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 GWB Erfahrung (Bd. 3, Sp. 269)   GWB Grunderfahrung (Bd. 4, Sp. 525) 
  Erfahrung1270 Belege. In der Leipziger Frühzeit Rezeption des aufklärerischen Erfahrungsbegriffs (s dazu unter 5 a α den affirmativen Beleg von 1769 u die später, 1811/12 niedergeschr iron-spöttische Darstellung in DuW). Mit Beginn der opt Studien Anfang der 90er Jahre, method unter dem Eindruck der Experimentalphysik Newtons, häufiger Gebrauch des Wortes für das natwiss Experiment u die daraus gewonnene Erkenntnis. Die in G-s Sicht unangemessene Präokkupation der empir Erfahrung durch Theorie, Hypothese u Axiom bei Newton führt einerseits zu Grundsatzkritik an theoret Konzepten u der unmittelbaren Steuerung wiss Experimente durch theoriegelenkten (apparativen) Aufbau, andererseits zu Betonung der ‘reinen E.’, die sich aus der Betrachtung des einfachen sinnl Phänomens ergibt. Durch Kant-Lektüre Klärung des subjektiven Charakters von Erfahrung. In ästhet Zshg versucht G um 1797 eine theoret Bestimmung der angenommenen wechselseitigen Prädisposition von Subjekt u Gegenstand der Erfahrung (s unter 5 a γ). Insgesamt tritt jedoch der Gebrauch des Wortes für ästhet Phänomene bzw Rezeption deutl zurück gegenüber der natwiss Erfahrung. In diesem Bereich immer wiederholte Versuche, Theorie u Erfahrung so aufeinander zu beziehen, daß es gelingt, in der Erfahrung des konkreten Einzelnen ein innewohnendes Allgemeines als Typus od Idee zu erkennen, ohne die Grenzen des anschaulich Gegebenen zu überschreiten.1)
1 auf Reisen gewonnene Eindrücke, vereinzelt mit Betonung des AbenteuerlichenWenn Sie jemand fragt: Wie steht um ihn? So sagen Sie: .. hab ’en auf Reisen geschickt, daß er allerley E-en macht, allerley Seltenheiten auftreibt B1,204,13 Oeser 14.2.69ich verreis’te .. Die vielen Gegenstände, die ich gesehen hatte, lebten immerfort vor meiner Einbildungskraft, ich mochte gern .. erzählen .. wollte ich ihr [der Freundin] meine E-en und meine Vergnügungen mittheilen 18,287,14 GutWeibernach ihrer Zurückkunft, als sie, mit mancherlei Schätzen der Kunst und der E. geschmückt, ihre häusliche Schwelle betrat 36,307,23 AndenkAnna Am 1807[von der Rhein-Main-Reise] müßte ich .. eine ganze Litaney von Unfällen, Ortsveränderungen, lehrreichen und erfreulichen E-en und Zerstreuungen aufzeichnen B26,75,8 Schopenhauer 7.9.15[üb den livländ Offizier u Maler GvReutern] Welchen lebhaften Antheil ich an den bisherigen so wunderbaren, theils günstigen, theils ungünstigen E-en

[Bd. 3, Sp. 270]
[> Ereignissen B49,22,9 K] genommen B49,299 Rinald [28.7.31] KB26,105,22 Knebel 21.10.15
2 iSv Lebenserfahrung
a für den prakt Umgang mit der Welt, als belehrendes Ereignis, Erlebnisauch fremde Gemüthsarten innig zu erkennen. Nun gibt es Menschen, die mit einer natürlichen Anlage hiezu geboren sind und solche durch E. zu praktischen Zwecken ausbilden. Hieraus entsteht die Fähigkeit, der Welt und den Geschäften im höheren Sinn etwas abzugewinnen 411,53,3 Shakesp u kein Ende[üb FBacon] Auf Gesandtschaften und als Advocat in die Breite der E. hineingezogen N52, 261,18 Fl Plp[aus Frkf, auf dem Weg in die Schweiz] in einem gewissen Alter, da uns die E. nicht mehr bildet, wissen wir .. nicht was man mit den neuen Schätzen anfangen soll B12,242,19 Böttiger 16.8.97[mBez auf WScott, Life of Napoleon] wie er, übern Canal herüberschauend, dieses und jenes anders ansieht als wir auf unserem beschränktem Platz im Continent, das ist mir eine neue E., eine neue Welt-Ein- und -Ansicht B43,195,3 Zelter 4.12.27Feuerlärm .. Es ist mir lieb daß ich da war um der E. an der Sache und an mir selbst willen B7,103,12 ChStein 1.10.[85]B28,206,21 Maria Paulowna 1.8.17 K öfter prägnant für negatives Erlebnis, auch idWdg ‘von etw E. haben’Er [Wieland] hatte sich früh in jenen ideellen Regionen ausgebildet .. da ihm aber diese durch das was man E. nennt, durch Begegnisse an Welt und Weibern verleidet wurden, so warf er sich auf die Seite des Wirklichen 27,90,25 DuW 7[Faust:] Aber warum muß der Strom so bald versiegen, | Und wir wieder im Durste liegen? | Davon hab’ ich so viel E. Faust I 121432,193,17 ItR für einen geregelten Erziehungs- od BildungsprozeßDer zur Vernunft geborene Mensch bedarf noch großer Bildung, sie mag sich ihm nun durch Sorgfalt der Eltern und Erzieher .. oder durch strenge E. nach und nach offenbaren 48,191,6 MuR(469)Besonders auch bemerke .. das Volk der verschiedenen Provinzen .. Vergleiche sie .. und bereite dich auch hierdurch zu einer weitern und breitern E. B20,147,7 August 17.8.08Gespr Eckerm 13.2.29
