Käpper [khebər, Pl. gleich Ri.] m. Nichtsnutz, ungezogener Junge: das sin K.! — ElsWB els. 1, 456 u. schweiz. ebenso; vgl. baier. 1, 1270 u. hess. 197 kappen, käppeln derb ausschelten, beohrfeigen. s. a. DWB Gr. Wtb. 5, 197, 4. | | kappen , mit einer kappe versehen; besonders 1) zum mönch machen, nd. Dähnert 218a: ein jung gesell kam zu eim abt, bat das er in ins kloster kapt. Waldis Esop. 4, 95. 342a. auch mit umlaut, gekäpte mönch. Fischart, s. u. kapaunen. 2) den falken kappen, ihm die kappe aufsetzen, vgl. DWB abkappen, auch hauben. pferde: ein pferd gekappet mit 4 wappen (bei einem leichenbegängnis). Schweinichen 2, 257, nachher verkappte genannt, die kappe zeigt die wappen. ein pferd aufkappen, ihm die kappe aufsetzen, überziehen; auch von menschen, ein käppchen u. ä. aufkappen, aufsetzen (sächs.). 3) mit einer kappe besetzen, s. DWB kappe 9: strümpfe kappen, schuhe, engl. cap. gewöhnlich bekappen. 4) zu kappe 7 zunächst stellt sich ein andrer gebrauch, einem 'etwas auf die kappe geben', 'die kappe ausklopfen', einem 'kappen geben' u. a., s. 193 fg. der ausdruck ist, obwol als unedel in der schriftsprache selten, doch mündlich allgemein wie es scheint: bair. kappen, abkappen, käppeln, derb ausschelten, schlagen, beohrfeigen, schwäb. abkappen, schweiz. kappen, kappern, auch abkappen, abkappern. ebenso nordd., z. b. preusz. abkappen Hennig 116, liefl. kappen einen naseweisen menschen abführen Hupel 106, nd. afkappen mit beiszenden worten abfertigen. brem. wb. 2, 737, kappen Schambach 96b, Stürenburg 102b u. a.; de kerl möt kappet waren, 'dem menschen musz man den hohen sinn nehmen' Dähnert 218a. ebenso rhein. (Kehrein), thür., sächs., z. b. ich hab ihn gehörig gekappt, ablaufen lassen, 'abgemuckt'. auch in älterer zeit ist es selten schriftlich zu finden, doch schon im 16. jh. (mit dat., wie kämmen sp. 109): [Bd. 11, Sp. 198] solch edle freiheit haben auch die Züricher nach altem brauch jederzeit stattlich handgehabt, und drob manch stolzem abgekappt, welcher sein adel meint zu mehren mit ander leut freiheit zerstören. Fischart lobspruch auf Zürich, Scheible 10, 1067. wie von einem spiele 'es gilt kappens': dieweil die unbestendig welt, wenns kappens gilt, zurücke felt ('klappens' ausg. v. 1621). Ringwald laut. warh. 136, wenns zum treffen, zum schlagen kommt (vgl. DWB kappenrücken 2). so vom kampfe ausdrücklich in einem nd. volksliede des 16. jh., ein schiffsführer ermahnt seine leute vor dem treffen: dat ein îder scholde geschicket (gerüstet) sîn, 'it wil hîr kappen gelden'. Soltau 2, 137. Das bleibt zwar alles noch im bereich der redensarten unter kappe 7; aber folgendes musz den verdacht nahe legen, als wäre das wort an kappe nur nachträglich angelehnt. es gibt auch ein engl. cap wortwechseln, widersprechen, bei Halliwell auch 'to puzzle', in verlegenheit setzen, anfahren, und 'to overcome in argument', mit worten niederstreiten; da tritt der begriff des streitens vor (vgl. DWB kabbeln, kappeln). nun heiszt sächs. thür. sich kappen von hähnen, sich beiszen, wie auch sich kampeln (daher kaphahn und kampelhahn kampfhahn), engl. cope streiten, kämpfen, es aufnehmen mit einem, vgl. cuff sich balgen, auch ohrfeigen, cuff ohrfeige, ferner (mit eintretender liquida, wie bei dem ersten kappen a. e.) champ handgemenge u. ä., 'kampelei' Halliw., norw. kampast einander mit fäusten schlagen, und das leitet denn zu kampf, kämpfen, deren sp. 139 angenommener ursprünglicher sinn in dem norw. kampast noch rein erhalten scheint. engl. heiszt chop faustschlag in der boxersprache (Grose), auch schlag überhaupt, to chop peitschen, chap schlagen, schott. chap, chaup, choppe, keb schlag, was sich zugleich an kappen schneiden anschlieszt. und hier findet wol auch goth. kaupatjan ohrfeigen (also faustschlag) sein bestes unterkommen. |