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 LothWB iwer-hallen (Bd. 1, Sp. 262b)   PfWB greifen (Bd. 3, Sp. 426)   PfWB ein-greifen (Bd. 2, Sp. 788) 
  PfWB  RhWB iwer-hallen (sich) [-hàlən, Ptc. –hal Bo.; nur als Ptc. –hálən D. Si.] refl. v. sich überanstrengen: er hot sich on der Ärwet iwerhall. — lux. 195 iwerhâlen überangestrengt; vgl.  ElsWB els. 1, 330 überhalte sich überessen.

 

   greifen st.:
1.
a. 'anfassen (und festhalten), ergreifen', greife (graifə) [weithin herrschend], (grifə/grǫifə) [verbr. mittl. VPf (vgl. Bertram § 92)], (gręifə) [verbr. SWPf], griffe (grifə) [lothr. SWPf]; Part. Perf.: gegriff [WPf (ohne NWPf)], gegreff [NWPf], gegriffe [nördl. u. mittl. VPf], gegreffe [südl. VPf], zur Grenze -griff/ -griffe vgl. K. 1 (Linie gebroch/gebroche). —
α. etwas g.; de Appel g. (um ihn einzustecken) [NW-Kallstdt, verbr.]. Stell's uf sein Platz, daß mer's g. kann [KL-Weilb, verbr.]. 's Märe ... brecht die Schlisselblum, doch greift's e goldige Schlissel [Schandein Ged. 120]. —
β. einen g. 'gefangennehmen'; de Dieb g. [FR-Albsh, verbr.]. Greif!, Aufforderung an den Hund [ FR-Bockh]. a. 1498: (wer den Missetäter) zu greiffen habe [PfWeist. I 454 (IB-Eschring)]. —
b. 'berühren, betasten'.
α. De Metzger dut 's Veh g., um festzustellen, ob es fett ist [KU-Schmittw/O SOPf (Nachlaß Heeger)]. —
β. die Hihner g., ob sie Eier legen werden [LA-Knöring, verbr.]; vgl. PfWB ausgreifen 2, PfWB fühlen 1 a, PfWB gribbeln1, PfWB grübeln 1. —
c. mit Präp. Greif mol bißche am Korb! 'Hilf tragen!' [ ZW-L'wied]. Greif der emol an die Stern (an de Kopp)! 'Besinne dich!' [GH-Zeisk, verbr.]. Er hat'n am Wisch gegriff [ KL-Katzw]. Do muß mer dief in de Sack g. 'viel bezahlen' [KU-Brück, verbr.]; in die Fläme g., dass. (vgl. PfWB Fläme 4 b β) [ LU-Opp]. Im Neujahrswunsch: Greif in de Sack un geb mer was! [verbr. Gal]. Das muß mer met zwoo Hänn g., solange die Gelegenheit da ist [ KU-Schmittw/O]. Dem muß mer unner die Äärem g. [KB-Gauh, verbr.]. Der Selbstmörder hot zum Strick gegriffe [ LA-Queichh]. De Kerchtorm vun ihrm Dörfel war ball zum Greife so noh [Hartmann Unkel 63]. —
2.
a. um sich g. 'sich ausbreiten'. 's Feier greift um sich [NW-Leistdt, verbr.]. —
b. Geb owacht, der greift so hinnerum, vom Dieb [ NW-Weish/S.], der greift hottherum, dass. [ZW-Stamb]. —
3. absolut.
a. 's Kind greift schun 'macht erste Greifversuche' [NW-Weish/B., verbr.]. —
b. Die Sens greift net, weil sie stumpf ist [ KB-Bischh]. 's G'wind greift nimmi, vom abgenutzten Schraubengewinde [ KU-Schmittw/O]. —
c. (auf dem Instrument den Ton) falsch (richdich) g. [KL-Mackb, verbr. WPf]. — Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB be-, PfWB darauf-, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB er-, PfWB fehl-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB heraus-, PfWB herüber-, PfWB herum-, PfWB hinauf-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB hinüber-, PfWB ineinander-, PfWB über-, PfWB um-, PfWB zusammengreifen. — Südhess. II 1455/56; Rhein.

[Bd. 3, Sp. 427]

II 1380/81; LothWB Lothr. 216; ElsWB Els. I 270; Bad. II 467.

 

 -greifen st. :
1. 'in einem Streitfall Partei ergreifen, etwas unternehmen', -greife [verbr.]; vgl. PfWB einschreiten. Do mißt emol die Polizei eingreife [ NW-Haßl]. —
2. in die Arbeit e. 'mithelfen' [ KU-Schmittw/O FR-Albsh NW-Frankeck BZ-Albw]. — Südhess. II 88; RhWB Rhein. II 1381; Bad. I 654.