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 GWB Geduld (Bd. 3, Sp. 1199)   GWB Beständigkeit (Bd. 2, Sp. 513)   GWB Dauer (Bd. 2, Sp. 1098) 
  Geduldbes in der Frühzeit mehrf -It, zT eigenh (vgl aber 132,160 Was wir bringen [1802] Var); oft in Vbdgn u Wdgn wie ‘mit, in G.’, ‘G. haben, üben’, ‘sich in G. fassen, fügen’, ‘jds G. prüfen, reizen’, ‘jdn zur G. verweisen’, ‘die G. zusammennehmen, verlieren’. Etwa 350 Belege, häufig (rollensprachl) im dichterischen Werk u des öfteren in Selbstaussagen. Reflektierende Äußerungen (Pkt 5 b) — im Umkreis der christl Tugendtrias Glaube, Liebe, Hoffnung u daraus erwachsend — weisen dem Wort eigenen Gehalt u den Rang einer Lebensmaxime zu. Geduld stellt sich resümierend dar als innere Kraft, die, im Vertrauen auf die Natur- u Seinsordnung gründend, Entwicklungen Zeit zugesteht u in Abgrenzung von resignierendem Duldertum eine aktive Haltung schafft, die beharrliches (‘folgerechtes’) Tun ermöglicht.
1 Verhalten, (charakterl) Haltung ruhigen Zuwartens, ausdauernder Beharrlichkeit
a im Hinblick auf abzuwartende Entwicklungen, Vorgänge, Ereignisse; einmal in oxymor Vbdg ‘emsige G.’Günst’ger Winde harrend, saß mit treuen Freunden, | Mir G. und guten Muth erzechend, | Ich im Hafen 2,72 Seefahrt 3[Neoterpe:] Hast du G., wenn alles langsam reifen wird? [Paläophron:] Von grüner Frucht am Baume hoff’ ich Süßigkeit 131,15 PaläophrNeoterpe 253[Zauberer zur Zauberin:] die Erfüllung unserer Wünsche nähert sich. Ich habe G. gelernt und doch braust meine Seele vor Erwartung 16,451,6 Maskenz PantomimBallett III[leidl Gesundheitszustand] daß ich wenigstens im Zimmer meine Tage nutzen kann und in emsiger G. die nächsten Winterwochen zu überstehen hoffen darf B45,154,5 Meyer 10.2.29 bes in Wdgn wie ‘in, mit G. (er)warten, erharren’, ‘sich in G. hüllen, mit G. waffnen’, ‘die G. reißt, bricht’jene Zeiten .. warum waren sie so selig? als weil ich mit G. seinen [Gottes] Geist erwartete AA104,17 Werth IIDa ich das vernahm [warten zu sollen] hüllte ich mich in G. [mi vesti’di pazienzia] 44,74,4 Cell III 6Zwei Wanderer kommen um Mitternacht | Und wissen nicht wo sie stehn, | .. “Was ist das für ein Hexen-Ort, | Da bricht uns die G.!” 4,337 Altschottisch 2221,266,27 Lj III 5=52,123,23 ThS V 4251,56,14 Wj II 11B17,259,5 Schiller [24.2.05]N2,136,11 FlP 237 ‘in G. stehen’ 19,293,15 BrSchweiz IIB30,22,23 Diede 8.8.82B44,111,24 FJFrommann 2.6.28‘sich zur G. zu gewöhnen suchen’ [für: disporsi aver pazienzia] 44,25,10 Cell III 3‘zur G. kommen’ iSv Ruhe geben u abwarten[Tumult im Theater] Ich schicke hin, rief die Principalin, damit das Publicum nur zur G. komme 51,277,24 ThS III 14 —  jur iSv Zugestehen einer Fristersuche meine Creditoren zu einer ihnen unschädlichen Gedult Hochrichterlich anzuhalten DjG33,365,26 RAnw [20.10.73]
