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| LothWB Plätz (Bd. 1, Sp. 49b) | PfWB Platz (Bd. 1, Sp. 987) | PfWB Placken (Bd. 1, Sp. 953) | |||||||||||||||||||||||||||||
| 1. 'umschlossene oder [Bd. 1, Sp. 988] offene Fläche', Platz, Plätz, s. F. Die Reitschul war net wie heut da so uf'm P. [ LU-Muttstdt]; e freier Platz im Wald 'Waldlichtung' [KU-Kaulb, verbr.]; e grie (grünes) Plätzche 'kleiner Grasplatz' [ RO-Schweisw], e Plätzl Gras, dass. [ PS-Burgalb]. Zs. PfWB Bau-, PfWB Bleich-, PfWB Dämmer-, PfWB Turn- Exerzier-, PfWB Fest-, PfWB Futter-, PfWB Haus-, Kirben-, PfWB Lager-, PfWB Lauf-, PfWB Markt-, PfWB Rasen-, PfWB Sammel-, PfWB Schind-, Sport-, Wasen-, PfWB Wiesenplatz. Weitere Zs. in den FlN.: Galgen-, Kapellen-, Kelter-, Weede-, Zimmerplatz. — In historischen Belegen steht P. auch für 'Feldstück': a. 1482: ein pletzgin ackers [LandsbgZb., Bl. 7]. a. 1537: Ein pletzlin inn Speier gemarcken ![]() 2. 'Stelle'. a. im allg. Gebrauch. α. Er sucht sich e ruhich Plätzl (zum Ausruhen) [ NW-Elmst, allg.]. Zs. PfWB Rast-, PfWB Ruhe-, PfWB Sonnenplatz. — β. Platz nemme, wie schd. [allg.]; in weniger gewählter Form heißt es: sich setze. Platz genumm! [ KB-Dannfs, ZW-Dellf NW-Frankeck LA-Wollmh]. Zuruf an den Hund Platz! [verbr.]. — γ. Do bischt letz am Platz 'an der falschen Stelle' [Krieger 34]. RA.: Er hot sei Maul uff'm rechte Platz 'Er redet, wenn es gilt' [ RO-Alsbr, WD-Niedkch]. Er hat's Maul uff'me schnäkige Platz 'Er ist wählerisch im Essen' [ ZW-Krähbg]. — δ. Er kummt net vum P., von einem Langsamen [ NW-Geinsh, allg.]. [Bd. 1, Sp. 989] Rätsel: Sie geht vor un serick (zurück), sie steht un geht un kummt net vum Platz (die Uhr) [ LU-Limbghf]. — ε. e rot Platz im Gesicht 'Muttermal' [ KU-A'glan]. — b. im bes. Gebrauch. α. e P. aushalle losse 'einen Sitzplatz reservieren lassen' [ KB-Kriegsf, allg.]. Er hot schun sei P. uf'm Kerchhof [Kaislt, allg.]. Zs. PfWB Grabplatz. Wer ufsteit (aufsteht), werd sei P. geweit 'verliert den Anspruch auf den P.' [Kaislt, KB-Bischh verbr. Don Gal Buch]. Volksgl.: Was mer draamt ame Platz, wu mer 's eerschtmol schlooft, werd wohr [Fogel Beliefs Penns Nr. 266]. Zs. Schlaf-, PfWB Sitz-, PfWB Stehplatz. — β. 'Mal, von dem aus beim Klickerspiel geworfen wird', der Platz [ IB-Ballw], 's Plätzche [ KL-Fockbg/Limb]. Syn. s. PfWB Anmal. 'Platz, auf dem man beim Kinderspiel nicht geschlagen werden darf' in den Zs. PfWB Botten-, PfWB Frei-, Ruch-, Ruh-, PfWB Umplatz. Syn. s. PfWB Botten. — γ. 