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 GWB Einleitungsformel (Bd. 2, Sp. 1483)   GWB Formel (Bd. 3, Sp. 815)   GWB forma (Bd. 3, Sp. 813) 
  Einleitungsformel die E. durch verkündende oder theilnehmende Vögel wiederholt sich bis zur Monotonie 412,326,6 NationDichtk NeugriechVolksl

Manfred Becker

 

  Formelrund 100 Belege, überwiegend iSv 2
1 in einem best Zusammenhang gebräuchl, vorgegebene Ausdrucksform; als Zauber-, Beschwörungs-, Beicht- od Absolutionsformel, Amts- od Brieffloskel ua; auch pejor für sinnentleerte, nur der Form genügende Phrase; mehrf im Vergllebte .. er [Wilh] in der Shakespearischen Welt .. Man erzählt von Zauberern, die durch magische F-n eine ungeheure Menge allerlei geistiger Gestalten in ihre Stube herbeiziehen 21,298,17 Lj III 9Der Alte [der Amtmann] .. fing .. an, nach den süßen Geheimnissen der Liebe mit dürren Worten und in hergebrachten trockenen F-n sich zu erkundigen 21,73,19 Lj I 13Alle Dilettanten sind Plagiarii .. So wird die Sprache .. mit zusammengeplünderten Phrasen und F-n ausgefüllt, die nichts mehr sagen 47,312,21 Üb Dilettantism Schema 1799 [G/Schiller]N3,116,28 FlH IIB7,87,12 ChStein 5.9.[85]B9,

[Bd. 3, Sp. 816]
299,23 CarlAug 18.[4.]92 mBez auf das kirchl Ehegelöbnis 21,99,11f Lj I 16
2 kurz gefaßter, generalisierender Ausdruck einer allg Gesetzmäßigkeit, in Worten, Zahlen, Zeichen prägnant erfaßte Grundregel
a im Rahmen spezieller Fachsprachen, bereichsgebundener Terminologien; mehrf krit gegenüb dem in sich verselbständigten abstrakten Formelsystem der Math od in Reflexion üb den Symbolcharakter der SpracheEben diese Vorliebe [der Math] für die Anwendung von F-n macht nach und nach diese zur Hauptsache. Ein Geschäft das eigentlich nur zu Gunsten eines Zweckes geführt werden sollte, wird nun der Zweck selbst N11,84,22 MathMißbrdaß eine Sprache .. nur symbolisch .. sei und die Gegenstände .. nur im Widerscheine ausdrücke .. Wesen .. die man mehr Thätigkeiten als Gegenstände nennen kann .. man sucht .. alle Arten von F-n auf, um ihnen wenigstens gleichnißweise beizukommen .. Metaphysische F-n haben eine große .. Tiefe, jedoch .. wird ein reicher Gehalt erfordert .. Mathematische F-n lassen sich in vielen Fällen sehr bequem .. anwenden; aber .. wir fühlen bald ihre Unzulänglichkeit .. Mechanische F-n sprechen mehr zu dem gemeinen Sinn .. Sie verwandlen das Lebendige in ein Todtes .. Dagegen erscheinen die moralischen F-n, welche freilich zartere Verhältnisse ausdrücken, als bloße Gleichnisse N1,303,3u6u9u16u24 FlD 751u752N52,192,10 FlD PlpN1,298,22 FlD 744 in bildl Bezug gesetzt zu Zauber- od BeschwörungsformelDaß .. ein Mathematiker, aus dem Hexengewirre seiner F-n heraus, zur Anschauung der Natur käme .. werd ich .. nicht erleben B45,274,7 Zelter 17.5.29N4,64,8 FlH VIin gleichnishafter Übertragung der Formel von den chem ‘Wahlverwandtschaften’ auf die Beziehungen der Romanfiguren 20,56,17 Wv I 4
b allgemeiner: einer Vielfalt von Erscheinungen zugrundeliegende Gesetzmäßigkeit, fachübergreifende Zusammenhänge herstellende Grundregel; in Vbdgn wie ‘allgemeine, alles umfassende, höhere, letzte, große F.’, ‘ewige F. des Lebens’Wir wollen nicht behaupten, daß man mit dieser Erklärungsart völlig auslange, unsre Absicht ist vielmehr, nur auf den Weg zu deuten, auf welchem zuletzt die alles umfassende F., das eigentliche Wort des Räthsels gefunden werden kann N1,199,19 FlD 485meinem alten Wunsch .. sie [die Tonlehre] unmittelbar mit dem übrigen Physischen und auch mit der Farbenlehre zusammenzuknüpfen. Wenn ein paar große F-n glücken, so muß das alles Eins werden B21,354,3 Sartorius [19.7.10] Kdaß ich schon wieder in’s Allgemeine gehe; als ethisch-ästhetischer Mathematiker muß ich in meinen hohen Jahren immer auf die letzten F-n hindringen B41,221,10 Boisserée 3.11.26den stillen Widerspruch, den jedes Lebendige zu äußern gedrungen ist, wenn ihm irgend ein bestimmter Zustand dargeboten wird. So setzt das Einathmen schon das Ausathmen voraus und umgekehrt; so jede Systole ihre Diastole. Es ist die ewige F. des Lebens, die sich auch hier äußert N1,15,22 FlD 38B8,268,10 Knebel 3.10.87B9,317,6 Sömmerring 2.7.92Gespr KanzlMüller 29.4.18
GWB Abschiedsformel GWB Beschwörungsformel GWB Bundesformel GWB Einleitungsformel GWB Erklärungsformel GWB Gebetsformel GWB Grundformel GWB Hauptformel GWB Kanzleiformel GWB Korpuskularformel GWB Lobformel und Preis- Natur- Rechts- Rede- Schluß- Segens- Wort- Zauber-Syn zu 1 FloskelSyn zu 2 b Prinzip

