Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 GWB Grundlage (Bd. 4, Sp. 531)   GWB basis (Bd. 2, Sp. 84) 
  GrundlageBedeutungsschwerpunkt in 1bγ
1 tragende Schicht, fester Untergrund, (Ausgangs-)Basis; mehrf ‘zur/als (eine) G. dienen’
a Fundament od tragendes architekton Element eines Bauwerks od Gebäudeteils; Urgestein als Unterlage jüngerer Gesteinsschichten[Baumaßnahmen am Weim Schloß] Da nun auch die G. zur Treppe dieses Jahr bis in die erste Etage zu führen ist A(Gr4,138) Bericht 6.5.95diese Steinarten [Granit mit Feldspatkristallen] .. machen .. einen angenehmen Eindruck des stillen und großen Verhältnisses der G-n unserer bewohnten Welt gegen einander T2,88,2 v 26.8.97[mBez auf Sternbergs ‘Versuch einer geognost-botan Darstellung der Flora der Vorwelt’, 1.H, 1820] so gelangen wir immer mehr in den Sinn der Natur, die .. unter dem Boden und weiterhin in die felsigen G-n ihr crystallisirendes Bildwesen treibt B34,73,3 Schreibers 7.1.21 K342,247,19 VorbereitgItal 1795/9624,48,10 Wj I 4N9,63,1 MarienbadN13,421,6 MinGeol Plp
b materielle od geistige Basis, auf der etw/jd fußt od aufbaut; zT in rückversinnlichender Anknüpfung an Pkt 1a
α (ökonom) ExistenzgrundlageSein [Augusts] älterer vorsitzender College .. ist mit ihm .. zufrieden, und hat ihn .. schon hohen und höchsten Ortes empfohlen. Möge ihm das als eine G. dienen des künftigen sichern Zustandes B24,147,16 Willemer 13.2.14
β Grundstock einer Sammlung od deren Begründung (als Nomen actionis)so war damals [um 1700] das Interesse an der Thiergeschichte durch das Seltsam-Ungeheure erregt. Dieser Neigung verdanken wir die G. und auffallend merkwürdige Körper unsers osteologischen Museums N8,113,14 ZwKnochDas mir [zur Neuordnung] anvertraute Edelstein-Kabinett werde .. übergeben, wünsche .. glückliche Vermehrung der schönen G. B35,296,18 CarlAug 26.3.22Was man dem Apotheker Schwarz theils bey Einrichtung des Laboratorii, theils zur G. des Präparaten-Cabinetts schuldig geworden, ist gleichfalls bezahlt A(GJb30,31) Bericht [22.]11.12 KB17,20,5 NMeyer 18.1.04
γ Ausgangspunkt, Ursprung einer Entwicklung, (erste) Anlage, Keimzelle; Voraussetzung, Bedingung, wesentl Anforderungen für eine Sache; empir Befund od geistige Leistung als Arbeitsgrundlage, Vorstufe weiterführender wiss od künstlerischer Tätigkeit; mehrf ‘G. zu etw’Im Jahre 1810 finde ich Ihre freundliche Sendung [Zeichnungen vom Kölner Dom] .. Diese G. und was daraus erwuchs verdient wohl, einer neuen Aera den Charakter zu geben B36,285,10 Boisserée 27.1.23[betr Nabelfleck an Pflanzensamen] Erste G. aller Gefäße in demselben N13,139,30 Morph Plp[betr Eröffnung des Weim Theaters] Die G. zu aller Bequemlichkeit ist auch gegeben 40,10,3 EröffnWeimTheatgestützt auf ein tiefes Studium des Pflanzenreiches, auf eine höchst bedeutende Masse von Erfahrung und Beobachtung, trug er [Decandolle] .. die Principien der Symmetrie der Organe und die Geschichte ihrer Metamorphose vor .. Diese Theorie, auf so soliden G-n .. machte zahlreiche und schnelle Fortschritte N6,265,8 MetamPfl Wirkg 1830N52,385, 13 Üb:LeCatN8,248,28 SkelNagetiereN1,130,22 FlD 316B25,119,25 Zelter 27.12.14 naturkundl Sammlung als Materialfundus der akadem Lehredaß das kleine [mineralog u zool] Cabinet wie bisher als eigentliche G. zu den Vorlesungen diene A(Salomon 1990,114) Vorschr fBachm 13.10.31 [Oberaufs]A(MA112,623,27) Bericht [Ende Okt 17] [Oberaufs]Grundgerüst, Disposition einer schriftl Ausarbeitung[FJSchelver] reichte ein Schema [zu botan Vorlesungen] ein, welches als G. eines Ankündigungsprogramms gelten konnte A(Gr5,340) Aktenniederschr 23.4.03B13,330,12 Knebel 7.12.98
δ Rechtsgrundlage[die Bergwerkskommission] behielt die Führung des Gewerkenbuchs, als die G. des Eigentums der Bergteile, unter ihren Augen A(LA I 1,86,21) 1.NachrBergbIlmenau 24.2.85 [G/Voigt BergwKomm]
2 Hintergrund, Fond
a in opt Versuchen: Fläche, von der sich ein andersfarbiger Gegenstand abhebtdaß wir eigentlich alle körperliche Farbe mittelst eines durchfallenden Lichts gewahr werden .. daß das einfallende Licht .. bei dem undurchsichtigen Körper auf seine helle G. dringe und von da wieder zurückkehre N2,294,4 FlP 677
b erster, plakativ gesteigerter Farbauftrag auf TheatermaskenWas die Farbe betrifft; so thut man wohl sie bey Nacht aufstreichen zu lassen, weil man sie bey Tage nicht mächtig und abstechend genug zu färben Muth hat. Ist die G. gut und charakteristisch, so hilft man, wenn der Schauspieler angezogen und das Gesicht mit der Maske in Einstimmung gebracht worden ist, mit Pastell nach B16,442 NMeyer [Ende 02/Anf 03] K
3 Grundstoff, -substanz chem Umsetzungsprozesse, bes Basen als Hauptbestandteil der Salzbildung; mehrf iZshg der

