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 GWB finden (Bd. 3, Sp. 718)   GWB entwickeln (Bd. 3, Sp. 193) 
  findenfinite Formen auch synkopiert bzw apokopiert: 2.SgPräs ‘findst’ 4,203 Gehab’ dich wohl 639,142,25 Götz1 V uö, 3.SgPräs ‘find(t)’ A(Knittermeyer 23) JMFärber 2.11.17AA73,10 Werth1 II uö, 1.SgPräs ‘find’ B2,242,17 Gfin Stolbg [8./9.]3.[75]; in der ‘Judenpredigt’ dialektaler Inf ‘finne’ 37,59,22 PartPrät ‘funden’ DjG31,29,12 Labores juv [1757]; 3.SgPrät ‘fande’ 38,181,17 Claud1 Zusammenschr ‘wahrgefunden’ N8,11,20 VglAnatomie 2; auch subst
A im konkr Wahrnehmungsbereich
1 etw, jdn durch Zufall, von ungefähr sehen, entdecken, auf etw treffen, stoßen; refl: sich unversehens, unerwartet zeigen; auch im Gleichnis[Claudine:] (Auf dem Tisch die Gartenschlüssel f-d.) Und diese Schlüssel? Eine Gottheit sandte mir sie! 38,168,22 Claud1An den holden Jüngling denkend, | .. Ging ich still durch’s Abendwäldchen, | Und unvermuthet fand ich ihn da 4,328 Vs 4[in Marienbad] Bewegungen von Morgens bis Abends im Wandeln und Fahren, Eilen und Begegnen, Irren und F. B37,210,28 Willemer uFr 9.9.23Er [Faust] hat sich in Helena verliebt und verlangt nun daß der Tausendkünstler sie herbey schaffen .. solle. Es finden sich Schwierigkeiten 152,175 Faust II Plp1,25 Gefunden Titel idWdg ‘ein gefunden Fressen sein’ 8,8,8 Götz2 I einmal metasprachl Gespr(He1,581) KABöttiger 7.11.94auf ein best Verhalten treffen, in eine best Situation, einen (mißl) Zustand geraten, etw erfahren, erleidenÜberall fand ich Unglauben an meinen Beruf zu dieser Sache [Farbenlehre] N4,300,23 FlH VI Konfess dVerfDer Major .. wäre an den Verschränkungen, die er vor sich fand, fast verzweifelt 24,305,12 Wj II 4 Mann v50JahrenParis .. wo er [Dorotheas erster Verlobter] Kerker und Tod fand HermDor IX 261
2 (sich) vorfinden
a etw, jdn (an best Ort) antreffen, (als vorhanden) feststellen; refl: sich (an best Ort) befinden, auch: auftreten, in Erscheinung tretenEine große Epoche hat das Jahrhundert geboren, | Aber der große Moment findet ein kleines Geschlecht 51,209 Xen 31(767)Tizian und Paul [Veronese] hatten diese Klarheit .. und wo man sie in ihren Werken nicht findet, hat das Bild [an Farbwirkung] verloren 30,133,20 ItRDas alles sieht so lustig aus, | So wohl gewaschen das Bauerhaus .. | Fände sich ein Niederländer hier, | Er nähme wahrscheinlich gleich Quartier 3,136 Landschaft 7haben sich Naturbeobachter gefunden, die auf diesem Wege [von Baco vVerulam] gehen N52,258,33 Fl Plp45,192,3 Ram NeffeAnm Palissot,PhilosB20,163,13 Christiane [14.9.08]22,320,1 Lj VI mBez auf Obj in präd Funktion, auch ‘etw f. an’Ein Citat Winckelmanns wies mich auf die Homilien des Chrysostomus, ich wollte doch sehen, was der Kirchenvater über die Schönheit zu sagen gewußt habe, und was fand ich! einen Pater .. der .. das dümmste Zeug vorsagt B25,332,15 Zelter [17.5.15]Ich erfreute mich der Gelegenheit die Abtei zu sehen und fand ein weitläufiges, wahrhaft fürstliches Gebäude 33,168,4 Camp[betr Sendung aus Wien] Serenissimus f. an den Samen durchaus neue Sorten B35,272,19 Schreiber 27.2.22 KN13,57,7 Morph Plp ‘sich f. mit’, rezipr ‘sich f.’: sich zusammenfinden (mit), zusammenkommenIm Garten .. | .. fanden sich, zu gleicher Lust geladen, | Der Männer Tiefsinn, Frauengeist und -Sitte 4,16 Herrn Staatsminister vVoigt 19131,173 ProlHalle 1811 Vs 37 in allg Aussagen idVbdgn ‘man findet’, ‘wir f.’, ‘sich f. (lassen)’, ‘(an best Ort) zu f. sein’, ‘gefunden werden’ iSv es gibt, vorkommen, existent sein; vereinzelt iSv vorrätig seinKeinen Reimer wird man f., | Der sich nicht den besten hielte1) 6,97 Vs 1 Div UnmutEs ist auffallend, daß wir in unserer Sprache nur wenige Sylben f., die entschieden kurz oder lang sind 30,248,21 ItRM[eine] Adresse Sadtler Vogt in Meiningen ist .. daselbst stets zu f. B51,63 Blum 10.5.[82]Diese [neue Ausgabe] ist noch im Buchhandel zu f. 411,78,11 Don Ciccio492,123,15 Münzkde dtMittelzeit52,158,14 ThS V 9
b jdn, etw in best Zustand, in best Qualität vorfinden; refl: sich in best Lage befinden, eine best Beschaffenheit aufweisenDer Alte trat in seine Hütte .. und fand sein Weib in der größten Betrübniß 18,236,16 Märchen[Lustige Person:] Das Alter macht nicht kindisch .. | Es findet uns nur noch als wahre Kinder Faust I 213[betr Auge im dunklen Raum] Dort fanden wir das Organ in der höchsten Abspannung und Empfänglichkeit N1,3,13 FlD 8Früh erwacht .. | Findet sie an ihrem Herzen | Todt den vielgeliebten Gast 1,229 Gott u Bajadere 58[nach dem Überfall im Wald] die wunderliche Gruppe .. fand sich in dieser Einsamkeit allein 22,40,17 Lj VI 5 ~ 52,192,18 ThS V 1520,142,13 Wv I 13131,9 Paläophron Neoterpe 12024,22,14 Wj I 2 StJoseph II ‘sich zu etw geneigt, willig f. lassen’ uäIch ließ mich zu einem solchen Ausweg sehr geneigt f. 28,41,1 DuW 11wie ich [der Bischof] immer bereit bin .. zu Nutz und Vortheil meines Nächsten mich thätig f. zu lassen 341,27,1 RochusfAA19,26 Werth I412,95,8 Üb:Byron,Cain refl zugl iSv sich eines Zustandes, einer Situation bewußt werden, ihrer gewahr werden (in Berührung mit B); einmal ‘sich mit sich selbst f.’[Odoard:] mir blieb nichts übrig als zu fliehen .. ich fand mich auf der Straße in einem Zustande, den ich seit langen Jahren nicht empfunden hatte 251,195,6 Wj III 10 Nicht zu weitAls nun aber das mit Ungeduld erwartete Ganze [Hammers Publikation] endlich erschien, fand man sich auf einmal wie mitten in einer bekannten Welt 7,233,8 DivNot Hammer[Amenaide:] Die Mutter starb, ich fand mich mit mir selbst [je me vis seule au monde] Tancred 325Iph2 1851
iSv jdn bei etw überraschen, ertappenSerlo .. schaute in das Buch, das unser Freund in der Hand hielt, und rief aus: Find’ ich Sie wieder über Ihrem Hamlet? 22,88,26 Lj IV 15 ~ 52,247,22 ThS VI 10
c in unpers Wdgn: ‘etw findet sich’ uä, von zukünftigen ungewissen Ereignissen iSv etw ergibt sich,

[Bd. 3, Sp. 719]
es wird sich zeigen, man wird sehenWer will denn alles gleich ergründen! | Sobald der Schnee schmilzt wird sich’s f. 2,294 Kommt Zeit, kommt Rat 2[Sora üb den Prinzen:] Wenn er uns nun auch unerträglich ist? [Andrason:] Seid ruhig, Kinder! Das findet sich 17,13,17 TriumphEmpfindsamk I[Eduard üb den Hauptmann:] Auf dem rechten Flügel des Schlosses kann er wohnen, und alles andere findet sich 20,7,22 Wv I 1AA136,26 Werth2 II131,44,16 Was wir bringen ‘wie sich’s findet’[Meph zu Dame:] Nimm diese Kohle, mach ihm [dem Geliebten] einen Strich | Auf Ärmel, Schulter Mantel wie sich’s findet [> macht 151,1 Faust II 6350] 152,34 Var6,86 Vs 11 DivBetrachtg
3 zu etw, jdm durch Suchen, Bemühen, Streben gelangen, etw wiederfinden; auch refl
a jdn, etw auffinden, ausfindig machen; refl: sich auffinden lassen; auch im Bild[Alphons zur Przin:] Ich suche Tasso, den ich nirgends finde, | Und treff’ ihn — hier sogar bei euch nicht an Tasso 239Ein Kranz ist gar viel leichter binden, | Als ihm ein würdig Haupt zu f. 2,224 Sprichw 28[zum Verständnis des Mittelalters] Hamanns Briefe sind hiezu ein unschätzbares Archiv, zu welchem der Schlüssel im Ganzen wohl möchte gefunden werden, für die einzelnen geheimen Fächer vielleicht nie 35,40,25 TuJWilhelm suchte .. nach dem Kinde, das sich aber nirgends fand 21,162,2 Lj II 418,245,23 MärchenT1,157,13 v 7.9.8617,206,2 GrCoph IV 1 mBez auf Bodenschätze iSv fündig werdenMan .. teufte .. Schächte ab .. und hoffte im toten Liegenden selbst Erze zu f. A(LA I 1,34,7) Nachr BergbIlmenau 28.8.83 [Eckardt BergwKomm]Gespr(He32,331) Luise Löw 2.8.28 iSv aus Gleichartigem herausfinden[Apotheker:] Hab’ ich doch endlich das Mädchen [Dor] aus vielen hundert gefunden, | Nach der Beschreibung HermDor VI 125Sie schicken mir alle Zeichnungen, finde ich etwas darunter was ich zu künftigem Gebrauch [behalten möchte] B11,201,22 Meyer 15.9.9624,227,13 Wj I 12 iSv jdn aufspüren; auch absol[Thoas zu Arkas:] durchsucht das Ufer .. | Wo ihr sie findet, faßt sie Iph2 1782Die Augen zugebunden | Hast du mich schnell gefunden 1,17 Blindekuh 522,197,9 Lj V 10 scherzh[Mutter:] Laß dir die Suppe schmecken .. [Vater:] Ich will das Maul schon f. 131,40,11 Was wir bringen [1802]
