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| GWB Geschmacksinn (Bd. 4, Sp. 51) | GWB Gusto (Bd. 4, Sp. 569) | GWB Anstand (Bd. 1, Sp. 696) | |||||||||||||||||
1 physiologisch N13,229,12 Ausz aus d’Alton,SkelNagetiere N51, 383,24 Fl Nachtr [Brandis] 2 ästhetisch a als individuelles Sensorium er [Wieland] hatte einen eigenthümlichen Verstands- und Geschmacksinn, mit dem er sich dem Alterthum, dem Auslande nur insofern annäherte, als er seine Convenienz dabei fand 7,236,23 DivNot Übersetzgn b Schönheitsempfinden, Kunstsinn als gestalterisches Vermögen des (bildenden) Künstlers [kolorierte Kopie der ‘Aldobrandinischen Hochzeit’] man .. konnte auch hier den großen antiken G. freudig bewundern 36,200,28 TuJ 1821 Syn Geschmack zu 2 Geschmacksgefühl Schönheitsgefühl Schönheitssinn zu 2b Kunstgefühl
| 1 individueller, auch verbreiteter Geschmack; einmal ‘nach G.’ Man wählt sich die Kleider, | Nach G. den Schneider 4,155 Wunsch eines jgMädchens 10 Gespr(He31,412) Grüner 22.8.22 zugl iSv Art, Manier; nur ‘im G. (von)’ wenn ich heurathe so theilen wir [die Eltern u G] das Haus .. ich kriege 10 Zimmer alle schön und wohl meublirt im Franckfurter G. B1,226,13 KSchönkopf 23.1.70 wenn neuere Dichter sich den Kopf zerbrechen, ihr Gedicht im alten G. zu machen B1,198,23 FOeser 13.2.69 B4,219,15 ChStein 13.5.80 2 Neigung, Lust, Laune, auch Befindlichkeit; ‘nach G.’, ‘mit dem größten G.’, ‘im G. sein’ uä [Lucie:] Freilich, wenn’s einmal gedient seyn soll, will ich nach G. dienen DjG35,68,3 Stella1 I Das Halstuch ist mit dem größten G. fertig, und wird mit ehster Gelegenheit folgen B1,165,27 Familie Schönkopf 1./3.10.68 Schiller grüßt Sie .. Wir sind jetzt im G. Disticha, zu Ehren unserer Freunde, zu machen B11,7,8 Meyer 22./25.1.96 wer ist’s der mir versprechen könnte, das Licht wird dir immer leuchten wie jetzt .. Doch Sorgen! Sorgen! Immer Schwäche im Glauben. Petrus war auch in unserm G., ein rechtschaffner Mann, biss auf die Furchtsamkeit B51,36 Langer 17.1.69 17,35,19 Triumph Empfindsamk IV → GWB Dekorationsgusto Syn Geschmack zu 1 Geschmacksgefühl Mode zu 2 Laune Lust Neigung Stimmung Vorliebe | A im gesellschaftl und ästhet Bereich im engen Anschluß an die Tradition des ‘decorum’ (vgl dazu auch ‘angemessen’) mit bes Betonung der äußeren Erscheinungsformen, selten in der Einengung auf das nur Moralische 1 a würdevolle Haltung, gefaßtes, sicheres Auftreten; charakterisiert durch Attr wie ‘vornehm’, ‘edel’, ‘erhaben’; ‘männlich’, ‘ernst’, ‘gefaßt’; ‘natürlich’, ‘frei’; ‘affektiert’, ‘pedantisch’ [Serlo:] Der vornehme A. .. ist schwer nachzuahmen, weil er eigentlich negativ ist, und eine lange anhaltende Übung voraussetzt. Denn man soll nicht etwa in seinem Benehmen etwas darstellen, das Würde anzeigt .. man soll vielmehr nur alles vermeiden, was unwürdig, was gemein ist, man soll sich nie vergessen .. durch nichts gerührt scheinen, durch nichts bewegt werden .. .. man sieht .. warum Hofleute und Soldaten am schnellsten zu diesem A-e gelangen 22,250,10 u 251,12 Lj V 16 Indem es dem Edelmann, der mit den Vornehmsten umgeht, zur Pflicht wird, sich selbst einen vornehmen