Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 GWB Gewöhnlich-Schlechte (Bd. 4, Sp. 211)   GWB gemein (Bd. 3, Sp. 1414) 
 * Gewöhnlich-Schlechte daß .. unter diesen [Heiligenbildverfertigern] mancher Geniale sich aus dem gewöhnlich Schlechten erhob Gespr(He31,314) Grüner 30.8.21
GWB allgewöhnlich un-Syn gemein zu 1 allgemein alltäglich consuetus gebräuchlich gewohnt üblich zu adv gewöhnlicherweise(sd) zu 2 alltäglich einfach zu 2b gering

Josef Mattausch

 

  gemeinsubst auch Kleinschr (bes in Br). Mit knapp 800 Belegen recht häufig; zumeist im Sinne des Gewöhnlichen, Einfachen (Bed 4) verwendet, wobei negative Bewertungsmomente noch relativ zurücktreten (5, bes 5 b); andererseits bleibt die in älterer Zeit dominante Bedeutungsrichtung auf das Gemeinsame, die Gemeinschaft deutlich ausgeprägt (1).
1 gemeinsam, gemeinschaftlich
a zwei od mehreren, einer Gemeinschaft, der Allgemeinheit, auch: der Menschheit gehörig, zukommend, sie (gemeinsam, insgesamt) betreffend; auch ‘(jdm) g. sein (mit jdm)’Hafis, mit dir, mit dir allein | Will ich wetteifern! Lust und Pein | Sei uns den Zwillingen g.! 6,39 Div Unbegrenzt 16[aus Ital] Ich schreibe wenig. Fr. v. Stein hat noch etwas g-es [vgl an ChStein 13.1.87: ein Blat mit den Freunden zu theilen] B8,135,27 Herder 13.1.87[Stäfa] G-e Waschküche. | G-e Keltern 342,121,11f ReiseSchweiz 1797 Fasz 3die g-e Trift 422,11,18 ErklärgsVersuchHomerstelle[der fremde Richter:] wer läugnet es wohl, daß hoch sich das Herz ihm erhoben | .. Als man hörte vom Rechte der Menschen, das allen g. sei HermDor VI 9N8,91 ZwKnoch Titel [für: commune] 45,11,15 RamNeffe idVbdg ‘das g-e Beste’,

[Bd. 3, Sp. 1415]
auch ‘das g-e Heil, Glück’jetzo .. ist es Zeit, dem Werke aufzuhelfen, es zu schützen, Hindernisse aus dem Weg zu räumen .. und dadurch zu dem g-en Besten mitzuwirken 36,371,25 RedeEröffnBergbIlmenau 1784Ein einziger Vorstand ist der Stadt | Zu schwach, ein zweiter auch ist Noth g-em Heil [πόλει] 412,41,22 Eurip,PhaethonVersuch16,254 Maskenz 1818 Prol 104 ‘das g-e Wesen’: das Gemeinwesen, das allgemeine (kommunale, staatl) Ganze, die Öffentlichkeit, die Gesellschaft (vgl ‘Gemeinwesen’)läst sich darthun, daß der Grund und Boden all unßrer Häußer, vor undencklichen Zeiten, Gott und dem g-en Wesen gehört hat DjG33,368,21 RAnw [7.5.73]bei den Engländern vorzüglich bedeutend und schätzenswerth .. die Ausbildung so vieler derber tüchtiger Individuen, eines jeden nach seiner Weise; und zugleich gegen das Öffentliche, gegen das g-e Wesen N4,96,9 FlH VIgehört er [JDSchöpflin] .. als Autor dem g-en Wesen und als Redner der Menge 28,46,28 DuW 11Wünschenswerth .. wenn man baldmöglichst dem g-en Wesen diesen Schatz [die Sammlung Wallraf] zueignete 341,77,10 KuARheinMainEin Reicher, dem g-en Wesen zur Nachricht 4,163 TitelNatT 38748,142,25 Denkmale von Naturgegebenheiten, -phänomenenVerändrung der Verschiednen Corollarum propriarum des Asters nach der Mitte des g-en Fruchtbodens N13,160,5 Morph PlpLA I 3,502,28 Fl Plp mBez auf (erlebte) Zeit: ‘g. werden’ iSv eigen, zuteil werden[Eos:] Manches Gute ward g. den Stunden Pand 1046
b in Wendung u Sentenz (auch inhaltl nuanciert)
