NLexer FindeB wit flex.-de wide wid stf. (BMZ III. 618b)flechtreis, strang aus gedrehten reisern, zieml. allgem. ( nicht bei Hartm. u. in den Nib. ) z. b. ein wide eichîn Mor. 1,2886. ir wîʒen blanken hende vielt sî dick alsam ein wit (: slit) Reinfr. B. 8663. man moht den ellenden man mit widen zesamen bunden hân Ls. 3. 413,519. sô man die wit stricket an den ast Renn. 23284. er treip sînen gewalt mit armen liuten durch swert durch wide ib. 1121. sie truogent seile und wide an den helsen Chr. 8. 463,15. daʒ reche ein grüene wit an sînem kragen Msh. 3,293 a . dar umbe sî ein wit sînes houptes stegereif ib. 272 a . mir rihte ein wide ald ein strick über den unwerden ib. 252 b . solt man mich lœsen von der wide ib. 238 b . koment balde mit der wide, den hâher bringent her Wartb. 8,3. wide und seil schaffe unser eim der hâher morgen her ib. 2,16. daʒ sal man richten mit der wid Ssp. 2. 28,3. bî der wide, bei strafe des henkens, bei todesstrafe Ernst 1431. 4364. Walb. 496. 677. Dietr. 6948. Wolfd. A. 505. Apoll. 10571. Vz. 600. Livl. M. 178. 4620. 6280. Netz 8538. 10781. 98. den dieb henkt man an ein wid ib. 12730. ob man mich hienge an ein wide Bit. 8616. du hiengest wol mit rehte an einer vil guoten wide Ecke Sch. 142. wer hâht die rouber an die wide? Enenk. p. 311. da würget man sie mit widen und stricken an hôhen galgen und baumen Chr. 3. 151,2 ; band als schmuck: weliche junkfrow zu tenzen und hôchzeiten wide, hârbant, pentel etc. tragen wolte Np. 101 ( 15. jh. ). — wegen der etym. s. wîde. | | widde widder s. Lexer wit, Lexer wider, Lexer witer. | | PfWB ElsWB LothWB Widde II das Wort, mnd., nd. wedde, wede, as. widh, ahd. wid, mhd. Lexer wit, wide, ist Rhfrk hier u. da, geschlossen Mosfrk an der Saar, Mos, in der WEif in Wittl, Bitb, Prüm, im Westerw, Siegld, anschliessend OBerg in Gummb, Waldbr, Sieg u. in Sol, LRip in Ahrw, Malm, Schleid-Dreiborn, Rheinb-Wald, dann Eup-Raeren; ferner ganz abseits im SNfrk in Erk-Elmpt, Kemp, Mörs verbr., u. zwar Rhfrk wīt Kreuzn-Münchw Münster Sarmsh Warmsr Winterbg, Birkf-Bergen Berschw, Simm-Laub Laufersw Schlierschd, Zell-Sohren, Goar verbr.; -i- Wend-Baumholder Dörrenb Werschw, Saarbr-Rentrisch, Bernk (Hunsr), Goar verbr.; Mosfrk wit [doch -ī- Wittl. Bitb, SPrüm, Bernk (Mos); -ǫ- Prüm-Steffeln]; Pl. -dən [Westerw auch wirən, –lən]; Siegld wet, Pl. wērə; OBerg wit, –īə-, Pl. wīən; Rip (s. o.) wit, –e- [Sieg-Fussh, Waldbr-Bladersb -ǫ-; Altk-Horhsn NFischb Hellert -ø-, –-], Pl. -də(n); SNfrk (s. o.) wet, wīət (Elmpt), Pl. -tə; gern Dimin. -tχə(n), –tə f. [n. Birkf-Bergen]: 1.a. ½—1 cm starke, gedrehte biegsame Gerte aus Birken-, Hasel-, Hainbuchen-, Weidenholz, zum Binden von Holzwellen, Schanzen, Stangen, Heu, Flachs; die W. wird durch einen Knevvel (Knebel) festgezogen (gefrongen, gefrissen, gedreht); en Birkenw. (usf.); auch besteht die W. aus zwei zusammengeknoteten Reisern; man bindet mit W.ən (meist W.chen) auch junge Bäume, Reben, Zaunlatten an den Pfahl, bindet einen Sack damit zu; man befestigte mit ihr die Strohschauben am Strohdach (Dachw.) Allg.; Schlinge zum Aufhängen der Würste Goar, Eup-Raeren; Strohseil, Strihw. Verbr. Mosfrk, Gummb-Lantenb; en W. afschniən, blank maken (flicken) un onger dem linken Arm (bei stärkeren o. dem Ben »Fuss«) friten »um sich selbst drehen«, fringen, broden, drehen, widden (s. d. W.) Gummb, Allg. RA.: Et Fläsch es su zäh (fräd) wie en W.; er es su z. (fr.) wie en W. sehr widerstandsfähig Westerw, Siegld, Prüm. Strack (schlank) wei en W. Merz-Losh. De Kerl es aus der W. aller Streiche voll Kobl-Bendorf; de wor aus W. un Wendsel rasend, zornig SONeuw. Beim Schmedd hängt de Dür an de W. er übt seine Kunst für andere, nicht für sich aus Berg. He kemmt a de W. den Strang, Galgen; ech brenge dech a de W.! Siegld. Dat es eso viel, dat bengt (bindet) me all binen en en W. das behandele ich geringschätzig Gummb-Nümbrecht; de Erpel [Bd. 9, Sp. 485]
(Kartoffeln) sind jo so gutt geroən, dat me se in en W. bringen kann so lang gewachsen sind sie Gummb. Wenn einer wegen Alters, steifer Glieder keucht u. sich schlecht bücken kann, sagt er zu seiner Entschuldigung: Menste, ek här den Arsch (noch) in der W. hangen; zu einem Kinde: Du häs doch (noch) den A. in der W. h. bist noch gelenkig; du häs jo noch kene Röcken, du h. jo den A. ener W.! Gummb. Er os in de W. in grosser Angst Koch-Weiler. Mer ment, mer mit (müsste) sech de Kopp met W.ə benne verzweifelter Ausr. Prüm, Malm. Das Mädchen, das gern heiraten möchte, dieht anen heiroden, egal wen, on wenn en de Schuh met W.ən gebonn hätt Trier, Mosfrk. — b. wetə Pl. Schlingen von Hopfenranken Eup-Raeren. — c. wīt Binse, Juncus Bitb-Kruchten. — 2. übertr. a. sachl. Lenkbaum am Wagen, auch Lenkw. Saarbr, Langw. Siegld-Hickengrund (s. Lang-). — b. persönl. verächtl. einer, der zähen Widerstand leistet Simm. |
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