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 GWB Entbehrungsgeduld (Bd. 3, Sp. 114)   GWB Geduld (Bd. 3, Sp. 1199)   GWB Beharrlichkeit (Bd. 2, Sp. 267) 
  Entbehrungsgeduld langmütig ertragener Verzicht[aus Jena] ersuche dich inständig mir den .. [aus Frankf] ertheilten Lorbeerkranz nicht länger vorzuenthalten; denn alle Entbehrungs-Geduld hat .. ihre Gränze B32,54,11 August 8.10.19

Eva Beck

 

  Geduldbes in der Frühzeit mehrf -It, zT eigenh (vgl aber 132,160 Was wir bringen [1802] Var); oft in Vbdgn u Wdgn wie ‘mit, in G.’, ‘G. haben, üben’, ‘sich in G. fassen, fügen’, ‘jds G. prüfen, reizen’, ‘jdn zur G. verweisen’, ‘die G. zusammennehmen, verlieren’. Etwa 350 Belege, häufig (rollensprachl) im dichterischen Werk u des öfteren in Selbstaussagen. Reflektierende Äußerungen (Pkt 5 b) — im Umkreis der christl Tugendtrias Glaube, Liebe, Hoffnung u daraus erwachsend — weisen dem Wort eigenen Gehalt u den Rang einer Lebensmaxime zu. Geduld stellt sich resümierend dar als innere Kraft, die, im Vertrauen auf die Natur- u Seinsordnung gründend, Entwicklungen Zeit zugesteht u in Abgrenzung von resignierendem Duldertum eine aktive Haltung schafft, die beharrliches (‘folgerechtes’) Tun ermöglicht.
1 Verhalten, (charakterl) Haltung ruhigen Zuwartens, ausdauernder Beharrlichkeit
a im Hinblick auf abzuwartende Entwicklungen, Vorgänge, Ereignisse; einmal in oxymor Vbdg ‘emsige G.’Günst’ger Winde harrend, saß mit treuen Freunden, | Mir G. und guten Muth erzechend, | Ich im Hafen 2,72 Seefahrt 3[Neoterpe:] Hast du G., wenn alles langsam reifen wird? [Paläophron:] Von grüner Frucht am Baume hoff’ ich Süßigkeit 131,15 PaläophrNeoterpe 253[Zauberer zur Zauberin:] die Erfüllung unserer Wünsche nähert sich. Ich habe G. gelernt und doch braust meine Seele vor Erwartung 16,451,6 Maskenz PantomimBallett III[leidl Gesundheitszustand] daß ich wenigstens im Zimmer meine Tage nutzen kann und in emsiger G. die nächsten Winterwochen zu überstehen hoffen darf B45,154,5 Meyer 10.2.29 bes in Wdgn wie ‘in, mit G. (er)warten, erharren’, ‘sich in G. hüllen, mit G. waffnen’, ‘die G. reißt, bricht’jene Zeiten .. warum waren sie so selig? als weil ich mit G. seinen [Gottes] Geist erwartete AA104,17 Werth IIDa ich das vernahm [warten zu sollen] hüllte ich mich in G. [mi vesti’di pazienzia] 44,74,4 Cell III 6Zwei Wanderer kommen um Mitternacht | Und wissen nicht wo sie stehn, | .. “Was ist das für ein Hexen-Ort, | Da bricht uns die G.!” 4,337 Altschottisch 2221,266,27 Lj III 5=52,123,23 ThS V 4251,56,14 Wj II 11B17,259,5 Schiller [24.2.05]N2,136,11 FlP 237 ‘in G. stehen’ 19,293,15 BrSchweiz IIB30,22,23 Diede 8.8.82B44,111,24 FJFrommann 2.6.28‘sich zur G. zu gewöhnen suchen’ [für: disporsi aver pazienzia] 44,25,10 Cell III 3‘zur G. kommen’ iSv Ruhe geben u abwarten[Tumult im Theater] Ich schicke hin, rief die Principalin, damit das Publicum nur zur G. komme 51,277,24 ThS III 14 —  jur iSv Zugestehen einer Fristersuche meine Creditoren zu einer ihnen unschädlichen Gedult Hochrichterlich anzuhalten DjG33,365,26 RAnw [20.10.73]
