Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 LothWB Wendel I (Bd. 1, Sp. 537a)   PfWB Windel (Bd. 6, Sp. 1366) 
  ElsWB  PfWB  PfWB  RhWB Wendel I [wendəl Bo. D. Si. u. s.; wiəl Ri. Ha. Flh. — Pl. wendəl(ə)n, wilə] f. Windel. Spottlied:

Hopp in d'Heh, hopp in d'Heh!
’s Tanze werd d'r schon vergehn;
’s Tanze esch d'r schon vergang,
d'Wingle hänge an der Stang.
Hopp in d'Heh, hopp in d'Heh! Flh.

 

   Windel f.:
1. 'Tuch zum Aufnehmen von Urin

[Bd. 6, Sp. 1367]
und Stuhl des Säuglings', ursprünglich schmale Tuchstreifen, die um den Unterleib des Kindes gewunden wurden, Winnel (winəl) [verbr., Castleman Zwbr. 31 Hussong Kirkel 172 Kamm 69 Müller Dietschw 72 Schneckenburger 46 Lambert Penns 179 Krämer Gal 243]; Pl. Winn(e)le [verbr., Glass 131]. 's Kind hot in die Winnele gemacht [ LA-Gommh]. Im Goldne Ochs e Brändche lesche, isch scheener als wie Winnle wäsche [Kraus Gutsjer 38]. Noh wescht e're noch die W. [Birmelin Penns Gezw. 61]. RA.: in de Winnele leie 'noch sehr jung sein' [ KU-Schmittw/O]. Der hat die W. noch hinne (am Arsch, am Hinnere) hänge 'ist noch jung, unreif' [ KB-Albish FR-Tiefth]. Volksgl.: Die Mudder muß sich mit der erschde W., as es Kind naß macht, wäsche, no werd sie net fleckich [Fogel Beliefs Penns Nr. 1860]. Me Kind wann's uff die Welt kummt, muß mer 'n aldi W. aadun odder 's gebt en Dieb [Fogel Beliefs Penns Nr. 73]. Me Kind sei erschdi W. soll mer verbrenne fer Glick [Fogel Beliefs Penns Nr. 74]. AR.: 1, 2, 3, / in der Müllerei / ist ein kleines Kind geboren, / wie soll es heißen? / Anna Maria Rumpelkasten, / wer will die Windeln waschen, / Ich oder du? / Wir kaufen eine Kuh, / was die Kuh am Schwanz hat, / das bekommst du [ ZW-Gr'steinhs]; Var. s. PfWB Rumpelkasten 2. VR. s. PfWB Brunnen 2. Zungenbrecher: Wo wollten Weiber Windeln waschen, wenn Wasser Wein wär? [ LA-Herxh]. a. 1587: 11 wintlin zum kindt [West-Pfälz. GeschichtsBl. 1903 S. 48 (ZW-Hornb)]. —
2. 'das Bett', scherzh., Pl. Winnele [ PS-Hengsbg]. — RhWB Rhein. IX 547; LothWB Lothr. 537 Wendel, 543 Wingel; ElsWB Els. II 838 Windle.