bähen[bǽən Bo.Ltf.Si. u. s.; bêïe Ri.] tr. v.1.rösten (Brot, Kartoffelscheibchen an der heißen Ofenplatte oder in den Ofenröhren selbst): gebähtes Brot. — 2.einen zu einem Spazierstock bestimmten Stab samt der Rinde über das Feuer halten, um ihn zu biegen u. braunfleckig zu machen: e Bengel am Feier bähen Si. — ElsWBels. 2, 22 bäje 2, 3; baier. 1, 183 bæen; schwäb. 1, 576 bêe, bêje. s. a. DWBGr. Wb. 1, 1076 u. From. 7, 144.
bähen, fovere, ahd. pâhan (mit verlängertem vocal, wie in fâhan) Graff1, 4, mhd. bæn (Ben.1, 78bwie dræn, sæn), verwandt mit bächeln und bächern, refocillare, welchen doch nnl bakeren zur seite steht. bähen bedeutet uns wärmen und trocknen, dürren: kranke glieder bähen, die geschwulst bähen;
ihm tückisch ohr und wange kneifet, die ihm der gärtner mühsam bäht. Stolberg9, 338;
aber auch schnitten und semmeln in der pfanne rösten, gebähet brot, panis tostus, gebähet fleisch, caro focillata; mhd.
er bat in lange sniten bæn und inme keʒʒel umbe dræn.Parz.420, 29;
nhd. blumen und laub im topf treiben:
früheres maiengebüsch, welches im bähenden topf sie beschleunigte. Voss3, 123.
den kohlenmeiler bähen, anzünden und erglühen lassen, bevor er mit erde bedeckt. holz bähen, um ihm den bast abzuziehen, weiden im ofen bähen, um sie desto biegsamer zu machen.
bähenonomatopoet: vom Blöken des Schafes[während G-s Kuraufenthalt in Bad Tennstedt] dagegen alles Thierische was sich auf Feldbau bezieht in steeter Bewegung sich ergeht, brüllt, bät, meckert und klappertB27,146,2Voigt26.8.16 vgl blöken