b im Hinblick auf verfolgte Ziele, erstrebte Ergebnisse; auch ‘eherne, liebevolle, wunderbare G.’war ihm [Eduard] doch nicht die G., die Ausdauer verliehen, die zur Ausbildung eines solchen Talentes [Flötenspiel] gehört 20,27,13 Wv I 2Sie ermüdete nicht mit G. und Milde das Gute und Nützliche zu befördern 36,305,6 AndenkAnnaAm 1807[betr ‘Iphigenie’] das stockende Sylbenmaas wird in fortgehende Harmonie verwandelt. Herder hat mir dazu mit wunderbarer G. die Ohren geräumt B8,25,17 CarlAug [18.9.86][insbes mBez auf G-s amtl Wirken] Meine Tage waren von Morgends bis in die Nacht besezt. Man könnte noch mehr, ia das unglaubliche thun wenn man mäsiger wäre .. alles muss zulezt auf einen Punckt, aber Ehrne Gedult, ein steinern Aushalten T1,120,4 v 26.5./21.6.80B43,82,16 Iken 27.9.27B28,67,20 Meyer 24.4.17151,1 Faust II 10689
c anthropomorph als Eigenschaft der (den ewigen Naturgesetzen folgenden) ErdeWenn ich ’mal ungeduldig werde, | Denk’ ich an die G. der Erde, | Die .. sich täglich dreht | Und jährlich so wie jährlich geht 2,290 Beispiel 2
d iSv Aufnahmebereitschaft, erwartungsvolle AufmerksamkeitDer erste Act des Stücks [‘Die Hofdame’] .. eilt zu sehr und es ist nicht .. nöthig, weil der Zuschauer noch seine volle G. beysammen hat B40,166,22 Elsholtz 11.12.25
e öfter (ellipt) in Bitte, Wunsch, Aufforderung (einmal imperativisch ‘G. genommen!’); auch in expressiver DoppelungNoch um einige G. und Nachsicht bittend .. | Goethe B20,254,20 Voigt 9.12.08Für freundliche Theilnahme dankbar, | Fortgesetzte G. wünschend, | Ferneres Vertrauen hoffend B49,254,8 Boisserée 25.2.32Muth und G.! | G[oethe]. B17,10,6 Eichstädt 12.1.04[Hanswurst:] Ich will .. Hochzeit halten. [Kilian Brustfleck:] Ich bitt euch, nur Gedult genommen! 38,49 HanswurstsHochz 70[zu sich selbst:] Gedult! Gedult! [G.! G.! Werth2] Es wird besser werden AA71,17 Werth1 IIB34,192,5 ABrentano 13.4.21
2 nachsichtige, verständnisvolle Haltung gegenüber Personen; von Fürsten, Gönnern, Freunden, Erziehern (mBez auf Kinder in Berührung mit 1); auch ‘G. mit jdm haben’, ‘G. gegen jdn’[Alphons:] Mit welcher Nachsicht, welcher fürstlichen G. und Langmuth trugen diese Männer [Päpste] | Manch groß Talent, das ihrer reichen Gnade | Nicht zu bedürfen schien Tasso 2945Mit Ihrem Söhnlein [Schauspielschüler in Weim] werden Sie G. haben, wenn manchmal die Nachricht einer kleinen Unvorsichtigkeit zu Ihnen gelangt B16,200,20 FUnzelmann 14.3.03B11,151,11 Schiller 2.8.96 in (ellipt) Aufforderung, Bitte[Brief] Ottilie den Freunden .. .. Helft mir durch Nachsicht und G. über diese Zeit hinweg 20,394,27

[Bd. 3, Sp. 1200]
Wv II 17
Warum sag ich dir nicht alles — Beste — G. G. hab mit mir! B2,243,4 Gfin Stolbg [8./9.]3.75B28,314,20 Gf VitztEckst [28.11.17] KB3,18,18 ChStein [1. Hälfte 76 Korr Petersen 1,559] als Wesensmerkmal GottesGott habe G. mit mir wie bisher B4,112,18 Lavater 28 [10.79]
3 aushaltendes Dulden, tapferes Ertragen, Ergebung; auch ‘christliche, standhafte, schweigende G.’, mehrf ‘mit G. aushalten, (er)tragen, leiden’, ‘durch, mit G. übertragen’