b im Hinblick auf verfolgte Ziele, erstrebte Ergebnisse; auch ‘eherne, liebevolle, wunderbare G.’war ihm [Eduard] doch nicht die G., die Ausdauer verliehen, die zur Ausbildung eines solchen Talentes [Flötenspiel] gehört 20,27,13 Wv I 2Sie ermüdete nicht mit G. und Milde das Gute und Nützliche zu befördern 36,305,6 AndenkAnnaAm 1807[betr ‘Iphigenie’] das stockende Sylbenmaas wird in fortgehende Harmonie verwandelt. Herder hat mir dazu mit wunderbarer G. die Ohren geräumt B8,25,17 CarlAug [18.9.86][insbes mBez auf G-s amtl Wirken] Meine Tage waren von Morgends bis in die Nacht besezt. Man könnte noch mehr, ia das unglaubliche thun wenn man mäsiger wäre .. alles muss zulezt auf einen Punckt, aber Ehrne Gedult, ein steinern Aushalten T1,120,4 v 26.5./21.6.80B43,82,16 Iken 27.9.27B28,67,20 Meyer 24.4.17151,1 Faust II 10689
c anthropomorph als Eigenschaft der (den ewigen Naturgesetzen folgenden) ErdeWenn ich ’mal ungeduldig werde, | Denk’ ich an die G. der Erde, | Die .. sich täglich dreht | Und jährlich so wie jährlich geht 2,290 Beispiel 2
d iSv Aufnahmebereitschaft, erwartungsvolle AufmerksamkeitDer erste Act des Stücks [‘Die Hofdame’] .. eilt zu sehr und es ist nicht .. nöthig, weil der Zuschauer noch seine volle G. beysammen hat B40,166,22 Elsholtz 11.12.25
e öfter (ellipt) in Bitte, Wunsch, Aufforderung (einmal imperativisch ‘G. genommen!’); auch in expressiver DoppelungNoch um einige G. und Nachsicht bittend .. | Goethe B20,254,20 Voigt 9.12.08Für freundliche Theilnahme dankbar, | Fortgesetzte G. wünschend, | Ferneres Vertrauen hoffend B49,254,8 Boisserée 25.2.32Muth und G.! | G[oethe]. B17,10,6 Eichstädt 12.1.04[Hanswurst:] Ich will .. Hochzeit halten. [Kilian Brustfleck:] Ich bitt euch, nur Gedult genommen! 38,49 HanswurstsHochz 70[zu sich selbst:] Gedult! Gedult! [G.! G.! Werth2] Es wird besser werden AA71,17 Werth1 IIB34,192,5 ABrentano 13.4.21
2 nachsichtige, verständnisvolle Haltung gegenüber Personen; von Fürsten, Gönnern, Freunden, Erziehern (mBez auf Kinder in Berührung mit 1); auch ‘G. mit jdm haben’, ‘G. gegen jdn’[Alphons:] Mit welcher Nachsicht, welcher fürstlichen G. und Langmuth trugen diese Männer [Päpste] | Manch groß Talent, das ihrer reichen Gnade | Nicht zu bedürfen schien Tasso 2945Mit Ihrem Söhnlein [Schauspielschüler in Weim] werden Sie G. haben, wenn manchmal die Nachricht einer kleinen Unvorsichtigkeit zu Ihnen gelangt B16,200,20 FUnzelmann 14.3.03B11,151,11 Schiller 2.8.96 in (ellipt) Aufforderung, Bitte[Brief] Ottilie den Freunden .. .. Helft mir durch Nachsicht und G. über diese Zeit hinweg 20,394,27

[Bd. 3, Sp. 1200]
Wv II 17
Warum sag ich dir nicht alles — Beste — G. G. hab mit mir! B2,243,4 Gfin Stolbg [8./9.]3.75B28,314,20 Gf VitztEckst [28.11.17] KB3,18,18 ChStein [1. Hälfte 76 Korr Petersen 1,559] als Wesensmerkmal GottesGott habe G. mit mir wie bisher B4,112,18 Lavater 28 [10.79]
3 aushaltendes Dulden, tapferes Ertragen, Ergebung; auch ‘christliche, standhafte, schweigende G.’, mehrf ‘mit G. aushalten, (er)tragen, leiden’, ‘durch, mit G. übertragen’
