw. Wie geht der Schimmel durch de Hecke? w. Wittl-Landschd; wie kömmt enne Schömmel dört Holt? Mörs-Eversael. Ech kloppet ens an e w. Klösterken, do mek mech e geəl Pastürke de Düər op? das Ei Nfrk, Rip; w. flüg et op et Dak, gel kömmp et heronder? Mörs; ich wurp wat W.əs op et Dach, un et kom g. wiər eraf? Waldbr, Allg. — Besondere Verb.: w.ə Käs Quark Ottw, Saarbg, Wittl, May, Neuw, Siegld, Waldbr, Gummb, Lennep, Dür, Jül, Aach; w.ə Wuərsch Pannas Dür-Merzenich; w.ə Weck aus Weizenmehl; w.ə Lakritz Althaeateig MGladb-Rheind; w. Fett Schweineschmalz Bergh-Hüchelhv; w.ə Wein wie nhd. Allg.; w.ə Fenger Umlauf am Finger Eup-Herbesth; w. Geld Nickel-, Silbergeld Schleid; w.ə Dreck Schnee Schleid-Hellenth; do kome mer an ene w.ə Stein; do meinte mer, et wör e Stöck Speck, on do wor et en decke Säudreck aus einem Kniereiterlied Ahrw; de w.ə Wäsch Leinenwäsche, im Gegens. zur bonten (bloə) W. Rip, Allg.; op ne w.ə Rock e rut Krägelche setze auf w. Wein ein Gläs'chen roten W. trinken Köln; w.ə Botz Hose der Schützen, der Junggesellen Rip, Allg.; w.ə Flint dass. Bo-Küdinghv; et wor schwatt von w.ə Bockse auf der Kirmes Neuss; w.ə Kappe Wandermusikanten Kreuzn-Sobernh; et w. Schmalt scherzh. das Vorhemdchen Geld, Klev; w.ə Halm letzter Erntewagen Mörs-Budbg; faul w. Holz moderiges Holz (das leuchtet) Malm-Dürler; für ne Grosche w.ə Ölichssom holle Aprilscherz LRip, Heinsb, Geilk, Düss; de w.ə Juffer Sagengestalt Jül; der geht möt de w.ə Kenger ist ein Hemdenmatz Kemp-Dülken; de w.ə Beie fliegen wenn es schneit Kref; de sieht w.ə Meis hat den Säuferwahnsinn WMosfrk; de w.ə Katz setz om Dach Schnee Erk-Körrenz; de es bekannt we e w. Perd man kennt ihn allenthalben Schleid; w.ə Mörsche on rike Schuster send rare Vüəgel Grevbr-Wickr; w.ə Kneng (Kaninchen) möt glöhnige Oge etwas Seltenes, Schreckhaftes Eusk; w.ə Bläss hellblonde Person [Bd. 9, Sp. 395]
Remschd; w.ə Summervugel Kohlweissling (s. d.); w.ə Schesser dass. Kobl-Bendrf; w.ə Wörm Engerlinge Klev-Donsbrüggen; w. Schöppke (Schäfchen), schwart Sch., möəre es et hel (heil)! Heilspr. Eup; w.ə Kirsche Wachskirschen Allg., no braune Ness klimmt mer huh, met w.ə werd mer selde fruh Zell-Briedel, May-Hatzenport; w.ə Kli Trifolium repens Allg.; w-ə Waterruəs weisse Seerose, Nymphaea alba Rheydt-Giesenk; w.ə W.lilij dass. Geld-Schravelen; w. W.blümmke Wasserhahnenfuss, Ranunculus aquatilis ebd.; w.ər Sinft Hederich, Raphanus Raphanistrum Saarbg-Cahren; w. Renfart Schafgarbe, Achillea millefolium Dür, Jül, Geilk-Brachelen; w. Moss Torfmoos, Leucobryum vulg. Verbr.; w. Häd (Heide) steifer Augentrost, Euphrasia stricta Merz-Nunk; w.ə Riwe Stoppelrüben Saarbr, Ottw, Saarl, Merz; w.ə Kappes Weisskohl Allg.; w.ə Bunnen Dörrbohnen, Essgericht im Winter, auch wenn braune darunter sind Berg, Allg.; w.ə Sonndag Sonntag nach Ostern Allg. (w. Ustern Koch, Prüm, Kemp); wer op w. S. sure Kappes iss, hät et ganze Johr w. Geld Sieg-Rhönd; grön Kresmess (-dag), w.ə Ustere Rip, Allg. — Subst.: Wiss n. helles Kölner, Düsseldorfer Bier; ganz en W. gihn in w. Kleidung Trier, Allg.; dat W.ə Weissfluss uWupp; der W.ə Spateisenstein, im Gegens. zum Brune dem Brauneisenstein u. dem Rore dem Roteisenstein; se sind alt am W.ə Siegld, Altk; der W.ən (etwa der Schmitz W.ən) einer mit hellem Haar Allg.; et W.ə (et Weisst, Weisset) van et Ei Eiweiss Allg. — en de Oge Rip, Allg.; de gönnt dech noch net et W. e jen Ogen Heinsb, Allg.; me konn em et W. en de Ogen senn, so glöhntig kek he dren vör Wut Barm; he lott sech fört Wett siehn Mörs; et Weisst weisen bestürzt sein Bitb-NWeis; en Wette furt häbbe es gut stehen haben bei jmd. Klev; de W.ə Pl. die weisse Wäsche, Weisszeug (auch de w.ə Klearer) im Gegens. zu de Bonde (Bondige) od. de Bloə Siegld; de W.ə Pl. die von Haaren, Fleisch, Fett befreiten Häute, die dann im Setzkasten geschwellt werden ebd.; W.ə Pl. Kartoffelsorte mit weisser Schale; decke (fröh) W.ə Allg.; Griesche (decke) Witte aus Kemp-Grefr (auch Neckn. für G.); W.ə weisse Handschuhe SNfrk; Wiss'che Rufn. für eine weissgefleckte Kuh Schleid. — Volksgl.; miər hadde jo och w.ə Blänzcher em Garde blattgrünfreie Pflanzen; sie kündigen den Tod eines Familienmitgliedes an Siegld, Verbr.; gegen die Aushebung zum Militär soll eine Mutter drei W.ə Gaben heischen u. sich damit an einen Kreuzweg stellen u. warten u. sie dem ärmsten Menschen schenken, den sie dort trifft (veralt.) Trier-Ld. — 2. in bes. Anwendung. a. der Holzhauer micht Stämm w. entrindet sie Birkf, Rheinb-Wald. — b. geschliffen, blank; de Metzer sind w. die zuvor schwarzen Messer sind nach dem ersten Schleifen w.; de M. w. maken Sol. — c. w.ə Grül Krüge aus magerem Ton; sie haben mehr Feuer nötig Westerw. — d. rot-glühend; Iser w. mache; der Backovve es noch üvverall gliche w. Rip, OEif, Simm. — e. de Drauwe gin w. fangen an zu reifen Trier. — f. de Bir es w. es ist alles verzehrt; jetz häs du de Bir w. (geschält)! du bist nun von deinem [Bd. 9, Sp. 396]
Unrecht überzeugt Sol. — g. he es w. bet im Spiele Wuppert-Kronenbg. | | PfWB Weiss-apfel (s. S.) Kreuzn, Ottw, Bitb m.: A.sorte mit weisser Schale. |