b als im prakt, polit, geistigen Leben erworbene Kenntnis, Urteilsfähigkeit, auch als AltersweisheitIhr Mann ist iust einer der Menschen wie ich sie haben muss, die E. des Lebens, die schönen Kenntnisse und Wissenschaften ohne Pedanterey und die gute offne Seele B2,167,18 ChKestner 16.6.74[Tasso:] hier ist der Kreis, | In dem sich meine Seele gern verweilt. | .. Hier spricht E., Wissenschaft, Geschmack Tasso 452[Gerichtsrat, der sich der überraschten Eugenie als Ehegatte anbietet:] Ein Mann, der dich gesehen, irrt nicht mehr. [Eugenie:] E. bleibt des Lebens Meisterin. [Gerichtsrat:] Verwirren kann sie, doch das Herz entscheidet NatT 2155Neigung des Kindes zum Greise .. In diesem Verhältniß entwickelt sich eigentlich der Klugsinn der Kinder; sie sind aufmerksam auf Würde, E., Gewalt des Älteren 7,146,25 DivNotwie ein Knabe ohne E. [senza esperienza] 43,32,16 Cell I 2 [für: expertness] 421,198,27 Carlyle,Schiller37,336,19 PhysiognFragmB26,289,6 Zelter 11.3.16 in Wdgn wie ‘etw gibt jdm E-en’, ‘jd macht E-en’, ‘jdm fehlt es an E.’, ‘etw geht über jds E.’Die viele Menschen die ich sehe die vielen Zufälle die mir queer über kommen geben mir E-en und Kenntnisse von denen ich mir nichts habe träumen lassen B1,245,15 Klettenbg 26.8.[70] K Korr B50,205[Wilh üb das mit der Schauspieltruppe verlorene Geld] Er .. glaubte aber, daß es doch am Ende wohl angewendet sei, weil er dafür theure E-en gemacht, welche ihm auf sein ganzes Leben nützlich sein würden 52,43,23 ThS IV 9B1,240,16 Trapp 28.7.[70] Kin personifizierender Sicht[Alcest, nachdem der Wirt Sophie als vermeintl Diebin denunziert hat:] Zwar | Verlacht E. ietzt [Zwar | Ist sie so ziemlich weg DjG31,408 Mitsch2 799] die Hoheit der Ideen, | Und lässt sie als ein Weib, bey andern Weibern stehen DjG31,343 Mitsch1 447[Tasso zu Antonio:] es steht E. dir | Als lang erprobte Freundin an der Seite Tasso 1231
c als Überzeugung, Einsicht in gesellschaftl Verhältnisse, mehrf idVbdg ‘alte E.’, häufig in Wdgn wie ‘die E. lehrt, zeigt’, ‘durch die E. erwiesen’ uä, ‘aus (der, eigener) E. (wissen, haben, sprechen)’ uä, ‘nach jds E.’, ‘(an jdm) eine E. machen’ uä, ‘eine E. über etw haben’, ‘zu der E. kommen’Studium meines Nachlasses .. weil Sie darin einen Complex besitzen von Gefühlen, Gedanken, E-en und Resultaten, die auf einander hinweisen B29,228,14 Schubarth 8.7.18Ich bin .. das Widerbellen durch viele Jahre gewohnt worden, und spreche aus E.: wir haben noch lange nicht zu fürchten daß wir überstimmt werden wenn man uns auch widerspricht B40,249,11 Zelter 15.1.26[üb Campers Ignoranz gegenüber G-s Abhandlung ZwKnoch] ohne jedoch daraus .. die bedeutende E. zu schöpfen, daß man einen Meister nicht von seinem Irrthum überzeugen könne N7,195,4 PrincPhilZool IIda .. jener [der Kenner iUz Liebhaber] kricklicher, negativer, und .. gegen andere immer vernichtender werden muß. Ich habe .. genugsam gelitten, so, daß ich zum Lobe dieser Classe hinreichende E. [< Erfahrungsmomente] zu liefern hätte B23,439 Jacobi 10.5.12 K [gestr Passus]der Jüngling entflieht ihr [der Autorität], und der Mann läßt sie wieder gelten .. weil die E. ihn gelehrt hat, daß er ohne Mitwirkung anderer doch nur wenig ausrichte N3,146,13 FlH IIIMan kann die E. nicht früh genug machen, wie entbehrlich man in der Welt ist 23,89,16 Lj VII 8Wilhelm schien .. bemerkt zu haben, daß der Geist des Menschen ein eignes Ganzes ausmache, das sich mit einem andern nie vereinigen .. könnte. Er mußte bald zu dieser E. gelangen 51,105,17 ThS II 2B43,83,5 Iken 27.9.27B12,149,4 Marschallamt Weim 9.6.9718,109,5 Unterhaltungen