a im Hinblick auf widrige Umstände, Unglück, Not, bes Krankheit u körperl Leidenerregte sie [Frau Bohl] den größten Antheil durch die unermüdliche G., mit welcher sie häusliche Leiden an dem Gatten und Kindern .. übertrug B24,197,27 Voigt 14.3.14[Carlos zu Clav:] Brenn’ einem das Haus ab, daran er zehen Jahre gebauet hat, und schick’ ihm einen Beichtvater, der ihm die christliche G. empfiehlt 11,95,11 Clav IVDer Herzog [vBraunschweig] wünschte uns allen G. und Ausdauer 33,121,3 CampWenn auch die körperlichen Leiden, die mich .. gefangen hielten allenfalls durch standhafte G. zu übertragen waren B38,3,5 Maria Paulowna 1.1.24[nach langer Krankheit] ich habe das Capitel von Genügsamkeit, G., und was übrigens für Materien ins Buch des Schicksaals gehören, wohl und gründlich studiert B1,189,15 FOeser 13.2.69B19,81,19 Voigt [5.12.05] ‘G. haben mit etw’: sich darein fügenMit dem schlechten Wetter müßt Ihr [in Lauchstädt] freylich G. haben und sehen wie ihr euch in Sälen und sonst unterhaltet B16,241,2 Christiane 21.6.03
b im Hinblick auf Bosheit, Spott, Neckerei, auf Unart des Benehmens[Gerichtsrat:] Wo der Tyrann die holde Gattin kränkt .. | Er triumphirt, und schweigende G. | Senkt nach und nach verzweifelnd sie in’s Grab NatT 2198[Graf:] So beschimpft von hier zu gehen, | Wie? ich litt es mit G.? 12,279 VereitelteRänke 622 [G/Vulpius?][Alphons im Hinblick auf Tasso:] Gleich wird uns .. | Zur Übung unsrer Tapferkeit ein Feind, | Zur Übung der G. ein Freund gegeben Tasso 288323,168,3 Lj VIII 3
c in bildl Periphrase: ‘Wohnung der G.’ für christl Kloster NatT 1683
4 innere Ruhe, Gelassenheit, auch mit dem Nebensinn resignierender (Schicksals-)Ergebenheitich wollte mit jedem Morgen Nahrung der Großheit aus ihr [erhabene Bergwelt] saugen, wie aus einem lieblichen Thal G. und Stille 19,225,14 BrSchweiz II ~ B4,71,21 ChStein 3.10.[79][Belagerung von Mainz] finde mich recht glücklich .. hier zu seyn und G. und Ruhe mitten in dem unternehmenden Getümmel zu lernen B10,70,8 Jacobi 5.6.93[der Mensch in beengenden Umständen] wenn er .. lange dagegen gearbeitet hat, gewöhnt er sich endlich zu einer dunkeln gutmüthigen G. und folgt gelassen den trüben Pfaden seines Schicksales 52,93,9 ThS IV 16 Beherrschung, Contenanceda sie [die Lilie] das häßliche Thier [den Mops] .. küßte, verging ihm [dem Jüngling] alle G. 18,253,4 Märchen[Beireis’ Gemäldesammlung] Hatte man .. die meiste Zeit alle G. und Zurückhaltung nöthig, so ward man denn doch mitunter durch den Anblick trefflicher Bilder getröstet 35,217,1 TuJ
5 mit weitem od umfassendem (die vorangehenden Einzelbestimmungen mehr od weniger übergreifendem) Bedeutungsgehalt
a in der Personencharakteristik, neben anderen EigenschaftenLavater ist und bleibt ein einziger Mensch .. Solche Wahrheit, Glauben, Liebe, Gedult, Stärcke .. pp ist weder in Israel noch unter den Haiden B4,148,11 Knebel 30.11.79wenn ich an dich mein Gebet richte, und deiner Güte Weisheit, Mäsigkeit und G. theilhafft zu werden wünsche B5,80,25 ChStein 12.3.8117,128,28 GrCoph I 237,356,24 PhysiognFragm