b einen Sachverhalt durch forschende Erkundung feststellen, herausfinden; refl: sich herausstellen; mehrf in der Paarformel ‘f. und erfinden’; einmal PartPräs absolso hat man denn nach genauer Untersuchung gefunden, daß Leonard ein Gemisch von Mastix, Pech und andern Antheilen mit warmen Eisen auf den Mauertünch gezogen 491,213,17 Bossi,LeonardoAbendmahlMathematiker .. die behaupten daß man in physischen Dingen .. nichts f. könne ohne Mathematiker zu sein N11,368 MuR(1280)Niemand wollte gestehen, daß eine Idee, ein Begriff der Beobachtung zum Grunde liegen, die Erfahrung befördern, ja das F. und Erfinden begünstigen könne N6,167,25 MetamPfl Nachtrob es nicht bei der Beschränktheit der menschlichen Natur gemäßer sei .. den aufsuchenden und f-den von dem behandelnden und anwendenden Manne zu unterscheiden N1,291,9 FlD 729[Oberster:] Findet sich’s daß sie in weiter keine Händel verwickelt sind, so wird man sie in der Stille des Landes verweisen 17,244,9 GrCoph V 851,218 Xen 95(122)24,190,5 Wj I 10
c etw bekommen, sich verschaffen, erlangen; refl: sich herausbilden, darbieten[Ulysses:] wehe mir Verlass’nem! | Wo will ich Speise f., Kleid und Waffe? 10,101 Nausikaa 33Epheu und ein zärtlich Gemüth | .. Kann es weder Stamm noch Mauer f., | Es muß verdorren 2,238 Sprichw 345[Gerichtsrat zu Eugenie:] Du kannst .. in jener Gegend bald | Die schönste Wohnung f. NatT 2906[Freiheit u Knechtschaft] geht .. durch alle Stufen durch, bis sich .. ein Gleichgewicht .. f. kann 7,94,7 DivNot Nachtrfand sich Beruhigung und reine Übersicht Tgb 24.8.30 häufig mBez auf Abstrakta, die ein Erstrebtes, Erstrebenswertes ausdrücken, bes in Vbdgn wie ‘Gewinn, Lohn, Nutzen, Vorteil f.’, ‘Hilfe, Zuflucht, Trost f.’, ‘Ruhe, Glück, Heil, Wohl f.’, ‘sein Dasein, Leben, seine Existenz (in jdm, etw) f.’ ua (zT in Berührung mit D)Die gerade Richtung meines Herzens zu Gott, den Umgang mit den beloved ones hatte ich gesucht und gefunden 22,305,7 Lj VI SchöneSeele[der Alte:] theilet | Was ihr habet, zusammen, damit ihr Barmherzigkeit findet HermDor V 204[Ottilie zum Himmel gewandt:] ruft Hülfe von daher, wo ein zartes Herz die größte Fülle zu f. hofft 20,362,5 Wv II 13Der nordische Reisende glaubt, er komme nach Rom, um ein Supplement seines Daseins zu f. 32,134,10 ItR48,193,16 MuR(490)B11,38,19 Meyer 3./9.3.96Faust I 3376421, 75,9 InschrHeilsbg51,256,22 Ths III 11 idWdgn ‘(bei etw) seine Rechnung, sein Konto f.’ (nach frz se trouver sa compte)so wird .. in dem, was wir .. von den Farben ausgesprochen, der Färber weit mehr seine Rechnung f., als bei der bisherigen Theorie N1,292,5 FlD 73033,256,3 Camp51,80,7 ThS I 21
d jdn (in einer best Rolle, Funktion) für sich gewinnen; auch ‘an jdm einen Freund, in jdm einen Meister f.’[Alphons üb Tasso:] Gefunden hab’ ich diesen und gewählt, | Ich bin auf ihn als meinen Diener stolz Tasso 2850Der Mahler darf .. nur einigermaßen Künstler sein, so findet er schon ein größeres Publicum als der Musiker 48,194,13 MuR(491)als sie [die Schlange] .. von weitem einen Glanz, der dem ihrigen ähnlich war, erblickte. Find’ ich doch endlich Meinesgleichen! rief sie aus 18,228,15 MärchenAlle Weiber sind Waare .. | Glücklich ist die beständige die den Beständigen findet 1,465 VenEpigr Var ~ 53,13 Vs 97 VenEpigrNachtr 2728,93,9 DuW 12B31,327,1 Haydon 4.2.19 K52,50,14 Maskenz 1818 Vorbem von Sachsubj mBez auf interessierte, sich tätig einsetzende PersonenIch glaube nicht dass ich so bald was machen werde das wieder das Publikum findet B2,100,10 Kestner [Anf] Aug [73] [Korr DjG33,42,17]er schickt ihm das Buch mit einem Briefe, worin er .. darthut, warum das Skarteckgen in Göttingen keinen Verleger f. konnte B1,257,5 Herder [Frühlg/Som 71? Korr DjG2,20]N6,107,24 BotanStudienN4,209,21 FlH VI FrisiB25,415 Cotta 16.5.15 idWdg ‘nicht seinesgleichen f.’ uä zum Ausdruck der EinzigartigkeitDer König wird nie Seinesgleichen wieder f. [non troverà mai il pari di costui] 44,39,15 Cell III 429,177,11 DuW IV 20
e ‘sich mit jdm f.’, rezipr: ‘sich f.’: sich (mit jdm) verbinden, zueinanderstreben; auch mBez auf NaturprozesseMit den Guten mich zu f. | War mein erster Jugendtrieb 16,198 Maskenz Amor 13Was in die Erscheinung tritt, muß sich trennen .. Das Getrennte sucht sich wieder, und es kann sich wieder f. und vereinigen N11,166,3 PolaritätN6,10,24 MorphH Absicht ‘sich in Güte f.’ iSv sich einigen 11,263 Claud2 1269
B im seelisch-geistigen Bereich
1 ein Gefühl, eine Regung in sich wahrnehmen (können); gelegentl refl: sich bemerkbar machen; mBez auf positive Empfindungen, viel-

[Bd. 3, Sp. 720]
fach in Vbdgn wie ‘Befriedigung, Freude, Gefallen, Genugtuung, Interesse, Vergnügen (an, bei, in etw/jdm) f.’ uä (auch in Berührung mit D)[Eugenie zur Hofmstrn:] heute laß in voller Einsamkeit | Mich das Bedürfniß jener Tage f. NatT 941bey allen Übeln ein schönes Gegengewicht in sich selbst f. B19,71,22 Cotta 30.10.05Unser Auge findet in derselben [grünen Farbe] eine reale Befriedigung N1,320,18 FlD 802nun findet sich ein neuer Drang .. Gegenwärtiges [Hersilies Brief mit den Vorwürfen] an Lenardo zu bringen 251,77, 16 Wj III 2N4,104,25 FlH VI NewtPersönlichk4,203 Gehab’ dich wohl 6B31,77,17 Schreibers 16.2.19 K40,194,1 Anz:BeitrOpt seltener mBez auf negative Regungen in Vbdgn wie ‘Verwirrung, Langeweile f.’ uä[Bibellektüre] der irdisch gesinnte Mensch .. findet überall leicht Verwirrung und Anstoß 19,297,7 BrSchweiz IIAlle südlichen Nationen würden eine unendliche lange Weile f., wenn sie .. 46,63,2 Winckelm Gesellsch in Vbdgn wie ‘sich glücklich, behaglich f.’, ‘sich unglücklich, einsam f.’, ‘sich geehrt, beschämt f.’, ‘sich angeregt, bewogen f. zu’ uä, auch mit bildl Vorstellung[im Reisewagen] Art’ges Häuschen hab’ ich klein, | Und, darin verstecket .. | Finde mich so wohl allein | Als mit hübschen Mädchen 3,55 Der neueKopernikus 7Ungeduld .. die den Menschen von Zeit zu Zeit anfällt, und dann beliebt er sich unglücklich zu f. 20,107,15 Wv I 9[Clär zur Mutter:] Fandet ihr euch nicht selbst in eurer Tochter geehrt? 8,196,20 Egm I[Rousseau an einen Pflanzenfreund:] fänden Sie sich angeregt auf diesen Plan botanische Anfangsgründe zu bearbeiten, so .. N6,384 Morph PlpOttilie .. lebt nur für Eduard .. um seinetwillen .. findet sie sich in einem Himmel auf Erden 20,149,7 Wv I 1322,320,18 Lj VI SchöneSeele251,192,25 Wj III 10Tasso 770
2 etw prüfend, urteilend feststellen, durch Überlegung od imaginativ gewahr werden; refl: deutlich werden, sich zeigen; mBez auf Merkmale, Sachverhalte, angestrebte Resultate[Werners Gehilfe] man möchte beinahe etwas Kindliches an ihm f. 251,274,28 Wj III 14ich finde eine frappante Ähnlichkeit der Büste mit Knebeln selbst T1,153,28 v 6.9.86Wer mit seiner Mutter, der Natur, sich hält, | Find’t im Stengelglas wohl eine Welt 2,191 Sendschreiben 42Viele .. kommen in seinem [des Königs] Rathe zu sitzen; | Aber .. sie f. zusammen | Weder Rath noch Sinn [Reinke de Vos: se wetten wer rad efte syn] ReinF III 227Hier findet sich nun, daß Helenen das vorigemal die Rückkehr ins Leben vergönnt worden 152,211 Helena Plp1,273252,251,22 Wj Plp23,157,21 Lj VIII 2 in begriffl IdentifikationIch fand an des Wirths Sohn den leibhaftigen Söller [aus den ‘Mitschuldigen’] T1,160,3 v 8.9.86Iph2 12222,162 Statt den Menschen 3 mit abhängigem Satz od mit Obj-Prädikativ iSv meinen, dafürhalten, erachtenman fand, ich sey jünger geworden B4,67,15 ChStein 28.9.79Man sagt, er habe die Römer vortrefflich dargestellt; ich finde es nicht 411,56,20 Shakesp u kein EndeDieser Dialog, werden Sie f., hat in meinem Stük fast einerlei Sylbenmaas B4,157,13 Kayser 29.12.79Aufsätze, ich finde die Sache zweckmäßig erschöpft A2,312,22 JFFritsch 23.12.92Nun fand ich mich .. in meiner Vermummung [oriental Kostüm] gar hübsch 26,86,5 DuW 2 Der neueParisB4,158,3 Kayser 29.12.79N1,163,4 FlD 390 idVbdgn ‘Bedenken, keinen Anstand f. zu’ uäFände einer Bedenken den Beleg zu unterschreiben, so .. A(MA32,388,22) Instruktion 7.1.90 [G/Voigt BergwKomm]Im Fall das hiesige .. Personal denselben [Plan] gefällig unterstützen will, findet .. Commission keinen Anstand, demselben [Konzertmeister] die gesuchte Einwilligung zu ertheilen A(Wahl 2,28) Promem 11.7.09 [TheaterKomm]B14,77,15 Gädicke 4.5.99