a im Hinblick auf widrige Umstände, Unglück, Not, bes Krankheit u körperl Leidenerregte sie [Frau Bohl] den größten Antheil durch die unermüdliche G., mit welcher sie häusliche Leiden an dem Gatten und Kindern .. übertrug B24,197,27 Voigt 14.3.14[Carlos zu Clav:] Brenn’ einem das Haus ab, daran er zehen Jahre gebauet hat, und schick’ ihm einen Beichtvater, der ihm die christliche G. empfiehlt 11,95,11 Clav IVDer Herzog [vBraunschweig] wünschte uns allen G. und Ausdauer 33,121,3 CampWenn auch die körperlichen Leiden, die mich .. gefangen hielten allenfalls durch standhafte G. zu übertragen waren B38,3,5 Maria Paulowna 1.1.24[nach langer Krankheit] ich habe das Capitel von Genügsamkeit, G., und was übrigens für Materien ins Buch des Schicksaals gehören, wohl und gründlich studiert B1,189,15 FOeser 13.2.69B19,81,19 Voigt [5.12.05] ‘G. haben mit etw’: sich darein fügenMit dem schlechten Wetter müßt Ihr [in Lauchstädt] freylich G. haben und sehen wie ihr euch in Sälen und sonst unterhaltet B16,241,2 Christiane 21.6.03
b im Hinblick auf Bosheit, Spott, Neckerei, auf Unart des Benehmens[Gerichtsrat:] Wo der Tyrann die holde Gattin kränkt .. | Er triumphirt, und schweigende G. | Senkt nach und nach verzweifelnd sie in’s Grab NatT 2198[Graf:] So beschimpft von hier zu gehen, | Wie? ich litt es mit G.? 12,279 VereitelteRänke 622 [G/Vulpius?][Alphons im Hinblick auf Tasso:] Gleich wird uns .. | Zur Übung unsrer Tapferkeit ein Feind, | Zur Übung der G. ein Freund gegeben Tasso 288323,168,3 Lj VIII 3
c in bildl Periphrase: ‘Wohnung der G.’ für christl Kloster NatT 1683
4 innere Ruhe, Gelassenheit, auch mit dem Nebensinn resignierender (Schicksals-)Ergebenheitich wollte mit jedem Morgen Nahrung der Großheit aus ihr [erhabene Bergwelt] saugen, wie aus einem lieblichen Thal G. und Stille 19,225,14 BrSchweiz II ~ B4,71,21 ChStein 3.10.[79][Belagerung von Mainz] finde mich recht glücklich .. hier zu seyn und G. und Ruhe mitten in dem unternehmenden Getümmel zu lernen B10,70,8 Jacobi 5.6.93[der Mensch in beengenden Umständen] wenn er .. lange dagegen gearbeitet hat, gewöhnt er sich endlich zu einer dunkeln gutmüthigen G. und folgt gelassen den trüben Pfaden seines Schicksales 52,93,9 ThS IV 16 Beherrschung, Contenanceda sie [die Lilie] das häßliche Thier [den Mops] .. küßte, verging ihm [dem Jüngling] alle G. 18,253,4 Märchen[Beireis’ Gemäldesammlung] Hatte man .. die meiste Zeit alle G. und Zurückhaltung nöthig, so ward man denn doch mitunter durch den Anblick trefflicher Bilder getröstet 35,217,1 TuJ
5 mit weitem od umfassendem (die vorangehenden Einzelbestimmungen mehr od weniger übergreifendem) Bedeutungsgehalt
a in der Personencharakteristik, neben anderen EigenschaftenLavater ist und bleibt ein einziger Mensch .. Solche Wahrheit, Glauben, Liebe, Gedult, Stärcke .. pp ist weder in Israel noch unter den Haiden B4,148,11 Knebel 30.11.79wenn ich an dich mein Gebet richte, und deiner Güte Weisheit, Mäsigkeit und G. theilhafft zu werden wünsche B5,80,25 ChStein 12.3.8117,128,28 GrCoph I 237,356,24 PhysiognFragm