A. zu geben, indem dieser A., da ihm weder Thür noch Thor verschlossen ist, zu einem freien A. wird .. Eine gewisse feierliche Grazie bei gewöhnlichen Dingen, eine Art von leichtsinniger Zierlichkeit bei ernsthaften und wichtigen 22,149,22ff Lj V 3 ist .. die Hope’sche Familie mit der Bildung zufrieden, wozu die jungen Männer hier zu gelangen Gelegenheit fanden .. der Doppelhof .. nöthigt sie durch Auszeichnung zu einem feinen A. bey mannichfaltigen Vergnügungen B43,242,2 Carlyle 15.1.28 [Porträt Zar Alexanders] Das Auftreten, oder vielmehr das auf sich selbst Stehen (pose) dieser .. majestätischen Person .. das Wohlverhältniß der Glieder, der natürliche A., das ruhige Dasein, sicher und selbstbewußt 491,391,17 Collect des portraits hist 1826 (.. [Faust] kommt langsam würdig herunter.) [Chorführerin:] .. wundernswürdige Gestalt, | Erhabnen A. .. | Mit langsam-ernstem, ehrfurchtsvoll gehaltnem Schritt | Seh’ ich den Fürsten 151,1 Faust II 9184 [der Schauspieler] Becker stellte uns den kaiserlichen Abgesandten im Lager mit A. und Würde dar 40,65,20 Üb:Piccolom [Cellinis] Aufmerksamkeit ist auf alles Bedeutende und Würdige gerichtet .. Auf diesem Wege erwirbt er sich nach und nach .. den gefaßten A. eines Weltmanns 44,360,5 CellAnh XII Eduard .. solle bedenken, was er seiner Manneswürde schuldig sei .. daß dem Menschen zur höchsten Ehre gereiche im Unglück sich zu fassen, den Schmerz mit Gleichmuth und A. zu ertragen 20,189,28 Wv I 18 [Graf u Baronesse] ihre Heiterkeit und scheinbare Unbefangenheit theilte sich sogleich mit, und ein hoher A. begränzte das Ganze, ohne daß man irgend einen Zwang bemerkt hätte 20,109,17 Wv I 10 weil er [Wilh] gut gebaut und von beweglichen Gliedern war, auch von Natur einen edeln A. hatte 51,45,12 ThS I 13 die Weichheit seines Wesens, mit einem männlichen A-e verbunden 52,236,2 ThS VI 9 Wohlgebaut, zeigte er sich strack, ohne steif zu sein, doch mehr mit einem ernsten als gefälligen A. 46,322,11 Hackert Lebensende Alles was er [Behrisch] that, mußte mit Langsamkeit und einem gewissen A. geschehen, den man affectirt hätte nennen können 27,131,27 DuW 7 Es stellte sich .. dem Schauspieler Le Cain, der seine Helden mit besondrem theatralischem A., mit Erhebung und Kraft spielte .. ein Mann gegenüber .. der aller Unnatur den Krieg erklärte 28,66,17 DuW 11 [für: distinction] 24,73,20 Wj I 5 PilgTörin 31,27,6 ItR 27,72,25 DuW 7 22,16,15 Lj IV 2 B31,236,12 Welden [17.?7.19] K uö zur Kennzeichnung des gehobenen Standes bes idWdg ‘eine Person von (..) A.’ zog sich der Adel und nach und nach alle Personen von gewissem A-e zurück B30,122,1 Theater Komm 10.1.09 Schaubühne 36,19 Regeln fSchausp [G/Wolff] b anmutige Haltung, Grazie, gesellschaftl Gewandtheit kleine Feste, gerade im Geschmack und Sinn dieser, Natur und Kunst, Heiterkeit und A. in Verbindung liebenden Dame [AnnaAm] 33,66,7 Camp [Lustige Person:1)] Seht mir nur ab wie man vor Leute tritt | .. | Denn es verzeihen selbst gelegentlich die Frauen | Wenn man mit A. den Respeckt vergisst 14,290 Faust I Plp [üb Tanzende] Wie lustig ist’s, sich um sich selbst zu drehn! | Mit leichtem