3 sich ausdenken, ersinnen, erfinden, schöpferisch entwerfen; refl: etw fällt jdm einso staunt der Patriot und nimmt gern den Künstler zu Hülfe, um für sein Bewundern .. irgend eine Sprache zu f. 36,103,18 TuJso wünschten wir, es wäre einem Alterthumskenner beliebig gewesen, treffende Mottos unter jedes Bild zu f. 53,218,2 Bilder am Hause G-sDoch .. | Blieb er [Adam] ein halber Klumpen, | Bis endlich Noah für den Tropf | Das Wahre fand, den Humpen 6,16 Div Erschaffen u Beleben 12[betr Neureuthers ‘Randzeichnungen zu G-s Balladen u Romanzen’] Sie haben dem lyrisch-epischen Charakter der Ballade einen glücklich-bildlichen Ausdruck zu f. gewußt, der wie eine Art von Melodie jedes einzelne Gedicht .. begleitet B44,319,10 Neureuther 23.9.28können sich hierzu [Figuren der Jahreszeiten] gar wohl noch mehrere Damen gesellen. Ja es ließen sich vielleicht für sie andere Attribute f. 53,376,32 Maskenz RomantPoesie BemN12,122,7 Met Karlsbad 1819491,208,18 Bossi,LeonardoAbendmahl4,272 Ging zum Pindus 8 idVbdgn ‘Entschuldigung, Vorwand, Ausflüchte f.’ uä; ‘nicht genug Worte, keine Worte f.’Es war ein Kind, das wollte nie | Zur Kirche sich bequemen, | Und Sonntags fand es stets ein Wie, | Den Weg in’s Feld zu nehmen 1,204 Die wandelndeGlocke 3und wenn wir es [das Außerordentliche zu tun] erkennen, doch tausend Entschuldigungen f. es nicht zu thun 23,21,8 Lj VII 3Er konnte nicht Worte genug f., wie übel sie zugerichtet seien 52,79,12 ThS IV 1326,267,15 DuW 5N1,286,15 FlD 71824,127,19 Wj I 8 Wer ist dVerrät
4 etw erkennen, gewahr werden
a durch intellektuelle, forschende Bemühung, mBez auf natwiss od geistesgeschichtl ErkenntnisseWir haben .. alle [Farb-] Erscheinungen .. in einer gewissen Folge dargestellt, um zu versuchen, in wiefern hier ein Allgemeines zu f. sei N11,69,25 AnalyseSynthNicht weiß ich ob jemand diese Wahrheit [Entstehung des 5.Buches Mosis] vor mir gefunden oder gelehrt 37,186,2 Zwo biblFragen[Meph:] Das Wahre wäre leicht zu f. 14,293 Faust I Plpimmer, daß der Mensch dasjenige voraussetzt, was er gefunden hat, und dasjenige findet, was er voraussetzt N6,351,8f Morph AphoristN13,118,33 PrincPhilZool Plp422,256,17f MuR(1149) in Vbdgn wie ‘Ursache, Folge, Ordnung, Formel, Regel, Prinzip f.’ uädas Phänomen ist .. eine Wirkung ohne Ursache. Es fällt dem Menschen so schwer Grund und Ursache zu f., weil .. N11,106,1 MuR(1233)niemand werde darin [in der Botanik] irgend eine auslangende Folge zu f. wissen N6,108,4 BotanStudienEpos, Lyrik und Drama .. wunderlich sind diese Elemente zu verschlingen .. und deßhalb auch so schwer eine Ordnung zu f., wornach man sie .. aufstellen könnte 7,119,14 DivNot Naturformen dDichtgich werde immer sichrer daß die allgemeine Formel die ich gefunden habe, auf alle Pflanzen anwendbar ist B8,268,10 Knebel 3.10.8745,258,16f Diderot,Malerei ZeichngB8,255,5 ChStein [23.8.87 Korr Fränkel2 2,367]N4,246,16 FlH VI Mengs
b (zugl) durch intuitives Erfassen, innere Schau, auch mBez auf das Göttliche, Gott[Betrachtung der Gemälde Poussins ua] Wenn man .. die Natur ansehn und wieder f. und lesen kann, was jene gefunden und ..

[Bd. 3, Sp. 721]
nachgeahmt haben, das muß die Seele erweitern, reinigen und ihr zuletzt den höchsten anschauenden Begriff von Natur und Kunst geben 32,7,14 ItRSanaji .. nachdem er die Idee des Erhabenen .. jenseits dieses Daseins zu f. gelernt hatte 7,91,23 DivNot EinredeWas hieße wohl die Natur ergründen? | Gott ebenso außen als innen zu f. 52,397 Vs 122,306,24 Lj VI SchöneSeele
5 idVbdgn ‘etw zu tun f.’ ua, ‘Zeit, Gelegenheit, Möglichkeit f. (zu)’ uä, ‘Anlaß, Ursache f. (zu)’ uä: in die Lage kommen, versetzt werden (zu); refl: sich ergebenwillst du .. arbeiten, so sollst du auch zu thun f. [che ti metterà in opera] 44,292,5 Cell IV 11daß wir zeitig hinausgehen sollten, um zu unseren Spaziergängen .. die nöthige Zeit zu f. 32,120,7 ItREs ist uns angenehm .. nochmals Gelegenheit gefunden zu haben, uns über diesen wichtigen Punct zu erklären N4,262,9 FlH VI Hoffmanndaß .. Ihre Abwesenheit schmerzlicher empfunden würde wenn unsere Schönen .. sich nicht .. zu trösten Veranlassung gefunden hätten B40,339,2 ANicolovius [28.3.26] Kdaß es im Leben bloß auf’s Thun ankomme, das Genießen und Leiden finde sich von selbst 27,12,27 DuW 620,59,27 Wv I 536,141,25 TuJ20,321,8 Wv II 10N4,292,10 FlH VI Konfess dVerf
C ‘sich f. (in, zu, auf)’
1 konkr
a sich wohin begeben, gelangen; auch im BildAm frühsten Morgen fand sich unser Freund [Wilh] allein in die Galerie 24,116,2 Wj I 7[Meph:] Hier braucht es .. keine Zauberworte; | Die Geister f. sich von selbst zum Orte [alter Rittersaal] 151,1 Faust II 6376Brief .. des Herrn Philipp Otto Runge .. eines jungen Mannes, der .. durch Naturell, Übung und Nachdenken sich auf die gleichen Wege gefunden hat N1,360,22 FlD ZugabeN52,259,32 Fl Plp
b sich (an einem Ort) zurechtfinden, auch verneint[Meph:] Der Blocksberg bleibt ein gar bequem Local, | Wo man auch sei, man findet sich zumal 151,1 Faust II 7679[König:] Der edle Hirsch, hat .. uns irr’ geführt, daß ich mich selbst, | Obgleich so landeskundig, hier nicht finde NatT 5Er [Eduard] findet sich in seinem eigenen Hause nicht mehr 20,143,3 Wv I 1320,126,25 Wv I 11
2 in übertr Verwendungen
a ‘sich f.’: sich fassen, zu sich selbst kommen; auch verneint zum Ausdruck starker Erregung; einmal von Personifikation[Lucinde:] Ach, ich weiß mich kaum zu f., | Welch ein Unheil! Welches Glück! 11,258 Claud2 1167[Lila:] Ich schwinde, verschwinde, | Empfinde und finde | Mich kaum 12,57,17 Lila IIWenn sich der Verirrte findet, | Freuen alle Götter sich 2,30 DtParnaß 224“Was will die Nadel nach Norden gekehrt?” | Sich selbst zu f., es ist ihr verwehrt 2,217 GottGemütWelt 60Tasso 2176 im Hinblick auf das ‘Entselbstigen’ des Individuums zum Ewigen, Göttlichen hinIm Gränzenlosen sich zu f. | Wird gern der Einzelne verschwinden .. | Sich aufzugeben ist Genuß 3,81 Eins u Alles 1
b in einen anderen (Erlebnis-)Zustand übergehen, sich eines neuen Befindens bewußt werdenSich .. vom Tode zum Leben .. aus der Verzweiflung zum Entzücken, aus der Gleichgültigkeit zur Neigung, zur Leidenschaft gefunden zu haben 20,333,25 Wv II 10 Wunderl Nachbarsk
c sich in etw schicken, mit etw zurechtkommen, sich mit etw abfinden; einmal ‘sich nicht f. können’ zum Ausdruck inneren ÜberwältigsteinsDie deutsche Sprache .. weiß sich in Worte .. so wohl zu f., daß .. man ihr .. vorgeben wird, sie dürfe sich bei Übersetzung dem Original in jedem Sinne nahe halten 412,152,3 SerbLieder[Marquise:] Lassen Sie sehen, Nichte, wie f. Sie sich in das neue Kleid? 17,208,3 GrCoph IV 4doch braucht man Zeit .. sich ins Unerwartete zu f. [> das Unerwartete zu begreifen 24,334,9 Wj II 5] 252,100 VarHiedurch [durch Aufbewahrung] kommen wir zum Anschauen jener Übereinstimmung [mit der Überlieferung] wozu der Mensch berufen ist, wozu er sich oft wider seinen Willen f. muß, da er sich gar zu gern einbildet, die Welt fange mit ihm von vorne an 24,188,13 Wj I 10ich konnte mich eben so wenig in den herrlichen Körper [des Mädchens] f., da die letzte Hülle herab fiel, als vielleicht Freund L. 19,218,12 BrSchweiz I24,257,2 Wj II 223,262,11 Lj VIII 926,104,14 DuW 2 iSv begreifen, Verständnis gewinnen, sich in etw hineinfinden; auch ‘sich (in etw) f. lernen, zu f. wissen’[Famulus üb Wagner:] In’s unbegreifliche Verschwinden | Des hohen Manns [Faust] weiß er sich nicht zu f. 151,1 Faust II 6661In deine Reimart hoff’ ich mich zu f., | Das Wiederholen soll mir auch gefallen 6,40 Div Nachbildung 1[Eugenie:] Ich muß allein | In’s eigene Gefühl mich f. lernen NatT 92318,29,16 Aufgeregten I 77,214,6 DivNot26,139,11 DuW 3 mBez auf Personen iSv sich in jdn hineindenken, -versetzen, jdn begreifen, auch: ertragen lernen[Przin zu Tasso:] So kannst du selbst nach vielen Jahren kaum | In einen Freund dich f. Tasso 923Natalie .. wußte sich sehr gut in ihre [des Marchese u des Abbé] Meinungen und Gesinnungen zu f. 23,249,10 Lj VIII 7Ich [Aurelie] habe weder Jugend noch Weichheit genug, um mich in diesen Charakter [Ophelias] zu f. 22,174,24 Lj V 6[Helena mBez auf Faust] Sie findet ihn abscheulich, allein da er zu schmeicheln weiß, so findet sie sich nach und nach in ihn 152,176 Faust II Plp23,212,4 Lj VIII 5
d ‘sich zu jdm f.’: sich zu jdm bekennen, ihm anhängen; mit Sachsubj: sich zu etw gesellen, damit verbindenAls noch .. | Unser Herr [Christus] auf der Erde ging, | Und viele Jünger sich zu ihm fanden 16,117 Legende 3[Leonore zur Przin:] So viele Freunde fanden sich zu dir Tasso 1817Wie denn das Gute, Schöne nimmer schwindet | Und .. Sich ungesäumt zum höchsten Wahren findet 4,34 In Stammbuch Fr vSpiegel 25.2.24 Vs 27
