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 LothWB Stänner (Bd. 1, Sp. 493b)   DWB stande (Bd. 17, Sp. 734)   DWB waschstande (Bd. 27, Sp. 2266) 
  PfWB  RhWB Stänner [tènər D. Si. u. s.; dènər Ett.] m. 1. Ständer d. h. Stellfaß, Kufe zum Krauteinmachen. 2. Untersatz, Stütze z. B. eines Leuchters, eines Türflügels. 3. Gängelwagen der Kinder. 4. resultatlos verlaufenes Karten- oder Kegelspiel, soviel wie Rampo (s. d.): St. sin gleichstehn im Spiel. — lux. 419 ebenso; henneb.-frz. stènner From. 2, 46; ndd. Stänner, ibid. 6, 479; baier. 2, 768 Ständer b); hess. 395 Stande, Stanne. s. a. Ständel.

 

 stande, f. gröszeres holzgefäsz, stellfasz, kübel, kufe; ableitung zu stehen, vgl. DWB ständel, DWB ständer, DWB standner.
1) so im deutschen seit alter zeit: ahd. stanta, -da, -de (plur. stantun, -en, -in) alveus statarius, orca, cadus, cupella. Graff 6, 697 f.; mhd. stande Lexer handwb. 2, 1136; mnd. Schiller-Lübben 4, 362a; auch entstellt zu stange, vgl. das. in glossen: angaria ... stanga, stanta, -e. Dief. gloss. 34c; biota (auch bigota, dyota u. s. w., vas protensum in altum) zwirigs vsslin hd. nd. stande, sthande, hd. stand, stanne, ... stantt vel potig. 74c; stande, stand. nov. gloss. 53b; cubella ... stande, -te, stande vat, schande, kübel. gloss. 160b; cupa ... weinstande, putt, standte. 163a; cupella u. s. w. stanta (ahd.). ebenda (nov. gloss. 124a); dyota ... hd. win-, weinstande, -stantner, stande zu wine o. zu biere mit zweien oren. 183a; orca ... standen. 399b; sisireol stanta (ahd.). 538c; statuarium ... schanck o. standt (?). 550c; vigeta stande, stand. 618c; s. auch Dief.-Wülcker 862. Hoffmann fundgruben 1, 392a. Heyne hausaltert. 2, 361, anm. 128. Brinckmeier gloss. diplom. 2, 573c; biota est vas protensum in altum ein stande. Dief. mlat.-hd.-böhm. wb. (v. 1470) 51a. so auch nl. stande, labrum, alveus statuarius, orca, cadus. Kilian 2, 629b, vgl. die anm. mittelengl. stande Stratmann - Bradley 573b. — nhd. stande oder bütte, labrum solium. grosse stand, cuppa. Dasypodius; standen (die) wasserstanden, alveus, labrum, orca stataria, cuppa. Maaler 384b; standt, f. bütte, une truelle, ange. Hulsius (1616) 306a; stande, f. cupa, truelle. zuber, labrum, butte. Schottel 1421; stande ... mastello, tinello, massimè più largo di sotto che di sopra à diversi usi. v. schaff. kübel. Kramer dict. 2, 906c; stande (die,