3 als fachbezogene od Berufserfahrung, öfter in Wdgn wie ‘eine E. machen’, ‘zur E. kommen’, ‘(an) E. gewinnen’, ‘in E. bringen’, ‘soweit jds E-en reichen’, ‘jdm gebricht es an E.’[an den Direktor des Hamburgischen Theaters] Wollten Sie mir die Gesetze und Regeln welche bey Ihrer Gesellschaft in Übung sind mittheilen .. Es kann nicht anders als vortheilhaft seyn die E-en eines Mannes zu nutzen den sein Vaterland als Meister in seiner Kunst anerkennt B9,256,18 FLSchröder 6.4.91einem Künstler von so sichern Grundsätzen und geprüfter, die E-en so mancher Jahrhunderte redlich verehrender Denkweise B32,87,20 Schadow 27.10.19als .. man bei allen Bildungsanstalten die erprobte E. hat, daß es viel vortheilhafter sei, sie auf eine liberale humane Weise auszusäen, als auf eine zwingende, klösterlich subordinirende Art in’s Enge zusammenzuziehen 341,115,13 KuARheinMain[üb eine Rezension (von Zelter?)] wo er vieljährige E. und geistreiches Urtheil abermals recht anmuthig walten läßt 40,126,4 Nach BerlinDie Materie von Saamen habe ich durchgedacht, so weit meine E-en reichen B7,36,12 Knebel 2.4.85Gespr Eckerm 24.1.30B45,155,14 CVMeyer 10.2.29

[Bd. 3, Sp. 271]
mit fachl spezifizierenden Attr wie ‘militärische E-en’daß die kriegerischen Begebenheiten in Ihrer Nähe von Ihnen auf’s Beste, zu medicinisch-chirurgischen E-en, genutzt werden mögen B15,166,21 NMeyer 30.12.0018,339,7 Nov aus techn Erprobung od Praxis gewonnene KenntnisseE. hat den Nutzen dieser Art von Firniß hinreichend bewährt 492,143,19 Reinigen uRestaurieren
4 mBez auf sinnl Eindrücke od Empfindungen
a als konkr Anschauung u urteilende Betrachtung[Schiller hatte G als Stoff für ein Epos Reisebeschreibungen wie die von Cook od Levaillant empfohlen] ich würde nie wagen einen solchen Gegenstand zu behandeln, weil mir das unmittelbare Anschauen fehlt und mir in dieser Gattung die sinnliche Identification mit dem Gegenstande .. ganz unerläßlich scheint .. .. daß uns die unmittelbare E. vielleicht zu Situationen Anlaß gäbe die noch Reiz genug hätten. Wie nöthig aber eine unmittelbare Anschauung sey wird aus folgendem erhellen .. B13,66,6 Schiller 14.2.98[Besuch in der Dresdner Galerie] gerade Landschaften .. rührten mich .. am meisten .. Diese köstlichen, Geist und Sinn zur wahren Kunst vorbereitenden E-en 27,176,11 DuW 8kommt man oft in den Fall, dasjenige, was wir von andern gehört, mit dem zu verwechseln, was wir wirklich aus eigner anschauender E. besitzen 26,12,9 DuW 1
b vereinzelt als durch den Tastsinn gewonnener Eindruckhatte sie [die Schlange] .. Gegenstände gefühlt, welche die bildende Hand des Menschen verriethen .. Figuren .. die sie für Erz oder äußerst polirten Marmor halten mußte. Alle diese E-en wünschte sie noch zuletzt durch den Sinn des Auges zusammen zu fassen 18,232,22 Märchen
5 als philos, ästhet, natwiss Begriff
a Erkenntniskategorie iSv Empirie
α in Fortführung u krit Reflexion des Erfahrungsbegriffs der Aufklärungich .. halte die E. für die einzige ächte Wissenschaft B1,206,23 FOeser 8.4.69Es war nämlich vorzüglichen, denkenden und fühlenden Geistern ein Licht aufgegangen, daß die unmittelbare originelle Ansicht der Natur .. das Beste sei .. E. war also abermals das allgemeine Losungswort, und jedermann that die Augen auf so gut er konnte 28,339,5 DuW 15ließ Lavater .. aus Heißhunger nach gränzenloser E. .. alle Personen abbilden, die .. ihm begegneten 33,209,26 Campwas lernt man in der Welt anders als durch E. 37,291,25 FGA Nachrede[üb Reinhards ‘Kurze Vorstellung der Kantischen Philosophie’2)] Hier werden als Hauptkräfte unseres Vorstellungsvermögens Sinnlichkeit, Verstand und Vernunft aufgeführt, die Phantasie aber vergessen .. sie legt dem Verstand die Welt-Anschauung vor, unter der Form der E. B27,309,4 Maria Paulowna 31.12.16/2.1.17 K [Beilage] wortspielerisch, in Behrisch in den Mund gelegter, halb ernster, halb spöttischer Auseinandersetzung mit der zirkulären Konstruktion des Erfahrungsbegriffes u allgemeiner mit empirist Philosophie u Pädagogik3)mußte .. die Bemerkung hören, daß es mir an E. fehle .. er [Behrisch] solle mir deutlich machen, was E. sei? .. die wahre E. sei ganz eigentlich, wenn man erfahre, wie ein Erfahrner die E. erfahrend erfahren müsse .. da denn das Erfahren immer erfahrner und zuletzt zur wahrhaften E. werden würde .. Der Begriff von E. war beinah fix in meinem Gehirne geworden .. [nach Belehrung durch einen Offizier:] wobei .. wenig Besseres herauskam als, daß die E. uns überzeuge, daß unsere besten Gedanken, Wünsche und Vorsätze unerreichbar seien .. .. [Offizier:] so dünkt mich, er [Behrisch] habe sagen wollen, daß die E. nichts anderes sei, als daß man erfährt, was man nicht zu erfahren wünscht 27,145,22 u 146,2u5u7u14u27 u 147,7 u 149,7 DuW 7
