Gass [gas fast allg.; gás D. Si. — Pl. gasəⁿ, gásən. Demin. gèsχə, gèsəl, gèsχin Bo., gèsəltχən Si.] f. Gasse, Straße (im Orte): Hapgass Hauptgasse; Newegass Nebengasse. — | | -gasse f.: FlN für Gassen in der Nähe von ehemaligen Burgen und Schlössern; Burggässel [ NW-Deidh]; Borgaß [ KB-Stett]; vgl. PfWB Burgstraße, PfWB -weg. Südhess. I 1238. — | | Gass(e) [Kàsə Mü.; Kàs fast allg.; Kâs Ittenh. Pfulgriesh.; Pl. Kàsə; Demin. Kasli, Kaslə O., Kasl U., Kæsl Str. W.] f. 1. Gasse, Weg; Hohlweg M. Iⁿ eiⁿm iⁿ d G. kummeⁿ hindernd in den Weg treten Su. (Als n.: er kummt, steʰt mⁱr in s G. verlegt mir den Weg, bes. als Nebenbuhler in Liebeswerbungen Osenb. Bisch.) Von dr G. kummeⁿ sagt man von einem Mäideⁿ oder Burst, wenn er oder sie im Begriff ist, sich zu verheiraten und daher abends nicht mehr auf der Gasse zu sehen ist K. Z. 2. Reihe im Hopfen- oder Rebstück. Jetz hack diˢ G. vollⁿs, ªnoʰ geʰs heim Ingenh. Im Spiel: Du bis jetz an dr G. an der Reihe Bghz. 3. beim Fangspiel Ort, wo man sicher ist Su. 4. Naht am Strumpfe M. Abzählspruch: s geʰt e Gass in e Garteⁿ, im Garteⁿ is e Baüm, im Baüm is e Nëst, im Nëst is e Ei, im Ei is e Dutter, im Dutter is e Has, er legt siʰ in s grüene Gras Munw. Bollw., wo anstatt der letzten drei Zeilen gesagt wird: dëʳ wo zerst duss is, bikunnt eini uf e Back (dabei leichter Schlag auf den Backen). ‘Gaß platea’ Dasyp. ‘uf der gassen’ Str. 15. Jh. Brucker 30. — Schweiz. 2, 449. Bayer. 1, 945.Demin. |
| | | | |