A. wechseln sie die Glieder Maskenz RomantPoesie 55 besonders tanzte sie [Mignon] den Fandango allerliebst und machte verschiedene andere Kunststücke mit vieler Geschicklichkeit und A. 51,210,18 ThS III 4 die Reihe von entzückenden Bildern .. die mich das schöne Mädchen mit A. und Artigkeit sehen ließ .. Reizend war sie, indem sie sich entkleidete 19,218,25 BrSchweiz I [üb eine Sängerin] ein natürlich Wesen, hübsche Figur, schöne Stimme, ein gefällig Gesicht und von einem recht honetten A.; in den Armen könnte sie etwas mehr Grazie haben 30,80,1 ItR~Tgb 20.9.86 In der Militärschule gebildet ward ihm [Odoard] ein gewandter A. zu eigen, der .. seinem Betragen eine ganz besondere Anmuth verlieh 251,198,2 Wj III 10 Nicht zu weit 18,487 Nov Plp uö 2 schickliches, den gesellschaftl (moral) Konventionen entsprechendes Benehmen indem sie [die Frauen] .. bei der Leidenschaftlichkeit und Einseitigkeit der Männer, durch einen gewissen allgemeinen Ton des A-es und der Duldung einer Zusammenkunft von bedeutenden Menschen Haltung und Dauer zu geben wissen 45,213,16 RamNeffeAnm Mad Tencin Ich versuche alles was wir zuletzt über Betragen, Lebensart, A. und Vornehmigkeit abgehandelt haben B5,292,23 ChStein [31.3.82] Reputation, Schande, Ehre, Laster, Tugend, Scham, A. [decence] 45,111,8 RamNeffe ein weißes Schnupftuch ist jederzeit auf der Bühne unanständig .. aber gar damit wedeln ist ein grober Verstoß gegen A. und feine Lebensart Schaubühne 36,32 Regeln fSchausp [G/Wolff] suchte er [Bd. 1, Sp. 697] 3 als gesellschaftl motivierte ästhet Kategorie: standesgemäße u repräsentative Gestaltung, geschmackvolle, zweckmäßige Ordnung wenn der Bauherr das was er zu seiner Bequemlichkeit, zum A-e, zur Schicklichkeit verlangt, erklärt hat; so ist es die Sache des Künstlers diese Forderungen mit der Form zu verbinden B13,359,24 Voigt 26.12.98 [üb den Einbau eines Balkons im Weim Theater] das Publikum selbst wird fühlen, was an A., Artigkeit und Bequemlichkeit gewonnen ist B13,251,16 Kirms 14.8.98 die lichten Baumreihen und mäßigen Buschgruppen [um Schadows Blücherdenkmal] lassen wohlgeordnetes Natürliche mit A. und Zierlichkeit gewahr werden B34,181,9 Preen 4.4.21 [Wilhelms Entwürfe alttestamentar Dramen] daß sie ganz mit den Regeln und mit allem theatralischen A-e2) ausgeführet wurden 51,140,6 ThS II 4 Ihre .. Absicht, den besondern Abdrücken mehr typographischen A. zu geben B43,203,11 Frommann 14.12.27 K Seht den schlecht verzierten Sarg .. | Warum versagt man ihm den Trauerglanz, | Den äußern A. letzter Ehre ganz? 16,137 MiedingsTod 114 man sah die Gesellschaft .. feierlich heiter heranziehen .. eines Posthorns lustig-schmetternder Ton, von der Gegenseite, schien den ganzen A. in Verwirrung zu setzen 24,163,12 Wj I 9 Wer ist dVerrät uö iSv Stil, Geschmack idWdg ‘in einem best A.’ [betr Darstellung des Kapitols] Hier steigt nun die Treppe hinunter, die wir noch im modernen architektonischen A. erblicken 491,425,19 WeimPinakothek Der .. Titel [des ‘Divan’] .. soll künftig bunt und das Ganze besser im orientalischen Anstand erscheinen B31,269,12 Willemer 22.8.19 B Hemmung, Anstoß; Schwierigkeit, Bedenken; Aufschub; auch Pl orthographischen Differenzen [in der Ausg.l.H.] .. würde für nochmalige Revision und Beseitigung aller etwaigen Anstände gesorgt werden B42,117,23 Reichel 3.4.27 Was die Anstände und Bedenklichkeiten des Herrn Revidenten betrifft B27,44,14 Cotta 3.6.16 haben die Abdrücke auch nicht die mindeste Zeit sich einigermaßen auf dem Papier zu befestigen. .. würde ich rathen mit dem Binden inne zu halten und auf irgend eine Weise zu denken, wie diesem A. abzuhelfen ist B26,292,10 Frommann 13.3.16 [Brief an] Prof. Meyer. Wegen dem A. im Speisezimmer [M hatte üb Schwierigkeiten bei der Zimmerdekoration im Schloß berichtet] Tgb 4.4.99 deshalb denn auch mit der völligen Abzahlung .. kein Anstand seyn kann B45,148,7 Döbereiner 31.1.29 Würzburger Wein .. gegen dessen Einfuhr kein A. obwaltet B33,6,5 Asch 1.5.20 K häufig idWdg ‘ohne A.’: ohne Zögern, ohne Bedenken Sodann .. ging ich ohne A. zu Hofrath Böhmen 27,50,14 DuW 6 daß ich der Neigung, die sich in meinem Herzen finden würde, frei und ohne A. folgen wollte 18,178,27 Unterhaltungen Münzverzeichnis .. Ich würde ohne Anstand .. das Ganze zusammen behalten B36,240,28 Boisserée 22.12.22 uö ähnl in der sehr häufig belegten Wdg ‘(keinen) A. nehmen’ der Herzog von Leuchtenberg nahm keinen A. sich auch etwas Hübsches auszusuchen B37,149,17 Ottilie 4.8.23 schriftlich auszudrucken was man, wenn es auch auf der Zunge schwebt, mündlich zu äußern A. nimmt B47,187,17 Maria Paulowna [Mitte Aug 30] K Was wegen des Wasserbaues an mich gelangt ist, wird wohl bis zum nächsten Frühjahr A. nehmen müssen B19,465,7 Voigt 1.12.07 uö bes kanzleispr idWdgn ‘(keinen) A. finden, tragen, (mit etw) haben’: Bedenken; Aufschub findet Ew. Herzogl. Durchlaucht Hoftheater-Commission keinen A., demselben die gesuchte Einwilligung zu ertheilen A(Wahl 2,28) CarlAug 11.7.09 Da nun aber Ew. Durchl. diese Anstalt der .. Direction zu untergeben billig A. tragen B10,138,8 CarlAug 11.2.94 K so wird es nunmehro .. nicht den geringsten Anstandt haben, Restitutionem in integrum von Ew. HochAdel. Gestrengen und Herrlichkeiten zu erlangen DjG3 3,399,15 RAnw [15.9.73] Mit der Zahlung kann es bis Michael A. haben B9,148,19 Göschen 20.8.89 uö C jägerspr: Ort, von dem aus das Wild beobachtet u geschossen wird Wald. Götz mit Georg auf dem A-e, einem Wilde auflauernd 40,103,13 Üb dtTheat [Rosette:] er kommt. | Ich stecke mich hier hinter diese Büsche, | .. In jenem Busche gegenüber | Ist auch ein guter A. für den Jäger 12,232 UnglHausgenossen 190 → GWB Hauptanstand vgl zu A 1 Contenance Grazie Würde zu A 2 Dekorum Dezenz Ehrbarkeit Etikette gehörig (G-e) geziemen(G-de) Honettetät Kostüm Konvenanz Schamhaftigkeit Schicklichkeit Sittlichkeit üblich(Ü-e) Wohlanständigkeit Wohlstand Zucht zu A 3 Angemessenheit Geschmack Gusto Manier zu B Anstoß Aufschub Bedenken Bedenklichkeit Verzug 1) nach Morris, G-Studien, 1,21902,159 2) Merian-Genast verweist hierzu auf die frz Norm der ‘bienséances’ (G u die frz Klassik. In: G et l’esprit français. Actes du colloque international de Strasbourg. 1958,50).
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