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 LothWB Dreck (Bd. 1, Sp. 101a)   PfWB Dreck (Bd. 2, Sp. 444) 
  Dreck [drèk allg., Pl. drèkər; Demin. drèkəltχən D. Si.] m. Dreck: er isch in de D. gefall. De kreïscht och nach en D. od. Dreckelchen du bekommst gar nichts. Si. Rdaa. Wann d'r D. se Mescht werd, lässt er sich fihren. Bo. Wat än den D. meïh reïert, wat et meïh stenkt. Si. Enen us um D. zije aus einer schwierigen Lage befreien. Das isch e D. eine Kleinigkeit. Die Wund zieht D. Eiter Ri. Rom. — Zss.

 

   Dreck m.:
1. 'Schmutz'.
a. 'Straßenkot, Morast, aufgeweichte Erde, auch trockene Erde, soweit sie schmutzig macht', Dreck (dręg) [fast allg.], Drack (drag) [ RO-Rehborn PS-Fischb GH-Wörth], Zs. PfWB Gassen-, PfWB Straßen-, PfWB Sudeldreck. Syn. s. PfWB Baberatsch. Der muß immer dorch de dickschde D. gehe [ KL-Hütschhs, allg.]. Du muscht immer de D. messe 'durch den Straßenkot waten' [ Don-Schowe Gal-Dornf]. Die Sau dut im D. wihle [ LU-Oggh, allg.]. Soweit so e Bam (Baum) reicht, es unnerm Bam alles vertreppelt un die Frucht (das Getreide) en de D. enin getreer [PfId. 181]. RA.: Des es'm en de D. gefall 'zunichte geworden' [KB-Kerzh, verbr. NPf, auch Don Gal Buch]. Die Freed (Freude) is in de D. gefall [ Gal-Dornf]. Das war anno elf, wie der groß D. war, was vor langer Zeit geschehen ist [ PS-Saalstdt Gal-Dornf]. Er sitzt im D. 'in wirtschaftlicher Notlage' [LA-Venn, verbr.]; dazu de Karch aus'm D. ziehe 'eine verfahrene Sache wieder in Ordnung bringen' [KL-Reichb, verbr.]. Es is m'r wie D. esse, was man ungern tut [ PS-Saalstdt]. Der mänt, er hätt de gescheide D. allään gefreß [ KL-Weilb]. Das es mir'm (mit dem) Maul en de D. getret, von einer Schmollenden [ KB-Kriegsf]. Er hot in de D. getret 'ist betrunken' [ KU-Lohnw]. Die muß de D. austrere (austreten) 'die schmutzigen Arbeiten erledigen' [ KU-Schmittw/O, LU-Oggh Opp]. Hoscht D. in de Hänn?, unwillige Frage an einen, der etwas fallenließ [Gal-Dornf, verbr. Don Gal Buch Rußl]. Du hoscht'm D. e Ohrfeig gewwe 'Du hast dich vergeblich bemüht' [Hebel 27, Spey NW-Haßl]. Der loßt sich vun de Hinkel kään D. ins Au (Auge) kratze, von einem Gescheiten [ ZW-Gr'bundb]. Der will d'r D. unner de Lehme mache 'Schwierigkeiten bereiten' [LA-Impfl Land LU-Muttstdt KL-Reichb]. Ich kenn de D., mein Vadder war Hawener (Häfner) 'Ich weiß Bescheid' [ KB-Niefh]. Der is so schlecht (in moralischer Hinsicht) wie de D. am (auch: im) Weg [ KU-Kaulb Diedk Kaislt PS-Saalstdt Zweibr]; dass. mit: Der is so frech ... [ KU-Trahw PS-Schindhd]. SprW.: Kleen un keck steckt manche in de D. [Hebel 44]. Wann's Brei reent (regnet), hat m'r ke Leffel; wann's D. reent, hat m'r zwee [ Don-Sekitsch]. Dreck macht Speck [KU-Diedk, verbr., auch Don Gal Buch]. Jeder muß siwwe Pund

[Bd. 2, Sp. 445]
Dreck 's Johr fresse [Fogel Prov. Penns. Nr. 350]. E Sau fihlt sich im D. am wohlschte [Krieger 38]. BR.: Wann de Gimpel »Dreck« kreischt, gibt's Rege [ LU-Alsh]. Fallt der Schnee en de D. (in aufgetaute Erde), geht er lang nit eweg [KB-Kerzh, verbr.], ... es er en drei Daa wirrer eweg [ KB-Bennhs], ... gehrer (geht er) schnell eweg [ FR-Bockh], ... is de Winder e Geck [ KU-Bedb PS-Geisbg NW-Frankeck]. MorjenrotDreck un Not [ PS-Münchw]. Morjerotowends Dreck un Kot [KB-Morschh, verbr.]. Owends rotmorjens Dreck un Kot [ KU-Hundh]. VR. s. bei ABC, Brei (I 1187, Z. 7 ff.), troß, hoppe, Schimmel.
