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 LothWB Back-owen (Bd. 1, Sp. 19a)   PfWB Back-ofen (Bd. 1, Sp. 521)   PfWB Rose (Bd. 5, Sp. 586) 
  Back-owen [bàkówən fast allg.; bàowə Sbg.; bákuèwən Si.] m. Backofen. Rda.: Nit meh Frawen, ess Backiwen d. h. es gehört nur eine Frau in ein Haus. Vbg. In de B. schiesse Kinderspiel. Ein auf dem Boden ausgestreckter Junge läßt einen anderen die Füße auf seine Hände stellen,

[Bd. 1, S. 19b]
streckt ihm dann seine eigenen Füße empor u. entgegen, damit letzterer sich darauf stützen kann. So wird dieser von dem am Boden liegenden Kameraden weit vorwärts geschleudert infolge einer Bewegung, die dem Einschieben des Brotes in den Backofen ähnlich sieht. Zss.

 

   Back-ofen m.:
1. sowohl der öffentliche wie auch der private B., Backowe, -ouwe usw., s. F. Der öffentliche B. befand sich in dem gemeindeeigenen Backhaus, der private wurde ins Haus ein- oder an das Haus angebaut. Früher erhielt der Maurer, der einen Backofen errichtet hatte, vom ersten Geback einen Laib Brot und einen Flammkuchen. Der B. diente auch zum Dörren des Obstes und zum Trocknen. Seit 1920 etwa gibt es Backöfen fast nur noch in Bäckereien. Das Wort bezeichnet auch, besonders in der Verkleinerung Backefche (-ēfχə), -ewl (-ēwl), den kleinen Backraum im Herd oder Zimmerofen. RA.: waarm (e Hitz) wie im B. [allg.]; dick wie e Backowe [ Don-Schowe]. Dau heerscht wie a Backowe 'Du folgst nicht' [ RO-Rehborn]. Was die Backowe baut, verächtlich von einer Frau, die breitbeinig dasitzt [Kaislt]; e Backoufe mache 'im Bett die Beine anziehen, wenn es kalt ist' [ LA-Nußd]; vgl. PfWB Backofchens. Der kriet Infäll wie e alder Backowe, von einem, der seltsame Einfälle hat [KU-Diedk, verbr. bes. Gal Buch Don]. Alleweil kummt marsch wieme alde Backuwe 'Es fällt mir etwas ein' [ HB-Webh]. Sie hot d'r Backofe geritte, wenn die jüngere Schwester vor der älteren heiratet [Fogel Prov. Penns Nr. 75]. Dere esch de Backouwe eingefalle, wenn eine Frau niedergekommen ist [LA-Mörzh, verbr.]. Der hot schun aus alle Backowe Brot geß, wer schon viel probiert hat, die Stellung oft gewechselt hat [verbr. Gal Buch Don]. SprW.: Schlupp in de Backofe, dann bischt außer de Welt [verbr. VPf]. Volksgl.: Wann der Backofe singt, sterbt eens [Fogel Beliefs Penns Nr.

[Bd. 1, Sp. 522]
557]. Kinderspiel: Die Kinder fassen sich an den Händen, gehen im Kreis herum und sprechen im Singsang: Ringele, ringele Rose, die Buwe hawen Hose, die Mädcher hawen Reggelcher, die stinken wie die Beggelcher. Schieß in die Backowe! Bei den Worten Schieß in de B. setzen sich alle in Kniebeuge auf den Boden [Rockhs]. a. 1578: Backofen [WerschwSchR Bl. 94], a. 1590: Bachoffen [ZweibrUrkb. 169], a. 1633: bachofen [Han-Licht. 8]. —
2. 'Dorfgefängnis'. Ruhestörer kommen über Nacht in de Backowwe [ PS-Erfw]; genommen vom Backhaus (s. d.). —
3. 'Mensch, der den Mund weit aufsperrt', Backowe [ WD-Niedkch]. —
4. Backefel 'Zaunkönig', »da man sein fast eiförmiges, nur mit einem Flugloch versehenes Nest mit einem Backofen vergleicht« [Heeger Tiere II 11]; vgl. PfWB Backofenschlupfer, andernortes 'Bachstelze' [ GH-Schwegh], 'Laubsänger', Backefche [Pirmas]. —
5. FIN., bes. Gassenname, wohl nach dem Backhaus der Elendsherberge [Spey]; ufm Backowe, Gewannenname nach der Bodengestalt [ KU-Schmittw/O]. — F.: -ōwə [WPf, doch s. -owə!]; -owə [östl. NPf u. nördl. VPf PS-Dahn u. (südl.) Umg.]; -ofə [Ostteil der mittl. u. südl. VPf bis GH-Neubg PS-Schönau Hirschth, Orte d. pfälz.-els. Grenze von BZ-Schweig bis GH-Neubg]; -oufə [LA Nordteil von GH östl. Bergz]; -ouwə [verbr. ZW Westteil der mittl. u. südl. VPf von NW-Deidh bis BZ-Pleisw]; -uwə [ RO-Hallgt Duchr Odh HB-Webh]; zur Form vgl. PfWB Ofen. — RhWB Rhein. I 380 ff.; Saarbr. 14; LothWB Lothr. 19; ElsWB Els. I 18; Bad. I 106/07.