D abgeblaßt zum Funktionsverb, iVbdg mit Verbalnomen in passivähnl KonstruktionenDas Plus und Minus .. hat bei so vielen Phänomenen eine schickliche Anwendung gefunden N1,305,15 FlD 756William Allen .. dessen Name überall geehrt wird, wo Wissenschaft und Bildung Aufnahme gefunden haben N12,49,14 Üb:Howard33,284,12 BelagergMainzB22,263,14 Regierg Merseb 26.1.12 KB29,8,4 ABrentano 16.1.18
GWB abfinden GWB auffinden GWB ausfinden GWB befinden GWB drchfinden GWB einfinden GWB empfinden GWB erfinden GWB heranfinden GWB herausfinden GWB hineinfinden statt- vor- wieder- zusammen- Ähnlichfinden Befinden Gutfinden Auffinder Erfinder Abfindung Auffindung Empfindung Erfindung Fund ausfindig befindlich empfindlichSyn zu A 1 begegnen entdecken sehen stoßen(st. auf) treffen(t. auf) zu A 1 (refl) zeigen(sich z.) zu A 2 vorfinden zu A 2 a antreffen begegnen feststellen geben(es gibt) zu A 2 a (refl) auftreten befinden(sich b.) vorhanden(v. sein) vorkommen zu A 2 a (rezipr) einfinden(sich e.) zusammenfinden zusammenkommen zu A 2 b (refl) befinden(sich b.) gewahr(g. werden) zu A 2 b (f. bei) betreffen betreten ertappen erwischen überraschen zu A 2 c ergeben(ergibt sich) zeigen(sich z.) zu A 3 a auffinden aufspüren ausfinden ausfindig(a. machen) entdecken herausfinden zu A 3 b feststellen herausfinden zu A 3 b (refl) ergeben(sich e.) herausstellen(sich h.) zu A 3 c bekommen erfahren erlangen GWB er-

[Bd. 3, Sp. 722]
reichen
verschaffen(sich v.) zu A 3 c (refl) ausbilden(sich a.) bilden(sich b.) darbieten(sich d.) entstehen entwickeln(sich e.) erstehen herausbilden(sich h.) zu A 3 d gewinnen zu A 3 e einigen(sich e.) verbinden(sich v.mit) zusammenfinden zu B 1 empfinden erfahren erleben zu B 2 achten(a. für) ausmitteln dafürhalten denken erkennen feststellen gewahr(g. werden) halten(h. für) konstatieren meinen verifizieren zu B 2 (refl) zeigen(sich z.) zu B 3 ausdenken erfinden ersinnen zu B 3 (refl) einfallen zu B 4 erkennen gewahr(g. werden) zu B 5 (refl) ergeben(sich e.) zu C 1 a begeben(sich b.) gelangen zu C 1 b zurechtfinden(sich z.) zu C 2 a beherrschen(sich b.) fassen(sich f.) zu C 2 c begnügen(sich b.in) begreifen bequemen(sich b.) fügen(sich f.) hineindenken(sich h.) hineinfinden(sich h.) schicken(sich sch.in) zu C 2 d bekennen(sich b.) zu D erfahren
1) “Adhuc neminem cognavi poetam qui ..” Cicero, Tusc V 22,63

Günter Kramer

 

  entwickelnauch -ik- u -(e)len Rund 1300 Belege, davon ca die Hälfte refl.1) An den bei G noch deutl belegten konkr Wortgebrauch (A 1) schließt sich eine reiche Metaphorik im geistig-intellektuellen u künstlerischen Bereich. Die Wortinhalte des Auswickelns, Ausbreitens, Entfaltens wirken nach als Verdeutlichung, Analyse, Explikation (A2u3). Das Wort hat traditionell (u bei G) Eingang gefunden in zahlreiche Fachterminologien, im künstlerischen u naturwiss Bereich gleich mehrfach (in versch Bedeutungen). So stehen der konkr u der (den Wandlungsgedanken implizierende) allgemeinere Entwicklungsbegriff für die beiden in der Zeit kontrovers diskutierten biol Theorien, die Präformationstheorie u die Epigenese (sd). G sieht beide Theorien als komplementäre Vorstellungsarten zur Erfassung extensiver u intensiver Entfaltungsvorgänge, allerdings kommt der epigenet Entwicklungsbegriff seiner dynam Naturauffassung sehr viel mehr entgegen, als die von mechanist Vorstellungen ausgehende Präformationstheorie2). Die bei weitem überwiegende Anzahl der Belege setzt epigenet Vorstellungen voraus. Insgesamt verwendet G das Wort im natwiss (u päd) Bereich zwar in ähnl Zusammenhängen, jedoch weniger prägnant als das bevorzugte ‘bilden’. Die beiden zentralen Wortinhalte (Entfaltung eines Vorhandenen u sukzessives Werden eines Neuen) korrespondieren unmittelbar mit G-s Annahme einer vorgegebenen, stabilen Individualität, die jedoch die Möglichkeit des Wandels in sich trägt. Dieser dialekt Ansatz gilt auch für den organolog Bereich. Die zahlreichen präp Vbdgn, in denen das Wort erscheint, stellen überwiegend kausale Bezüge her, der finale Aspekt tritt demgegenüber stark zurück. Besondere Bedeutung erlangt der kausalgenet Aspekt für die Auffassung geschichtl Prozesse als ein Sinnganzes od Kontinuum.
A ein Vorhandenes auswickeln, ausbreiten, zur Anschauung, Evidenz bringen (überwiegend trans)
1 konkr
a Eingepacktes, Zusammengelegtes aus- od aufwickeln, etw od sich entfalten, sich aus einer Verstrickung, Umklammerung, einem

[Bd. 3, Sp. 194]
Labyrinth herauswinden, befreienDie .. übersorgfältig gepackte Sendung ist von mir nicht ohne Schwierigkeit entwickelt worden B33,131,10 Meyer 28.7.20[Eos zu den Fischern:] Schnell entwickelt eure Netze, | Die bekannte Fluth umzinglend Pand 968[Eugenie, den Schrank öffnend:] Welch köstliches Gewand entwickelt sich, | Indem ich’s nur berühre, meinem Blick NatT 1038[Pylad:] Warf die Verderbliche [Klytämnestra] ein faltenreich | Und künstlich sich verwirrendes Gewebe | Ihm [Agamemnon] auf die Schultern, um das edle Haupt; | Und da er wie von einem Netze sich | Vergebens zu e. strebte Iph2 8984,112 Vs 31 Chin-dt Jahres-uTagesz V31,197,3 ItR als Wirkung eines künstlichen MechanismusSchreibtisch von Röntgen .. wo .. Pult und Schreibzeug, Brief- und Geldfächer sich auf einmal oder kurz nach einander e.3) 251,159,16 Wj III 6im BildVon deinem Georg habe ich immer das beste gehoft .. Ein Blat das groß werden soll, ist voller Runzeln und Knittern eh es sich entwickelt B9,22,18 Jacobi 9.9.888,272,9 Egm IV
b als Terminus der Präformations- od Evolutionstheorie: im Keim fertig Vorhandenes (Präformiertes) auswickeln, entfalten; iUz den (dynam, epigenet) Begriffen der Aus-, Fort- u Umbildung (zur Verwendung im epigenet Sinne s B 2 a)Eintretende wichtige Fragen: Ob aus dem Saamen das Vorhandene entwickelt wird? Oder ob gegebene Anfänge gesetzmäßig fort- und umgebildet werden. Atomistische Vorstellungsart .. Dynamische Vorstellungsart N6,304,26 PhysiolPflIm Grunde haben auch beide Hypothesen [Einschachtelungslehre u Epigenese] keinen Einfluß auf unsere Ausführung, indem wir nur die Theile nehmen, wie wir sie gewahr werden, und sie also immer entweder entwickelt oder ausgebildet sind N6,315,6 Morph FrühEinl
c milit: Truppen auseinanderziehen, (aus einer Stellung heraus) Gefechtsformation annehmen lassen4) 33,303,11 BelagergMainz
2 metaphor
a Verwickeltes, Verworrenes, Geheimnisvolles, Dunkles entwirren, klären, lösen (auch refl)
α etw geistig durchdringen, Ordnung, Klarheit in eine Sache bringen, etw ergründen, enträtseln; auch: sich jdm od jdm etw erschließenUm es [das reine Phänomen] darzustellen bestimmt der menschliche Geist das empirisch Wankende, schließt das Zufällige aus, sondert das Unreine, entwickelt das Verworrene, ja entdeckt das Unbekannte N11,40,18 ErfahrgWissenschdaß der Major [bei der Regelung einer familiären Angelegenheit] .. auf unerwartete Hindernisse traf. Wie es denn überhaupt so leicht nicht ist, einen alten verworrenen Zustand zu e. und die vielen verschränkten Fäden auf einen Knaul zu winden 24,334,24 Wj II 5Vor langer Weile und aus Lust Geheimnisse zu e. oder zu suppliren, dacht’ ich mir was in dieser Briefmenge [der Emigrierten] wohl enthalten sein möchte 33,11,13 Campwie das Studium zu Berlichingen und Egmont mir tiefere Einsicht in das funfzehnte und sechzehnte Jahrhundert gewährte, so mußte mir dießmal [bei dem Plan einer Lebensbeschreibung Hzg Bernhards] die Verworrenheit des siebzehnten sich, mehr als sonst vielleicht geschehen wäre, e. 35,7,14 TuJ31,57,4 ItRN51,288,15 EntoptFarb 27B37,80,22 Nees 13.6.2332,92,28 ItR
β bezogen auf das Handlungsgefüge eines Dramas od Romans: (sich) entwirren, lösen; mehrf in der vorgegebenen Formel5) ‘sich verwickeln und e.’; auch bildl für die Lösung einer verworrenen SituationDie gute und reine Aufnahme meiner eintretenden Helena .. ich denke, es muß Ihnen angenehm seyn zu sehen, wie das Räthsel sich verwickelt und entwickelt6) B41,251,6 Boisserée 10.12.26[Beaum:] Sie fühlen wohl, daß ich nicht gekommen bin den Komödienbruder zu machen, der den Roman e. und seiner Schwester einen Mann schaffen will 11,70,19 Clav IIGespr(He1,570) Schiller 9.10.9411,106,22 Clav IV
b Verborgenes, latent Vorhandenes, Unsichtbares enthüllen, zeigen (auch refl)
