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 LothWB glicheⁿ (Bd. 1, Sp. 208a)   PfWB ver-gleichen (Bd. 2, Sp. 1166)   PfWB Vieh (Bd. 2, Sp. 1358) 
  glicheⁿ [gliχəⁿ fast allg.; glaiχən D. Si. — Ptc. gəgliχt Fo. u. s.; gəgleχ Bi. Bo. Lix.; gəglaχ D. Si. — Imperf. Konj. eχ glíχ Si.] intr. v. gleichen, ähnlich sein: M'r gesit, dass es Brider sin, sie gliche sich Fo. Das glicht em das ist von seiner Seite zu erwarten. Se gleiche sech gediht genau Si. Se gleiche sech eweï eng Dreps Wasser der aner. Wat sech gleicht, dat simmelt (sammelt) sech gleich u. gleich gesellt sich gern Si. Du hasch dinem Babe gut geglech Lix.

 

   ver-gleichen st.:
1. 'einen Vergleich 1 herbeiführen'.
a. sich v. 'sich gütlich einigen', sich vergleiche [BZ-Dernb verbr. Gal], -glääche [ RO-Lettw]. a. 1570: (Die Geraidegenossen sind) zusammenkommen, sich einer beßern ordnung zu vergleichen [PfWeist. I 100 (Bergz)]. ca. 1580: solle er sich mit ihme nach billichen Dingen 'nach üblichem Gerichtsgebrauch' vergleichen [Friedel 178 (KL-Hoheck)]. —
b. 'einen Streit von Amts wegen schlichten'. »Gehen heem, ehr sinn vergliche«, Worte eines Oberamtsrichters an zwei Widersacher [Zahn Pläsier 122]. —
c. 'eine Übereinkunft treffen'. a. 1609: daß laub im wald Qverenberg betrefflich, ist verglichen, daß ein jeder gereider, ... zwey kärch voll heimzuführen macht haben (soll) [PfWeist. I 104 (Bergz)]. —
2. 'prüfend nebeneinanderstellen'. Mer soll Mensch un Vieh net z'samme vergleiche [NW-Haßl Spey, Don Schowe Torscha Keiler 63]. — Südhess. II 495; Rhein. _ 1270/71; LothWB Lothr. 142; Bad. II 61.

 

   Vieh n.:
1.
a. (Kollektiv) 'Rindvieh', im weiteren Sinne 'Nutztiere der Hauswirtschaft überhaupt', Vieh (fī), Veh (fē), Viech (fīχ), Veech (fēχ), zur Verbr. s. K. 127. Beim Rindvieh unterscheidet man: nach der Verwendung: Fahr-, Fasel-, Fett-, Fuhr-, Mast-, Milch-, Nutz-, Schlacht-, Stall-, Stell-, Weide-, Zucht-, Zugvieh; nach der Gattung: Fleck-, Franken-, Glan(tal)-, Glan-Donnersberg-, Scheck-, Schweizervieh, Simmentaler V. Scheltnamen für das V.: Teufels-, Donnerkeils-, Dreck-, Hundsvieh. Sonstige Zs.: PfWB Tauben-, PfWB Feder-, PfWB Geißen-, PfWB Groß-, PfWB Horn-, PfWB Hühner-,

[Bd. 2, Sp. 1359]

Hünkels-, Juden-, Jung-, Katzen-, Klauen-, Klein-, Kühe-, Lumpen-, Mords-, Ochsen-, Raben-, Rassen-, Ratten-, Rind-, Sau-, Schaf-, Schweine-, Spatzen-, Wasser-, Zwergvieh. Bezeichnung für Geflügel und Kleingetier: 's klään V. [GH-Scheibhdt, verbr.]. Das Veech freßt un sauft [ BZ-Dernb]. 's Vieh dut weeðe 'auf der Hutweide weiden' [ Gal-Dornf]. Ich muß noch 'm V. engewwe 'Futter reichen' [ KU-Bedb]. Mer missen 's V. fierere [BZ-Klingmst, verbr.]. Mer tränken 's V. [ RO-Obd, allg.]. 's Vieh muß mer striele un bärschde (striegeln und bürsten) [Gal-Dornf, verbr.]. Im Herbscht treibt mer 's V. aus (auf die abgeernteten Wiesen) [GH-Kand, verbr.]. Die Kinner hieden 's V. [BZ-Dernb, verbr.]. Fohren häim merrem V.! 'Treibt das V. heim! [KU-Schmittw/O, verbr.]. Beim Ackern muß mer 's V. fehre [ZW-Hornb, verbr.], aach treiwe, damit es gut im Schritt geht [KB-Bubh, verbr.]. RA.: Do geht's her wie beim V., von ungesittetem Verhalten [ KL-Stelzbg]. Das es der e Hitz unner dem Veh! 'Unter den vielen Menschen ist es sehr warm' [ KU-Kaulb]. Das git (gibt) so geschlacht 'wohlgenährt' Veh, wu sich glei nooch'm Fresse lecht, von bequemen Menschen [ LA-Edk]. SprW.: Kleen Vieh macht aach Mischt [Krieger 44]. Weitere SprW. s. PfWB Pfarrerstochter, PfWB vergleichen 2. Volksgl. s. PfWB behexen. BR.: Wann 's V. die Hoor stellt, gibt's Ree (Regen) [ KL-Wörsb]. a. 1425: wann die Herrn in der Erndt schneiden, ... so sollen der armen leuthe Viehe hynach gehen [Vogel 49]. a. 1437: Wer iß sache, daß das hemelfleysche nit gangbar were, so mochte der herre ... gryfen an eine kuwe oder ander vehe, daß er sin folke gelibbern 'beliefern' möge