[Bd. 17, Sp. 735]
plur. standen) cupa, vas aquarium, quod uno loco permanet, aqualis. Steinbach 2, 671; stande, f. ein hölzern gefäsz das der böttcher von allerley grösse verfertigt. Frisch 2, 318a. — heute in mundarten weit verbreitet: schweiz. štande Hunziker 250, in Davos standa ('ein groszer, von hand nicht tragbarer, kübel'). Bühler 1, 155, in Basel ('faszähnl. stellgefäsz aus dauben, ohne füsze'). Seiler 277a; bair. a standen Klein 2, 168, stantn (stanne) Schm.2 2, 768, steir. stante Unger-Khull 569a; hess. stande (spr. štanne) 'fasz in form eines abgekürzten kegels, in den küchen und in kellern gebräuchlich, um wasser oder bier darin aufzubewahren'. Vilmar 395, s. auch Pfister 283. Crecelius 804 (stann, stân, schdâne 'gefäsz aus dauben, das unten weiter als oben, mit zwei ohren und einem deckel versehen ist und dazu dient, in küche und keller wasser, mehl, käse u. dgl. aufzubewahren'); nass. stann Kehrein 1, 388; ripuar. stànt, stag Münch § 117, so in Köln und Aachen stang Hönig2 173a. Müller-Weitz 233; thür. mit umlaut stände, nordth. šdène Hertel sprachsch. 233, stänne Kleemann 22a; oberlausitz. stande (gewöhnlich ständer) Anton 13, 6, ebenso schles. Weinhold 93a, in Posen stande Bernd 292, preusz. Frischbier 2, 361b. nd. stande Richey 287. brem. wb. 4, 999 f. (gewöhnlich stange gesprochen). Schütze 4, 187, štand(e) Bauer-Collitz 98b, stanne Strodtmann 380b. Schambach 208a. Woeste 253a; stanne und stande in Lippe. Frommann 6, 485.
2) bedeutung: 'ein hölzernes gefäsz aus böttcherarbeit, welches gemeiniglich drey hohe aus verlängerten dauben bestehende füsze hat, und unten etwas weiter ist, als oben'. Adelung, ebenso Jacobsson 4, 254a, s. auch Campe und die erklärungen unter 1. — belege: item torggel, standen und dergleichen so alles fahrend ist. weisth. 1, 291 (Wagenhausen im Thurgau 1491); wat rechtes se hedden in Tudorper holtmarke? schufelen to eren mollen und bredere to eren standen und bodden. 3, 92 (westfäl. holting v. 1482); thom fruwen gerade gehörig: ... sind dar twey standen, höret eine dartho, wo averst kein tapholl (zapfloch) vorhanden, so gehöret ein töver dartho, dar ein holl in is. 235, 21 (gericht zur Wiszenmühle an d. Aller 1570); als wann du zwo tugen (dauben) in einer standen oder bütten wider eben richten woltest, die gelassen haben, eine hinausz die andere hineinwerts. Würtz wundartzn. 224. — vgl. auch standbütte, -gelte.
3) die stande dient zu mannigfachem gebrauche (was jedenfalls auch verschiedenheiten der form bedingt) und wird danach gewöhnlich durch zusammensetzung näher bestimmt.
a) zur aufbewahrung von wasser, vgl. wasserstande. Adelung. besonders in küchen, um einen vorrat frischen wassers aufzubewahren; so in den ostmitteld. idiotiken angegeben, s. Hertel sprachsch. 233. Kleemann 22a. Anton 13, 6. Weinhold 93a. Bernd 292. hess. bornstanne Vilmar 395; auch in Köln und Aachen stang wasserzuber Hönig2 173a. Müller-Weitz 233. els. schon im 15. jahrh. bezeugt: (der klingler soll die küche) versorgen mit holtze und mit wasser in die standen. quelle bei Ch. Schmidt hist. wb. 337a.
b) zum waschen: butte, darinnen man wäscht, stand, zuber, kübel, badgeschirr, labrum, vas ad lavandum aptum. Henisch 572, 41. so wol auch, wenn im Zürcher tageblatt angezeigt wird: zu verkaufen: ein altes waschschiff, verschiedene gröszere und kleinere standen, ein waschtrog mit 3 abtheilungen und anderes mehr. s. auch waschstande.
c) zum baden, vgl. badstande, theil 1, 1075: labrum, badstanden: zuber, standen; wassergeschirr. Dentzler 1, 373b, badestande Adelung. dasselbige wasser soltu in einem kessel ... sieden, ... so giesz es in die standen, darinn der krancke bedacht ist zu baden. Thurneisser von wassern 105;

er nam sin achs, gab im (dem landvogt) ein schlag,
und g'sëgnet im das wasserbad,
das er grad tod bleib in der standen.
Ruff Etter Heini 5, v. 3444.

zum taufen: und darz liesz ich ouch machen einen toufstein, wann ouch z den selben ziten der touf in einer holzinen standen oder kübel was. Stretlinger chronik 38, 23 Bächtold.

[Bd. 17, Sp. 736]

d) zum keltern des weins: stande in der trotten, labrum. Dasypodius; die trauben werden gewöhnlich in rückbottichen in den weinbergen selbst gestoszen oder in standen, sodann in fässer geschüttet und zur kelter oder trotte geführt, wo die masse gewöhnlich eine zeit lang in groszen zübern oder butten stehen bleibt. Oken 3, 1868. vgl.: stand, grosse weinkuffe, mastello, tina, tinazzo, vaso grande di legno, per il nuovo vino. Hulsius (1618) 237b.
e) in küche und keller gefäsze zur aufbewahrung von allerlei speisevorräten u. ähnl.: milchstande, nd. melckstande Richey 287. brem. wb. 4, 1000. Schütze 4, 187. —

 

 waschstande, f. waschzuber, vgl. DWB stande th. 10, II, 734 f. schweiz.: lavacrum, badstuben, wäschstanden Dentzler 1, 386b. —