α best Eigenschaften od Fähigkeiten (Talente, Tugenden, Vorzüge, Reize) an den Tag legen, zeigen, zur Geltung bringen; auch mit sachl Subj[Darstellung lebender Bilder] Sie [Luciane] entwickelte in der ohnmächtig hingesunkenen Königin [Esther] alle ihre Reize 20,254,6 Wv II 5Die Schlußdecoration, das Innere eines architektonischen Labyrinths vorstellend, wird den Meistern theatralischer Architektur die beste Gelegenheit geben, ihr hohes Talent zu erproben und zu e. 422,104,3 Üb:Jouy,Athenerinnen[Äbtissin:] Gar manche Prüfung muß die neue Schwester, | Und ihren ganzen Werth, uns erst e. NatT 2543 [für: déployer] 45,155,5 RamNeffe28,12,28 DuW 1130,69,18 ItR als jd in Erscheinung treten, sich in einer best Eigenschaft zeigenWenn ein unerwartet hereintretender, schnell entwickelter < sich schnell e-der K] neuer Freund sogleich sich wieder entfernt B35,172,11 Joukovsky 16.11.21
β sein Inneres, die eigene geistige Position (im Gespräch) eröffnen, enthüllen, auch: etw im Orakelspruch offenbaren[Aurelie üb Lothario:] er hatte nichts Geheimes vor mir; er entwickelte mir sein Innerstes, ließ mich in die verborgensten Winkel seiner Seele sehen 22,104,15 Lj IV 16[Prinz:] Ich bat sie [die Götter] .. mir zu e.: Wann denn diese stürmische Bewegung meines Herzens endlich aufhören .. würde? 17,65,2 TriumphEmpfindsamk VI [< Entwickelung K] B43,168,17 Knebel 14.11.27 [Zit GWb 1,1009,47 s v aufschließen] ‘nach außen entwickelt’: (im Bildzusammenhang des Knotens) für einen offenen Gesichtsausdruck B48,189,7 Boisserée 24.4.31
γ mBez auf intellektuell od künstlerisch Antizipiertes, Vorahnungen, Visionen des inspirierten od sensitiven Menschen: (sich) an (od in) der Wirklichkeit zeigen, manifestieren, entfalten; auch: einem ‘inwohnenden Bild’ im Kunstwerk Gestalt verleihenWer an sich erfuhr was ein reichhaltiger Gedanke .. zu sagen hat .. wie wir uns begeistert fühlen, indem wir alles dasjenige in Gesammtheit vorausahnen, was in der Folge sich mehr und mehr e., wozu das Entwickelte weiter führen solle N6,122,4 BotanStudienAlles was wir Erfinden, Entdecken im höheren Sinne nennen, ist die bedeutende Ausübung .. eines originellen Wahrheitsgefühles .. Es ist eine aus dem Innern am Aeußern sich e-de Offenbarung, die den Menschen seine Gottähnlichkeit vorahnen läßt N11,128,11 MuR(562)[Aurelie zu Wilh:] es scheint eine Vorempfindung der ganzen Welt in Ihnen zu liegen, welche durch die harmonische Berührung der Dichtkunst erregt und entwickelt wird 22,94,18 Lj IV 16wenn beide [Maler u Musiker] den wahren Namen eines Künstlers verdienen sollen, so setzen sie ihre Werke nicht zusammen, sondern sie e. irgend ein inwohnendes Bild, einen höhern Anklang natur- und kunstgemäß [eine inwohnende Erscheinung, einem höherem Begriff der Kunst gemäß Var Korr DKuhn 244]7) N7,208,7 PrincPhilZool II21,310,16 Lj III 1124,191,27 u 192,3 Wj I 10
δ etw (experimentell) zur Erscheinung, Evidenz bringen (meist polem gegen Newtons Ableitung der Spektralfarben aus versch brechenden

[Bd. 3, Sp. 195]
Lichtstrahlen)die Farben .. seien [nach Newtons Meinung] in dem Licht als ursprüngliche Lichter enthalten, welche nur durch die Refraction und andre äußere Bedingungen manifestirt, aus dem Lichte hervorgebracht .. würden. Daß an diesen dergestalt entwickelten und entdeckten Lichtern keine weitere Veränderung vorgehe, davon sucht er sich und andere durch das Experimentum Crucis zu überzeugen N4,38,24 FlH VIMöget ihr das Licht zerstückeln, | Farb’ um Farbe draus e., | Oder andre Schwänke führen, | Kügelchen polarisiren 3,103 Was es gilt 6N3,307,20 FlH VN4,39,4 FlH VIN2,48,12 FlP 85N52,395,9 Fl Plp
ε sich dem Blick darbieten, sich räuml erschließenIch näherte mich den Gebirgen, die sich nach und nach entwickelten 30,12,27 ItR24,165,25 Wj I 926,22,6 DuW 1 PartPrät iSv deutl überschaubarWie ein Luftballon hebt sie [die wahre Poesie] uns .. in höhere Regionen, und läßt die verwirrten Irrgänge der Erde in Vogelperspective vor uns entwickelt daliegen 28,214,1 DuW 13
c räuml ausweiten, entfalten (im Bilde des Knotens)wenn es Gott und der Natur gefallen hätte, den Urgebirgsknoten von Nubien durchaus nach Westen bis an das große Meer zu e. und fortzusetzen N11,121,20 MuR(718)
3 ableiten, verdeutlichen, explizieren
a etw gedankl ableiten, aus etw herauslesen, wiss herleiten, auch: etw auf etw zurückführenWenn man von einem trefflichen Kunstwerke sprechen will, so ist es fast nöthig von der ganzen Kunst zu reden, denn es enthält sie ganz, und jeder kann .. das Allgemeine aus einem solchen besondern Fall e. 47,101,17 ÜbLaokoon[mBez auf Lj] Die Form behält immer etwas unreines und man kann Gott danken, wenn man im Stand war so viel Gehalt hinein zu legen, daß fühlende und denkende Menschen sich beschäftigen mögen, ihn wieder daraus zu e. B15,209,20 Rochlitz 29.3.01Es ist nicht genug, daß wir bei Beobachtung der Natur das analytische Verfahren anwenden, d.h. daß wir aus einem irgend gegebenen Gegenstande so viel Einzelnheiten als möglich e. und sie auf diese Weise kennen lernen, sondern wir haben auch eben diese Analyse auf die vorhandenen Synthesen anzuwenden N11,69,10 AnalyseSynthWer zuerst aus der Systole und Diastole, zu der die Retina gebildet ist, aus dieser Synkrisis und Diakrisis, mit Plato zu sprechen, die Farbenharmonie entwickelte, der hat die Principien des Colorits entdeckt 48,204,4 MuR(1079)Hier .. wird jener Gedanke immer lebendiger: daß man sich alle Pflanzengestalten vielleicht aus Einer e. könne 30,89,27 ItR22,120,12 Lj IV 18B44,29,18 Carlyle 14.3.28N7,168,27 PrincPhilZool IN3,246,25 FlH V PartPräs idVbdgn ‘e-de Methode, Vorstellungsart’, in Gegenüberstellung zu ‘zusammenstellend’, ‘ordnend’, ‘sondernd’: zur Umschreibung einer genet Betrachtungsweise, der Betrachtung der Phänomene ‘im Werden’, in ihren kausalen od hist Bezügenich besaß die e-de entfaltende Methode, keineswegs die zusammenstellende ordnende; mit den Erscheinungen neben einander wußt’ ich nichts zu machen, hingegen mit ihrer Filiation mich eher zu benehmen 36,253,12 BiogrEinzh Verhältn zuSchiller [vgl N11,63,12ff] 492,116,26 Verz geschnSteine Bln 1827Tgb 17.5.18iUz ‘erklären’, zu voreiliger Theorien- od HypothesenbildungDer Regenbogen fährt fort die Naturforscher zu interessiren. Streben des menschlichen Geistes complicirte Phänomene zu erklären statt sie zu entwickeln. Übereilung durchaus der menschlichen Natur eigen N52,252,5 Fl PlpB15,291,5 WHumboldt 29.11.01 K
b etw (einen Sachverhalt, best Gegenstände, Inhalte, auch: eine Theorie, eine Lehre) vermitteln, darlegen, im einzelnen ausführen, schildernes ist von Erscheinungen die Rede, die man vor den Augen des Leibes und des Geistes gegenwärtig haben muß, um ihre Abkunft, ihre Herleitung sich und andern mit Klarheit e. zu können N1,99,22 FlD 242das Heft .. in welchem Geoffroy das ganze Ereigniß vorträgt, seine Theorie der Analogien entwickelt und die Angelegenheit aus der Akademie ins größere Publicum zu führen denkt N13,110,9 PrincPhilZool PlpLebhafte Frage nach der Ursache, Verwechselung von Ursache und Wirkung, Beruhigung in einer falschen Theorie sind von großer nicht zu e-der Schädlichkeit N11,134,3 MuR(585)Der Graf .. gedachte mit Lebhaftigkeit an die Schönheit Charlottens, die er als ein Kenner mit vielem Feuer entwickelte. Ein schöner Fuß ist eine große Gabe der Natur .. 20,125,7 Wv I 1128,50,11 DuW 11B27,61,5 Nees 18.6.16N11,367 MuR(1294)
B für die Hervorbringung od Entstehung eines (qualitativ) Neuen, die intensive (das Moment der Veränderung implizierende) Entfaltung eines im Ansatz od Keim Vorhandenen; meist als allmähl, kontinuierl, gesetzmäßiger Aus- u Fortbildungsprozeß, seltener iS einer Aktualgenese
1 für kreative Prozesse im mentalen Bereich (auch in bildl Konkretisierung)
a für das Spinnen der Seidenraupe (als Metapher für den künstlerischen Schöpfungsprozeß)8)[Tasso zu Alphons:] Verbiete du dem Seidenwurm zu spinnen, | .. Das köstliche Geweb’ entwickelt er | Aus seinem Innersten, und läßt nicht ab, | Bis er in seinen Sarg sich eingeschlossen Tasso 3085
