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 LothWB steckeⁿ (Bd. 1, Sp. 494b)   PfWB stecken1 (Bd. 6, Sp. 465) 
  ElsWB  ElsWB  PfWB  PfWB  RhWB  RhWB steckeⁿ [stèkə fast allg.; degə Ri. Ha. — Ptc. gətok] tr. v. 1. wie hd. stecken: sin Nas in alles st. allg. Rebstegge st. Ri. Dreïn st. bis iwer de Ohre od. ass er sich nimme se helfe wäs Lix. E Rad st. die Speichen in die Nabe schlagen Ri. In de Gugges gesteggt werre ins Gefängnis kommen ibid. Wo bisch de gestock? wo warst du denn? Ha. 2. einem etwas vorhalten: i han's em awer gesteggt Ri. Ha.

 

   stecken1 schw.:
1. 'etwas an einen bestimmten Platz bringen, stechend befestigen, hineintun', stecke [verbr. ges. Pf Bertram § 56 Castleman Zwbr. 27 Christmann Kaulb 9 Henn Mda.-Int. 100 Karch Gimmdg/Muttstdt 37, 114 Müller Dietschw 61 Schneckenburger 54 Lambert Penns 142

[Bd. 6, Sp. 466]
Krämer Gal 206]; Part. Perf. g(e)steckt [KL-Einsdhf Henn Mda.-Int. 100 Karch Gimmdg/ Muttstdt 108, 214 Krämer Gal 206]; Zs.: an-, auf-, be-, dabei-, dahinter-, daran-, darein-, dazu-, durch-, ein-, heraus-, herum-, hinauf-, hinaus-, hinein-, hin-, PfWB hochstecken; vgl. auch PfWB Gesteck, PfWB gestekkeltvoll, Löffel-, PfWB Rumsteck. 's Geld in de Sack st. [Krämer Gal 206], Geld in ebbes st. [Lambert Penns 142]. Die beese Kinner steckt de Nickeloos in de Sack [ KL-Hütschhs]. Mädchen haben ihre Haare gezopft und tragen sie gesteckt [ KL-Fischb]. RA.: die Fieß unnerm Vatter sein Disch st. 'von den Eltern ernährt werden' [ PS-Schmalbg]; unner die Nas st. 'jemanden an etwas Unangenehmes erinnern' [ PS-Ruppw]. Steck der e Stein in de Sack, sunscht jaht dich de Wind fort, sagt man zu einem hageren Menschen [ KU-Schmittw/O]. Steck der 's an de Hut (hinnich de Spiel (Spiegel)) 'Das solltest du dir merken!' [vereinzelt Don Gal]. Er hat sein Geld in e lecherige Beitel gesteckt 'Er hat Geld verliehen und bekommt es nicht wieder' [ KL-Einsdhf]. Er steckt sein Geld (alles) ins Land 'Er streut viel künstlichen Dünger' [ WD-Niedkch PS-Fehrb NW-Frankeck BZ-Albw]. Wann de nit do bischt wammer esse, krieschde e Wisch in de Hawe gesteckt [ KU-Bedb Diedk Kaulb]. Do kammer doch die Händ net in de Sack st. 'Bei Streitigkeiten kann man nicht untätig zuschauen' [ GH-Schwegh]. Ich stecke dich in de Arsch for e Langkert 'Längsbalken am Wagen', prahlerische Streitaufforderung [ KU-Roßb]. Er hot 's em gesteckt wie de Stefan seiner Gluck, der hoðer Salz in de Arsch gesteckt, von einer verkehrten, unzweckmäßigen Handlung [ KU-Kaulb]; Var. s. PfWB stecken1 4 a, PfWB Stefan. Des steckt er nit hinner de Spichel 'Er hat als Denkzettel Prügel bekommen' [ NW-Haardt]. Der steckt dich in de Sack 'Der ist dir überlegen' [ KU-Kaulb]. Wart, dem steck ich de Kopp zwische die Ohre!, scherzhafte Drohung der Erwachsenen gegenüber Kindern [KU-Kaulb, KU-A'glan Kus KL-Wörsb Pirmas LU-Alsh PfId. 78 Steinmetz]. Ein neugieriger Mensch muß sei Noos in alles stecke [PfMHk. 7/8 1925 173, KU-Schmittw/ O Kus], ... in de Kochhawe st., vom Topfgucker [ KU-Kaulb]. Der stickt sein Nas in alles, was en nix angiht [RO-Rehborn, Lambert Penns 142]. Du steckscht jo die Nons ins Glas, wann de trinkscht!, scherzhaft zu einem trinkenden Kind [ KU-Schmittw/O]. Der steckt sei Nas in alle Dreck 'kümmert sich um anderer Leute Sachen' [lothr. SWPf]. Sie stecken weller (wieder) enanner die Nas in de Arsch 'Sie schmeicheln einander wieder auf üble Weise' [lothr. SWPf]. Stecken mol die Näs in die Äsch!, sagt die Hausfrau, wenn sie bei besonderen Gelegenheiten (Hausbau, Ernte, Dreschen) die Zahl der Tischgänger feststellen will [ Gal-Bagbg]. Der steckt sein Maul net in de Sack 'Er schweigt nicht' [ KU-Schmittw/O]. Der steckt sei Maul in alles 'mischt sich in alles ein' [ KU-Lohnw]. Sie hot sich in