α ‘etw g. (G-es) haben (mit)’: in etw, in best Beziehung übereinstimmen (mit); öfter negiertBeides, Vorblatt und Auge, hat .. der Knoten einer Rebe mit allen andern Pflanzenknoten g. B44,298,13 Riemer 28.8.28 [Beilage]Mängel und Schicksale haben wir alle g., die Tugenden gehören jedem besonders 36,363,25 Trauerloge 1821[Madame Sommer:] Er [der Mann] wird aus seiner Welt in die unsere herüber gezogen, mit der er im Grunde nichts g. [wenig g-es DjG35,97,35 Stella1] hat 11,168,2 Stella2 IIIB4,193,1 Lavater 6.3.80 auch ‘g-e Sache machen (mit)’: zusammenarbeiten (mit) 251,250,18 Wj III 13
β ‘sich mit jdm g. machen’ negativ akzentuiert iSv sich mit jdm Niederen gleichstellen u dadurch selbst erniedrigen[Jarno zu Wilh:] es ist mir .. unbegreiflich gewesen, wie Sie sich mit solchem Volke [Schauspieler] haben g. machen können 21,312,12 Lj III 11=52,163,10 ThS V 10
γ in gnomischer Rede: ‘g. machen’ (absol) iSv mit den anderen, mit der Menge auf eine Stufe stellen, egalisieren, mit pejor Beiklang (in Berührung mit 5 a)[Faust:] Ihm [dem Herrschenden] ist die Brust von hohem Willen voll, | Doch was er will, es darf’s kein Mensch ergründen. | .. So wird er stets der Allerhöchste sein, | Der Würdigste —, Genießen macht g. 151,1 Faust II 10259
δ idWdg ‘g. tun mit jdm’ iSv vertraut, intimSie [Männer in Frauenkleidung] .. thun g. und vertraut mit den Weibern als mit ihres gleichen 32,233,10 ItR RömKarn
ε ‘mit dem Feinde g. werden’ iSv ins Gefecht kommen 44,310,13 CellAnh IV 1 Karton Michelangelo
2 generell, auf alles bezogendiesem und allem andern g-en Wiederspruch entgegensezzen DjG35,399,16 RAnw [7. 8.75]
3 allgemein verbreitet, üblich; auch in Gegenüberstellung zu ‘selten’Tugenden sind zu jeder Zeit selten, Mängel g. N3,134,24 FlH III[Charlotte] wußte recht gut, daß nichts gefährlicher sei, als ein allzufreies Gespräch, das einen strafbaren oder halbstrafbaren Zustand als einen gewöhnlichen, g-en, ja löblichen behandelt 20,113,11 Wv I 10die Zerschlagung der [Bauern-] Güter, die bey Euch etwas g-es ist B7,13,3 Merck 13.2.85B14,154,22 MJacobi 16.8.99 K [für: commun] 45,93,12 RamNeffe bes in Vbdgn wie ‘g-e Meinung’, ‘g-e Sage, g-es Gerücht’, ‘g-er Ausdruck, Redegebrauch, g-es Sprichwort’ uä[Mahomet:] Alt | Ist das Orakel, die g-e [populaire] Sage, | Die einen gottgesandten Mann der Welt | Versprechen 9,299 Mahomet 529[Amalia:] wenn die Vernunft, nach dem g-en deutschen Ausdruck, manchmal still stehen kann 18,283,24 GutWeibernach dem g-sten [> bekannten] Sprichwort B49,397 Zelter 3.1.32 K7,332,10 DivNotDjG33,396,19 RAnw [3.9.73]37,133,4 ShakespTag
4 gewöhnlich, alltäglich, einfach (in Berührung mit 3)
a im konkr-gegenständl Bereich; auch im Bild
αEin g-es Wohnzimmer, an der Wand zwei Bilder, eines bürgerlichen Mannes und seiner Frau 18,3,3 Aufgeregten I 1 RegiebemIch habe einen Specht ausgestopft gesehen. Das ist kein g-er Vogel B1,258,3 Herder [Frühlg/Som 71? Korr DjG 2,20]Nicht jeder wandelt nur g-e Stege: | Du siehst, die Spinnen bauen luft’ge Wege 2, 224 Sprichw 25 [für: vulgar] 421,202,12 Carlyle,Schiller