b etw (Gedanken, Gefühle, Ideen uä) schöpferisch od nachvollziehend (aus sich) hervorbringen, ausbilden; mit sachl Subj: iSv hervorrufen, zur Entwicklung bringenschon hab ich über den Einfluß der Jahrszeit und der damit zusammenhängenden Wärme mir fruchtbare Gedanken entwickelt B37,181,27 Schultz 9./19.8.23Am Ende der Schlucht stieg ich ab und kehrte einen Theil allein zurück. Ich entwickelte mir noch ein tiefes Gefühl, durch welches das Vergnügen auf einen hohen Grad für den aufmerksamen Geist vermehrt wird 19,225,16 BrSchweiz IIWenn nun verstehen [von Dichtung] heißt, dasjenige, was ein anderer ausgesprochen hat, aus sich selbst e.; so sind die Frauen, sobald es Innerlichkeiten gilt, immer in Vortheil B33,255,9 Conta 25.9.20Ihre gehaltvollen Blätter, die immer wieder neue Gedanken aufregen und e. B36,59,6 Reinhard 10.6.22Iph2 162851,170 Journal dModen 6 ‘etw (einen Plan, eine Idee) zum Gefühl e.’: (im Vorfeld künstlerischer Bearbeitung) ausbilden, steigern DjG32,71,18 Herder [Anf 72]
c für Gestaltungsvorgänge im künstlerischen Bereich
α terminolog: für die (folgerechte) Entfaltung, Ausführung, Verdeutlichung eines künstlerischen Gegenstandes, das Herausarbeiten der in dem Gegenstand liegenden Motive, die Profilierung, Belebung der Figuren, die konsequente Entfaltung ihrer ‘Gesinnungen’, ‘Handlungen’ uä9); überwiegend positiv als Wirken der produktiven künstlerischen Phantasie, vereinzelt (krit) als Akt rationaler Routineder junge Künstler .. lernt denken, das Passende gehörig zusammenbinden, und wenn er auf diese Weise geistreich componirt, wird es ihm zuletzt auch an dem, was man Erfindung nennt, an dem E. des Mannichfaltigen aus dem Einzelnen, keinswegs fehlen können

[Bd. 3, Sp. 196]
48,189,9 MuR(453)[mBez auf Lukrez] Zur Anschauung gesellt sich die Einbildungskraft, diese ist zuerst nachbildend, die Gegenstände nur wiederholend. Sodann ist sie productiv, indem sie das Angefaßte belebt, entwickelt, erweitert, verwandelt B34,137,1 Knebel 21.2.21Die Nothwendigkeit eines entschiedenen Gehaltes, man nenne ihn Idee oder Begriff, ward allgemein anerkannt, daher konnte der Verstand sich in die Erfindung mischen und, wenn er den Gegenstand klug entwickelte, sich dünken, er dichte wirklich 422,442,6 Epoche d forciertTalente Schemader Künstler hat das Recht .. das unvollkommen Gebildete als Stoff zu behandeln .. Er leistet .. etwas Rühmliches, wenn er einem flüchtigen mangelhaften Entwurf mehr Gehalt verleiht, die Anordnung verbessert, die Charaktere mehr bestimmt und entwickelt 48,64,20 Kunstausstellg 180328,228,14 DuW 13422,205,20 MuR(792)
β (iS der klassizist Kunstauffassung) für das Herausarbeiten des ideellen Gehalts (zugl verstanden als Steigerung, Veredelung des künstlerischen Gegenstandes)daß der Geist des Wirklichen eigentlich das wahre Ideelle ist .. wobey ich denn aber- und abermals wiederhole, daß der bildende Künstler sich zuerst an der kräftigen Wirklichkeit vollkommen durchüben müsse, um das Ideelle daraus zu e., ja zum Religiosen endlich aufzusteigen B42,109,24 Grustner 30.3.27wie jene unvergleichlichen Künstler [die Griechen] verfuhren, um aus der menschlichen Gestalt den Kreis göttlicher Bildung zu e. 30,264,28 ItR48,179,7 MuR(191)
γ eine plastische Gruppe flächenhaft umformen 251,15,16 Wj II 8
d refl: für die (willensunabhängige) Entstehung künstlerischer Werke od wiss Ideen, als Wirken der produktiven Phantasie; mehrf in Vbdgn wie ‘sich in jdm, von innen heraus, aus jds Innerem (an einem Äußeren) e.’ uäIst es [das Kunstwerk] einmal hervorgebracht, steht es in seiner idealen Wirklichkeit vor der Welt, so bringt es eine dauernde Wirkung .. hervor: denn indem es aus den gesammten Kräften sich geistig entwickelt, so nimmt es alles Herrliche, Verehrungs- und Liebenswürdige in sich auf 46,29,17 Winckelmzweierlei Arten von Menschen .. Die ersten, genial, productiv .. bringen eine Welt aus sich selbst hervor .. Gelingt es, daß dasjenige was sich in ihnen entwickelt, mit den Ideen des Weltgeistes zusammentrifft, so werden Wahrheiten bekannt, wovor die Menschen erstaunen N4,25,12 FlH VISchöne Bestätigungen meiner botanischen Ideen .. Nur .. macht michs fürchten .. daß meine Existenz wie ein Schneeball wächst .. und doch entwickelt sich alles von innen heraus, und ich kann nicht leben ohne das T1,239,26 v 27.9.86Und gerade jenes Herankommen von Ereignissen, welche Aufmerksamkeit mußte es einer solchen Natur [JMüller] .. erregen, und was mußte sich an diesem Äußeren aus seinem Inneren e.! 40,363,20 Üb:BildnisseGelehrtenBln24,307,14 Wj II 4421,117,6 Anz:Ausg.l.H.422,203,9 MuR(775)
2 für Entstehungs-, Wachstums-, intensive Entfaltungsvorgänge in der Natur; überwiegend im organ Bereich (in ontogenet Sicht); etwa 2 Drittel refl
a für die gesetzmäßige, stufenweise Aus-, Fort- und Umbildung organ Wesen od ihrer Teile (nach den Regeln der Metamorphose, nach urbildl Grundmodellen, in Abhängigkeit von best Bedingungen); mehrf (im epigenet Sinne) als Wirkung einer ‘schaffenden’ Kraft, eines ‘Triebes’; häufig ‘(sich) aus etw, auseinander e.’, auch ‘(sich) in eine, zu einer best Form od Gestalt, als etw e.’ od ‘eine best Form od Gestalt e.’; auch Inf u PartPräs subst
α in Gegenüberstellung der beiden konkurrierenden Theorien der Präformation u Epigenese (sa A 1 b) zur Umschreibung epigenet Positionendie Eigenschaft [organ Wesen] .. ihres gleichen hervorzubringen .. Das Neue, Gleiche ist anfangs immer ein Theil desselbigen und kommt in diesem Sinne aus ihm hervor. Dieses begünstigt die Idee von Evolution; das Neue kann sich aber nicht aus dem Alten e., ohne daß das Alte durch eine gewisse Aufnahme äußerer Nahrung zu einer Art von Vollkommenheit gelangt sei. Dieses begünstigt den Begriff der Epigenese. Beide Vorstellungsarten sind aber roh und grob gegen die Zartheit des unergründlichen Gegenstandes N6,288,24 PhysiolPflob man eine gewisse Einheit, an der die Mannichfaltigkeit sichtbar ist, aus schon vorhandenem Mannichfaltigen, Zusammengesetzten erklären oder aus einer productiven Einheit entwickelt ansehen und annehmen wolle N6,350,23 Morph AphoristDie Organe componiren sich nicht als vorher fertig; sie e. sich aus- und aneinander zu einem nothwendigen, in’s Ganze greifende Dasein N7,208,13 PrincPhilZool II
β allg für ontogenet ProzesseWerdend betrachte sie nun, wie nach und nach sich die Pflanze, | Stufenweise geführt, bildet zu Blüthen und Frucht. | Aus dem Samen entwickelt sie sich, sobald ihn der Erde | Stille befruchtender Schoos hold in das Leben entläßt 3,85 MetamPfl Eleg 11Der Hauptbegriff der Metamorphose ist, daß die sich aus einander e-den, der innern Naturmöglichkeit nach gleichen Theile, sich nach verschiedenen Umständen einander coordiniren, subordiniren und, wenn man sagen darf, superordiniren müssen N7,338 Versuche üb Wachstum dPflsie [die Raupe] erstickt nicht gleich ohne Luft oder im Wasser, aber ihre Organisation würde sich ohne Luft nicht e. und vollenden N6,431,24 Entomolog StudienVerflächung deutet immer auf einen mächtigen, ja gewaltsamen Trieb, der zum Ende der Vegetation, zu Entwicklung aller möglichen Gemmen hinstrebt, und sie zuletzt auch es sey nun als Blume oder Knospe entwickelt Tgb 21.5.10Geoffroy .. sucht in’s Ganze zu dringen, aber nicht wie Buffon in’s Vorhandene, Bestehende, Ausgebildete, sondern in’s Wirkende, Werdende, sich E-de N7,186,3 PrincPhilZool IIN6,77,15 MetamPfl 99N6,307,9u22 PhysiolPflN7,283 MorphStudien inItal im Bilddachte ich sie [die ersten drei Bde DuW] nach jenen Gesetzen zu bilden, wovon uns die Metamorphose der Pflanzen belehrt. In dem ersten sollte das Kind nach allen Seiten zarte Wurzeln treiben und nur wenig Keimblätter e. 28,356,5 DuW III EntwVorr20,38,13 Wv I 3N6,171,19 MetamPfl Nachtr PartPrät iSv ausgebildet; häufig mit Gradangaben (wohl, gut, schön, stärkst, völlig, vollkommen uä), auch KompEin völlig entwickelter Schmetterling N6,418,39 MetamInsN7,277 MorphStudien inItalN13,68,22 Morph PlpN6,325,7 Zu MetamPfl 15
γ in entwicklungsgeschichtl Sicht: sowohl als Artengenese wie als realhist Artenwandel; PartPrät iSv auf einer höheren Entwicklungsstufe stehendUnser [G-s u Herders] tägliches Gespräch beschäftigte sich mit den Uranfängen der Wasser-Erde, und der darauf von altersher sich entwicklenden organischen Geschöpfe N6,20,19 MorphH Inhalt10)Sollte es denn aber unmöglich sein, da wir einmal anerkennen, daß die schaffende Gewalt nach einem allgemeinen Schema die vollkommneren