[Bd. 4, Sp. 532]
erdgeschichtl EntwicklungMit diesen drei Uranfängen [Sal, Sulphur, Mercurius] scheint er [Paracelsus] dasjenige ausdrücken zu wollen, was man in der Folge alkalische G-n, säuernde Wirksamkeiten, und begeistende Vereinigungsmittel genannt hat N3,206,11 FlH IVwie sollten Basalte vulkanisch an allen Orten .. völlig gleichartig entsprungen sein, da das unterirdische Feuer verschiedenartige G-n zu verkochen hatte N9,187,5 Üb:KWNoseA(N13,329,9—11) Promem 22.11.12 Var uö(selten)
Syn zu 1 GWB Basis, Base Fundament Grund zu 1a Grundfeste Unterbau zu 1b Grundstein zu 1bγ Anforderung Anlage Bedingung Disposition Grundschema Schema Ursprung Vorarbeit Voraussetzung zu 2 Grund Hintergrund zu 3 Element Grundstoff Urstoff

Martina Eicheldinger

 

  basislat, als Bestandteil wiss Terminologie u in kanzleispr Wdg; GenSg ‘baseos’, Dat u AblSg ‘basi’, AkkSg ‘basin’ u ‘basis’, NomPl ‘bases’; auch Großschreibung
1 in natwiss Terminologie
a geometr (s Basis 2)[Beschreibung regelmäßiger Zerklüftung des Granits] Nun kommt noch ein fall vor daß .. ein und der andre Rhombus gegen seine Basin schräg getheilt wird N13,294,2 MinGeol Plp
b anatom (vgl Basis 3); meist in terminolog Vbdgn wie ‘basis cranii’ (Schädelbasis), ‘basis ossis occipitis’ (Basis des Hinterhauptsknochens), ‘basis cerebri’ (Basis des Gehirns)Os intermaxillare. A) Basis [> Corpus; in der Loderschen Vorlage dieser Tabelle: Basin] .. B.) Apophysis maxillaris .. C.) Spina nasalis N8,326 Morph PlpBasis ossis occipitis vergleicht sich den beiden Sphenoideis N8,27,9 VglAnatomie 6 1795 [vgl Zit GWB Sp 82,77ff]  Wenn Sie bey Entfaltung des Typus .. sich blos an die Natur halten, so werden Sie gewiß alles durchdringen .. Die basis cranii werden Sie gewiß auch bald entwickelt haben B19,250,18 FSVoigt 20.12.06N8,106,17 ZwKnoch 1819N(Corpus V B,21 Nr31) metonym für den (modifizierten) Titel einer SchriftAn Hrn. Hofr. Sömmering, Dank für die Basin Cerebri [‘Samuelis Thomae Soemmering Tabula baseos encephali’, Ruppert 5126] Tgb 30.12.99
c botanFürtreffliches Beyspiel der Serapias [Pflanzengattung] wo die Antheren an den Foliis, sowohl an der Basi als dem Apice .. erschienen N13,145,29 Morph Plp ~ N13,176,2
2 kanzleispr ‘pro basi’: iSv Richtwert[Verhandlung der Siebmacherkonzessionen] Die sämmtliche Summe des Canons ist .. 21 rtl .. Die 21 rtl. werden pro basi angenommen A1,335,31 Aktenausz [19./29.1.85]
→ Existenzbase Hauptbase Kunstbasis Rustikabasis Wolkenbasevgl zu 1 Sockel zu 1 a Fundament Unterbau zu 1 b und c Piedestal Postament zu 1 b Säulenfuß Säulenstuhl zu 1 c Basament, Basement Fußgesims Fußgestell Untersatz zu 2 Grundfläche zu 3 Körper Korpus zu 4 Grundfeste zu 6 Fundament GWB Grundbedingung Urbedingung GWB Bedingung Grundlage Voraussetzung
1) zur Bedeutung dieser Frage für G-s Antikeverständnis vgl JGauss, Zweck u Fiktion in der Baukunst, in: Goethe-Studien, 1961,30f
2) in der von G benutzten Quelle (CFQuednow, Beschreibung der Altertümer in Trier, 1820): Plinthe

Gertrude Harlass