β versch nuanciert in wiss Beschreibung: frei von Zutat, Beimengung; ohne Abänderung, ohne Spezifikationein Prisma von Flintglas .. ein Prisma von g-em Glase N51,209,23 FarbenerschRefraktion 62Stänglicher | G-er Thoneisenstein N10,103,4 GebirgsartenBöhmBrassica oleracea, g-er Kohl N7,324 Versuche übWachstum dPflN8,275,5 VersGestTiere auf niederer Entwicklungsstufe befindlMetamorphose, welche dergestalt sich veredlend vorschreitet, daß alles Stoffartige, Geringere, G-ere nach und nach zurückbleibt und .. das Höhere, Geistige, Bessere zur Erscheinung kommen läßt N6,190,6 VerstäubgVerdunstgVertropfg physiogn iSv nicht markant ausgeformtThierschädel. | .. .. die [nachfolgend beschriebenen] Hirnschädel .. größer, stärker, abgesonderter .. Der Hund hat schon mehr Festes; zwar was G-es, Unbedeutendes — (ich spreche unrichtig; alles, auch das Alltäglichste, auch das Mittelmäßigste, ist so bedeutend, als das Ausgezeichnetste — aber die Bedeutung ist nicht so auffallend ..) 37,350,18 PhysiognFragmspeziell in den Schriften u (schemat) Zeichnungen zur Farbenlehre: als niedere Stufe der Farbenharmonie; in der Skizze vom 14.11.98 (gemeinsam mit Schiller) u entspr in der danach angefertigten Farbtafel für den Gelb-Blau-Kontrast u die daraus entstehende Mischung; ebs später in FlD, wo auf das Fehlen des Steigerungsmoments hingewiesen wird1) harmonisch fordernde [Farben]: .. 2) charakteristische: .. 3) g-e: Gelb — Blau .. g-er Kontrast .. g-e Mischung LA I 3,386,16 Fl Plp u LA II 3 Taf VIII ~ LA I 3 Taf XXIIICharakteristische Zusammenstellungen. | .. Gelb und Blau. | .. die einfachste von solchen Zusammenstellungen. Man kann sagen, es sei zu wenig in ihr: denn da ihr jede Spur von Roth fehlt, so geht ihr zu viel von der Totalität ab. In diesem Sinne kann man sie arm und, da die beiden Pole auf ihrer niedrigsten Stufe stehn, g. nennen N1,326,17 FlD 819N1,281,8 FlD 707 ~ N52,187,10 FlD Plpallgemeiner für charakterist (freiere) Farbkombinationen (u deren subjektive Empfindung) N1,335,14 FlD 847LA I 3,281,18u25 Fl Plpim

[Bd. 3, Sp. 1416]
schemat Farbenkreis von 1809(?) mit Blau verbunden zugl in den weiteren Zshg ethisch-ästhetischer Eigenschaften u menschl Vorstellungsarten (hier zugeordnet der ‘Sinnlichkeit’) gestellt1) JbFDH 1964, Abb nach S432 Farbenkreis
b von Geschehnissen, Gegebenheiten, Zuständen des Lebens, der Erfahrungswelt[scherzh Schauspieler-Improvisation] Ein jeder spannte seine Einbildungskraft an, aus den g-en Vorfällen, die solchen [Reise-] Gesellschaften zu begegnen pflegen, die merkwürdigsten und komischsten Situationen herauszuziehen 51,231,5 ThS III 8sie [die Urphänomene] .. völlig geeignet sind, daß man stufenweise .. von ihnen herab bis zu dem g-sten Falle der täglichen Erfahrung niedersteigen kann N1,72,22 FlD 175Die Poesie die er [Lenz] in das G-ste zu legen wußte, setzte mich oft in Erstaunen 28,249,21 DuW 14411,164,4 Üb:Arnold,Pfingstmontag [1820] idVbdgn ‘g-es Leben, g-e Wirklichkeit’ uä, auch iSv wirklich, bürgerlich, praktisch[in ‘Wallenstein’] Darstellung einer phantastischen Existenz, welche .. durch ihren nothwendigen Widerspruch mit der g-en Wirklichkeit des Lebens .. scheitert 40,63,24 Üb:Piccolomdas Theater tingirt den Schauspieler mit einem gewissen Glanz, der auch sogar im g-en Leben nicht ganz von ihnen [sic] wegschwindet 51,41,11 ThS I 12ich habe .. niemand gekannt, dem es so geglükt wäre, seinen Geist .. über unzählige Gegenstände zu verbreiten, und doch die Thätigkeit für’s g-e Leben zu behalten AA74,10 Werth1 II ~ Werth2N3,119,12 FlH II iSv normal, nicht des Aufhebens wert[iZshg mit der mühevollen Etablierung