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organischen Naturen erzeugt und entwickelt, dieses Urbild, wo nicht den Sinnen, doch dem Geiste darzustellen N8,73,4 Vortr VglAnatomie 2Sobald die unbedeutenden oder ungestalteten Bildungen der Würmer, Mollusken .. sich durch Metamorphose oder sonst zu einer entschiedenen Gestalt e., findet man den Körper in drey Hauptabtheilungen gesondert, welche .. die organische Existenz auf einer höhern Stufe darstellen N13,204,14 VglAnatomie 3 PlpEr [Nees] hat .. an völlig entschiedenen Geschlechtern gezeigt, wie man bei Sonderung der Arten dergestalt zu Werke gehen könne, daß eine aus der andern sich reihenweise entwickele N6,185,11 MetamPfl NachtrMan ging bey Vergleichungen von dem Menschen aus, als von dem vollkommensten Geschöpf das wir kennen .. Wir .. finden es räthlich, umgekehrt zu verfahren, vom Einfacheren, vom Geringeren auszugehen, zum Entwickelten, zum Gesteigerten uns aufwärts zu bewegen N13,116,10 PrincPhilZool PlpN8,20,3 VglAnatomie 4B43,23,5 Carus 16.8.27N8,13,5 VglAnatomie 3
b für die Herausbildung einzelner Kristalle od best Kristallisationsformen, die Konsolidierung einer Gesteinsart od die Entstehung ihrer Bestandteile (unter best Bedingungen, in einem best Medium, in od aus einer umgebenden Gesteinsmasse)Hornstein-Crystalle .. die Gangart auf welcher sie ansitzen, oder vielleicht richtiger zu sagen: aus welcher sie sich durch freye Gestaltung entwickelten B47,147,10 Wackenroder 17.7.30 KMassen, in welchen sich bei ihrer Entstehung etwas für den äußeren Sinn mehr oder weniger Entschiedenes, entwickelt hat, um mit der ganzen Masse zu solidesciren N10,11,7 PorphyrartigN10,120,8 u 123,25 ZinnformationN10,8,14 Porphyrartig subst der Kategorie des ‘Dynamischen’ zugeordnetDie Hauptschwierigkeit der Geologie beruht .. darauf .. daß man das Atomistische und Mechanische .. zurückdrängt, dem Dynamischen dagegen, einem gesetzmäßig-bedingten Entstehen, einem E. und Umgestalten sein Recht gibt N10,78,11 DynamismGeol [1814?] [ChHSchlosser/G]
c für die (aktuelle) Entstehung opt od atmosphär Erscheinungen (unter best experimentellen od natürl Bedingungen); insbes für das Erscheinen (od Hervorrufen) der Farben in dem Medium des Trüben (auch in symbol-bildl Verwendung der eigenen chromat Ansichten im poet Bereich)Wir sehen auf der einen Seite das Licht, das Helle, auf der andern die Finsterniß, das Dunkle, wir bringen die Trübe zwischen beide, und aus diesen Gegensätzen, mit Hülfe gedachter Vermittlung, e. sich, gleichfalls in einem Gegensatz, die Farben N1,73,3 FlD 175Auf that sich das Licht: so trennte | Scheu sich Finsterniß von ihm, | Und sogleich die Elemente | Scheidend auseinander fliehn. | .. Da erschuf er [Gott] Morgenröthe, | .. Sie entwickelte dem Trüben | Ein erklingend Farbenspiel, | Und nun konnte wieder lieben | Was erst auseinander fiel11) 6,189 Div Wiederfinden 29N51,261,11 u 268,8 EntoptFarb 8u16N13,494,16u27 MeteorolTgb 1823
d für die Entstehung verschiedenartiger Substanzen od Phänomene (Schaum, Schimmel, Dünste, Dämpfe, Gase, Luft); auch im Hinblick auf die primäre Gestaltung materieller Absonderungendie heranfluthende Wassermasse .. den sich e-den Schaum 48,168,14 Ruisdael als Dichterich hatte nicht Vorsicht genug, mich gegen die schädlichen Dünste zu verwahren, die sich bei solcher Gelegenheit [beim Ätzen] zu e. pflegen 27,181,7 DuW 8Verstäubung einer ablebenden Fliege .. höchstmerkwürdig .. daß die sich e-de aura sich wieder entschieden gestaltet! B40,124,10 Nees 13.11.25
e in umfassendem Zusammenhang (bezogen auf Grundprinzipien genet Prozesse)er [Telesius] faßte jene geheimnißvolle Systole und Diastole, aus der sich alle Erscheinungen e., gleichfalls unter einer empirischen Form auf N3,217,4 FlH IVich bin auf dem Wege, neue schöne Verhältnisse zu entdecken, wie die Natur, solch ein Ungeheueres, das wie nichts aussieht, aus dem Einfachen das Mannichfaltigste entwickelt 30,276,9 ItRN2,16,2 FlP 27
3 als (individueller) Reifungs- u Vervollkommnungsprozeß des Menschen
a für die körperl-geistige Entfaltung des (jungen) Menschen, die Ausbildung best Anlagen, Fähigkeiten, ‘Organe’; meist refl als Selbstentfaltung, Selbstbildung (im Einflußbereich eines Erziehers, im Rahmen päd Anstalten, in Abhängigkeit von der Umgebung), seltener trans als gezieltes Wirken eines Pädagogen (nach best Erziehungsprinzipien); mehrf ‘sich aus sich selbst e.’; auch verbunden mit Zielvorstellungen[Wilh:] mich dünkt der Sohn entwickele sich nirgends besser als in Gegenwart des Vaters. Keineswegs! erwiderte Lenardo .. 24,215,7 Wj I 11[Wilh im Selbstgespräch:] dein innerstes Bedürfniß erzeugt .. den Wunsch, die Anlagen, die in dir zum Guten und Schönen ruhen mögen, sie seien körperlich oder geistig, immer mehr zu e. und auszubilden 22,125,15 Lj IV 19Wohlgeborne, gesunde Kinder, versetzten jene [die drei Vorsteher der päd Provinz], bringen viel mit; die Natur hat jedem alles gegeben, was er für Zeit und Dauer nöthig hätte, dieses zu e. ist unsere Pflicht, öfters entwickelt sich’s besser von selbst 24,240,1 Wj II 1[die drei Vorsteher der päd Provinz:] Ungern entschließt sich der Mensch zur Ehrfurcht .. es ist ein höherer Sinn, der seiner Natur gegeben werden muß, und der sich nur bei besonders Begünstigten aus sich selbst entwickelt, die man auch deßwegen von jeher für Heilige, für Götter gehalten 24,242,14 Wj II 1[Jarno zu Wilh:] von dem reinsten Gefühl der sinnlichen Gegenwart bis zu den leisesten Ahnungen und Hoffnungen der entferntesten geistigen Zukunft, alles das .. liegt im Menschen, und muß ausgebildet werden; aber nicht in einem, sondern in vielen. Jede Anlage ist wichtig, und sie muß entwickelt werden. Wenn einer nur das Schöne, der andere nur das Nützliche befördert, so machen beide zusammen erst einen Menschen aus 23,217,13 Lj VIII 5252,59 Wj I 10 VarT1,75,9 v Ende Dez 78NatT 12252,370 Epist II Plp Und was deine Söhne 4 für die komplexe innere (geistig-sittl) Ausformung des individuellen Wesens, des Charakters, die Entfaltung, Ausprägung, Vervollkommnung der (in ihrer Grunddisposition stabilen) Individualität; (in bildl Verallgemeinerung) verbunden mit Formvorstellungen[Hofmstrn:] Eugenie! du, deren holdes Wesen | In meiner Nähe sich von Jugend auf | Aus reicher Fülle rein e. sollte, | Kann ich noch unterscheiden, was an dir | Dein eigen ist und was du mir verdankst? NatT 694Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen, | Die Sonne stand zum Gruße der Planeten, | Bist alsobald und fort und fort gediehen, | Nach dem Gesetz wonach du angetreten. | So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen, | .. Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt | Geprägte Form die lebend sich entwickelt 3,95 Urworte 8Dieses feste, zähe, dieses nur aus sich selbst zu e-de Wesen kommt freilich in mancherlei Beziehungen, wodurch sein

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erster und ursprünglicher Charakter in seinen Wirkungen gehemmt .. wird 411,216,23 Üb Urwortedaß mancher seinen Lebensgang gerade so endet, wie er ihn geführt; dergleichen sind eigentlich solche, in welchen ein entschiedener Naturcharakter durch Erziehung und Umstände vollkommen entwickelt und befestigt worden 412,81,7 Nekrol dtGil Blas411,64,2 Shakesp u kein Ende unter kunstdidakt Aspektenmeine Einsichten, habe ich die nicht alle durch Sie? Wie gewiss .. ist mir der seltsame .. Satz geworden, dass die Werckstatt des grossen Künstlers mehr den keimenden Philosophen, den keimenden Dichter entwickelt, als der Hörsaal des Weltweisen und des Kritickers12) B1,178,27 Oeser 9.11.68Deutend entwickelt’ ich mich an dem erhabenen Wort. | O wie sprach ich so gerne zum Volk die rührenden Reden, | Die du, voller Gehalt, kindlichen Lippen vertraut! | O wie bildet’ ich mich an deinen Augen 1,284 Euphrosyne 98Man betrachte die Schule der Carracci. Hier lag Talent, Ernst, Fleiß und Consequenz zum Grunde, hier war ein Element, in welchem sich schöne Talente natur- und kunstgemäß e. konnten 491,154,28 Antik uModern411,97,13 Anz:Werke 1816ChrWGV25,26 Angeborenes Talent 2Tgb 26.2.8029,147,13 DuW 19 bezogen auf versch körperl Entwicklungsstadien des Menschen (als Gegenstand einer das Charakteristische darstellenden Kunst)Kindheit und hohes Alter .. In so fern der Künstler auf Charakter arbeitet, mag er auch einen Versuch machen, diese zu wenig oder zu viel entwickelten Naturen in den Cyclus schöner und bedeutender Kunst aufzunehmen 45,267,28 Diderot,Malerei Anm [für: se développer] 45,267,20 ebd
