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| LothWB an-dun I (Bd. 1, Sp. 9b) | PfWB an-ziehen (Bd. 1, Sp. 301) | PfWB äbsch (Bd. 1, Sp. 73) | |||||||||||||||||||||||||
| 1. 'zu ziehen beginnen'. a. vom Zugvieh. De Gaul will net aanziehe [allg.]. E gurer Gaul zieht zwäimol oon 'läßt einen beladenen Wagen nicht stehen', auch sprichw. [ KU-Schmittw/O] — b. 'beim Mühlespiel den ersten Zug machen'. Zieh aan! [allg.]. — 2. 'durch Ziehen von der Stelle bewegen oder anspannen'. Die schwer Maschin ziehe zwien Geil net aan [ KU-Kaulb, allg.]. Er zieht de Hosserieme aan 'schnallt den Hosenriemen enger' [ NW-Neidfs, allg.]; [Bd. 1, Sp. 302] de Droht a., in älteren Weingärten [ LU-Alsh]. RA.: Alle Sträng aanziehe 'tüchtig arbeiten' [ KU-Schmittw/O]; auch übertr. 'Jemand in einen geordneten Lebenswandel einzwängen' [ KL-Lind]; die Hosse ('s Hossefell) a. 'eine Tracht Prügel verabfolgen' [verbr. vorn. VPf]. Syn. s. PfWB verhauen. — 3. 'ankleiden, Kleidung, Schmuck anlegen'; 's Kind aanziehe, sich aanziehe, e scheene Rock, Strimp un Schuh, de Daimling, de Ring a.; sich annerscht a. 'sich umkleiden' [allg.]; dafür auch PfWB antun; fligg (flügge = leicht) aangezo(che) [verbr.]. RA.: Das wär jo grad, als wammer rer Sau e golde Halsband a. dät, wenn ein Kind zum Spielen auf der Straße sein Sonntagskleid anziehen möchte [Kaislt]. Dem geheert de Maulkorb aangezoche, von einem bissigen Menschen gesagt [LU-Altr, verbr.]. Er hot de Wammes ebsch aangezoo 'hat Bankerott gemacht' [WPf]; vgl. PfWB äbsch. TL.: Hopsa Liesche, danz e bißche! Mutter, ich han ke Schuh! Zieh die alde Schlappe aan un danz die Lecher zu! [ KU-Bedb, ähnl. Gal]. Volksgl.: Wammer alle Määrge (Morgen) der linke Strump 's erscht aa'zikt, krikt mer ken Zahweh [Fogel Beliefs Penns Nr. 1654]. Übertr.: Der hot sich des (das Gesagte) aangezoo 'Er fühlt sich beleidigt' [ KB-Bischh]. — 4. 'herankommen'. E Gewidder ziecht aan [ BZ-Dernb]. WR.: Wie se (die 40 Ritter) aanziehn, ziehn se aus [ KB-Harxh]. — 5. 'ansteigen'. a. gegenst. Do ziechts aan, vom Gelände [ BZ-Dernb]. — b. übertr. de Wein, die Frucht (das Getreide) zieht aan 'wird teurer' [allg.]. — 6. 'an sich heranziehen'. a. physikalisch: Salz zieht Wasser aan; 's Haai is aangezoo(che) 'feucht geworden' [allg.]. Heit nacht hot's leicht aangezoche 'ist es kühler geworden' [NW-Lambr, verbr.]. — b. 'anlocken', von lebenden Wesen. De sieß Moscht zieht die Biene (d' Imm) aan; de(n) Hund a. (durch Futter und gute Worte) [allg.]. — 7. 'anführen, zitieren'. a. 1805: ... daß die in dieser Bittschrift angezogenen Gründe des Johannes Scholl gäntzlich der Wahrheit entsprechen [Knapp 134 (KL-Ottbg)]. — ElsWB Els. II 897; Bad. I 66; Schwäb. I 287; Nass. 48.