Gertrude Harlass

 

  formalat, auch Großschr
1 bezogen auf die körperl Schönheit, die äußere Erscheinung des MenschenVis superba formae. Ein schönes Wort von Johannes Secundus [Schlußworte von Basia VIII]11) 422,160,6 MuR(362)B1,15,20 JJRiese 21.10.65 [zit s v elegant/elegans]  
2 für die (artspezif) Merkmale einer KnochenformErster Halswirbel .. Prop. gen. formae N8,338 Morph Plp
3 idVbdg ‘ex funere

[Bd. 3, Sp. 814]
f.’: von G vorgeschlagene Inschr zu einem Medaillon Schinkels, die Entstehung des korinth Kapitells (Vitruv IV,1,10) darstellend (s JbGG10,111ff) B34,45,2 Schultz 17.12.20
4 idVbdg ‘quoad materiam et f-m’: die formale Seite eines Textes betreffend B7,233,16 Bertuch [Ende Jun 86] [sa formal/formalis]  
5 formale, den Rechtsnormen od Konventionen entsprechende Verfahrens- od Verhaltensweise, förml Charakter eines Schriftstücks; auch iUz ‘materia’Gegnerische Exceptiones gegen F-m dießeitiger Provocations Introducktion DjG33,398, 32 RAnw [15.9.73]B51,52 Schnauß 16.10.79‘in f. patenti’: durch öffentl Bekanntgabe Tgb 20.9.16
6 ‘in f.’: offiziell, in aller Form, förmlichD. Voigt soll in diesen Tagen von Fürstlicher Commission den Auftrag in f. erhalten, sich des botanischen Gartens anzunehmen B19,216,20 Knebel 24.10.06B25,58,28 Christiane 12.[10.14]B4,51,21 CEGoethe [Mitte Aug 79]
7 ‘pro f.’: zum Schein, ohne eigentl Funktion[Albert:] bey mir hängen sie [die Pistolen] nur pro f. AA51,21 Werth1 I
GWB Aktenform GWB Aloeform GWB Arumform GWB Bananenform GWB Basaltform GWB Basilikenform GWB Beckenform GWB Blattform GWB Blumenblattform GWB Briefform GWB Dichtungsform GWB Distichenform GWB Doldenform GWB Druckform GWB Eiform GWB Empfindungsform GWB Entwicklungsform GWB Epigrammenform GWB Erdform GWB Etatsform GWB Fächerform GWB Favoritform GWB Flexionsform GWB Fülleform GWB Gartenform GWB Gedankenform GWB Gedichtform GWB Geistesform GWB Generalform GWB Gesamtform GWB Geschäftsform GWB Gesichtsform GWB Gesprächsform GWB Gipsform GWB Gliederform GWB Götterform GWB Granitform GWB Grasform GWB Grundform GWB Hauptform GWB Himmelsform GWB Hüttenform GWB Idealform GWB Kaktusform GWB Kalenderform GWB Kanzleiform GWB Kapitälform GWB Karyatidenform GWB kegelförmig GWB Kernform GWB Kipfform GWB Klippenform GWB Kopfform GWB Kreuzesform GWB Kreuzform GWB Kristallform GWB Kugelschnittform GWB Kugelform GWB Kunstform GWB Lebensform GWB Lichtform GWB Liederform GWB Lorbeerform GWB Luftform GWB Malvenform GWB Maurerform Melastomen- Menschen- Natur- Nicht- Nieren- Obelisken- Oktaven- Opern- Pisang- Pflanzen- Platt- Porträt- Promemoria- Prozeß- Pyramiden- Rechts- Regierungs- Regiments- Rezensions- Rüben- Säulen- Schädel- Schiff- Schmetterlings- Schmerzens- Schul- Schüssel- Sonett(en)- Splitter- Sprach- Staats(rechnungs)- Stanzen- Streit- Tempel- Terzinen- Theater- Tier- Übergangs- Un- Ur- Vanillen- Verstandes- Verwitterungs- Weiden- Wolken- Wort- Wurzel- Zirrus- baumförmig besenförmig beutelförmig blätterförmig bohnenförmig büschelförmig dattelförmig doppeltafelförmig dornförmig GWB eierförmig GWB eiförmig einförmig erbsenförmig fadenförmig flachenstraußförmig flaschenförmig gabelförmig gasförmig geißrankenförmig gleichförmig glockenförmig granatförmig großtafelförmig haarförmig hackenförmig hakenförmig halbkreisförmig halbkugelförmig halbmondförmig halbzirkelförmig haufenförmig heberförmig helmförmig herzförmig hornförmig kammförmig kegelförmig keilförmig keulenförmig kielförmig klingenförmig knollenförmig knorpelförmig kopfmuschelförmig kreisförmig kreuzförmig kronförmig kugelförmig lanzenförmig lanzettförmig leierförmig linsenförmig