b in allgemeinen (mehrf gnomischen), die Geduld als Tugend qualifizierenden Aussagen u als Gegenstand der ReflexionGlaube nur, du hast viel gethan, | Wenn dir G. gewöhnest an 2,225 Sprichw 58G. und Ausharren ist überall nöthig B23,129,19 Riemer 10.11.12Solange wir im Wandern sind | G. und Hoffnung unsre Waffen | So jung wie alt gewöhne sich ans klaffen [der Hunde] | Das merke dir mein Kind 52,414 Ich ging mit dem Enkel 15Es gibt Tugenden, die man .. nicht eher schätzt, als bis man sie vermißt .. die dem Inhaber nicht zugute kommen, weil sie in einem Leiden, in der G. bestehen. Sie scheinen .. aus einer Abwesenheit von Kraft und Tätigkeit zu bestehen, und sie sind die höchste Kraft, nur nach innen gewandt und zur Abwehr äußeren Unglimpfs, nur als Gegendruck gebraucht. Hammer zu sein, scheint jedem rühmlicher und wünschenswerter, als Amboß, und doch was gehört nicht dazu, diese .. immer wiederkehrenden Schläge auszuhalten! Gespr(He2,60) Riemer Anf April 1806Zeit und Ruhe | G. und Mäßigung 422,357 MuR Plp51,227 Xen 156(388) neben u im Verhältnis zu den christl Kardinaltugenden Glaube, Liebe u Hoffnung, in individueller Weiterführung als deren Inbegriff u Folge (auch allegorisch veranschaulicht)G., Hoffnung, Glaube, Liebe, alle diese Tugenden sind die Vernunft actu, in Ausübung, sie sind die ausgeübte Vernunft Gespr(He2,593) Riemer 24.12.10[Resümee eines Gesprächs zw Wilh u Friedrich] Daß der Mensch in’s Unvermeidliche sich füge, darauf dringen alle Religionen .. Die christliche hilft durch Glaube, Liebe, Hoffnung gar anmuthig nach; daraus entsteht denn die G., ein süßes Gefühl, welch eine schätzbare Gabe das Dasein bleibe, auch wenn ihm .. das widerwärtigste Leiden aufgebürdet wird 251,210,11 Wj III 11Glaube, Liebe Hoffnung fühlten einst .. einen plastischen Trieb in ihrer Natur; sie befleißigten sich zusammen und schufen ein liebliches Gebild, eine Pandora im höhern Sinne: die G. 422,219,3 MuR(858)[Faust, vor dem Pakt mit dem Teufel:] Fluch jener höchsten Liebeshuld! | Fluch sei der Hoffnung! Fluch dem Glauben, | Und Fluch vor allen der G.! Faust I 1606422,508,10 BiblStud [Röm 5,4]im Rahmen antiker Tugendvorstellungen (wohl rückgreifend auf ὑπομονή)[Iph:] es schmiedete | Der Gott um ihre [der Tantaliden] Stirn ein ehern Band. | Rath, Mäßigung und Weisheit und G. | Verbarg er ihrem scheuen düstern Blick Iph2 332in oriental BildspracheNachen der G. .. auf dem Meer der Leiden AADiv3,65 Plp [Hammers Hafis-Übs]
GWB Entbehrungsgeduld Un- Winter-Syn zu 1 Anhaltsamkeit Assiduität Ausdauer Beharrlichkeit Beständigkeit Tenazität zu 2 Duldsamkeit Gefälligkeit Langmut Nachgiebigkeit Nachsicht zu 3 Duldsamkeit Duldung Gefaßtheit Leidenschaft Standhaftigkeit zu 4 Gelassenheit Gleichgültigkeit Gleichmut Gleichmütigkeit Ruhe Stille zu 3 u 4 Ergebenheit Ergebung Fassung Fügsamkeit

Günter Kramer

 

  Beständigkeit
1 zu beständig 2: Dauerhaftigkeit, HaltbarkeitPigmente .. lassen sich durch Beizen zur größten B. an und in Körper übertragen N1,284,4 FlD 715
2 zu beständig 3
