| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||
| LothWB Lus (Bd. 1, Sp. 346a) | PfWB Laus (Bd. 4, Sp. 827) | PfWB Bien(en)-laus (Bd. 1, Sp. 894) | |||||||||||||||||||||
| 1. 'schmarotzendes Insekt an Menschen und Tieren'. a. 'die Kopflaus', Laus (laus) [verbr. außer SWPf, Christmann Kaulb 20, 23 Heeger Tiere II 17 Mang 125, 127 Müller Dietschw 47 Schneckenburger 48 Lambert Penns 97, verbr. Don Gal Buch Rußl], Lous (lǫus) [mancherorts SWPf], Luss (lus) [lothr. SWPf], Luus (lūs) [ IB-Ormh]; Pl. Lais (lais) [verbr. außer SWPf], Lies (līs) [lothr. SWPf]; Zs.: PfWB Kleider-, PfWB Kopflaus; Syn.: PfWB Biene 2 d, Vögelchen 2aα, PfWB Haaramsel 1, PfWB Kinnem; Lais fange [ KU-Schmittw/O]; Lais knicke 'zerquetschen' [Krämer Gal 139]. L waar en Lump un den bloge die Leis [Birmelin Penns Gezw. 34]; vgl. L. RA.: Lais fange 'Schläge bekommen' [ RO-Münchw, ZW-Bottb]; die grebschte Lais runnermache 'ordentlich die Meinung sagen, zurechtweisen' [Pirmas]; eem e L. in de Pelz setze, wie schd. [NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal]; e L. in de Bart hocke (setze), dass. [ LU-Neuhf]; e L. in de Bussem setze, dass. [ Buch-Illisch Rußl-Worms]; Lais (so groß) wie Quetschekern [ LU-Limbghf, mancherorts], wie e Gerschtekern [ KU-Bedb, LU-Friesh Opp NW-Kallstdt], wie e Stobber [ LU-Opp], wie Stiwwelspitze [ LA-Mörzh]. Von einem verlausten Menschen oder Tier sagt man: Er wimmelt voll Lais wie e Emetzehaufe [ PS-Geisbg]. Der is voll Lais wie de Hund voll Fleh [ NW-Kallstdt]. Dem hon die Lais die Hoor abgefreß [ KL-Fischb, KU-Diedk]. Von einem verlausten Kalb: Des han die Lais halwer gefreß [ ZW-Battw]. Er hot Angscht, die Lais däle me (täten ihm) vefriere, von einem, der seine Kopfbedeckung nicht abnimmt [ KU-Bedb, vereinzelt]. Es juckt (kitzelt) mich uf'm Kopp, als wenn ich Lais hätt [ ZW-Battw]. Er esch hinnerher, wie d' Laus of'n Bettelmann 'Er ist arg auf etwas versessen' [ GH-Zeisk]. Ich verschlaa dich, daß die Lais vun dr laafen [ Gal-Josbg]. Mir fehlt nix wie e Grindkopp un e Judd voll Lais [ Gal-Bagbg]. Des macht de L. ke Buckel 'das ist nicht [Bd. 4, Sp. 828] der Rede wert' [ Don-Heufeld]. E Frääche wie e Haus, e Männche wie e L., von einem in Körpergröße und -umfang ungleichen Paar [Schandein Notizen]. Die hat nit bloß Leis, die hat ach Fleh, bei zwei Mängeln, Krankheiten [Bergz (Kamm 41)]. Eich han kei Geld for Stroh, darr (daß) eich mei Lais verbrenne kennt 'Ich bin bettelarm' [ WD-Niedkch, mancherorts]. Do koscht die L. 'n Daler 'Da ist alles teuer' [ NW-Kallstdt]. Du muscht noch Lais krieche un uf'm Mescht verrecke! Verwünschung [ BZ-Dernb]. Den fressen noch die Lais! 'Mit dem wird es schlimm enden!' [NW-Kallstdt, verbr.]. Do kennt mer (jo) Lais krieche!, vor Ungeduld, Aufregung [LA-Gommh, verbr.]. Do beiße mich mein beschte Lais!, dass. [ LU-Limbghf]. Jetzt kriegt 's Kälwel Lais! 'Jetzt ist guter Rat teuer, jetzt wird es kritisch' [ebd.]. Er is frech wie e L. [Kaislt, vereinzelt]. Dem is so wuhl (wohl) wie de Laus im Grind [RO-Dielkch, verbr.]