[Bd. 6, Sp. 467]
de Staat gesteckt 'herausgeputzt' [ FR-Bockh]. Dem kammer aach kään Finger ins Maul st. 'Dem ist nicht zu trauen' [ KU-Schmittw/O KL-Hütschhs]. So was steckt sich net en die Klaarer 'Der Kummer eines Menschen dringt durch seine Kleider nach außen, er kann ihn nicht verbergen' [ FR-Bockh]. SprW.: Wem mer net hold is, dem steckt mer keen Maie [NW-Weish/S Hebel 47]. Volksgl.: Fer'n Kind as aagewachse is / Do hot mer'n Mittel, helft gewiss / Des muß mer därich en Kummet stecke; / Wann's bissel kreischt, du net verschrecke! [Birmelin Penns Gezw. 68]. Volksmed.: Watt in die Wund st., daß se nit zu frih zuhäält [ LU-Opp NW-Kallstdt LA-Maik]. KR.: Ich weß, was ich mach / ich hipps en de Bach / fang mer e Freschelche / lech 's uf 's Dischelche / nem e Gäwelche / steck 's ins Schnäwelche [ LA-Nußd]. KR.: Fastnachtsheischevers der Kinder: Die Faasnaacht, die Faasnaacht! / Die Kiechlscher sinn geback. / Gebb meer änns, gebb meer änns! / Isch schdeck se in mei Sack [PS-Rodalb (Bernhard 206)]. Var. s. PfWB Hanapfel 2. Kinderspiel: Pifferling ins Loch st., ein Suchspiel der Knaben, bei dem eine Scherbe versteckt wird [Kaislt]. —
2. 'stekkenbleiben', in der RA.: Die Wind hän sich gesteckt, von Darmblähungen [ LU-Friesh NW-Ellstdt]; vgl. PfWB versteckeln 2. —
3. als Garten- und Feldarbeit.
a. 'Pflanzensamen oder -teile in den Boden bringen'; Bohne (Erbse, Gummere, Zwiwwele, Grumbeere, Dickwurzelkern, Kären, Soot) st. [mancherorts ges. Pf, Wilde 285]; vgl. PfWB Kern 4 b, PfWB legen I 1 b. Tulwe hätt mer stecke misse! / Odder, besser noch, Narzisse [Ranssweiler 36]. BR.: Stecksch mich im April, / kumm ich, wann ich will. / Stecksch mich im Mai, / kumm ich glei, von der Kartoffel [GH-Vollmw, Bergz (Kamm 123) VPf (Wilde 118)]. Florian (4. Mai) - steck die Bahn (Bohne)! [ SP-Mechth]. —
b. 'Reisig oder Pfähle als Stützen für rankende Pflanzen (Bohnen, Erbsen, Weinreben) in den Boden drücken'. Die Erbsehecke un Bahnestecke werre gesteckt [ KL-Fischb]; Peel (Pfähle) st., im Weinberg [ RO-Rehborn]; vgl. WKW 51. RA.: Steck der e Stecke debei, wann der's net gefällt 'Laß es bleiben, wenn du willst' [ KU-Diedk Schmittw/O]. —
4. übertr.
a. 'jemandem eine (unangnehme) Wahrheit sagen, etwas verraten', in RA.: ääm (ebbes) st. [mancherorts, Bayer Hackm. 67 Bernhard 154 Kamm 78 Müller Dietschw 62 Thielen 107]; Syn. s. PfWB ribbeln 3 a; gesteckt for drei Penning [KU-Brück, Damm Nawwel 73]. Ich schteck's 'r liewer mündlich [Sommer So Sache 92]. Ich werd's (will's) em noch st. [LU-Opp Lambert Penns 142]. Dem hun (han, heb) ichs emol gesteckt [mancherorts, Kühn Hamet 136 Müller Luscht un Lewe 26 Wilms Alph. 51]. Er steckt 's em emol gehörig unn verkaaft 's em forn Kreizer [PfMHk. 7/8 1925 173]. Ich hann der sem (sie ihm) g'steckt, daß kee Hund kee Maulvoll Brot vunnem freßt [ KL-O'arnb]. De Feena is noh dabber riwah kumma un hut mirs gschteckd [Reichard Penns 315]. —
b. 'verhauen, eine Ohrfeige geben', in

[Bd. 6, Sp. 468]
RA.: eeni st. [NW-Rödh, NW-Haardt Bayer Hackm. 67]; Zs.: PfWB einstecken 5; Syn. s. PfWB verhauen 1; 's em st. [ KU-Liebsth FR-A'lein]. Dem hän se's g'steckt [ NW-Geinsh]. Er hot's em gesteckt wie de Steffen seinre Gluck mit em Strohhalme, der St. schlug seine Glucke angeblich mit einem Strohhalm [ Rußl-Worms]; Var. s. PfWB stecken1 1, PfWB Stefan. Mhd. stecken 'stecken, stechend befestigen, fest heften' ( Lexer Lexer II 1156/57). — RhWB Rhein. VIII 550 ff. unter stechen 2a; LothWB Lothr. 494; ElsWB Els. II 580; Kluge-Seebold22 698.