a Konstanz, Unveränderlichkeit; einmal ‘versatile B.’B. der Bildung der Pflanzen in allen ihren Theilen. Darauf gebaute Beschreibungen N13,127,1 Morph Plpfand ich mich am meisten gefördert, als ich die Gesetzmäßigkeit der physiologischen Erscheinungen .. die versatile B. der chemischen Wirkungen und Gegenwirkungen erkennen lernte N4,307,11 FlH VI Konfess dVerf [für: constancy] N2,201,15 FlP 427
b Beharrlichkeit, Festigkeit, Zuverlässigkeit, TreueIhr Wohlwollen, das ich vielleicht um so mehr verdiene als ich auf einem Wege wandle, der ohne äußere Aufmunterung bloß mit innerer B. betreten seyn wird [> auf dem man wenig Begleiter findet] B12,395 Gallitzin [12.1.97] KIn dem schildführenden .. Arm .. erkennt man jene Kraft und B., welche schriftliche Überlieferungen sowohl als die lebendigen Kunstthätigkeiten, selbst in den gefährlichsten Augenblicken, zu retten und zu bewahren wußte 53,217,18 Bilder am Hause G-s bRegierungsjub CarlAug[betr G-s Verhältnis zu Weimar, hier personifiziert durch die Ilm] die B. seiner Neigung zu ihr 16,238,25 Maskenz 1818 Festz Vorbemwas dieser heilige Mann [Alexis] .. aus freiem Willen ausgestanden

[Bd. 2, Sp. 514]
hat .. Gott hat ihm seine B. auf’s herrlichste vergolten 19,284,4 BrSchweiz II35,228,24 TuJ
→ Un-Syn zu 1 Dauerhaftigkeit Haltbarkeit zu 2 a Unveränderlichkeit zu 2 b Anhaltsamkeit Assiduität Ausdauer Beharrlichkeit

Elisabeth Mager

 

  DauerEtwa 260 Belege. Neben durchgehendem Gebrauch als neutrale Bezeichnung für einen best Zeitraum (1) seit den 90er Jahren u bes in der Spätzeit mit stärkerer inhaltl Prägnanz u Tendenz zu begriffl Verfestigung für das im Wechsel der Erscheinungen als ‘Form’ u ‘Gehalt’ Durchhaltende, als Wesenszug der Natur u als gesteigerte Daseinsform der Kunst (2); im persönl u gesellschaftl Bereich die sich aus folgerechtem u konsequentem Handeln ergebende Gewähr für Sicherheit, Frieden u Glück (3 a); selten in negativer Akzentuierung.
1 begrenzte Zeitspanne
a Zeitraum von best (längerer) AusdehnungDie D. meines gegenwärtigen Aufenthalts [in Ital] wird von ihren Wincken .. abhängen B8,40,26 CarlAug 3.11.[86]
b begrenztes (längeres) Andauern eines Zustandes, Geschehens od TunsDaß der Eindruck irgend eines Bildes im Auge einige Zeit verharre .. die allzulange D. eines solchen Eindrucks .. kann als krankhaft angesehen werden N1,52,1 FlD 121das hat die Eislust vor allen andern körperlichen Bewegungen voraus, daß die Anstrengung nicht erhitzt und die D. nicht ermüdet 24,331,12 Wj II 5 idWdg ‘auf die D.’: auf die Länge der Zeit, langfristig gesehen, auch iSv nachhaltigwelches rednerische Mittel [die direkte Ironie] nur höchst selten angewendet werden sollte; denn auf die D. fällt es einsichtigen Menschen verdrießlich 27,75,20 DuW 727,111,5 DuW 7B28,23,4 Kirms 17.3.17
