ElsWB PfWB RhWB Stier I [tír fast allg.; téïər D. Si. — Pl –əⁿ] m. 1. Stier, Bulle. — 2. Schimpfwort für einen Dummkopf, einen allzu vertrauensseligen Menschen: du Stier! Ri. — Zss. | | PfWB LothWB RhWB Stier [ʿStìər fast allg.; ʿStîr Str.; ʿStér Wh.; Nbf. ʿStìərə in einem Kinderreim Hi.; Pl. ebs.] m. 1. Stier, Bullen. Zuem S. laufeⁿ bullen K. Z. Unser Kuʰ is gestʳⁿ ze S. gelaufeⁿ Geud. Kinderreim: Peter, leʰn mⁱr dineⁿ Stiereⁿ, Iʰ will dⁱr e Wageⁿ voll Holz heim füeʰreⁿ, Hoch, hoch über s Hus; s hockt e Fraü im Hüeʰnerhus, Lëst die besteⁿ Hüeʰner us! Hi. Rda. Im S. sin: a) von der Sonne, im [Bd. 2, Sp. 610b]
Zeichen des Stieres stehen; b) von Menschen, in Wut, von Sinnen sein Dü. Hf. ‘Klaaut d’ Mamme, ganz im Stier’ Hirtz Ged. 236. Vergleich: Dër suft wi e S. ist ein Trunkenbold Geisp. s. auch ich. Zss. Stierneü. 2. Schimpfw. für einen Dummkopf oder auch einen unflätigen Menschen allg. Dis is jetz emol e S., e tauwer! Z.; ähnl. in Zss. Stierjockl, –marteⁿ Hf. In abgeschwächter Bed. auch gutmütiger, nachsichtiger, vertrauensseliger Mensch: Wënn iʰ keⁱn S. wärd gewëˢn, hätt ich ihne glich bim Wort gepackt Ingenh. Die beiden Bed. berühren sich nach der Absicht des Sprechenden in der oft zu hörenden, halb scherzhaften Wendung: Wënn iʰ keⁱn S. wärd gewëˢn, wärd iʰ Pfarreʳ woreⁿ! Dunzenh. Ingenh. Ër is e grower S. er ist grob Ruf. — Basel 278. Schwäb. 511. Bayer. 2, 778. |
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