 

   Rose f.:
1.
a. 'die Blume Rose (Rosa) in verschiedenen Arten und Farben sowie deren Stock', Ros (rōs), Pl. Rose (rōsə, rōzə) [verbr. (außer Umg. Land), Christmann Kaulb 18, 89 Mang 122 Müller Dietschw 57 Schneckenburger 26 Wilde 211, Lambert Penns 126], Rous (rǫus), Pl. Rouse [verbr. Umg. Land LU-Altr HB-Breitft, Wilde 211], Pl. Rause [östl. Land (Wilde 211)], Rus (rūs) [ RO-Duchr/O'hs Rehbn]; Dim.: Sg. Resje (rēsjə) u. Res'che (rēsχə), Pl. Resjer

[Bd. 5, Sp. 587]
(rēsjər) u. Res'cher (rēsχər) [verbr. WPf NPf nördl. VPf, Christmann Kaulb 75 Schandein Ged. 246, Don-Werb, verbr. Gal], Sg. u. Pl. Resel [Bergz, mancherorts mittl. u. südl. VPf O-PS (außer Umg. Land)], Sg. Resel, Pl. Reselcher [ LU-Alsh/Gr], Sg. Räisel [ LU-Altr], Sg. Räisel, Pl. Räislich, seltener Räiselcher [Umg. Land], Resi [ KU-Schmittw/O]; Wildi (Wille) R. 'Heckenrose' [LU-Altr, GH-Neubg Wilde 97]; Zs.: PfWB Pfingstrose 2 b, Buschwindröschen 2, PfWB Platsch- 1, PfWB Tee-, PfWB Dorn(en)-, PfWB Hunds-, Kirchhof(s)- 1, PfWB Klatsch- 3, PfWB Kleber-, PfWB Kletter-, PfWB Moos-, PfWB Muttergottes-, PfWB Monats- 1, PfWB Schling-, PfWB Stamm-, PfWB Zwergrose. RA.: Sie (Er, Es) bliht wie e R. 'hat rote Wangen, eine frische, gesunde Gesichtsfarbe' [KU-Obw/Tiefb, verbr.], hot Res'cher uf de Backe, dass. [ KL-Weilb]. Sie is uf Rose gebett' 'ist glücklich' [ LU-Opp]. Er sitzt in de Rose wie de Deiwel in de Nessele [ NW-Kallstdt]. SprW.: Geduld (un Zeit) bringt Rose, awwer s'erscht Knepp (s. PfWB Knopf 1 bα) [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Var.: Zeit bringt Rose, saat de Fuchs, awwer z'erscht die Knepp [Hebel 49]. Geduld bringt Rose un mit der Zeit verrissene Hose [ Don-Schowe]. E R. ohne Blaat gebt dem, der kä Ehr hat [ KU-Schmittw/O]. Die Lieb is los, sie fallt so gut uf e Kuhbladder wie uf e R. [Hebel 45]. Var.: Die Lieb, die is so groß, die fallt so gut uf e Kihdreck wie uf e R. [ Gal-Bagbg, mancherorts Don Gal Buch]. Volksgl.: Wenn im Brautbukett die Rosen die Köpfe hängen lassen, bedeutet dies Unglück in der Ehe [ NW-Herxh]. Eine Brauchformel: Es liegen drei Rosen unter unsers lieben Herrn Gottes Herz, die erste war die Demuth die andere die Sanftmuth. O Blut stehe bei den Name N. N. still was der liebe Gott von dir haben will, im Name +++ [ohne Quellenangabe]. VR.: E Ros im Garde, / E Blumm im Weg, / 's Bibche muß schaffe, / Sonst kriegt es die Schläg [PS-Winz (Wilde 213)]. Mein Schatz isch so groß, / Un er bliht wie e Ros, / Un er loßt sich verfihre / Von jedem Schinnoos [VPf (Wilde 212)]. Ringele, Ringele, Rose, / Die Märe hän ke Hose, / Die Buwe hän ke Reck, / Drum springen se hinner e Heck [ BZ-Hofstätt]. Schneid Resle, schneid Resle, loß die Stimple steh! / Wannd' Mädle verheirat sin, sin se nimmi so schä [Bergz (Kamm 120), Var. Wilde 212]. Weitere VR. s. PfWB Aprikose, PfWB Backofen 1, PfWB Bampelsack, PfWB Bube 1, PfWB Katzenschwanz 2 bα, PfWB Kuchen 1 b α, PfWB Mädchen 1 a, PfWB Ringel 1 e, PfWB Rock 1 b, Wilde 212/13. —
b. andere Blumen oder Pflanzen. α. Res'che hinner de Heck 'Schwarzkümmel' [IB-Blickw (Wilde 225)]. —
β. 'Stiefmütterchen', Pl. Rose [ KU-Nußb]. —
γ. R. von Jericho 'Weihnachtsrose', als Schmerzstillmittel bei Geburtswehen verwendet [Schandein Bav. IV,2 345]. —
δ. s. die Zs.: Adonis-, PfWB Ballen-, PfWB Pappel-,