der JALZ] meine Lage .. die .. von niemand kann erkannt werden; denn alles was nur einigermaßen möglich ist, wird als etwas G-es angesehen B16,377,5 Schiller 13.12.03iSv unbedeutend, belanglos, gering[Marquise zur Nichte:] Diese Nacht werden Sie eine sehr g-e [geringe 17,209,2 Gr Coph IV 4] Rolle zu spielen haben .. Dem Inhalte nach .. Sie haben eine halb stumme Liebhaberin vorzustellen 17,367 Var37,273,8 FGA Sonnenfelsbei Zeitbegriffen, bes ‘g-er Tag’g-en Tages Schlechtniß 6,33 Div Beiname 9[betr mögl Überschwemmungen] scheint der befürchtete Schaden auf ein g-es Jahr sich .. zu verringern A1,138,36 Promem [10.2./5.3.81]B43,132,11 Zelter 27.10.27
c von Menschen(gruppen), ihren Eigenschaften, Äußerungen, Befindlichkeiten, Verhältnissen ua
α durchschnittlich, ohne herausragende, auszeichnende Qualitäten; auch iUz ‘außerordentlich’[Carlos zu Clav:] Möge .. die Gewißheit des großen Gefühls über dich kommen, daß außerordentliche Menschen eben auch darin außerordentliche Menschen sind, weil ihre Pflichten von den Pflichten des g-en Menschen abgehen 11,104,4 Clav IV 1Der g-ste Mensch wird hier [in Rom] zu etwas, wenigstens gewinnt er einen ungemeinen Begriff, wenn es auch nicht in sein Wesen übergehen kann 30,235,20 ItR ~ B8,90,6 Herder uFr 13./16.12.86Ein Fastnachtsspiel .. von Pater Brey .. Zur Lehr’, Nutz und Kurzweil g-er Christenheit 16,57 Titelg-e, einzelne weibliche Vorzüge 37,224,2 FGA PolnJude47,265,14 ÜbWahrh u Wahrscheinlichk dKunstwerke mit der Nuance ungebildet, ungelehrt[Schnaps, wichtig:] Den guten unstudirten Leutchen, die man sonst den g-en Mann zu nennen pflegte .. Trägt man eine Sache besser durch Exempel, durch Gleichnisse vor 17,278,18 Bürggeneral 928,70,6 DuW 11 von Kräften, Regungen, Verhaltensweisen, Zuständen; mehrf ‘g-er (Menschen-)Verstand, Sinn’ (einmal in bildhaftem Zshg)[Phänomen der Gelb/Blau-Blindheit] eine Pforte .. um in das Allerheiligste der Farbenlehre zu dringen: ein Nadelöhr wozu es freylich schwer seyn möchte den passenden Faden zu finden. Denn weder das Schiffseil des g-en Verstandes, noch die transcendenten Spinneweben sind geschickt hier eingefädelt zu werden B22,60,15 Brandis [7.3.11] Kwas g-en Sinn empört, | Das ehren unbefangne Weisen 38,57 Ew Jude 79Schauspielkunst | Schaden fürs Subjekt. | .. Exaltierte Sprache bei g-en Empfindungen 47,316,38 ÜbDilettantism Schema 1799 [G/Schiller]im Namen der g-sten Höflichkeit 18,114,18 UnterhaltungenN11,117,18 MuR(704) von geistigen Hervorbringungen, LeistungenDie Gründe, die sie [die Tante] vorbrachte [gegen das Beharren auf Selbstbestimmung gegenüber dem Verlobten od Bräutigam], schienen ihr unwiderleglich, und waren es auch, weil sie ganz g. waren 22,294,13 Lj VI SchöneSeelesey einfach in deiner ersten Predigt. Sag ihnen [der Gemeinde] das g-ste mit deiner Art, so hast du auch die B3,80,23 Herder 5.7.76Bringt ja selbst die g-ste Chronik nothwendig etwas von dem Geiste der Zeit mit, in der sie geschrieben wurde B50,61,13 Ludw I vBayern 17.12.29 KB21,195,24 Reinhard 21.2.10 ‘g-e Sprache’ uä für gewöhnl Verkehrs-, AlltagsspracheDa er dieses in g-er venezianischer Sprache sagte, so daß ich ihn wirklich kaum verstand 30,44,18 ItR38,391,24 FGA Weisheit iSv profan, weltlich (iUz ‘heilig’, ‘Heiligtum’); auch übertr auf den ästhet BereichStufe, Thor, Eingang, Vorhalle, der Raum zwischen .. dem Heiligen und G-en kann nur die Stelle sein, auf der wir uns mit unsern Freunden gewöhnlich aufhalten werden 47,5,10 PropylEinlHermDor V 230341,246,3 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm] ~ 342,194,2 Vorbereitg Ital 1795/96