b in allgemeinen (mehrf gnomischen), die Geduld als Tugend qualifizierenden Aussagen u als Gegenstand der ReflexionGlaube nur, du hast viel gethan, | Wenn dir G. gewöhnest an 2,225 Sprichw 58G. und Ausharren ist überall nöthig B23,129,19 Riemer 10.11.12Solange wir im Wandern sind | G. und Hoffnung unsre Waffen | So jung wie alt gewöhne sich ans klaffen [der Hunde] | Das merke dir mein Kind 52,414 Ich ging mit dem Enkel 15Es gibt Tugenden, die man .. nicht eher schätzt, als bis man sie vermißt .. die dem Inhaber nicht zugute kommen, weil sie in einem Leiden, in der G. bestehen. Sie scheinen .. aus einer Abwesenheit von Kraft und Tätigkeit zu bestehen, und sie sind die höchste Kraft, nur nach innen gewandt und zur Abwehr äußeren Unglimpfs, nur als Gegendruck gebraucht. Hammer zu sein, scheint jedem rühmlicher und wünschenswerter, als Amboß, und doch was gehört nicht dazu, diese .. immer wiederkehrenden Schläge auszuhalten! Gespr(He2,60) Riemer Anf April 1806Zeit und Ruhe | G. und Mäßigung 422,357 MuR Plp51,227 Xen 156(388) neben u im Verhältnis zu den christl Kardinaltugenden Glaube, Liebe u Hoffnung, in individueller Weiterführung als deren Inbegriff u Folge (auch allegorisch veranschaulicht)G., Hoffnung, Glaube, Liebe, alle diese Tugenden sind die Vernunft actu, in Ausübung, sie sind die ausgeübte Vernunft Gespr(He2,593) Riemer 24.12.10[Resümee eines Gesprächs zw Wilh u Friedrich] Daß der Mensch in’s Unvermeidliche sich füge, darauf dringen alle Religionen .. Die christliche hilft durch Glaube, Liebe, Hoffnung gar anmuthig nach; daraus entsteht denn die G., ein süßes Gefühl, welch eine schätzbare Gabe das Dasein bleibe, auch wenn ihm .. das widerwärtigste Leiden aufgebürdet wird 251,210,11 Wj III 11Glaube, Liebe Hoffnung fühlten einst .. einen plastischen Trieb in ihrer Natur; sie befleißigten sich zusammen und schufen ein liebliches Gebild, eine Pandora im höhern Sinne: die G. 422,219,3 MuR(858)[Faust, vor dem Pakt mit dem Teufel:] Fluch jener höchsten Liebeshuld! | Fluch sei der Hoffnung! Fluch dem Glauben, | Und Fluch vor allen der G.! Faust I 1606422,508,10 BiblStud [Röm 5,4]im Rahmen antiker Tugendvorstellungen (wohl rückgreifend auf ὑπομονή)[Iph:] es schmiedete | Der Gott um ihre [der Tantaliden] Stirn ein ehern Band. | Rath, Mäßigung und Weisheit und G. | Verbarg er ihrem scheuen düstern Blick Iph2 332in oriental BildspracheNachen der G. .. auf dem Meer der Leiden AADiv3,65 Plp [Hammers Hafis-Übs]
GWB Entbehrungsgeduld Un- Winter-Syn zu 1 Anhaltsamkeit Assiduität Ausdauer Beharrlichkeit Beständigkeit Tenazität zu 2 Duldsamkeit Gefälligkeit Langmut Nachgiebigkeit Nachsicht zu 3 Duldsamkeit Duldung Gefaßtheit Leidenschaft Standhaftigkeit zu 4 Gelassenheit Gleichgültigkeit Gleichmut Gleichmütigkeit Ruhe Stille zu 3 u 4 Ergebenheit Ergebung Fassung Fügsamkeit

Günter Kramer

 

  Beharrlichkeitseit den 90er Jahren in erhöhter Frequenz
a Beständigkeit, Ausdauer, Stetigkeit, gelegentl auch Geduld