. Der hot's im Griff wie de Bellmann (Bettelmann) die L., wenn jemandem eine Tätigkeit mit geübten Griffen von der Hand geht [NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal Buch]. Dem isch e L. iwwer die Lewwer gekrawwelt (geloffe), von einem mißmutigen, verstimmten Menschen [Land, verbr.]. SprW.: Besser e L. im Kraut wie gar ke Flääsch (Speck) [LA-Gommh, verbr., Horne Penns 103 Don Gal]. E Bub wie e L. packt e Mädel wie e Haus [LU-Oggh, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. Kläärer (Kleider) mache Leit un Lumpe mache Lais [NW-Wachh, verbr.]. Wann die L. aus'm Grind kommt, werd's 'r wohl, von Menschen, die von ärmeren in bessere Verhältnisse kommen [Rockhs, mancherorts], werd se frech, dass. [Hebel 45, vereinzelt, verbr. Don Gal Rußl], werd se fett, dass. [Kirchhbol], wird se wierig (wütend), dass. [ WD-Niedkch], steckt se de Berzel in die Heh, dass. [ NW-Wachh]. Die L., wu in de Grind g'hockt werd, wihlt meh wie die, wu drin gebore is, dass. [NW-Freinsh, in Var.: PfMus. 1925 179, Feierowend 20/1949 7]. Wann die L. uf de Disch kummt, fangt sie o se danze [ Gal-Brig]. BR.: Bardelmee (Bartholomäus, 24. August) bringt Lais un Fleh [ LU-Oggh]. Volksgl. Wammer vun Lais träämt, kriet mer Geld [ KU-Diedk, Herchw]. Wammer Lais im Haus hot, soll mer 's Haus uf die Fasenachet auskehre un der Kehrdreck uf'me annere sei Land trage, noh gehn sie weg [Fogel Beliefs Pens Nr. 1320]. Wammer rore Erdäppel ißt, kriet mer Lais [ KU-Schmittw/O]. Wenn man von Läusen, von Eyern, von gelbem Obste, von vielem Gewässer und von Blumen träumt, so bedeutet es Unglück [Journ. 8/1790 142-144]. Volksmed.: Mittel gegen Fieber: Läuse in PfWB Katzenpapier gewickelt und zerstoßen und nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang gegessen [Heeger Vhk. 35]. [Bd. 4, Sp. 829] Wenn dem Roß die Würm in den Leib laufen, so nimm eine L. und mach dem Roß ein Kreuz im Namen des Vaters ... und gib sie ihm in Satz zu genießen. Es genest daran [Roß- u. Arzneibuch v. 1765 (LU-Opp)]. Mer kriggt ken Lais, wammer eppes Grines eßt uf der Grindunnerschdag [Fogel Beliefs Penns Nr. 1337]. Scherzrätsel: Was geht genauer als die Uhr? Antwort: Die Laus. Die Uhr geht uf d' Sekund, die L. geht uf's Hoor [ BZ-Dernb]. VR.: Die Letzt is mein, die Laus ist dein, beim Scherzschlag zum Abschied unter Kindern [Pirmas]. L., L., L., grausige L. / Wann d' mich beischt, reiß ich der die Zähn eraus [ LU-Opp]. Weitere VR. s. PfWB Bettelleute, PfWB Floh, PfWB Himmel, PfWB Lottchen, PfWB Schneider. — b. 'Wanze', Laus [ LA-Dammh]; vgl. PfWB Wandlaus. — c. 'andere, auf Tieren oder Menschen lebende Parasiten'; vgl. PfWB Bienen-, PfWB Blut-, PfWB Filz-, Hammel-, PfWB Hühner-, Hunds-, PfWB Hünkels-, PfWB Immen-, PfWB Kuh-, PfWB Ochsen-, Sau-, Schaf-, Vogellaus. — 2. a. 'Pflanzenschädling'; in den Zs.: PfWB Blatt-, PfWB Garten-, PfWB Reb-, PfWB Schildlaus. — b. sonstige Tiere; in den Zs.: PfWB Mist-, PfWB Ohr-, PfWB Wasserlaus. — 3. übertr.; vgl. PfWB Kelter-, PfWB Kleider- 2, Schlaflaus, Pferds-, Gäulsläuse. — Südhess. IV 191 ff.; RhWB Rhein. V 213 ff.; LothWB Lothr. 346; ElsWB Els. I 615/16.
| ||||||||||||||||||||||
|
| ||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||