β als Grundlage od Anwendung einer Theorie, öfter in spannungsvollem dialekt Gegensatz zum begriffl-gedankl BereichEine jede Theorie .. setzt eine Unterlage voraus, irgend etwas in der E. Gegebenes 411,140,11 KlassRomantItalwenn Sie Meyers Beschreibungen und Beurtheilungen so vieler Kunstwerke .. lesen. Man erfährt wieder .. daß eine vollständige E. die Theorie in sich enthalten muß B12,326,27 Schiller 14.10.97werde ich der Nothwendigkeit nicht ausweichen können, durch Theorie und Hypothese die vorzutragenden E-en einigermaßen zu verbinden 40,194,15 Anz:BeitrOptDamit eine Wissenschaft aus der Stelle rucke .. sind Hypothesen so gut als E-en und Beobachtungen nöthig .. Sei auch eine solche Theorie, eine solche Hypothese nur eine Dichtung, so gewährt sie schon Nutzen genug .. .. eine Hypothese erhebt die Seele und gibt ihr die Elasticität wieder, welche ihr einzelne zerstückte E-en gleichsam rauben N10,205,4u21 HypothErdbildgKann dagegen der Physiker zur Erkenntniß desjenigen gelangen, was wir ein Urphänomen genannt haben; so ist er geborgen .. er überzeugt sich .. daß er sich auf der empirischen Höhe befinde, wo er rückwärts die E. in allen ihren Stufen überschauen, und vorwärts in das Reich der Theorie .. einblicken könne N1,287,7 FlD 720[üb anatom Arbeiten KEvBaers] muß Ihr wackerer Mitarbeiter .. sich gegen die jämmerlichsten Einwände [< jämmerlichste Redensart] rüsten, die man von ganz hohlen und nichtigen Menschen ausgesprochen hört, man müsse immerfort beobachtende E-en sammeln ehe man an eine Methode dächte B31,377,13 CFBurdach [23.6.19?] KN51,116,7 FarbSchattN2,3,12u14 FlP 6B22,316,2 Trebra 6.4.[12] K422,150,11u18 MuR(308) häufig in Relation zu ‘Idee’daß es .. eine .. Weise geben könne, die Natur nicht gesondert und vereinzelt vorzunehmen, sondern sie wirkend und lebendig, aus dem Ganzen in die Theile strebend darzustellen .. daß ein solches .. schon aus der E. hervorgehe .. trug ich die Metamorphose der Pflanzen lebhaft vor, und ließ .. eine symbolische Pflanze .. entstehen .. schüttelte er [Schiller] den Kopf und sagte: “Das ist keine E., das ist eine Idee.” .. Sätze wie folgender machten mich ganz unglücklich: “Wie kann jemals E. gegeben werden, die einer Idee angemessen sein sollte? Denn darin besteht eben das Eigenthümliche der letzteren, daß ihr niemals eine E. congruiren könne.” N11,17,14u22 u 18,13u16 GlücklEreign ~ 36,250,24 u 251,4u22u25 BiogrEinzh Erste Bekanntsch mSchiller 1794Vorschlag zum Typus der die Idee versinnlichte wornach alle vollkommneren Thiere gebildet sind .. Wie der Typus zu finden? Durch E. und Abstraction N8,311 Morph PlpDie E. muß uns vorerst die Theile lehren, die allen Thieren gemein sind, und worin diese Theile verschieden sind. Die Idee muß über dem Ganzen walten und auf eine genetische Weise das allgemeine Bild abziehen N8,11,3 Vgl Anatomie 2wo wir uns .. angeregt fühlen .. das Ideelle im Reellen anzuerkennen .. .. nicht .. die E. der Idee entgegen zu setzen, wir gewöhnen uns vielmehr die Idee in der E. aufzusuchen N6,348,11u13 Morph Aphoristdurch die Wechselbewegung von Idee zu E. [wird] die sittliche und wissenschaftliche Welt regiert N6,354,18 ebddie Idee ist

[Bd. 3, Sp. 272]
