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 GWB gewöhnen (Bd. 4, Sp. 208)   GWB hingewöhnen (Bd. 4, Sp. 1218) 
  gewöhnenknapp die Hälfte der 380 Belege im Zustandsperf; auch subst, vereinzelt ‘der (die) Gewöhnte(n)’ (einmal Kleinschr)
1 sich/jdm etw (ein Tun, Verhalten, eine Haltung, Einstellung) zur Gewohnheit machen, angewöhnen, anerziehen, einüben; gelegentlich mBez auf schlechte Angewohnheiten; ‘sich/jdn g., etw zu tun’, auch ‘g. an, zu etw’ (selten ohne Ergänzung), vereinzelt mit nichtpers Subjschon hatte sich Luciane gewöhnt, Morgens nicht aus dem Bette und Abends nicht in’s Bette gelangen zu können 20,237,24 Wv II 4[Vater:] wo nicht immer von oben die Ordnung und Reinlichkeit wirket, | Da gewöhnet sich leicht der Bürger zu schmutzigem Saumsal, | Wie der Bettler sich auch an lumpige Kleider gewöhnet HermDor III 20fwar das Gewahrwerden parteiischer Ungerechtigkeit dem Knaben sehr unangenehm, ja schädlich, indem es ihn gewöhnte, sich von geliebten und geschätzten Personen zu entfernen 26,73,18 DuW 2Man sage nicht, daß ein solches Gesetz zu streng sei; es kommt alles darauf an, wie man sich und andere gewöhnt und in welcher Gesellschaft man sich befindet A(53,289,3) Votum üb Abschaffg Duelle [Jan 92] K35,63,13 TuJ 1796 ‘(etw od an, zu etw) gewöhnt (sein)’; einmal übertr von einem Artefakt iSv zu etw geschaffen sein[Meph zu Faust:] Fang’ an zu hacken und zu graben, | Erhalte dich und deinen Sinn | In einem ganz beschränkten Kreise, | .. [Faust:] Das bin ich nicht gewöhnt, ich kann mich nicht bequemen, | Den Spaten in die Hand zu nehmen Faust I 2362Angenommene Stellungen, Haltung der Arme, und des Körpers, gewöhnte Gebehrden sind .. schwer zu verlaßen Schaubühne 36,21 Regeln fSchausp [G/Wolff]ein Kettchen .. | Das, ganz zur Biegsamkeit gewöhnt, | Sich mit viel hundert kleinen Schlingen | Um deinen Hals zu schmiegen sehnt 1,75 Mit einem goldnenHalskettchen 2B8,101,18 ChStein 20./23.12.862,28 DtParnaß 168 iVbdg mit Modalbestimmung[Reineke:] Allzugroße Begierde wird immer schädlich. Gewöhnt sich | Ungenügsam das Herz, so muß es vieles vermissen ReinF XI 66die Trümmer der Antoninischen oder Caracallischen Bäder .. konnten auch dem mahlerisch gewöhnten Auge in der Gegenwart kaum einige Zufriedenheit geben 32,170,20 ItRDie Besitzenden, Gesitteten, häuslich und reinlich Gewöhnten 412,212,24 Üb:Weber,ElegDichter dHellenen
2 sich auf etw einrichten, an etw (jdn) anpassen; ‘sich (jdn) g. an, zu (selten: in, auf) etw (jdn)’(vereinzelt auch ohne Ergänzung); öfter ‘an, zu etw (auch: jdn) gewöhnt (sein)’
a (sich) vertraut machen mit, einstellen aufUnd so [durch die Auseinandersetzung mit Kant u Schiller] gewöhnt’ ich mich nach und nach an eine Sprache die mir völlig fremd gewesen N11,53,3 EinwirkgNeuPhilos[Anaxagoras zu Homunc:] Nie hast du Großem nachgestrebt, | .. Kannst du zur Herrschaft dich g., | So lass’ ich dich als König krönen 151,1 Faust II 7879[Nichte, in die magische Kugel schauend:] Viele Lichter blenden mich. [Graf:] Gewöhne dein Auge, sieh starr hin; was siehst du weiter? 