| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| LothWB Welt (Bd. 1, Sp. 536b) | PfWB Herrgott(s)-welt (Bd. 3, Sp. 879) | PfWB Welt (Bd. 6, Sp. 1240) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
| 1. 'der Planet Erde als Lebensraum', bes. des Menschen, Welt (weld, węld) [allg., Castleman Zwbr. 31 Christmann Kaulb 12, 66, 92 Höh 87 Mang 93 Müller Dietschw 70 Schneckenburger 42, 45 Lambert Penns 177 Krämer Gal 241], Walt (wald) [ GH-Neubg]; vgl. PfWB Erde 1; Zs.: Durchdie-, PfWB Herrgotts-, PfWB Hotzgaleewelt; die W. vollkreische 'laut und anhaltend schreien' [ RO-Hochst]. Die W. is groß, d'r Himmel bloo [Horne Penns 101]. 's esch nerchens schäjner wie uff de W.! [Braun Lääsebuuch II 232]. Die Welt is aus em Leim gerot' / Nix als wie Krieg un Krach un Not [Münch Werke I 131]. Wie s'Kind off de W. war un's de Mamme besser gang isch, han se's rer gewies [Kraus Putscheblum 60]. Ei, 's hat mich a kee Mensch gefro't, wie ich sein uf die W. gerot [Münch Werke I 192]. Was es for schlechte Mensche gibbt uff dere W.! [Müller Lottche 7]. Die solle jo a net so ääletz uf dere Welt rumlaafe [Kröher Lyoner 147]. Jakob, ich bitt dich um alles in de W., bleib bei mer [Sommer Humor 20]. Ich gäb die Welt drum her, / Wann ich jetzt uf em Trifels wär [Münch Werke I 71]. RA.: uf die W. kumme (komme) 'geboren werden' [allg.]; hinner de Heck uf de W. komme 'unehelich geboren' [Wilde 97]; de W. adee saa'e 'sterben' [ KL-Reichb NW-Hardbg]; sich aus (vun) de W. schaffe 'Selbstmord begehen' [verbr.]; ebbes (die Hännel) aus de W. schaffe 'eine Angelegenheit bereinigen' [mancherorts]; um alles in de W. nit 'auf keinen Fall' [mancherorts, Kamm 95]; geeche Gott unn die W. sinn 'gegen alles sein' [PS-Rodalb (Bernhard 222)]; in die anner W. gucke 'schielen' [Schandein Sprachsch. 75]. Er hot aans 'ein Kind' uf die W. gesetzt [ KB-Kriegsf]. Die W. geht mit em erum 'Er ist betrunken, alles dreht sich ihm' [ NW-Haardt]. Das is der Abgascht vun der W. 'ein widerlicher Mensch' [ Don Gal], Var.: e Sauhund fa die W. [Thielen So rerre mer 107]. Er derf kän ruhichi Stunn miehn uf de W. han 'Er verdient keinen Seelenfrieden' [ PS-Gersb]. Der kräckst, seit er uff der Welt isch 'ist ein kränklicher Mensch' [ ZW-Battw]. Die sein vunn de W. 'verheiratet' [ KB-Bennhs]. Wenn der Arsch juckt, kommt e Jud uff die W. [Land (um 1930)]. Des hat er met uff die W. brung 'erblich belastet' [ IB-Hass]. So war noch nix in dere W., Ausdruck der Verwunderung [ KL-Reichb]. Er hat von der herrgottsunniche W. keen Streech g'schafft 'Er hat nicht das mindeste [Bd. 6, Sp. 1241] gearbeitet, getan' [ NW-Haßl Spey]. Der stiehlt Gott un d'W. z'samme [ LA-Roschb]. Er versprecht der Himmel uf de W. 'verspricht alles mögliche' [ KB-Kriegsf]. Sie läwe in die W. eninn 'Sie leben sorglos in den Tag hinein' [ KL-Stelzbg]. Er guckt so dumm in die W. eninn [ KU-Schmittw/O]. Mer meent, die W. wollt unnergehn, sagt man bei einem Unwetter [ KU-Bedb]. Schlupp in de Backofe, dann bischt außer de W. [vereinzelt VPf, Heimatblätter 1935 Nr. 21]. Wann ich werre mol uf die W. kumme, mach ich's annerscht [ PS-Saalstdt]. Dort es die W. met Brerrer zugenaalt (zugeschlaa) 'tiefste Provinz' [Thielen So rerre mer 123, Krieger 45 Don-Gottlob], dies behauptet man in BZ-Billh von der Hinterpfalz [Schmitt Billh. 