[Bd. 2, Sp. 1360]
[PfWeist. I 97 (SP-Berghs)]. a. 1581: Welcher hirtt eim nachpfarn ein vih verliert vnd nit redlich vrsachen ahnzeigen kan, wie es gestorben oder woh es hinkomen sey, der soll das vih bezallen [ebd. I 47 (KU-A'glan)]. —
b. 'Tier', Sing. Vieh, Veh, Viech, auch Stick V. [verbr.], Pl. Viecher, Sticker Vieh, Dim. Viehche, Vehche; vgl. PfWB Tier 1 a. Unser Vieh hot net ufgenumm 'Unsere Kuh ist nicht trächtig geworden' [ FR-Bockh]. Scheuchruf: Viech! [ GH-Max'au]; du alt Veh! [RO-Sippf]. Er frißt wie e Stick Vieh 'Er ißt viel' [KB-Kerzh, verbr.]. Er hot g'soffe wie e V. [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. Er schafft wi e Stick V., wer immerzu arbeitet [KB-Bischh, verbr.]. Du stellscht dich dran wie e Stick V., wer sich ungeschickt anstellt [ KL-Lind]. Die hält aus wie e V., bei einer schweren Geburt [ RO-Dielkch]. Ich han Hunger wie e V. [ IB-Bliesmg/Bolch]. Er es dumm wie e Stick V. [ ZW-Gr'bundb]. SprW.: E Stick V. is e Stick V. [ Gal-Dornf]. 's V. wääß, wann's genung hot, der Mensch net [ BZ-Dernb]. E Bauer is e Gaul, un e Gaul is e Stick V. [ KL-Reichb]. Volksgl.: Wammer uf der Quatember (Fasten- und Gebettag) wäscht, geht em ken V. dot, bis der Quatember widder kummt [Fogel Beliefs Penns Nr. 1311]. Wann en Stick V. uf die Welt kummt, soll mer'm en Stick vun seim Ohr abschneide un sage: Do, Mittwoch, hoscht dein Sach [ebd. Nr. 838]. KR.: Unser Marie hot siwwe Stick Vieh, e Schoof un e Gääß, isch alles, was ich wääß [ BZ-Hofstätt]; der zweite Teil auch: (hot) e Kihle im Stall, gebt Millich for uns all [ebd.]. —
2.
a. abfällige Bez. und Schimpfw. für einen dummen, groben und ungesitteten Menschen; vgl. PfWB Tier 3 a, PfWB Viehhafen 2. Zs.: PfWB Dreck-, PfWB Erz-, PfWB Horn-, PfWB Hunds-, Maurer-, PfWB Mond-, PfWB Rind-, PfWB Sau-, PfWB Urvieh. Syn. s. PfWB Rüpel. Des is e V.! [KU-Bedb, verbr.]. Das is e lang Stick V., von einem großen Mann [ KU-Nerzw]. Dumm Stick V., heer doch emol Ruh! 'höre doch endlich auf' [ KU-Schmittw/O]. Das Stick V. verfehrt die kläine Kinn 'verleitet die Kinder zum Bösen' [ebd.]. Die Sticker V. hun die rohe Äier ausgesoff [ebd.]. Du Stick V.! [HB-Nd'gailb, verbr.]. Du dumm Stick V.! [ KL-N'hemsb]. —
b. scherzh. von einem Alleskönner, von einem Spaßvogel: Du Viech! [ IB-Hass]. — Südhess. II 711 ff.; RhWB Rhein. IX 103/04; LothWB Lothr. 158; ElsWB Els. I 90/91; Bad. II 144.