β mit dem Nebensinn des Gesunden, Normalen, idVbdg ‘g-er (Menschen-) Verstand, Sinn’[der Geistliche:] nichts erhält so sehr den g-en Verstand, als im allgemeinen Sinne mit vielen Menschen zu leben 22,241,24 Lj V 1645,190,17 RamNeffe AnmN11,147,9 MuR(430)
γ in einschränkendem Sinn: ohne höheren Anspruch, ohne (künstlerisch-)geistige Erhebung, Substanz (auftretend), keinen höheren moralischen Bezug aufweisend; auch in Gegenüberstellung zu ‘höher, höchst, edel, bedeutend’ ua; gelegentl übergehend zu 5[Lothario zu Wilh:] Lassen Sie uns .. nicht ein g-es Leben führen; lassen Sie uns zusammen auf eine würdige Weise thätig sein! 23,306,20 Lj VIII 10Eben jenes Werk [Lavaters ‘Physiogn Fragmente’] zeigt uns zum Bedauern, wie ein so scharfsinniger Mann in der g-sten Erfahrung umhertappt 29,145,2 DuW 19[Zuschauer:] Sollte der ungebildete Liebhaber nicht .. verlangen, daß ein Kunstwerk natürlich sei, um es nur auch auf eine natürliche, oft rohe und g-e Weise genießen zu können? 47,264,15 ÜbWahrh u Wahrscheinlichk dKunstwerkeDie Weisheit, womit dieser vortreffliche Künstler [Iffland] .. sich sowohl in’s Edle als in’s G-e, und immer kunstmäßig und schön, zu maskiren versteht 40,74,17 WeimHoftheatIndessen schritt sein [Schillers] Geist gewaltig fort | In’s Ewige des Wahren, Guten, Schönen, | Und hinter ihm, in wesenlosem Scheine, | Lag, was uns alle bändigt, das G-e 16,166 EpilSchillersGlocke 3221,81,15 Lj I 14=51,171,15 ThS II 751,252,8 ThS III 101,324 Vs 339 VenEpigr 72

[Bd. 3, Sp. 1417]
[gleichgültigen Var] in allg (gnomischen), auch definitor AussagenNach seinem Sinne leben ist g., | Der Edle strebt nach Ordnung und Gesetz 10,444,7 NatT SchemaDas Wirkliche ohne sittlichen Bezug nennen wir g. 48,184,17 MuR(60)Das Zufällig-Wirkliche, an dem wir weder ein Gesetz der Natur noch der Freiheit für den Augenblick entdecken, nennen wir das G-e 422,119,15 MuR(103)422,158,20 MuR(350)28,65,13 DuW 11
5 mit negativen Nuancierungen
a schlecht, roh, niedrig, trivial, mittelmäßig uä; neben wertenden Charakterisierungen wie ‘roh, abgeschmackt, nichtswürdig, niederträchtig, unwürdig, platt, schal, leer’ u iGz ‘vortrefflich, edel, höher’ ua
α im konkr-gegenständl Bereich[Herm:] sie tadelten stets an mir .. | Gar zu lang war mein Rock, zu grob das Tuch, und die Farbe | Gar zu g. HermDor II 209[Bildbeschreibung] Die bunte zigeunerhafte Gesellschaft, roh zugleich und phantastisch, seltsam und g. 24,355,14 Wj II 717,58,7u9 TriumphEmpfindsamk V uö(vereinzelt)
β von Gegebenheiten, Geschehnissen, Zuständen[Alba:] Das Glück ist eigensinnig, oft das G-e, das Nichtswürdige zu adeln und wohlüberlegte Thaten mit einem g-en Ausgang zu entehren 8,256,26u28 Egm IVbeginnt er [Wieland] .. einen Kampf gegen die g-e Wirklichkeit. Er lehnt sich auf gegen alles, was wir unter dem Wort Philisterei zu begreifen gewohnt sind .. 36,321,28 Zu brüderlAndenkWielands 181324,255,20 Wj II 2