115]. Der hot de Himmel uf dere W. [mancherorts]. Var.: Die Houche 'großgewachsene Menschen' hän de Himmel uf dere W. [ BZ-Münchw]. Bis recht zugeht uff de W., simmer nimmi do [Kamm 82]. Was koscht die W., ich will se kaafe [Kamm 88]. Antwort auf die Frage nach einem Termin: Wann ich widder uff die W. kumm! 'Nie!' [Krieger 16]. Also hot Gott die W. geliebt un de Herr Parre die Kechin [ Don-Schowe]. SprW.: Geld rechiert die W. [vereinzelt], Var.: ... un de Bindereedel (Bindreitel als Züchtigungsmittel) die Leit [ Gal-Dornf]. Alles for's Geld, hääßt's in der buckliche 'merkwürdigen' Welt [ BZ-Dernb]. Man isch uff de W., um Gott zu ehre ... aber auch zum profeteere [L. Reitz in: Sunndag 14. 9. 1958]. Mer lebt nore eemol uf der W. [vereinzelt]. Engeschenkt (geschenkt) bleibt geschenkt bis die W. unnersenkt [Kaislt, Thielen So rerre mer 123]. Es sein veel Narre in de W., awwer käin, die nix fresse [ KU-Schmittw/O]. So geht's uf dere W., der eent hot de Beidel, der anner 's Geld [Krämer Gal 241]. SagsprW.: »Wu's de Brauch esch, lechd mer d' Gääß 'Ziege' ins Bed!« had de Schorschel g'saachd, wie er aus de grouße W. redour kumme esch! [Braun Lääsebuuch II 164]. Volksgl.: En Kind mit zwee Hoorwerbel kummt weit rum in der W. [Fogel Beliefs Penns Nr. 24]. Kinner soll mer die Steeg nuf gradle (gratteln 'kriechen, klettern') losse, no gebe sie große Leit in der Welt [Fogel Beliefs Penns Nr. 51]. Wann en Kind mit Zehn uf die Welt kummt, is es en schlechti Sein (engl. sign 'Zeichen') [Fogel Beliefs Penns Nr. 169]. Wann en Mudder ihr Kind net zu sehne krickt uff der Daag, wu's uff die W. kummt, liebt sie's net [Fogel Beliefs Penns Nr. 75]. VR.: Ach, wie isch die W. so blott, wammer kää Bekanntschaft hot! [Kamm 115]. Es beschte Wappe in de Welt, des is de Pflug im Ackerfeld [Krieger 35/36]. Kinderspiel: um die W. [ Gal-Josbg]. — 2. a. in Bez. für Landschaften: Name zweier Gebiete in der Pfalz, alt W. 'Odenbachtal und Umg., Glangebiet' [KU-Kaulb Kreimb PS-Hirschth Hebel 85 Riehl 72], der Bereich zwischen Landau, Bergzabern, Kandel [Hebel 85 Riehl 23, 72]; buckliche W. 'eine hügelige Landschaft' [ ZW-Battw]. Un manch Mädche vum Glan un in de Alde W. verdankt ihm sei Glick [Feie- [Bd. 6, Sp. 1242] rowend 1949 Nr. 14 S. 2]. RA.: enner aus de alde W. 'ein altmodisch gekleideter Mensch' [ KL-Reichb]; in die alt W., wo sich die Fichs enanner kunacht sache [Schandein Notizen]. — b. 'Menschenalter, Menschenleben', (hier noch urspr. Bed.: wer-alt = Mensch + Alter). a. 1480: Das eyne iglichen mentschen nach dieser werlet Nit me nachfolget dan sin guten werck [ZweibrUrkb. 74]. — c. 'wer in der Welt lebt, Menschen'. Deckmols denkt mer, die W. isch verrickt [ ZW-Battw]. RA.: Das geht net mit der W. 'ist altmodisch' [ KU-Börsbn]. — RhWB Rhein. IX 414 ff.; LothWB Lothr. 536; ElsWB Els. II 824/25; Hess.-Nass. IV 619/20.
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||