α vorwiegend als Verhaltensweise in best Situationen, häufig aktiv in der konsequenten u unbeirrbaren Durchführung einer Tätigkeit od Aufgabe (bes als wiss u künstler Ethos), gelegentl auch als Fähigkeit zum passiven Erdulden von Leiden u Belastungen; mehrf mit attr Bestimmungen wie ‘treu, tätig, rein’ sowie iVbdg mit ‘Fleiß’ u ‘Aufmerksamkeit’ u als Korrelat zu ‘Mut’ u ‘Kühnheit’ (der Konzeption u Planung); vereinzelt übertr auf Naturphänomene u Sachobjekte auch iSv FestigkeitWie mir denn nichts erwünschter seyn kann als die fortwährende Theilnahme an meinen Bemühungen, deren treue B. .. aus dem letzten Stücke von Kunst und Alterthum hervorgeht B42,222,23 Göttling 16.6.27[betr Aufstellung des Blücherdenkmals in Rostock] Die Unternehmung, der Gang des Geschäftes .. erscheinen in der Art wie man wohl einen Plan entwirft, selten aber möchte es gelingen, die Ausführung durch thätige B. so rein durchgeführt zu sehen B32,57,16 Preen 7.10.19[mBez auf Boisserées Rekonstruktionsentwurf für den Kölner Dom] bey Vorzeigung des Domwerks und des Lithographischen muß Einsicht, Fleiß und B. immer gleich gepriesen werden B39,19,19 Boisserée 20.11.24[betr Einführung medizin Studien an anatom Modellen] Ein Vorhaben wie das ausgesprochene kann vielleicht nur in einer neuen Welt durchgeführt werden .. Da regt sich die Erfindung, da gesellt sich die Kühnheit, die B. der Nothwendigkeit hinzu 251,96,13 Wj III 3[betr Gründung der JALZ] die Zeit .. wo wir mit Muth und Kühnheit ein Unternehmen begannen, welches .. durch Ihre Thätigkeit und B. immer noch den besten Fortgang hat B34,183,24 Eichstädt 6.4.21Lavater hatte eine unglaubliche Geduld, B., Ausdauer; er war seiner Lehre gewiß, und bei dem entschiedenen Vorsatz, seine Überzeugung in der Welt auszubreiten, ließ er sich’s gefallen, was nicht durch Kraft geschehen konnte, durch Abwarten und Milde durchzuführen 28,259,26 DuW 14Die durch Wohlleben und Prachtlust entnervten Griechen .. in der Vertheidigungskunst gewandt, ertrugen sie eine lange Belagerung mit Muth und B. [perseverance] 46,182,22 Hackert TgbKnight[betr Trümmer eines Granitgebirges in Böhmen] da .. sich .. erkennen ließ, daß durch theilweise Auflösung wie theilweise B. des Urgesteins, durch ein daraus erfolgendes

[Bd. 2, Sp. 268]
Stehenbleiben, Sinken, Stürzen .. diese staunenswürdige Erscheinung ganz naturgemäß sich ergeben habe 36,156,2 TuJ [für: la constance] 411,17,4 Übs:JvMüller,Friedr II [G/Riemer]B34,240,17 Neuburg 16.5.21 K27,125,6 DuW 7B37,66,16u20 FStein 11.6.23 KA2,388,21 Promem [25./26.11.93?] K31,211,17 ItR mehrf unter stärkerer Aktualisierung der zeitl Komponente den Aspekt der (unwandelbaren) Fortdauer u Kontinuität (als Gegenpol zu Wechsel u Veränderung) betonend, bes mBez auf die Gesetzmäßigkeiten in der Natur sowie den Bestand menschl Beziehungen u gesellschaftl Zustände; einmal im Exzerpt aus Kants ‘Kritik der reinen Vernunft’ speziell iSv Dauer als notwendiges Attribut der Substanz[nach dem Tode CarlAug-s] In so hohen Jahren gibt mir nichts ein so reines befriedigendes Gefühl von Dauer als die Consequenz der Natur und die B. derer, die sich treu und liebevoll mit ihr beschäftigen. Der große Verlust .. veranlaßt mich .. umherzuschauen, wo noch Wohlwollende und thätig Theilnehmende in der weiten Welt zu finden seyen B45,224,19 EHFMeyer 30.3.29Ich bin wieder in die Naturbetrachtungen gerathen .. je tiefer man in ihr Gebiet dringt, desto wahrer wird sie [die Natur]. Sie wehrt sich zwar gewaltig gegen den unfähigen täppischen Menschen, der B. gibt sie nach, um ihr Geschlecht zu rechtfertigen B47,275,14 