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 LothWB bossleⁿ (Bd. 1, Sp. 58b)   DWB bosseln (Bd. 2, Sp. 265) 
  bossleⁿ [boslə Fo. u. s.] intr. v. 1. Kleinigkeiten machen, die nicht zur gewöhnlichen Arbeit gehören. 2. niedrige Dienste im Hause verrichten: er bosselt de ganze Da’ im Hus herum. —  ElsWB els. 2, 103; schwäb. 1, 1316; hess. 49 posseln, posteln; henneb. bösseln From. 7, 155. s. a.  DWB Gr. Wtb. 2, 265.

 

 bosseln , in fünffachem sinn,
1) vile opus facere, pfuschen, sudeln, flicken, zuweilen auch allgemeiner arbeiten, schmieden, was auf ein ahd. pôʒilôn deutet:

junkfrau, ich kan euch gesagen nit,
ich pinsz ein stolzer schmid,
ich pössel auch fast und wol,
das ir würt freudenvol. fastn. sp. 616, 29;

uf den ganzen menschen, so von leib und seel, von gar zwo widerwertigen naturn ist zusamen gbosselt. Frank spr. 2, 121b; sonntags nach dem gottesdienst, ja da posselt man so was kleines für sich selbst zurecht. Fr. Müller 3, 113; doch was soll dichtung, scene, idylle? musz es denn immer gebosselt sein, wenn wir theil an einer naturerscheinung nehmen sollen? Göthe 16, 21; der held deiner posttage, sagt er, ist ein wenig nach dir selber gebosselt. J. P. Hesp. 4, 166; die theatermaske, die ich in meinen werken vorhabe, ist nicht die maske der griechischen komödianten, die nach dem gesicht des gespotteten individuums gebosselt. war. Tit. 1, 72. diese bedeutung mahnt auch an bosse, entwurf, larve, bossieren. Schm. 1, 298 hat posseln, posteln, pöseln, pöscheln, kleine arbeiten verrichten. posteln (vgl. nachher bosten, bosteln) erinnert an basteln 1, 1152, pöscheln an bauscheln 1, 1199. die gaunersprache verwendet bosselen ganz für machen.
2) conis ludere, kegeln, mhd. bôʒen. Stieler 216 schreibt boselen, das brem. wb. 1, 123 boosseln, wo auch eine intransitivbedeutung wälzen, purzeln angegeben ist. oder wenn ihr von den acht goldnen kegeln, die euch noch übrig sind, mir einen verehrtet, davon ihr den neunten weiland einem Prager studenten schenktet, der mit euch bosselte. Musaeus 246.
3) tundere, trahere: Jesus ward von den juden hin und her gezogen und geboszlet. Keisersb. schif der pen. 90, hin und her gestoszen, geschoben.
4) linum in fasciculos ligare, bair. bosseln, anbosseln. Schm. 1, 211; wetterauisch bisseln, bissen, anderwärts bösseln, den gerauften flachs in büschel oder bündel binden, deren acht ein gebund geben, wie es zum rösten ins wasser mit einem pfahl eingeschlagen wird. vgl. bosze.
5) bosseln, bösseln, nugari, bossen treiben, spielen. Stalder 1, 208. Tobler 72a.