2 das Bestehen, der Fortbestand für eine nicht begrenzte Zeit; das Bleibende; öfter iGz Tod, Zerstörung, Vergänglichkeit, Augenblick u Wechsel[Mignons Beisetzungsfeier; Chor:] Kinder! kehret in’s Leben zurück! .. Tag und Lust und D. ist das Loos der Lebendigen 23,255,7 Lj VIII 8Alles, was entsteht, sucht sich Raum und will D.; deßwegen verdrängt es ein anderes vom Platz und verkürzt seine D. N11,156,7f MuR(1252)Nur allein der Mensch | Vermag das Unmögliche: | Er unterscheidet, | Wählet und richtet; | Er kann dem Augenblick | D. verleihen 2,84 Das Göttliche 42selbst ihrer [der Natur] Allmacht ist es unmöglich .. dem hervorgebrachten Schönen eine D. zu geben .. es sei nur ein Augenblick, in welchem der schöne Mensch schön sei. Dagegen tritt nun die Kunst ein .. steht es [das Kunstwerk] in seiner idealen Wirklichkeit vor der Welt, so bringt es eine dauernde Wirkung .. hervor 46,29,1 WinckelmSchönhD. im Wechsel. | Hielte diesen frühen Segen | Ach, nur Eine Stunde fest! | .. Ach, und in demselben Flusse | Schwimmst du nicht zum zweitenmal. | .. Danke, daß die Gunst der Musen | Unvergängliches verheißt, | Den Gehalt in deinem Busen | Und die Form in deinem Geist 3,79 TitelN51,3,19 BeitrOpt I 2492,105,7 Hemsterhuis-GalizGemmensammlg eingeschränkt für das bloße Bestehen iUz erfülltem Leben[Meph:] Das Leben wie es eilig flieht | Nehmt ihr genau .. | Und wenn man es beym Licht besieht | G’nügt euch am Ende schon die D. 152,187 Faust II Plpdas Fortleben, Fortwirken als Ruhm, Andenken uäWenn von der Ruhmverkünderin [der Sage] begleitet | Heroischer Gesang den Geist entzündet, | Auf Thatenfeldern hin und wieder schreitet, | .. Ein Denkmal über Wolken sich bereitet, | Auf Schwindendes die schönste D. gründet 16,210 Maskenz 30.1.02 Vs 6[mBez auf Grabmonumente] Der Baukünstler, der Bildhauer sind höchlich interessirt, daß der Mensch von ihnen, von ihrer Kunst .. eine D. seines Daseins erwarte 20,205,1 Wv II 1 iSv Unsterblichkeit, Unvergänglichkeit[Minerva:] Den Göttern fiel zum Loose D. | .. [Prometh:] Ich daure so wie sie. | Wir alle sind ewig! 39,201 PromethFragm 1773 Vs 156das letzte Stillleben das er mahlte [nach dem Tod seiner Frau], bestand aus Geräthschaften die .. auf Vergänglichkeit und Trennung, auf D. und Vereinigung deuteten 47,135,8 Samml 2492,192,11 MuR(670)NatT 1321
3 qualifizierend
a iSv Lebenskraft, Beständigkeit, öfter iVbdg mit Begriffen wie Sicherheit, Beharrlichkeit, Frieden, Wohlstand, Glück, GenußIm Angesicht dieser Gebäude [der verfallenen Klostergebäude] steht ein vor alten Zeiten gepflanztes, noch immer fortwachsendes Lindenrund, um anzudeuten, daß die Werke der Natur ein längeres Leben, eine größere D. haben als die Werke der Menschen 48,164,21 Ruysdael als Dichterauf welchen hohen Grad von Sicherheit und Wohlstand Abbas .. das Reich erhoben und zugleich diesem Zustand eine solche D. verliehen, daß seiner Nachfahren Schwäche, Thorheit, folgeloses Betragen erst nach neunzig Jahren das Reich völlig zu Grunde richten konnten 7,202,18 DivNotIn seiner [des Großvaters] getäfelten Stube habe ich niemals irgend eine Neuerung wahrgenommen .. Überhaupt erinnere ich mich keines Zustandes, der so wie dieser das Gefühl eines