Zelter 5.10.30Woraus denn erhellt, daß in dem unwandelbaren Orient, seit Ahasverus Zeiten .. sich keine weitere Veränderung zugetragen hat .. Und so mag denn auch diese B. die Veranlassung sein, daß die Perser ihre Gedichte seit achthundert Jahren noch immer lieben, schätzen und verehren 7,82,13 DivNotIn kleinen und großen Städten, an Hof wie im Freystaat ist Ruhe und nachgiebige B. das einzige was leidlich durchs Leben bringt .. Wie sich das alles in diesen Paradies-Gegenden [Frankf] treibt und reibt ist höchst unerquicklich B26,80,5 Christiane 12.9.15[Auszug aus Kants ‘Kritik der reinen Vernunft’] Analogien der Erfahrung | Erscheinen in der Zeit als .. Grundsatz der B. der Substanz. Bey allem Wechsel der Erscheinungen beharret die Substanz und das Quantum derselben wird in der Natur weder vermehrt noch vermindert N13,464,24 Plp [Kant]491,394,14 Collect des portraits hist 1826
β mehrf (sowohl in individuellen Charakterisierungen wie in verallgemeinernden Äußerungen) als (konstanter) Charakterzug, wiederholt iVbdg mit ‘Standhaftigkeit’ u ‘Festigkeit’, auch als Tugendbegriff iS der stoischen ‘constantia’1) (einmal als allegor Figur)Über 50 Jahre bin ich dem Fürsten, dem hohen Hause, dem Lande angehörig .. Einsicht und Übersicht, thätige Besonnenheit, reine B. und wie viel andere treffliche Eigenschaften seh ich nicht wirksam zu klarsten edelsten Zwecken B47,188,2 Maria Paulowna [Mitte Aug 30] K[in einer Charakteristik2)] Immer thätiger nach innen und außen fortwirkender poetischer Bildungstrieb macht den Mittelpunct und die Base seiner Existenz .. Da dieser Trieb rastlos ist, so muß er .. sich nach außen wenden .. Daher die vielen falschen Tendenzen zur bildenden Kunst, zu der er kein Organ, zum thätigen Leben, wozu er keine Biegsamkeit, zu den Wissenschafften, wozu er nicht genug B. hat 422,506 Plp[üb zwei im Orient reisende frz Juwelenhändler] An diesen beiden Männern ist Verstand, Gleichmuth, Gewandtheit, B., einnehmendes Betragen und Standhaftigkeit nicht genug zu bewundern, und könnte jeder Weltmann sie auf seiner Lebensreise als Muster verehren 7,215,2 DivNot Tavernier uChardin[üb Klinger] Entschiedene natürliche Anlagen .. leichte Fassungskraft .. Sprachengabe .. alles schien er weniger zu achten als die Festigkeit und B., die sich ihm, gleichfalls angeboren, durch Umstände völlig bestätigt hatten 28,254,3 DuW 14[Therese:] er [Jarno] ging so weit, daß er mir .. die drei schönen Eigenschaften: Glaube, Liebe und Hoffnung völlig absprach. Statt des Glaubens, sagte er, hat sie die Einsicht, statt der Liebe die B., und statt der Hoffnung das Zutrauen 23,185,17 Lj VIII 4Im Idealen kommt alles auf die élans, im Realen auf die B. an 422,229,19 MuR(926)(B. [Beständigkeit Var]) Wetteifernd komm ich an, doch ohne Neid, | Und weiß wohl, die B. | Ist allen meinen Schwestern eigen: | .. So komm’ ich froh und frisch herein, | Als Tugend mich der Tugenden zu zeigen 16,549 Epimen Var nach 901421,61,15 Rez:Pückler,BrVerstorbGespr(He2,770) Falk [25.1.13]Gespr Eckerm 17.2.3251,106 ZXenNachl 324 als Korrelat zu ‘Neigung’ u ‘Talent’ für G eine wesentl Grundlage u Voraussetzung für den Erfolg