in der E. nicht darzustellen, kaum nachzuweisen, wer sie nicht besitzt, wird sie in der Erscheinung nirgends gewahr N6,226,2 BotanikN11,56,14 u 57,1u3fu10 BedenkenErgebgB11,175,11 Sömmerring 28.8.96B26,235,14 Schopenhauer 28.1.16N11,158,17 MuR(1135) ästhet, als realist (bzw. kritisierte naturalist) Komponente der Kunstproduktion, öfter in negativer Akzentuierung im Verhältnis zur Idealität bzw Autonomie des Künstlerischen (s a 5aγ)[gegen Schadow u den Berliner ‘Naturalismus’] Wenn Künstler von Natur sprechen, subintelligiren sie immer die Idee .. [ MuR(1071)] Eben so geht’s allen, die ausschließlich die E. anpreisen; sie bedenken nicht, daß die E. nur die Hälfte der E. ist 48,202,15—17 MuR(1072)Die E. bringt Zweifel was schön sey .. Die E. mag nicht Recht schaffen. — Und die E. keinen Künstler. — Die Kunst ist constitutiv. — Der Künstler bestimmt die Schönheit 47,292,6u8 Propyl Plpist es Zeit einen Grundsatz zu prüfen .. ob wir durch ihn den großen Mustern .. näher kommen, oder ob er uns in der empirischen Verwirrung einer nicht genug durchdachten E. stecken läßt 47,24,8 PropylEinl[der Sammler:] Wir wollen das Kunstwerk auf dem Wege zur Vollkommenheit begleiten. [Gast, als Vertreter des ‘Charakteristischen’:] Nur auf dem Wege der E. mag ich Ihnen folgen! Die steilen Pfade der Speculation verbitte ich mir 47,170,4 Samml 6[mBez auf ‘Helena’] Daher denn die Masse von E. und Reflexion, um einen Hauptpunct versammelt, zu einem Kunstwerk anwachsen mußte B43,166,24 Knebel 14.11.27daß dem echten Dichter die Kenntniß der Welt angeboren sey und daß er zu ihrer Darstellung keineswegs vieler E. und einer großen Empirie bedürfe .. “.. hätte ich nicht die Welt durch Anticipation bereits in mir getragen, ich wäre mit sehenden Augen blind geblieben und alle Erforschung und E. wäre nichts gewesen als ein ganz todtes vergebliches Bemühen ..” Gespr Eckerm 26.2.24
γ im Erkenntnisprozeßmit Kant ..: wenn gleich alle unsere Erkenntniß mit der E. angehe, so entspringe sie darum doch nicht eben alle aus der E. N11,49,10f EinwirkgNeuPhilosEine thätige Skepsis: welche unablässig bemüht ist, sich selbst zu überwinden, um durch geregelte E. zu einer Art von bedingter Zuverlässigkeit zu gelangen 422,258,5 MuR(1203)Je weiter die E. fortrückt, desto näher kommt man dem Unerforschlichen; je mehr man die E. zu nutzen weiß, desto mehr sieht man, daß das Unerforschliche keinen praktischen Werth hat N11,159,3u5 MuR(1206)1. Das empirische Phänomen, das jeder Mensch in der Natur gewahr wird, und das nachher 2. zum wissenschaftlichen Phänomen durch Versuche erhoben wird .. 3. Das reine Phänomen steht nun zuletzt als Resultat aller E-en und Versuche da N11,40,12 Erfahrg Wissensch[wohl 1823] Ersparniß der E. | Sündfluth der E. 422,327 MuR(1370) mehrf in der bes mit Schiller u HMeyer ab 1796 geführten ästhet Diskussion üb die ‘Gegenstände der E.’, sowohl im Hinblick auf das Erkennen der sog symbol Gegenstände, die im Besonderen ein Allgemeines repräsentieren, wie mBez auf die Frage, ob die ‘Gegenstände der E.’ ‘Gegenstände an sich’ od Produkte des Erfahrungssubjekts sind, verknüpft mit der Annahme, daß sich ein spezifisches Erfahrungsorgan an einem best Gegenstand erst auszubilden vermag u daß es umgekehrt ‘Gegenstände zur Kunst’ gibtDie Sache [‘symbol Gegenstände’] ist wichtig, denn sie hebt den Widerspruch, der zwischen meiner Natur und der unmittelbaren E. lag, den in früherer Zeit ich niemals lösen konnte, sogleich auf .. daß ich lieber gerad nach Hause zurückgekehrt wäre, um, aus meinem Innersten, Phantome jeder Art hervorzuarbeiten, als daß ich mich noch einmal .. mit der millionfachen Hydra der Empirie herumgeschlagen hätte B12,247,1 Schiller 16./17.8.97Wir können einen jeden Gegenstand der E. als einen Stoff ansehen, dessen sich die Kunst bemächtigen kann .. daß die einen sich der Behandlung bequemer darbieten als die andern .. .. in wie fern wir nämlich einen Gegenstand, der uns durch die E. gegeben wird, als einen Gegenstand an sich ansehen dürfen oder ihn als unser Werk und Eigenthum ansehen müssen .. daß .. schon die Gegenstände zur Kunst eine gewisse Idealität an sich haben B12,449,8 u 450,23 Schiller 25.10.97 K [nicht abgeschickt] = 341,437,16 u 438,28 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm]da ich kein Organ zur Behandlung der Sache [Farbenlehre] mitbrachte, sondern mir es immer in und zu der E. bilden mußte B13,32,4 Schiller 20.1.98[der Sammler (auf den Vorwurf der Unverständlichkeit):] es waren lauter Erfahrungssachen. [Gast:] Das nennen Sie E. wovon ein anderer nichts begreifen kann! [der Sammler:] Zu jeder E. gehört ein Organ .. Es muß produciren können. [Gast:] Was produciren? [der Sammler:] Die E.! Es gibt keine E. die nicht producirt, hervorgebracht, erschaffen wird 47,174,22u24 u 175,3 Samml 6B12,225,23 Meyer 10.8.97B12,347,15 Schiller 25.10.97