17,200,21 GrCoph III 9Meine größte Freude [beim Zeichnen] ist, daß mein Auge sich an sichern Formen bildet und sich an Gestalt und Verhältniß leicht gewöhnt .. Auf Übung käme nun alles an 32,36,27 ItR im zwischenmenschl Umgang, Verhältnis; einmal in der Mensch- Tier-BeziehungDas Weimarische Theater bestand seit dem Mai 1791 .. Ein Rest der Bellomo’schen Gesellschaft, also schon an einander gewöhnter Personen, gab den Grund 33,249,25 Camp[Chor:] Fraun, gewöhnt an Männerliebe [Männerliebe gewohnt 152,112 Var] | Wählerinnen sind sie nicht, | Aber Kennerinnen 151,1 Faust II 9393wie es dieser außerordentliche Mann [Bouret] anfing, einen kleinen Hund von sich ab- und an den Siegelbewahrer zu g. [pour détacher .. et attacher], dem er gefallen hatte 45,73,18 RamNeffe iSv sich von jdm, etw nicht mehr trennen, lösen können; einmal in scherzhafter Anwendung der sprichwörtl Redensart ‘ans Brot gewöhnt sein’Sollt’ ich mich denn so ganz an Sie g.? 2,5 Sonette III 1Wer sich an eine falsche Vorstellung gewöhnt, dem wird jeder Irrthum willkommen sein N11,157,17 MuR(1297)B5,75,7 ChStein 11.3.81 [Zit s v Brot 2]  
b etw hinnehmen, sich in etw (Widriges, Problematisches) finden, fügen, schicken; einmal (poetisch) subst iVbdg mit GenObj[Tasso, im Selbstgespräch:] Gewöhne dich von nun an zu gehorchen; Ohnmächt’ger! Tasso 1556[Thoas:] Zur Sklaverei gewöhnt der Mensch sich gut | Und lernet leicht gehorchen, wenn man ihn | Der Freiheit ganz beraubt Iph2 1787~39,388,6 Iph1 V 2[Pylad:] ein Mann, | Der beste selbst, gewöhnet seinen Geist [gewöhnt sich endlich 39,351,18 Iph1II 1] | An Grausamkeit .. | Wird aus Gewohnheit hart und fast unkenntlich Iph2 787wir müssen uns im Alter g., Verlust zu erleiden, ohne Ersatz zu hoffen B40,194,12 Ludw I vBayern Nov 25 K[Glaube, nach dem Auftritt des Dämons der Unterdrückung:] Eingekettet unser Sehnen, | Unsrer Herrlichkeit Verhöhnen, | Der Erniedrigung G.! 16,356 Epimen 44721,129,25 Lj II 2~51,123,26 ThS II 3[für: accoutumer] 45,36,2 Ram Neffe
c mit Orts- od Richtungsbestimmung (vereinzelt absol): sich eingewöhnen, zurechtfinden, an einem Ort heimisch werden[in Venedig] Ich bin recht gut gewöhnt, wenn es Nacht schlägt geh ich nach Hause T1,263,16 v 4.10.86[Homunc üb Faust nach dessen Ledatraum:] Waldquellen, Schwäne, nackte Schönen, | Das war sein ahnungsvoller Traum; | Wie wollt’ er sich hierher g.! 151,1 Faust II 6934Zu unsres Lebens oft getrübten Tagen | Gab uns ein Gott Ersatz für alle Plagen, | Daß unser Blick sich himmelwärts gewöhne, | Den Sonnenschein, die Tugend und das Schöne 4,233 Vs 3151,1 Faust II 6917 uö(selten)zugl scherzhaft-etymologisierendDie Sprache bleibt ein reiner Himmelshauch, | .. Fest liegt der Grund, bequem ist der Gebrauch, | Und wo man wohnt, da muß man sich g. 51,47 Etymologie 7
GWB abgewöhnen GWB angewöhnen GWB eingewöhnen GWB hingewöhnen zu- zurück- zusammen- Angewöhnung EingewöhnungSyn zu 1 und 2 angewöhnen zu 2b bequemen fügen schicken

Cornelia Winkelmann

 

  hingewöhnen refl: sich den Besuch eines best Ortes (hier: Kirche) zur Gewohnheit werden lassenUnd hast du dich nicht hingewöhnt, | Sie [Glocke] kommt und wird dich holen 1,204 Die wandelndeGlocke 7

Herbert Küstner