u die Fruchtbarkeit menschl Tätigkeit; in der vorklass Zeit vereinzelt der künstlerischen Genialität gegenübergestellt[Tasso üb das Talent des Künstlers:] Doch das was die Natur allein verleiht, | Was jeglicher Bemühung, jedem Streben | Stets unerreichbar bleibt, was weder Gold .. noch Klugheit, noch B. | Erzwingen kann, das wird er [Antonio] nie verzeihn Tasso 2327[üb die Brüder Boisserée u ihre altdt Sammlungen] Man weis nicht was man zuerst an ihnen bewundern soll, ihre wahre Neigung zu einem würdigen Gegenstand, oder die B. solche durchzuführen B25,52,14 Reinhard 8.10.14[von der Reise in die Schweiz] daß überall grader Verstand, gute Wirthschaft und Neigung und B. den Grund von allen Zuständen ausmacht B12,297,2 Christiane 11.9.97[Wilh an Natalie:] das Natürlichste .. wäre, daß der Sohn des Vaters Beschäftigung ergriffe. Hier ist alles beisammen: eine vielleicht im Besondern schon angeborne Fähigkeit, sodann .. ein entwickeltes Talent das uns nöthigte auch alsdann auf dem eingeschlagenen Wege fortzuschreiten, wenn .. uns eine freie Wahl zu einem Geschäft führen dürfte, zu dem uns die Natur weder Anlage noch B. verliehen 251,40,3 Wj II 11B49,141,5 Zelter 15.11.31
b Hartnäckigkeit; das zähe Festhalten an etw (einem Entschluß, Vorsatz, Plan, einer Überzeugung, Meinung uä), gelegentl idVbdg ‘B. auf, an’; vereinzelt mit negativem Akzent: Eigensinnigkeit, Trotz, als Charakterzug auch iSv StarrheitDie B. eines original Irrenden kann uns erzürnen; die Hartnäckigkeit der Irrthumscopisten macht verdrießlich und ärgerlich N4,105,26 FlH VI[betr Benutzung des zoolog Kabinetts in Jena] hiebey die letzten .. Expeditionen welche .. zu erlassen waren, um eine Anordnung, die schon seit 27 Jahren für nothwendig geachtet wird, endlich abzuschließen .. Wenn ich mir keine große Thätigkeit zuschreiben mag, so kommt mir meine B. manchmal komisch vor B25,249,13 Voigt 2.4.15Das Angenehmste, was Sie mir .. melden können, ist Ihre B. an Wallenstein und Ihr Glaube an die Möglichkeit einer Vollendung B11,263,19 Schiller 15.11.96Die B. auf dem Besitz .. gibt uns in manchen Fällen die größte Energie. Diesem Eigensinn bin ich die Rettung meines Hauses [bei einem Brand] schuldig 24,223,9 Wj I 12Newtons Charakter würden wir unter die starren rechnen .. wir behaupten: er sei als ..

[Bd. 2, Sp. 269]
Beobachter in einen Irrthum gefallen und habe als Mann von Charakter .. seine B. eben dadurch am kräftigsten bethätigt, daß er diesen Irrthum .. bis an sein Ende fest behauptet, ja immer mehr .. sich bemüht ihn auszubreiten .. und gegen alle Angriffe zu schützen N4,101,7 FlH VIB11,36,22 Voigt 3.3.9622,102,26 Lj IV 1647,3,14 PropylEinl InhVerz251,176,14 Wj III 8DjG34,283,18 RAnw [19.8.74]
vgl zu a Anhaltsamkeit Ausdauer Beständigkeit Dauer Geduld Konsequenz Kontinuation Kontinuität Pertinenz Standhaftigkeit Stetigkeit zu b Eigensinn Hartnäckigkeit Starrheit Starrsinn
1) zur Bedeutungsgeschichte des Begriffes ‘Beharrlichkeit’ in der Moralphilosophie seit der Antike vgl Hist Wb Philos 1,814
2) Nach BSuphan (GJb16,1895,20ff) handelt es sich bei diesem ‘Portrait’ um eine Selbstdarstellung G-s.

Dorothea Weiss-Schäfer