δ als Produkt od Ergebnis von Überlegen, Nachdenken, ForschenIch habe mir .. Acten gemacht, worinn ich .. auch mein augenblickliches Urtheil einhefte, ich spreche sodann von diesen Dingen .. Ich nehme sodann die neue E. und Belehrung auch wieder zu den Acten B12,261,1 Schiller 22.8.97[betr Geologie] fang ich erst jetzt an, nachdem ich die meilenlangen Blätter unserer Gegenden umgeschlagen habe, auch die E-en anderer zu studiren und zu nutzen B4,311,9 Merck 11.10.80dringt die Seele in die vergangene Jahrhunderte hinauf, sie vergegenwärtigt sich alle E-en sorgfältiger Beobachter N9,175,10 ÜbGranit[mBez auf Hennings Berliner Vorlesungen üb G-s Farbenlehre] Er fühlte sich .. verpflichtet .. die sämmtlichen E-en experimentirend in ihr wahres Licht zu setzen N51,417,14 Üb:Henning
ε idVbdgn ‘in, aus der E.’, ‘Feld, Kreis der E.’: Bereich der Erfahrung für Realitätwas wir in der E. gewahr werden, sind meistens nur Fälle, welche sich .. unter allgemeine empirische Rubriken bringen lassen N1,72,8 FlD 175er [Newton] .. findet, daß ein Violett entstehen müsse, welches zwar, wie er selbst sagt, in der E. nicht entsteht N4,197,6 FlH VI[Faust:] Fordert den Gegner auf Fragen aus der E. vorzulegen. Die F. alle beantworten wolle. M[eph]. Gletscher Bolog. Feuer Charibdis Fata Morg. Thier Mensch 14,291,16 Faust I PlpMit unermüdlicher unruhiger Thätigkeit durchforscht er das Feld der E.; seine Aufmerksamkeit reicht überall hin, seine Sammlerlust kommt nirgends unbefriedigt zurück N3,226,13 FlH IV PortaB16,100,16 Schiller 5.7.02N6,327,23 Zu MetamPfl 17N4,305,4 FlH VIB28,242,18 CWHufeland Jul 17 K
b als wiss, insbes natwiss Untersuchung
α allg für die empir Erkundung[mBez auf die Farben] Wesen .. welche an die E. nur herantreten und die man mehr Thätigkeiten als Gegenstände nennen kann N1,302,18 FlD 751Der Conflict des Individuums mit der unmittelbaren E. und der mittelbaren Überlieferung, ist eigentlich

[Bd. 3, Sp. 273]
die Geschichte der Wissenschaften N3,136,25 FlH IIIwie .. die E. gränzenlos ist, weil immer noch ein Neues entdeckt werden kann, so sind es die Maximen auch, indem sie nicht erstarren N3,234,11 FlH IVWissen | Das Bedeutende der E., das immer in’s Allgemeine hinweist 422,392 MuR(1380)[Titel der Lieferungsumschläge] Zur Naturwissenschaft überhaupt, besonders zur Morphologie. E., Betrachtung, Folgerung, durch Lebensereignisse verbunden LA I 8,1 u LA I 9,1 u 273 [Korr GSchmid, G u dNatwiss, 1940,28]daß ich bey den mannichfaltigen Ansichten, wie sie jetzt auf das Mineralreich gerichtet sind: als nach äußeren Kennzeichen .. nach crystallographischen .. Bestimmungen .. nach chemischen endlich, die uns das Gränzenlose der E. erst recht aufdecken, daß ich endlich von der geologischen Seite eine Hülfsmethode zu ahnen glaube B36,277,7 Sternbg 12.1.[23] in Wdgn wie ‘auf E. gestützt, gegründet, beruhend’, ‘der E. gemäß’, ‘gegen die (alle) E.’, ‘die E. lehrt, belehrt, zeigt, sagt, spricht, beweist uä’, ‘aus der E. ableiten, herleiten, entwickeln, schließen uä’, ‘durch E. ausmitteln, finden uä’, ‘E-en machen’[mBez auf Cuviers analyt Empirismus] eine Voranschauung, Vorahnung des Einzelnen im Ganzen will der Trennende, Unterscheidende, auf der E. Beruhende, von ihr Ausgehende nicht zugeben N7,169,8 PrincPhilZool IDie E. spricht, daß die nächsten Gestirne einen entschiedenen Einfluß auf Witterung, Vegetation u.s.w. haben B13,331,5 Schiller 8.12.98es ist zwar der E. gemäß, es kann durch viele Versuche dargestellt werden, daß aus Vermischung aller Farben ein Grau hervorgebracht werden könne N51,147,12 ElementeFl 38Wünsch .. behauptet gegen allen äußern und innern Sinn, gegen alle E., daß eigentlich Organe, Violet und Grün die Haupt- und Grundfarben seyen N4,462,11 FlH PlpGalilei .. bedient sich ihrer [der Teleskope] sogleich, um in den Himmelsfernen neue E-en [Entdeckungen N4,433,1 Var] zu machen N4,437,12 FlH PlpN2,205,13 FlP 446N9,322 MinGeol Plp