muldenförmig muschelförmig mützenförmig nadelförmig napfförmig neritenförmig nesterförmig netzförmig nierenförmig paternosterförmig pfeilförmig pfriemenförmig pinselförmig plattenförmig pyramidenförmig quadratförmig radförmig ringförmig rippenförmig röhrenförmig rosenförmig rostförmig säulenförmig schalenförmig schaufelförmig schieferförmig schirmförmig schlangenförmig schneckenförmig schornsteinförmig schraubenförmig schuppenförmig schüsselförmig schwammförmig schwertförmig sichelförmig spindelförmig spiralförmig sternförmig strahlend-lanzenförmig strahlenförmig streifenförmig tafelförmig tischförmig traubenförmig trichterförmig tropfsteinförmig unförmig wellenförmig wirbelförmig wurmförmig zahnförmig zirkelförmig zitzenförmig zungenförmig GWB eiförmig Einförmigkeit Gleichförmigkeit Wurmförmigkeit galegiformis sulciformisSyn zu A1,3u6 Bildung zu A1,2,3,8u9 Gestalt zu A 1 a und b Bau zu A 1 a Figur zu A 1 Gebilde zu A 1 b-e und A 3 b Gestaltung zu A 1 c Formation zu A 2 a Façon Schnitt zu A 2 b Format zu A 3 u 4 GWB Behandlungsart GWB Behandlung Behandlungsweise GWB Darstellungsart GWB Darstellung Darstellungsweise zu A 3 d Fassung Gattung Genre Manier Stil zu A 4 b Courtoisie zu A 6 a Charakter Individualität Natur Persönlichkeit Stempelung Wesen zu A 6 b Anschauungsweise GWB Denkensart GWB Denkart GWB Denkensweise GWB Denkweise Vorstellungsart zu A 7 a Formel zu A 7 c Anstand Etikette Manieren Konvenanz zu A 9 GWB Erscheinungsweise GWB Erscheinung Manifestation Verkörperung zu B Druckform Gipsform Stempel
1) zZt der Abfassung des Gedichts (Hs datiert 25.9.26) wurde Schillers Schädel vorübergehend in G-s Haus aufbewahrt (s FfA I,2,1201ff)
2) Vgl Br an Jacobi v 5.5.86, zit s v Essenz/essentia. Die Vorstellung von einer festen Grundform, die den variablen Einzelausprägungen zugrundeliegt, ist vorgegeben in Buffons ‘moules intérieures’, die auch G-s Typusbegriff beeinflußt haben (vgl AWachsmuth, Geeinte Zwienatur, 1966,75f u DKuhn, LA II 9A,463). RChZimmermann, Das Weltbild des jg G, 1,1969, 283 weist die Vbdg ‘wesentliche F.’ auch in der hermet Tradition nach. Weitergehende Interpretation s HSchönherr, Einheit u Werden. G-s Newton-Polemik als systemat Konsequenz seiner Naturkonzeption, 1993, insbes 89-99
3) zu Datierung u Bewertung der Var vgl LA II 9A,487u492
4) ‘Stoff’ u ‘Form’ stehen einander als Grundkonstituenten in vertikaler Anordnung gegenüber, die dynam Begriffe sind — links versetzt — dazwischengeschaltet. Der Gesamtkomplex wird durch eine geschweifte Klammer dem ‘Lebens’-Begriff zugeordnet.
5) Der Begriff ist vorgebildet in Plotins ἔνδον εἶδος, er wird im Neuplatonismus ua als ‘internal form’ (JHarris) tradiert; erst Herders Anschauung vom ‘beseelten Kunstwerk’ macht die Verwendung als poet Terminus im Deutschen möglich. Zimmermann weist ihn aaO, S283ff überzeugend auch für die pietist-hermet Tradition nach. Zur Begriffsgeschichte s RSchwinger, Innere Form, Diss, München 1934
6) Oeser hat G Winckelmanns Kunstlehre vermittelt
7) vgl Zelters Replik v 5.9.05
8) Zu der ursprüngl sehr umstrittenen Zuordnung u Datierung dieses Plp vgl RPetsch, FA5,710; der inhaltl Bezug zur Wagner-Szene 530ff greift sicher zu kurz.
9) Parallelen zu dem Motiv der Spiegelung der Geliebten in der Natur u dessen Umkehrung s DivWb s v Form
10) unterschiedl Deutungen geben Dill DivWb, 126 u Beutler, DivKomm, 542; in der Quelle (Chardin, Voyages en Perse, 1735,3,104f ist von ‘moules de bois’ die Rede
11) vgl wer gab der Gestalt | Die einzige furchtbar entschiedne Gewalt? Pand 461f Die Schönheit besaß ich, sie hat mich gebunden ebd 656

Gertrude Harlass