Hanf afür die Pflanze, insbes im Hinblick auf Anbau; einmal ‘H. jäten’[bei Hechingen] Der Feldbau ist .. der einer rauheren Gegend, man sah noch viel Kartoffeln, H., Wiesen und TriftenT2,135,14 v 16.9.9752,390 Gätet Mädchen 1T2,181,17 v 6.10.97uöals Gegenstand botan StudienVon den Dikotyledonen [Zweikeimblättler] führen wir den Lein auf. Ingleichen den H.N13,93,13 SpiralTend PlpB39,111,18Martius8.2.25uö(selten)im neugriech(?) Sprichwort ‘Storch im H.’, wohl in Entsprechung zu der dt Redensart “Storch im Salat”, in Kennzeichnung nationalsprachl EigenartenGespr Kanzl Müller [24.4.]19 bfür die Fasern als weiter zu verarbeitendes od verarbeitetes Material, auch ‘H. spinnen’, zugl für hausfraul Fleiß überhaupt[Gottfr zu Marie:] Schwester, du kannst mehr als H. spinnen1), du hast einen Faden gedreht diesen Paradiesvogel [Weisl] zu fesseln39,44,27 Götz1 I~8,45 Götz2B12,325,2Christiane13.10.97idVbdg ‘H. brechen’ zur Gewinnung der Fasern28,155,9f DuW 12im Bild[mBez auf Wilhs inneren Zwiespalt] wie aus Seide und grobem H-e war diese Flechte gezwirnt, geflochten und verknotet darzu52,94,28 ThS IV 16 Syn zu a Cannabis 1) vgl LRöhrich, Lexikon der sprichwörtl Redensarten, 1994, 2,659
Elke Dreisbach
fimmel, femel, m.heiszt dem volk der gelblich blühende, keinen samen tragende kurze hanf, dessen zärtere stengel früher reifen und gerauft werden, als die des langen, körner bringenden, welcher in der Schweiz mäschel genannt wird. die namen sind aber verdreht und fimmel, d. i. cannabis femella auf den männlichen, hingegen mäschel, cannabis mascula auf den weiblichen angewandt worden, weil der sinnlichen anschauung die stärkere pflanze männlich, die schwächere weiblich erschien. die naturforscher stellen das richtige verhältnis her, ihre benennungen lauten darum den volksmäszigen ganz entgegengesetzt. schon beiMaaler135dwar fimmel fehlerhaft der kurze hanf. wederFrisius, Dasypodius,noch die beiDiefenbachunter cannabis ausgehobnen glossen liefern das wort. weil mäschel neben fimmel steht, läszt sich letzteres sicher nicht aus jenem alten fêmea herleiten und mag erst im 16 jh. aufgenommen worden sein. in Österreich sagt man für fimmel bästling. auch engl. fimble.
NRhWBFimelII-ī-Trier-Ld, Wittl, Bitb, SPrüm, Simm, Birkf, Waldbr-DenklWildbg, Siegld; sonst -i- Sg. t. m.: 1.a. die männliche Hanfpflanze, während die weibliche SämerSaarbr, MäschBitb, BockBitb-Dudeld, HafOttw heisst; sie ist kurz u. trägt keinen Samen u. wird eher als die weibl. Pflanze ausgezogen; jetzt nur noch Saar, WEif Hunsr, aber schon selten. Die Reife des F. erkennt man daran, dass er stöppt, also den männlichen Blütenstaub verstreut; der dann ausgerupfte F. wird auf einer Wiese dünn ausgespreitet; nach 4—6 Wochen Tauröste wird die Spreite mit einer Sichel aufgehoben u. in Bündel (Binsel) gebunden; entweder wird der F. nun im Backofen getrocknet oder auf der Brechkaul, auch Rücksk. genannt, unter schwachem Feuer geröstet; dann schreitet man zum Brechen, wobei die Töllen, die holzigen Teile, sich absondern u. die Fasern, Schleissen genannt, übrig bleiben; diese F.schleissen werden bei allen Verarbeitungen streng gesondert gehalten, denn sie liefern die feinste u. zarteste Ware (die Weiterverarbeitung s. bei Flachs); die nach dem Fimeln noch auf dem Felde verbleibenden Stengel, Mäsch, tragen die Samenkörner; bei der Reife der Körner werden sie ausgerupft u. mit dem Samen auf Haufen, Mölzen, gestellt; sie bleiben lange auf dem Felde stehen, bis zuletzt die Körner leicht mit der Hand abgestreift werden können; der Mäsch wird seltener im selben Herbst, meist erst im nächsten Frühjahr gespreitet, weil er sich dann leichter u. schöner bleichen lässt (s. Flachs) Bitb-Dahlem. RA.: Dau mei liewer Gott em Hiəmel, itz hon eich Hanf gesät, jetz es et lauder F.!Bernk-Stipshsn. Feərne, f. am Himmel stohn de Steərne; stohn de St. am H., em Garde wiəss (wächst) de F., wiəss de F. em G., de Bure welle mer schwarde (prügeln) usf. Ahr, Verbr. — b. feinste Hanffaser Saar, WEif;
[Bd. 2, Sp. 453]
man unterscheidet Oseken, Groft, Reisten, F.Prüm-Mürlenb, daraus f.hänfe Duch feinstes Tuch Saarbr-Sulzb. — 2.a. männliche Samenstaude beim Spinat Dür-Winden. — b. Kraft Heinsb-Karken.