b. 'Bauschutt, Abfälle in Werkstätten'. Wann mer abreißen, misse mer de Dreck fortschaffe [ GH-Erlb]. Zs. PfWB Fräsdreck. —
c. 'Schmutz im Haus, bes. Kehricht, Staub'; de D. in de Stubb zammekehre [ Gal-Dornf]. Zs. PfWB Kehrdreck. SprW.: Hätten die Judde kää Oschdre un die Chrischde kää Kerwe, mißten m'r im D. verderwe [ LU-Muttstdt]. Was grewwer (gröber) is wie Dreck, geht vun selwert weg, sagt man zu Menschen, die einem beim Fegen der Stube im Wege sind [PS-Saalstdt Horne Penns 98 verbr. Gal]; dass. mit dreckicher wie Dreck [Kaislt]. Brauchtum: Wenn Kinder auf ihrem Heischegang nichts bekamen, riefen sie: Dreck ins Haus, Dreck ins Haus, vun unne an bis owwenaus [FR-Tiefth (1925)]. —
d. 'Schmutz am Körper, an der Kleidung, an den Speisen'. Des Kind is zu mit D. bis iwwer die Ohre [ FR-Bockh]. Er gläßt (gleißt, iron. 'glänzt') vor D. [ KU-Bechb]. Wann mer die an die Wand werft, bleibt se hänke vor D., von einer schmutzigen, nachlässigen Frau [ LU-Opp]. Loß d'r emol 's Maul wäsche; m'r määnt, du häscht in de D. getret [ RO-Alsbr]. Man kauft bunte (grüne oder blaue) Arbeitshemden, weil mer de D. nit so draan sieht [ ZW-Battw]. RA.: Soll ich d'r de D. aus de Aae mache?, Androhung von Schlägen [ KB-Kriegsf]. Gelt, du hoscht heit D. in de Ohre?, wenn ein Kind aus Unaufmerksamkeit nicht gut hört [LA-Maik, verbr.]. Er stellt die Schuh weg (auch: Er kocht die Kartoffele) in D. un Speck [ LU-Limbghf]. Er steht do wie's Kind beim D., vom Ratlosen [ RO-O'mosch, allg.]. Dann stehn eich (ich) do wie es Kind am Dreck un weiß net hott un net har [PfId. 180 (WPf)]. Wie er geht un steht, kimmt er in D. un Speck doher [ KU-Kaulb Kreimb KL-Hirschhn]. Der freßt alles mit D. un Speck 'mit Haut und Haaren' [BZ-Dierb, verbr.]. SprW.: Wer sich scheit vor D. un Speck, der bleib aus'm Herbscht 'aus der Weinlese' eweg [LA-Impfl]. —
e. 'Exkremente'.