unverbrüchlichen Friedens und einer ewigen D. gegeben hätte 26,57,14 DuW 1In so hohen Jahren gibt mir nichts ein so reines befriedigendes Gefühl von D. als die Consequenz der Natur und die Beharrlichkeit derer, die sich treu und liebevoll mit ihr beschäftigen B45,224,18 EHFMeyer 30.3.29[Gerichtsrat:] Zum ew’gen Bunde siehst du mich bereit. | .. [Hofmstrn:] Gewinnen kann, wer viel verloren, schnell. | [Gerichtsrat:] Nach glänzendem ein dauerhaft Geschick. | [Eugenie:] Hinweg die D., wenn der Glanz verlosch NatT 225326,213,17 DuW 4492,154,9 AusgrabgnN3,133,20 FlH IIIN12,13,9 Wolkengest mBez auf Gesinnungen,

[Bd. 2, Sp. 1099]
Beziehungen, Tätigkeiten; überwiegend positiv als Erfahrung einer Identität u lebendigen Kontinuität menschl Denk- u Handlungsweisen; rollensprachl vereinzelt negativWas kann der Mensch mehr wünschen, als daß ihm erlaubt sey das Ende an den Anfang anzuschließen, und wodurch kann dieß geschehen, als durch die D. der Zuneigung, des Vertrauens, der Liebe, der Freundschaft B24,92,23 Trebra 5.1.14 Kdas ist die Hauptbedeutung eines längeren Lebens, daß wir sowohl persönlichen Bekanntschaften als wissenschaftlichem Bestreben, so wie jeder eingeleiteten Thätigkeit eine würdige D. durch folgerechte Behandlung zu bestätigen trachten B42,225,15 Schmid 18.6.27 K[Antonio:] Der Mäßige wird öfters kalt genannt | .. [Tasso:] Auch ich verstehe wohl, so jung ich bin, | Der Heftigkeit die D. vorzuziehn Tasso 1228[Graf:] bei dem Ehestande ist es nur diese entschiedene, ewige D. zwischen so viel Beweglichem in der Welt, die etwas Ungeschicktes an sich trägt 20,112,9 Wv I 106,168 Vs 5 DivSuleika3,23 TrilogLeid Eleg 57B48,59,11 Conta 28.12.30
b iSv Festigkeit, Haltbarkeit, Solidität; mBez auf Materialien, Handwerkliches u Gebautes, Naturproduktedaß durch diese Operationen [des Beizens] die Farbe eine nur mit dem Körper zu verwüstende D. erhält N1,222,22 FlD 550[in Thereses Haus u Garten] Was das Handwerk hervorbringen kann, das keine schönen Verhältnisse kennt, aber für Bedürfniß, D. und Heiterkeit arbeitet, schien .. vereinigt zu sein 23,43,1 Lj VII 5Er [Wilh] sah die Welt nicht mehr wie ein Zugvogel an .. alles, was er herstellte, sollte eine D. auf einige Geschlechter haben .. mit dem Gefühl des Vaters hatte er auch alle Tugenden eines Bürgers erworben 23,137,19 Lj VIII 1B2,116,24 ChKestner 31.10.7320,151,13 Wv I 1421,57,4 Lj I 11N13,99,14 Morph Plp im Bild[mBez auf Newtons Theorie] Niemanden fällt es auf, daß der alte Bau unbewohnbar geworden. Immer wird von seiner vortrefflichen D., von seiner köstlichen Einrichtung gesprochen N1,XIV,12 Fl Vorw
GWB Ausdauer GWB Felsendauer GWB Fortdauer GWB Krankheitsdauer GWB Lebensdauer Namens- Wechsel-vgl zu 1 Länge Zeitraum Zeit zu 2 Bestand Ewigkeit Permanenz Unsterblichkeit Unvergänglichkeit zu 3 a Anhalten Anhaltsamkeit Assiduität Beharrlichkeit Beständigkeit Ständigkeit Stetigkeit Unwandelbarkeit zu 3 b Dauerhaftigkeit Festigkeit Haltbarkeit Permanenz Solidität Stabilität

Elke Umbach