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 LothWB Kowel (Bd. 1, Sp. 307a)   DWB kaupe (Bd. 11, Sp. 360) 
  Kowel [khówəl Go. Mtsh. Ett. Ri. Hom. Rom. Ha. u. s.] m. 1. Federhaube. 2. Schopf, Federbusch, Haube des Federviehs. 3. Knäuel. ElsWB els. 1, 418 Kobel (Kowl); ndl. kovel  DWB Gr. Wtb. 5, 1541. — Zss.

 

 kaupe, f.
1) federbüschel auf dem kopfe mancher vögel; so bei Alberus kaup apex, apiculus, ein kaupp uf des huns oder vogels heubt, und noch in der Wetterau (Weigand 1, 572); auch in Thüringen kaupe, gewiss auch in andern md. landstrichen; vgl. käupicht. am Mittelrhein ebenso gaupe, auch gaupel (Kehrein 153). dasselbe ist offenbar bei Trochus Leipz. 1517 N 1b dy kube, apex, galerus (Dief. 40a. 256a), unter körpertheilen genannt, nach dem kopfe (haarschopf?), also au urspr. û; es wird wol auch kaube noch zu finden sein. Das b der altmeiszn. form stimmt zum f in nl. kuif gleicher bed. (kuifhen henne mit einem schopfe), das überhaupt an jenem kûbe seinen rechten anhalt findet (nl. ui gleich mhd. û); ebenso in Aachen kuff f. (kuffhohn kauphuhn). das thür. wetter. p aber stimmt zu den verwandten und gleichbed. kuppe, koppe (auch kopf), und kappe in völlig gleicher bed. (so götting., auch schweiz., s. sp. 198 Denzler). Das wort gehört nämlich zu einem reich entwickelten alten stamm, der im vocal wie in den lautstufen der consonanten die gröszte manigfaltigkeit zeigt; auch haube gleicher bed. gehört dazu (vgl. sp. 306) und mit S im anlaut (vgl. sp. 14) oberpf. schaupe schopf, büschel, auch auf dem vogelkopf Schm. 3, 376, tirol. tschaup, schweiz. tschûp Fromm. 3, 9. 10. s. weiter kopf II, 1 gleich schopf (schon mhd.). Merkwürdig ist auch kaupe für kaute flachs (s. d.), zopfartig.
2) es musz aber auch zugleich spitze überhaupt bedeutet haben, wie kappe, kuppe auch; Albers apex kann so gemeint sein, und es ergibt sich wol aus kaupen, vgl. DWB käupeln. ein siebenbürg. kûpen m. kuppe, bergkuppe Fromm. 4, 408, 30 scheint nur landschaftliche aussprache für kuppen.
3) kaupe f. ein wort des östlichen mitteldeutsch; in Posen ein kleiner erdhügel, besonders auf wiesen, z. b. maulwurfshügel. Bernd 118, ebenso niederlausitz.; kaupe oder bülte, mit gras oder binsen bewachsene maulwurfshaufen, s. Hartig forstliches conversationslex. Berl. 1834 445; an der sächs. Elbe (Riesa) gaupe, mit binsen u. ä. bewachsener wiesenhügel, s. dazu u. 1. In der Niederlausitz heiszt kaupe auch kleine fluszinsel, und eine ackerwirtschaft auf einer höhe zwischen den zahlreichen fluszarmen des Spreelandes, deren besitzer kauper m., seine wirtschaft kaupernahrung (neues laus. mag. 30, 242). das trifft völlig mit dem slav. zusammen, niederwend. kupa f., kupaŕ m. der kauper, auch oberwend. kupa hügel, insel, und das ist ein litt.-sl. wort, kupa haufe (s. sp. 196), altsl. kup'' m., dazu z. b. auch litt. kupstas m. wiesenhöcker, maulwurfshaufe u. ä.
Da aber der begriff erdhöhe (zumal bewachsene) sich mit dem des vor. kaupe spitze (und büschel) berührt, ist es denkbar, dasz dem sl. worte ein deutsches kaupe begegnet wäre, zumal das mit dem verwandten kappe haufe und spitze sp. 196 der fall ist; das kappe heuhaufen dort erscheint schles. auch als kaupel f., wetterhaufe von heu, 'köpfel' (Krünitz 23, 159).

[Bd. 11, Sp. 361]

4) geradezu zwischen 3 und 1 vermittelnd erscheint die bed. büschel gras, binsen u. ä., wie sie in sumpfigem boden hügelartig hervortreten: indem der tiras an den kaupen der binsen leicht hängen bleibt. Döbel 2, 183b; auf den kaupen in morastigen örtern. 1, 69a; schilf- oder grasekaupen. 2, 249a. 250b; bis sie (die wilde ente) schwimmend im schilfgras, das dicht am ufer zwischen kaupen steht, verschwunden ist. gartenlaube 1858 nr. 23 s. 334b; jeden büschel gras und kaupe benützt er (der fuchs) sich an das wasser heran zu pirschen. das. vgl. bair. kopf einzelnes gebüsch im felde, und köpflein kleine (doch wol bewachsene) fluszinsel Schm. 2, 318, diesz ganz gleich wend. kupa.