Fimmel [fíməl fast allg.] m. u. f. urspr. der weibliche Hanfstengel (canabis femella). Die sinnliche Auffassung nimmt die stärkere (weibl.) Pflanze als männlich und umgekehrt. — ElsWB els. 1, 116; schwäb. 2, 1501; schles. Fimel, From. 4, 167; ss. Fimel, Kisch 45; s. a. DWB Gr. Wtb. 3, 1638; DWB 42, 432. Die Sage erzählt, Christus sei einst durch Gesslingen (Kr. Forbach) gekommen. Da sah er die Weiber unbeschäftigt stehen u. plaudern. Er befahl ihnen deshalb die Staubgefäße vom Hanf zu sammeln, was sie auch getan haben sollen. Daher kommt es, das der Hanf zweiblütig ist (Alemannia XVII. 163). | | fimmel, femel, m. heiszt dem volk der gelblich blühende, keinen samen tragende kurze hanf, dessen zärtere stengel früher reifen und gerauft werden, als die des langen, körner bringenden, welcher in der Schweiz mäschel genannt wird. die namen sind aber verdreht und fimmel, d. i. cannabis femella auf den männlichen, hingegen mäschel, cannabis mascula auf den weiblichen angewandt worden, weil der sinnlichen anschauung die stärkere pflanze männlich, die schwächere weiblich erschien. die naturforscher stellen das richtige verhältnis her, ihre benennungen lauten darum den volksmäszigen ganz entgegengesetzt. schon bei Maaler 135d war fimmel fehlerhaft der kurze hanf. weder Frisius, Dasypodius, noch die bei Diefenbach unter cannabis ausgehobnen glossen liefern das wort. weil mäschel neben fimmel steht, läszt sich letzteres sicher nicht aus jenem alten fêmea herleiten und mag erst im 16 jh. aufgenommen worden sein. in Österreich sagt man für fimmel bästling. auch engl. fimble. |
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