'nasse Stelle einer Wiese'; e naß Platz [verbr. WPf], e nasses Plätz [IB-Eschring Gersh], e nasser Platz [verbr. vorn. NPf], e feichter Platz [ KU-Albess HB-Lu'thal RO-Imsw FR-N'lein], e gallicher Platz [ RO-Steinb NW-Weish/S BZ-Rinnth Stein], e steifes Platz [ KU-Ehw Godhs Quirnb], e sumbicher Platz [ KU-Rothsbg Theisbgstg KL-Olsbr Rockhs] und in den Zs. PfWB Bruch-, PfWB Gallen-, PfWB Sumpf-, PfWB Sutterplatz; vgl. PfWB Placken1 3 a, PfWB Galle2; 'Stelle im Acker mit viel Ton', e falsch Platz [ WD-Niedkch]; 'von Kleeseide bestandene Stelle', e leer Platz [FR-Mühlh, verbr. WPf]. Zs. PfWB Fehl-, Kleeseidenplatz. — δ. e groß Platz Blut = PfWB Blutlache [ KU-Bedb]; vgl. PfWB Blutflecken, -placken. — ε. 'empfindliche Stelle am Ellbogen', es närrisch Plätzche [ ZW-Lambsbn]. Zs. Judenplätzchen. Syn. s. PfWB Judenknöchelchen. — ζ. Die Maad (Magd) hot e gude P. 'guten Arbeitsplatz' [KU-Kreimb, verbr.]. Ich wißt der e gut Plätzche 'Ich wüßte eine gute Partie für dich' [KU-Bedb, verbr.]. — η. Stell dich emol ins Platz (oder: in mein P.)! 'Versetze dich einmal in die (in meine) Lage!' [ KL-Katzw]. — 3. 'freier Raum'; Platz mache, wie schd. [allg.]. Do hätten zwää P. drin, von weiten Hosen [ RO-Schweisw, allg.]. Werd sauwer gemach? Ei jo, mer muß 'm neie Dreck Platz mache [Hebel 110]. — F.: blḁds vorn. NWPf KL-Lind südl. VPf (einschl. Südteil der mittl. VPf, vgl. Bertram 16), sonst blads; lothr. SWPf im Sing. blęds. Pl.: blęds (zu der Platz), blędsər (zu das Platz). Dim. blędsχə, blędsjə WPf u. nördl. VPf; blęds(ə)l mittl. u. südl. VPf. Genus: m. für NPf (einschl. NWPf) u. VPf; n. für mittl. u. südl. WPf sowie Einzelorte der NWPf; m., gestützt durch die Schriftsprache, dringt vor. — Südhess. I 917 ff.; RhWB Rhein. VI 962 ff.; LothWB Lothr. 49 Plätz; Bad. I 253.
| 1. 'von Verschmutzung herrührender Fleck'. a. 'Kleiderfleck'. In deim Klaad is e großer Placke [ RO-Messbhf, allg.]; vgl. PfWB Flecken. — b. 'Klecks'. In deim Heft haschde e P. [KU-O'alb, lothr. SWPf]. — Zs. PfWB Blutplakken. — 2. 'andersfarbige Stelle am Körper des Menschen, des Tieres, an Früchten'. a. blooe (blaue) Placke, vom Schlagen [allg.]. Zs. PfWB Schindplacken. — b. Placke im Gesicht 'ein Muttermal' [ KU-A'glan PS-Burgalb Simt FR-Bockh]. Zs. PfWB Pfeffer-, PfWB Kaffee-, PfWB Leber-, PfWB Mutterplacken. Auch von großen Sommersprossen, s. PfWB Sommerplacken, und von den Gesichtsflecken schwangerer Frauen, s. PfWB Windelplacken. — c. 'Schorf an Früchten'. De Appel hot Placke [allg.]. — d. 'weiche Stellen am Fallobst', s. PfWB Plotzplacken. — 3. 'Fläche am Erdboden, die sich von der Umgebung abhebt'. a. 