β iSv Beobachtung, Wahrnehmung[üb das Sehen von Komplementärfarben] die farbigen Blumen scharf anzusehen und sogleich auf den Sandweg hinzublicken .. Flecken der entgegengesetzten Farbe .. Diese E. glückt bei bedecktem Himmel N1,25,4 FlD 54Die Empfindung der Farbe gewährt uns gewöhnlich nur das Auge. Wir müssen sie durch E. erlangen, kein Blinder kann von der Farbe urtheilen N52,15,9 Fl Plpwenn er [der Gelbsichtige] den grünen Baum, den eine frühere E. in die Einbildungskraft [qu’il a dans son imagination] drückte, mit dem gelben vergleicht, den er vor Augen sieht 45,314,21 Diderot,Malereibei der heftigen Blendung wird eine reine E. unmöglich N2,308 FlP Varer .. ordnet zuletzt in diesem Buche zweiundneunzig E-en .. Allein alle diese E-en und sogenannten Expériences sind immer nur beobachtete Fälle N4,226,13u15 FlH VIBey sinnlichen Dingen giebt es eine Gränze, wo sie uns verschwinden, und sowohl bey E. als bey Urtheil sind wir hier an der gefährlichsten Stelle B26,156,26 Schopenhauer 16.11.15N12,68,25 BaromSchwankungen für den Wahrnehmungsinhalt N52,50,16 Fl Plp
γ iSv Versuch, Experimentdaß darum zu thun sei, unzählige E-en in’s Enge zu bringen, sie zu ordnen, ihre Verwandtschaft, Stellung gegen einander und neben einander aufzufinden, sich selbst und andern faßlich zu machen 33,326,21 BelagergMainzdaß diejenigen am meisten geleistet haben, welche nicht ablassen alle Seiten und Modificationen einer einzigen E., eines einzigen Versuches, nach aller Möglichkeit durchzuforschen und durchzuarbeiten N11,32,11 Vers VermittlObjSubjAuf’s Einfachere zu dringen, das Einfachste durch eine E., in einem Versuch vor die Sinne zu stellen, die Natur durch Entwicklung zu enträthseln, war noch nicht Sitte geworden N3,129,2 FlH IIdaß man die von mir angegebenen E-en mit sehr spitzwinklichen Prismen von funfzehn bis zwanzig Graden wiederholen möge N51,57,19 BeitrOpt II in Vbdgn wie ‘prismatische E-en’Wir schreiten nun zu denen vorzüglich sogenannten prismatischen E-en und Versuchen N51,197,18 FarbenerschRefraktion 41Nur das nöthigste Allgemeine wird hier vorausgeschickt, sodann folgen sogleich die Erfahrungen selbst. Vorübergehende Erscheinungen, constante Phänomene, sichere Versuche werden aufgezählt .. Des bequemeren und ordnungsmäßigeren Vortrags willen theilen wir die E-en in physiologische, physische, chemische N52,13,18 Fl Einl PlpN4,223,10 FlH VI ‘subjektive bzw. objektive E-en’: subjektive bzw. objektive Versuche iZshg der FarbenlehreDiese Grunderscheinungen wiederholen sich bei allen folgenden objectiven E-en, so wie sie die Grundlage der subjectiven ausmachten N1,130,21 FlD 316N1,78,8 FlD 188 idWdg ‘E-en anstellen’ N51,8,5 BeitrOpt I 10N51,104,14 FarbSchatt
δ aus der experimentellen Beobachtung gewonnene Erkenntnis, empir gewonnenes WissenEs leiten sich alle diese [prismat] Versuche von einer einzigen E. ab N51,75,9 BeitrOpt IIdie beiden ersten einfachsten [entopt] Versuche .. ich fand zu neuen und wichtigen E-en Anlaß B36,197,7 Henning 4.11.22 Kschöne Aufschlüsse .. über die Elemente der natürlichen Dinge, die jetzt mit mehr Reinheit als sonst in die E. hervortreten B27,21,5 Riemer 25.5.16würde Ihr Geschäft seyn, den dritten Theil der Farbenlehre zu redigiren und mit eigenen E-en, Einsichten und Überzeugungen an’s Ganze anzuschließen B36,73,14 Henning 13.6.22Wie die E. wuchs, wurde das was die Einbildungskraft gefabelt, was der Verstand voreilig geschlossen hatte, sogleich beseitigt N12,107,24 Witterungslehre 1825N11,24,1u3u8u11 VersVermittlObjSubjN11,140,11f MuR(615)35,179,14 TuJN3,212,17 FlH IV ‘Prinzipien der E.’ als term des (von G mit krit Distanz behandelten) frz Experimentalphysikers Mariotte (vgl s v Erfahrungsregel)Durch Beobachten, Experimentiren, Messen und Berechnen gelangt er zu den allgemeinsten einfachsten Erscheinungen, die er Principien der E. nennt. Er läßt sie empirisch in ihrer reinsten Einfalt stehen N4,66,1 FlH VI mehrf ‘reine E.’[in Abwehr der mit der Newtonschen Theorie verbundenen math Anforderungen] daß reine E-en zum Fundament der ganzen Naturwissenschaft liegen sollten, daß man eine Reihe derselben aufstellen könne, ohne auf irgend einen weiteren Bezug Rücksicht zu nehmen N51,9,10 BeitrOpt I 14wenn die ganze [Newtonsche] Lehre vor dem Wahrheitsblick einer reinen E. und tüchtigen Beurtheilung verschwunden ist N4,378,6 Fl Taf 12 ‘E. der höheren Art’: Erkenntnis eines Allgemeinen durch eine ErfahrungsreiheEine jede Erfahrung die wir machen, ein jeder Versuch durch den wir sie wiederholen, ist eigentlich ein isolirter Theil unserer Erkenntniß .. .. Ich habe .. eine solche Reihe von Versuchen aufzustellen gesucht, die .. gleichsam nur Einen Versuch ausmachen, nur Eine Erfahrung unter den