[Bd. 5, Sp. 588]
PfWB Batonje-, PfWB Pferds-, PfWB Pfingst- 1 u. 2 a, PfWB Plappel-, PfWB Plapper-, PfWB Platsch- 2, PfWB Blut-, PfWB Bräun-, PfWB Brogrose, Buschrröschen 1, PfWB Busch-, Butter-, PfWB Dach-, PfWB Tinten-, PfWB Dotzen-, PfWB Dutzend-, PfWB Essig-, Feder-, PfWB Feuer-, PfWB Flapper-, PfWB Flatter-, Gakkel(s)-, PfWB Gall-, PfWB Gaukel-, Gäuls-, PfWB Gicht-, PfWB Gold-, PfWB Gras-, PfWB Hals-, PfWB Herbst-, Herz-, PfWB Himmels-, PfWB Kessel-, PfWB Kirchen-, Kirchhof(s)- 2, PfWB Klapper-, PfWB Klatsch- 1 u. 2, PfWB Königs-, PfWB Lorbeer-, Mai-, PfWB Maul-, PfWB Mohn-, PfWB Quack-, PfWB Ringel-, PfWB Sammet-, PfWB Sau-, PfWB Schalk-, Schnee-, PfWB Schnell-, Seiden-, PfWB Stangen-, PfWB Stengel-, Stern-, PfWB Stink-, PfWB Stock-, PfWB Wasser-, PfWB Wein-, PfWB Wind-, PfWB Winterrose.
ε. 'rosenförmige Knollen des Rosenkohls'. Om Rosekohl sein hibsche Reselcher [ KU-Schmittw/O]. —
ζ. eine Kartoffelsorte, Rose [ HB-Höch]. —
2.
a. α. eine Hauterkrankung mit Rötung im Gesicht, Ros [ KU-A'glan Bedb Diedk Erdb Kus Lohnw Schmittw/O WD-Niedkch RO-Alsbr FR-Bockh NW-Freinsh], Rus [ RO-Rehborn]; Zs.: PfWB Gesicht(s)-, PfWB Kopfrose. —
β. 'Rotlauf' [ WD-Niedkch], die Feirich R. [Lambert Penns 126]; vgl. PfWB Erysipel; Zs.: PfWB Wundrose. Volksmed.: For die R. werd gebraucht, orrer mer straut feine Zoucker en die Kuchepann om Owe, fehrt met de Watt enenn oun leet die ouf die geschwull Stell [ WD-Niedkch]. Die Feirich Ros iss gleich verriwwer, / Do schmeisst mer'n Schipp voll Feier driwwer [Birmelin Penns Gezw. 66, ähnlich: Fogel Beliefs Penns Nr. 1519]. —
γ. s. die Zs. PfWB Gürtel-, PfWB Kellerrösel, PfWB Monatsrose 2. —
b. 'Gebärmutter', Dim. Resche [ KB-Kriegsf]. —
c. 'Brause der Gießkanne', Ros [verbr. östl. NPf, Buch-Illisch]; Zs.: PfWB Gießkann(en)-, PfWB Wasserrose; Syn. s. PfWB Zotte. —
d. s. die Zs. PfWB Windrose. —
3. Dim. e neitscherig Resche 'eine Neugierige' [Kaislt, Glantal (Wilde 211)]. — Südhess. IV 1458 ff.; RhWB Rhein. VII 508 ff.; LothWB Lothr. 418; ElsWB Els. II 289.