'nasse Stelle auf der Wiese'. Die Wies hot e nasse P. [ ZW-Battw, allg.], e galliche P., dass. [ BZ-Gleisz/Gleishb]; vgl. PfWB Platz 2 bγ, PfWB Galle2. Zs.: PfWB Bruch-, PfWB Moor-, PfWB Moos-, PfWB Sumpf-, PfWB Wasserplacken. — b. 'von Kleeseide befallene ringförmige Stelle im Acker'; e Placke Seid [ZW-Riedbg, verbr.], e leere P. u. ä. [verbr.]. Zs. PfWB Kleetod-, Samt-, Seidenplacken. — 4. a. 'ein Stück Land', Placke [ BZ-Kapswey Steinf Nd'ottb], e Placke Land [ KU-Elschb]. a. 1540: zwey Siemern (altes Fruchtmaß) von eim placken [Bd. 1, Sp. 954] [SSp., Gräfensteiner Amtsgefälle]. a. 1546/47: eyn placken ackers [Heimatmuseum Rockhs (RO-Münchw)]. — b. 'kleiner Acker, kleine Wiese', oft im Dim. Der hot jo nor e paar Placke [ PS-Schmalbg, allg.], e paar Pläckle Land [mittl. u. südl. VPf]; e P. Gras 'kleiner Grasplatz' [ PS-Burgalb], e Pläckel Gras, dass. [ PS-Steinalb], e Pläckelche Wies [ IB-Ballw]. Dem sei paar Placke traae (tragen) nit meh (mehr) in, als was e Gäß freßt iwer Winter [ ZW-Battw]. VR.: Trutz nit so, trutz nit so, ich kann mich doch ernähre. Ich häb e Pläckel Erbse draus un e Bämel Beere [Feierowend 1950 Nr. 2]. Zs. PfWB Futter-, PfWB Gras-, Wasen-, PfWB Wiesenplacken. — c. 'Platz im Gelände'; e sunnich Pläckel 'ein sonniges Plätzchen' [GH-Zeisk, verbr.]. In Zweibr heißt der heutige Hallplatz der Placke, auch Sauplacke, weil auf ihm früher der Schweinemarkt abgehalten wurde [Wilms Alph. 37]. Gott sei Dank, daß 's in meiner Heimat noch e Pläckel gibt, wo ich wirklich deheem bin! [Hartmann Unkel 67]. — 5. 'die empfindliche Stelle am Ellenbogen'; 's kitzlicht Pläckel [ BZ-Heuchh]. Zs. Telephon-, PfWB Judenpläckel. — 6. a. 'kleines Stück Tuch, Stoffrest', Placke [allg.]; e Pläckel 'Stoffmuster' [ LU-Böhl]. Zs. PfWB Musterplacken. — b. 'Flicklappen'. Uf des Loch muß mer e große Placke setze [allg.]; vgl. PfWB placken. Do sitzt ee P. newem annere [ KU-Schmittw/O]. Der hot de P. newer's Loch g'setzt 'hat etwas verkehrt gemacht' [LU-Muttstdt, verbr., auch Gal]. Zs. PfWB Flickplacken. — c. 'Tüchlein zum Einwickeln'. De Butter muscht de mit de nasse Pläckelcher inwickele, damit die Butter frisch bleibt auf dem Weg zur Stadt [ Gal-Dornf]. — 7. 'die auf Flüssigkeiten schwimmende Schicht von Schimmel'. Uff'em Kaffee in de Kann schwimmen so klääne schimmelige Placke rum [Frankenthaler Zeitung vom 1. 8. 1926]. — 8. e Placke Zunner (Zunder) [ KU-Schmittw/O]. — F.: blagə, blḁgə, blǫgə im Sing. u. Pl. Zur Verbr. des Stammvokals s. PfWB backen. Dim. in der WPf u. nördl. VPf blęgəlχə, in der mittl. u. südl. VPf blęgəl. — Südhess. I 882/83; RhWB Rhein. VI 903 ff.; Saarbr. 29; LothWB Lothr. 47; Bad. I 242.
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