[Bd. 3, Sp. 274]
mannichfaltigsten Ansichten darstellen. Eine solche Erfahrung, die aus mehreren andern besteht, ist offenbar von einer höhern Art. Sie stellt die Formel vor, unter welcher unzählige einzelne Rechnungsexempel ausgedrückt werden. Auf solche E-en der höhern Art loszuarbeiten halt’ ich für höchste Pflicht des Naturforschers N11,33,20 VersVermittl ObjSubj 1793 personifiziertWind, Wolken und Wetter .. leider hat mich auch dieses Luftgetümmelwesen gewaltig ergriffen, und da muß man denn der lieben E. aufpassen und sehen, ob sie so höflich ist zu handeln, wie man wollte B37,121,6 Schultz 8.7.23mehrf in Titelwiedergabe od -zitatsein tüchtiges Werk über die E.4) 28,341,13 DuW 1536,84,21 TuJ
6 als relig (pietist), innere od SelbsterfahrungIn der neuern Zeit haben einige Verfechter der Religion .. ihre Mitgläubigen aufgefordert, Beispiele von wirklichen Gebetserhörungen bekannt zu machen .. Wie unbekannt muß ihnen das wahre Gefühl sein, und wie wenig echte E-en mögen sie selbst gemacht haben! 22,305,19 Lj VI[üb Fräulein vKlettenberg] Ihre liebste .. Unterhaltung waren die sittlichen E-en, die der Mensch, der sich beobachtet, an sich selbst machen kann 27,200,1 DuW 81767. Alles nach innerer E. Selbstbildung durch Verwandl des Erlebten in ein Bild 26,356,2 DuW Schemaversprach dem Vater ein ausführliches Reise-Journal, mit allen verlangten geographischen, statistischen und mercantilischen Bemerkungen .. .. ward er leider gewahr, daß er von Empfindungen und Gedanken, von manchen E-en des Herzens und Geistes sprechen und erzählen konnte, nur nicht von äußern Gegenständen 22,109,23 Lj IV 1722,288,23 Lj VI27,251,11 DuW 9B40,275,2 CarlAug 31.1.26 K
GWB Alletagserfahrung GWB Bergbauerfahrung GWB Grunderfahrung GWB Haupterfahrung GWB Lebenserfahrung GWB Lindenerfahrung Natur- Regierungs- Reise- Tages- Theater- Versuchs- Zeit-Syn zu 1 Begegnis Erfahrnis Erlebnis zu 2 Eindruck Einsicht Empirie Erfahrenheit Kenntnis Lebenserfahrung Weltbreite Welterfahrung Weltübersicht Weltumsicht zu 4 a Bemerkung Beobachtung Eindruck Wahrnehmung zu 5 Empirie zu 5 b β Bemerkung Beobachtung Wahrnehmung zu 5 b γ Experiment Versuch zu 5 b δ Einsicht Erkenntnis Feststellung Kenntnis Wissen.
1) vgl auch die sich auf das Material des GWb-Archivs stützende Untersuchung von PEichhorn, Idee u Erfahrung im Spätwerk G-s, 1971
2) vgl dazu die Belege aus G-s Kant-Ausz von 1791: N11,379 PlpN13,463,5fu12u14u17 u 464,22 Plp
3) bezieht sich auf den Herbst 67, vgl dazu Br an FOeser 8.4.69 (zit ‘erfahren’ 3 a) u den hier 5aγ zit Beleg aus Samml 6, der für die Propyläen-Zeit eine produktive Selbstreflexion der Erfahrung konstatiert
4) JGZimmermann, Von der Erfahrung in der Arzneikunst, 1763—64. “Er grenzte den Begriff der Erfahrung von der praktischen Übung ab und setzte ihn gleich mit Erkenntnis.” (RNewald, Von Klopstock bis zu G-s Tod. 1.T., 1957,138)

Horst Umbach

 

  Grunderfahrung Pl, für (in opt Versuchen wahrgenommene) fundamentale Naturgesetzlichkeiten; auch gnomisch generalisierend mBez auf GrundphänomeneDiese Versuche [zur Farbenerscheinung bei der Refraktion] liegen allen übrigen zum Grunde; diese wenigen Phänomene sind’s, woraus alle die übrigen sich entwickeln lassen. Es ist kein so complicirtes Phänomen, das sich nicht leicht und bequem auf diese ersten G-en zurück führen lasse N52,58,16 ÜbFarbenerschRefraktionAuch einsichtige Menschen bemerken nicht, daß sie dasjenige erklären wollen, was G-en sind, bei denen man sich beruhigen müßte. | Doch mag dieß auch vortheilhaft sein, sonst unterließe man das Forschen allzu früh 422,202,7 MuR(768)
Syn Grundphänomen

Martina Eicheldinger