| 1. 'von der Sonne abgewendet'. De Acker leit uf de ääbsche Seit 'auf der sonnenlosen, der Nordseite' [WPf]; vgl. PfWB Winterhalde. E Bannstück, das leihr uf 'liegt auf' der äbsche Seit [PfId. 179]. a. 1416: ein stückel feldes, gelegen am Abichfelde [Remigkl. 97 (KU-Ulm)]. a. 1581: (Ein Grundstück an einem Berg) zuer Ebichen seiten [Lgb. 33 d Bl. 64 (PS-Rodalb)]. a. 1600 (Abschr. 1730): die Ebigseithen [Kurpf. A. 168 S. 186, 197 (KU-Wolfst)]. a. 1600: Item die Ebichhalde ist ein Buchen Winterhalde [PfW 1908 S. 63 (PS-W'fischb)]. — 2. 'verkehrt, umgewendet', von Stoffen, Kleidung, Wäsche, nicht selten in der Verb. äbschherum. a. gegenst. die ääbsch Seit vum Hemd, vum Strump usw., ebenso: 's Hemd, de Rock usw. ääbsch aanziehe, zur Verbr. s. K. 4. Hann for 's Heemweh net ze kriehe, Aebsch mei' Hemm doch a'gezoh [Schandein Ged. 27]. — b. übertr. RA.: Die Kutt (De Wammes) ääbsch mache 'seine Zahlungsunfähigkeit erklären' [WPf Hebel 24] — 3. 'links'; die ääbsch Hand 'die linke Hand'. RA.: Er hot zwää ääbsche Hänn, von einem Ungeschickten [verbr. wie 2 a]; vgl. PfWB Linkshänder. Er hot 'm e Ääbschi gebb 'einen Schlag mit der linken Hand, auch mit dem Handrücken' [verbr. wie 2 a]. Die ääbsch Seit kann somit auch die Rückseite bedeuten: Wenn de Pelzwald ääbsch is 'Wenn die Blätter die Rückseite zeigen' (gibt es Regen) [ KU-Reipkch]. a. 1535: ... solle die gemein ... die ebigseith 'Rückseite' an der kirche bauen und handthaben [PfWeist. I 41 (RO-A'bambg)]. — 4. Das Brett (die Bank, de Disch) is ganz ääbsch 'windschief' [ HB-O'bexb BZ-Dernb]. — 5. 'linkisch, ungeschickt, unbeholfen'. Das is e ääbscher Kerl, e Ääbscher, e ääbsch(es) [Bd. 1, Sp. 74] Hinkel [verbr. wie 2 a]. Er hot ääbsch getrete 'hat einen Fehltritt getan' (gegenst. u. übertr.) [verbr. WPf NPf]. — 6. 'unbrauchbar'; e ääbsches Beil, e ääbscher 'unfruchtbarer' Acker [ KU-Jettb RO-Obd KL-Weilb], e ääbsch Platz, z. B. graslose Stelle in der Wiese [ KL-Weilb]. — 7. in geistigem Sinne a. 'verkehrt, sonderbar, anormal, halbverrückt'; ääbsch im Kopp [verbr. Kühn Palz 2]. Du bischt un bleibscht e nerricher Bu Mit deine ääbsche Schnerjel! [Kühn Schnitze II 12]. — b. 'unfreundlich, ungefällig'. Das is e ääbscher Kerl, der kummt ääm (aam) immer so ääbsch [verbr. wie 2 a]. 's es koo eebsches Wort gefall [ Gal-Bagbg]. — F.: Die herrschende Form ist b. In LU-Edigh u. NW-Leistdt erscheint bt, in FR-Beindh, in KU-Cronbg Dunzw und FR-A'leining āb, in Gal Buch ēb (vgl. Karte 4). — Das Wort ist eine Ableitung von ab und geht auf ahd. abuh (Graff I 89 ff.), mhd. ebich, ebuh, ebch ( Lexer Lexer I 499) 'abgewendet, verkehrt, schlecht' zurück (vgl. auch DWB DWb. I 58). Da auch bei den pfälzischen Auswanderern des 18. Jahrhdts im Auslaut des Wortes sch erscheint, muß der Wandel von ch zu sch noch vor 1750 eingetreten sein. Er ist am ehesten als partielle Assimilation — Annäherung der Bildungsstelle des Reibelautes an die des vorausgehenden Verschlußlautes b — aufzufassen. Möglicherweise haben dabei die Adjektiva lęb 'läppisch', hib 'hübsch' als Muster mitgewirkt. — RhWB Rhein. I 27; Saarbr. 3; Bad. I 10; Mainz 13; Nass. 34.
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