γ von Menschen, ihren Eigenschaften, Kräften, Verhaltensweisen, Hervorbringungen uaSein [des Schauspielers Pfefferkuchen] Wesen war so g. wie sein Name 51,165,6 ThS II 7Das Widerliche dieser von den g-sten Steinhauern gepfuschten Mißbildungen [am Schloß des Prinzen Pallagonia] 31,111,19 ItREr [der Fürst] ist ein Mann von Verstande, aber von ganz g-em Verstande AA89,27 Werth IIsie [Gfin Brühl] fängt an sich gehn zu lassen .. sie kennt weder Maas noch Ziel und wird gelegentlich höchst g. und abgeschmackt B7,237,24 ChStein 6.7.86N9,258,16 GeologProbl22,250,17 Lj V 16 insbes von (künstlerisch-)geistigen Tätigkeiten, Leistungen iSv oberflächlich, platt, leer, nichtig[iZshg mit den Anti-Xenien von Manso u Dyk] Es ist lustig zu sehen .. wie schal, leer und g. sie eine fremde Existenz ansehen B11,276,19 Schiller 5.12.96[betr Qualitätsunterschiede in der literar Kritik] die Gegensätze des g-en, platten, philisterhaften gegen das höhere, bessere sind und bleiben verflucht B17,294 Jacobi [Ende Nov 03] Klassen sie [künstlerische Talente] sich .. gleich wieder in die g-ste Pfuscherey hineinschleppen B29,220,24 Zelter 28.6.18Madame Böhme war eine gebildete Frau, welcher das Unbedeutende, Schwache und G-e [in der Literatur] widerstand 27,64,16 DuW 6B21,250,6 Meyer 27.4.10
b moralisch wertend: nichtswürdig, verächtlich, ordinär[Dame üb Helena (u Paris):] Die Buhlerin! Das nenn’ ich doch g.! 151,1 Faust II 6525[betr Berichte von Cottas ‘Allg Ztg’ üb die Weim Gesellschaft] Ekelhaft ist es .. wenn die g-sten Klatschereyen .. uns aus dem Brennspiegel einer Zeitung von Ulm her zurückgeworfen werden B19,517 Cotta [24.12.06]ein lombardischer Capitain von schrecklicher starker Gestalt und von g-en Redensarten [con parole molto villane] 44,233,26 Cell IV 840,373,10 Üb:Bekenntn schönSeele uö(seltener)
c widrig, unerfreulich; nur subst (superl), neben ‘Abscheulichste, Häßlichste’Dieses ist es, das Höchste, zu gleicher Zeit das G-ste; | Nun das Schönste, sogleich auch das Abscheulichste nun2) 1,341 Vs 117 WeissagBakis 3040,377,28 Üb:Bekenntn schönSeele
6 als Stand- u Rangkennzeichnung
a einer niederen, einfachen Klasse, Schicht zugehörig; bes ‘g-e Leute, g-es Volk’, auch ‘g-er Mann, Bürger, Bauer’ ua, vereinzelt subst (superl)[Johann:] Die [Eitelkeit] taugt bei der Liebe nichts. Da sind wir g-en Leute weit glücklicher, wir kennen jenes Raffinement nicht 9,156,15 Wette 2nützliche Bemerkung [in Wörterbüchern] .. daß .. ein oder das andere Wort von g-em und g-stem Volke, wohl auch nur von Kindern und Ammen gebraucht werde 411,148,8 Üb:Arnold,Pfingstmontag [1820]Ballon [ital Pallone-Spiel] .. Das Publicum wettete und hatte große Freude. Und der g-ste hatte ein Wort mitzureden T1,279,1 v 7.10.86B10,32,25 Voigt 10.10.9240,247,14 Üb:Grübel,Ged als SchauspielerfachMadame Schmidt. G-e Frauen 341,233,21 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm]‘g-er Edelmann’: Angehöriger des Landadels 40,36,20 Üb:Piccolomnegativ akzentuiert[frühe Geschichte der Pyrmonter Quelle] auch G-es jeder Art versammelte sich hier: Marktschreier .. Spieler, Gauner .. Zigeuner 36,259,16 BiogrEinzh
b in der milit Rangordnung: ‘g-er Mann, Soldat, Reuter’ [für: soldat] 9,399 Tancred 849B30,66,16 Theaterkomm [2. Hälfte Okt 98]40,20,9 EröffnWeimTheat uö(vereinzelt)
c in der geistl Hierarchie: ‘g-er Pfaffe’ 30,201,9 ItR

Josef Mattausch