b für den komplexen Bildungsprozeß einer Nation (aus sich selbst), die Ausbildung von Fähigkeiten od Eigenschaften innerhalb einer gesellschaftl GruppierungDer Deutsche läuft keine größere Gefahr, als sich mit und an seinen Nachbarn zu steigern; es ist vielleicht keine Nation geeigneter, sich aus sich selbst zu e., deßwegen es ihr zum größten Vortheil gereichte, daß die Außenwelt von ihr so spät Notiz nahm 422,201,16 MuR(764)eine ungebildete bildungsfähige Menge .. Was ist an ihr zu bilden wünschenswerth? Der Character, nicht der Geschmack: Der letzte muß sich aus dem ersten e. 422,414,13 LyrVolksb22,106,5 Lj IV 1640,201,2 LiterarSansculottism
4 für hist Prozesse od allg geschehnishaft: sich (allmähl, kontinuierl, unter best Bedingungen) herausbilden, (aus etw) hervorgehen, entspringen, in ursächl Zshg mit etw stehen; auch ‘sich auseinander, aus sich selbst e.’; (nur vereinzelt trans)
a in allg geschichtsphilos Betrachtung; mehrf in Betonung kausalgenet ZusammenhängeAlles was wir entstanden sehen und eine Succession dabei gewahr werden, davon verlangen wir dieses successive Werden einzusehen. So wie die wahre Geschichte überhaupt nicht das Geschehene aufzählt; sondern wie sich das Geschehene auseinander entwickelt uns darstellt N9,276,2 BildgErdeDie wichtige Epoche persischer Dichtkunst .. gibt uns zur Betrachtung Anlaß, wie große Weltereignisse nur alsdann sich e., wenn gewisse Neigungen, Begriffe, Vorsätze hie und da, ohne Zusammenhang, einzeln ausgesäet sich bewegen .. bis endlich .. ein allgemeines Zusammenwirken hervortritt 7,51,5 DivNotWenn man die Reihe von geistigen Begebenheiten, woraus doch eigentlich die Geschichte der Wissenschaften besteht, so vor Augen sieht, so lacht man nicht mehr über den Einfall eine Geschichte a priori zu schreiben, denn es entwickelt sich wirklich alles aus den vor- und rückschreitenden Eigenschaften des menschlichen Geistes, aus der strebenden und sich selbst wieder retardirenden Natur B13,33,18 Schiller 24.1.98die sämmtlichen Welterscheinungen in stetiger Folge, wie sie sich auseinander e., in einander verketten, unbedenklich aufzuzeichnen N51,415,11 Fl WarteSteine422,161,17 MuR(374)N11,315,21 Stud Spinoza [1784/85]N6,216,20 MuR(393)
b für die Entstehung best Epochen, das Eintreten polit od kultureller Ereignisse, die Ausbildung künstlerischer od wiss Disziplinen uä; mehrf deutl iS einer VervollkommnungDie literarische Epoche, in der ich geboren bin, entwickelte sich aus der vorhergehenden durch Widerspruch 27,72,4 DuW 7Kaum war ich in das weimarische Leben .. wieder eingerichtet, als sich die französische Revolution entwickelte und die Aufmerksamkeit aller Welt auf sich zog 35,11,2 TuJwerden wir belehrt, in welchem Sinn und Geschmack die nördlichere Baukunst vom achten bis zum funfzehnten Jahrhundert sich entwickelte, veränderte, auf einen hohen Grad von Trefflichkeit, Kühnheit, Zierlichkeit gelangte 492,175,20 HerstellgStraßb MünsterWerden nicht Denker, Gelehrte, Künstler angelockt .. unter einem Volke [Griechen] wenigstens in der Einbildungskraft zu wohnen .. bei dem in einer Folge von Zeit und Leben sich eine Bildung in schöner und stätiger Reihe entwickelt, die bei uns nur als Stückwerk vorübergehend erscheint? 47,6,7 PropylEinl[mBez auf Mantegna] Es ist schon die ganze Kunst, das Mögliche und Unmögliche derselben vollkommen lebendig, und doch noch nicht entwickelt; wäre sie es aber, so würde sie das nicht seyn, was sie hier ist, nicht so ehrwürdig, nicht so reich an Grund und Hoffnung B45,218,24 Zelter 28.3.29411,362,8 Üb:Knebel,LukrezN6,131,20 MetamPfl Nachtr491,259,19 Mantegna,Triumphzug
c für die Herausbildung best ‘Vorstellungsarten’, Gesinnungen, Eigenschaften, Denkod Handlungsweisen (in Abhängigkeit von der gesellschaftl od hist Situation, der Regierungsform, der natürl Umgebung uä)da ich immer gewohnter werde alle Vorstellungsarten recht zu finden, die ja doch, so mannigfaltig, aus der Natur des Individuums, den Verhältniß zu seinem nächsten Kreise und zur Weltepoche worin es geboren wurde, sich e. und ausbilden müssen B45,439,2 Reinhard? [Jun 29] Kdaß die verschiedensten Denk- und Empfindungsweisen, welche in dem Menschen durch Atmosphäre, Landstrich, Völkerschaft, Bedürfniß, Gewohnheit entwickelt oder ihm eingedrückt werden, sich hier .. in ausgezeichneten Individuen darzustellen .. berufen seien 411,103,12 ÜbGeheimnisseDie Despotie .. schafft große Charaktere; kluge, ruhige Übersicht, strenge Thätigkeit, Festigkeit, Entschlossenheit, alles Eigenschaften die man braucht, um den Despoten zu dienen, e. sich in fähigen Geistern 7,40,21 DivNothabe ich gefunden, die Zeit sey die eigentlichste Vermittlerin; in derselben e. sich Handlungen, die einzige Sprache, die zwischen Freunden giltig ist B43,120,26 Cotta 24.10.2724,241,25 Wj II 1B37,179,12 Schultz 9./19.8.23 ‘sich einer Sache e.’: aus einer best geistigen Haltung erwachsen, entspringen[Kanzler zu Meph:] Natur und Geist — so spricht man nicht zu Christen. | .. Dem Pöbelsinn verworrner Geister | Entwickelt sich ein Widerstand, | Die Ketzer sind’s! die Hexenmeister! 151,1 Faust II 4910
d für das Eintreten aktueller Ereignisse, das spon-

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tane Sich-Ergeben best Verhältnisse, Folgen od Wirkungenübertraf alle meine Wünsche und Hoffnungen das auf einmal sich e-de Verhältniß zu Schiller 35,41,21 TuJ[üb einen Besuch in Ilmenau:] so ging’s denn weiter, vom alten Granit, durch die angränzenden Epochen, wobey immer neue Probleme sich e. B49,56,2 Zelter 4.[9.]31NatT 916u917B43,78,13 Boisserée 25.9.27B42,1,3 CarlAug 1.1.27
5 für (meist überraschende, rätselhafte) Entstehungs- u Verwandlungsvorgänge im sinnl-konkr Bereich (als Theatereffekt, Zauber, Traumgeschehen)[Plutus:] Nun ist es Zeit die Schätze zu entfesseln! | .. Es thut sich auf! schaut her! in ehrnen Kesseln | Entwickelt sich’s und wallt von goldnem Blute 151,1 Faust II 5712Proserpina tritt auf als Königin der Unterwelt .. der Contrast einer königlichen Figur mit einer daraus sich e-den Nymphengestalt 40,111,27 ÜbProserp12,189 Zauberfl Regiebem vor 141152,204 Helena Plp 1,13621,325,14 Lj III 12131,149 NachspIffland,Hagestolzen 265 [Peucer/G]
GWB entgegenentwickeln GWB herausentwickeln weiter- freientwickelt halbentwickelt unentwickeltSyn zu A 1 a GWB auseinanderbreiten GWB ausbreiten GWB auseinanderwickeln GWB auswickeln auspacken entfalten herauswickeln herauswinden zu A 1 c deployieren zu A 2 a GWB auflösen GWB lösen entwirren zu A 2 a α GWB aufklären GWB klären enträtseln ergründen erschließen zu A 2 b aufschließen darbieten enthüllen eröffnen erscheinen manifestieren offenbaren zeigen zu A 3 a ableiten deduzieren herleiten zu A 3 b auslegen ausmalen beschreiben darlegen erklären erläutern explanieren explizieren schildern zu B 1—3 GWB ausbilden GWB bilden zu B 1 b herausbilden hervorbringen hervorrufen zu B 1 c α ausführen darstellen zu B 1 d,2,4u5 entstehen zu B 2 a u 3 entfalten zu B 2 erzeugen hervorbringen zu B 2 a herankommen reifen wachsen werden zu B 3 a entwirken exkolieren fördern heranbilden herausbilden qualifizieren vervollkommnen zu B 4 entspringen heranbilden hervorgehen
1) Im Gegensatz zu der allg Entwicklung ist refl Gebrauch bei G auch schon vor 1800 (insbes in den natwiss Schr der 90er Jahre) deutl ausgeprägt (s GeschichtlGrundbegriffe 2,211).
2) vgl DKäfer, Methodenprobleme u ihre Behandlung in G-s Schriften zur Natwiss, 1982, 222—233
3) eindrucksvolles Beispiel bei HHuth, Möbel von DRoentgen, oJ, Abb 8u9
4) zum militärtechn term der ‘Evolution’ vgl MBriegel, Evolution, Gesch eines Fremdworts im Deutschen, Diss Freiburg 1963,24—56
5) vgl Dt Enzyklopädie, ed HMGKöster u JFRoos, 8, 1783,480f
6) vgl Boisserée an G 30.11.26 (Briefw 2,455f)
7) s Begriff Anm 3
8) zur Tradition u Deutung der Metapher s HA58,558
9) ausführl Darstellung dieser älteren terminolog Bed bei Sulzer2 2,77 sowie in Dt Enzyklopädie, aaO; G benutzt sie (mit gewissen Modifikationen) bis ins hohe Alter
10) vgl ChStein an Knebel am 1.5.84: “Herders neue Schrift [‘Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit’] macht wahrscheinlich, daß wir erst Pflanzen und Thiere waren; was nun die Natur weiter aus uns stampfen wird, wird uns wohl unbekannt bleiben. Goethe grübelt jetzt gar denkreich in diesen Dingen” (Gr2,453)
11) Zur Deutung des Symbolgehalts vgl ASchöne, G-s Farbentheologie, 1987,226—228
12) zum biogr u zeitgeschichtl Hintergrund vgl HABr 1,554f

Gertrude Harlass