α. vom Menschen. Zs. PfWB Scheißdreck. RA.: Er freit sich wie e Kind im D. [Gal-Sap, verbr. Don Gal Buch]. Er hot D. in de House 'ein schlechtes Gewissen' [ GH-Schwegh, KB-Mauchh]. Er hot D. am Stecke, dass. [WD-Niedkch, verbr., auch Don Gal Buch]. Er hat D. im Sack 'böse

[Bd. 2, Sp. 446]
Absichten' [ KU-Roßb]. Der (Geizige) frißt sein eegne D. wie e Hund [NW-Weish, verbr. nördl. VPf]. Reiche Leute meinen, ehrn D. stinkt besser [ NW-Haßl Spey]. SprW.: Alder Dreck stinkt, wann mer 'ne oonrehrt [verbr. Gal], wann mer drin ruddelt [ KU-Diedk]. Alde D. rihrt mer net uf [ PS-Haust Saalstdt FR-Eppst]. —
β. von Tieren; D. lese (auch Pl.: Drecker lese) 'Kot von Tieren, bes. Pferdeäpfel sammeln' [verbr., auch Don Gal Buch]; met D. un Därem 'die Därme samt dem darin enthaltenen Kot' [ KU-Schmittw/O]. Zs. PfWB Pferds-, PfWB Tauben-, PfWB Enten-, PfWB Fuchs-, PfWB Gänse-, PfWB Gauls-, PfWB Glucken-, PfWB Hühner-, PfWB Hunds-, PfWB Hünkels-, Kälber-, PfWB Katzen-, Kühe-, PfWB Mücken-, PfWB Sau-, PfWB Schnepfen-, PfWB Vogels-, PfWB Wurmdreck. —
2. 'Dinge, die im Aussehen an Dreck 1 erinnern'.
a. 'Eiter'; de D. in de Wund [PS-Schmalbg, verbr.]. Syn. s. PfWB Eiter. —
b. 'Fleck im Eidotter', vgl. PfWB Dotter 1 [Fogel Beliefs Penns Nr. 891]. —
c. 'Rückstand beim Auslassen der Butter' [ HB-Seyw]. Zs. PfWB Butterdreck. —
d. 'schmutzige Fettschicht auf gesäuerter Milch' [ KU-Cronbg]. —
e. Mannemer Dreck, ein Feingebäck, Mannheimer Spezialität [Hartmann Teemaschin 14]. —
f. 'Lakritzstange' s. PfWB Bärendreck. —
g. 'Kunstdünger'; D. säe [verbr., bes. WPf]; de schwarz D. 'Kalkstickstoff' [ PS-Schmalbg]. —
3. verächtlich für Wertloses, Unbedeutendes, Unangenehmes, nichts.
a. 'Unkraut' [ ZW-Battw HB-Kirrbg Einöd GH-Zeisk Erlb]; 'Unkrautsamen und andere Abfälle beim Putzen des Getreides' [mittl. VPf (Bertram 167) Gal-Dornf]. —
b. 'Ramschware'. Die sollen ehren D. nor b'halte! [NW-Freinsh, verbr.]. Zs. PfWB Teufelsdreck 2. —
c. 'unangenehme Angelegenheiten'. Ich han genung vun dem D. [Kaislt, verbr.]. Stecken eier Nas in eier D.! [ Gal-Dornf Obl]. —
d. 'Kleinigkeit'. Der ärjert sich iwwer jede D. [nördl. VPf, allg.]. Weche jedem D. regt der sich uff [Krieger 17]. RA.: Die zwee hallen zamme wie zwee Arschbacke; bei jedem D. gehn se ausnanner, von Eheleuten, die sich nicht vertragen [ Gal-Bagbg]. SprW.: Geld esch D., awwer mer braucht's [ BZ-Dernb]. —
e. 'nichts'. Des geht dich en D. aan [NW-Hardbg, verbr., auch Lambert Penns 43 Don Gal Buch]. Du kriegscht e D. [SOPf, verbr.]. Jo, Dreck! 'Nichts gebe ich' [ RO-Würzw]. Dreckel, mein Herzel!, dass. [ LA-Venn Edh Germh]. Das es kaan D. wert [ KU-Kaulb]. Du waascht (weißt) e D. 'gar nichts' [Kühn Hamet 104]. Du kriescht e Dreckelsche mi'me Lechelche; das hängscht der um dei Hälsche, scherzh. Antwort auf die Frage des Kindes, was man ihm aus der Stadt mitbringen werde [Gal-Dornf, verbr. Gal Buch-Altfratautz Satulmare]. —
4. s. PfWB Pfingstendreck. — Südhess. I 1674 ff.; RhWB Rhein. I 1439 ff., IX 1114; Saarbr. 50; LothWB Lothr. 101; ElsWB Els. II 748; Bad. I 538/39.