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| LothWB dengleⁿ (Bd. 1, Sp. 85b) | PfWB dengeln (Bd. 2, Sp. 212) | ElsWB dëngleⁿ (Bd. 2, Sp. 689b) | |||||||||||||||||
| 1. die Sense, die Sichel d. 'die Scharten und Krümmungen an der Schneide der Sense (der Sichel) mit dem Dengelhammer auf dem Dengelstock ausschlagen und die S. dadurch schärfen', dengele (dęŋələ) bzw. dengle (dęŋlə) als Hauptformen, dingele (diŋələ) bzw. dingle (diŋlə) in Kleingebieten, s. K. 87, dangele [ RO-Rehborn KL-Mackb]. RA.: Ich bin so satt; uf meim Nawwel kinnt mer än Sens dengle [ PS-Erfw, KU-Kaulb]. Fraa, flick mer die Hose! ... Wann du mer mei Hose nit flickscht, no dengl ich der die Sichel nit! [PfL 15. 9. 1934 (BZ-Wernbg)] a. 1514: Martin schmyd von otterstad hat er verdient ... mit schmyden vnd dyngeln [SpeyGgHosp-R]. — 2. 'schnell gehen oder springen', dengele [ KL-Lind, jüng. Gener.]. Syn. s. PfWB gehen. — 3. a. 'prügeln'; ene dingele [KL-Wörsb, verbr. WPf LU-Altr]. Ich han'ne gedengelt [Zweibr]. Die Buwe han enanner uf de Kerb gedengelt [ KU-Blaub]. Syn. s. PfWB verhauen. — b. 'abschlagen', von Früchten auf den Bäumen. Bis sich in Lautre mol e großstädtischer Geischt dorchgesetzt hat, denglen se mit unsere Knoche die Niß vun de Bääm [Pfälzer Volkszeitung 30. 3. 1966]; vgl. PfWB bengeln 2. — 4. 'quälen, plagen'. Du mich net so dengle! [ LA-Venn SP-Schiffstdt]. Johrelang hat die Braune-Lies an'm gedengelt un gedeiwelt [JKurpf. 1926 S. 60]; vgl. PfWB türangeln. Syn. s. PfWB quälen. — F.: Die weithin herrschende Lautform dęŋələ, bzw. dęŋlə zeigt die auch sonst vor Nasal + Konsonant zu beobachtende Senkung von mhd. e (vgl. tengelen, Lexer II 1401) zu ę (vgl. z. B. Christmann Kaulb. § 14, Heeger Südostpf. § 6, Bertram § 60). Verstärkte Tendenz zur Senkung liegt vor in der für RO-Rehborn und KL-Mackb (hier neben dęŋələ) bezeugten Form daŋələ; doch könnte hier Dangel 'durch Dengeln erzeugte Schärfe' mit eingewirkt haben. Geschlossenes e (deŋələ bzw. deŋlə) ist in der mittleren und wohl auch in der nördlichen Vorderpfalz (vgl. Südhess. I 1467) zu hören. Ob diŋələ bzw. diŋlə auf die mhd. Nebenform tingelen (Lexer a. a. O.) unmittelbar zurückgeht oder durch spätere Hebung von e vor Nasal + Konsonant zu i hervorgegangen ist, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen. Für die letztere Annahme sprechen Formen wie himb 'Hemd', biŋəl 'Bengel', siŋənesəl 'Sengnessel, Brennessel' in der südl. VPf (vgl. Heeger a. a. O)‧ Die Verbreitung von diŋələ bzw. diŋlə in Kleingebieten der NWPf [Bd. 2, Sp. 213] ![]() [Bd. 2, Sp. 214] Südhess. I 1467/68; RhWB Rhein. I 1239; Saarbr. 45; LothWB Lothr. 85; ElsWB Els. II 689; Bad. II 457; DWAVIII/8.
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