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 GWB dumm (Bd. 2, Sp. 1288)   GWB beschränkt (Bd. 2, Sp. 468) 
  dummetwa 200 Belege, häufig beim jg G; t- DjG31,405 Mitsch2 735 -mb 16,126 HSachsPoetSdg 114 mehrf subst
1 phys u an Vorstellungen des Physischen anknüpfend
a zur Charakterisierung einer Schwäche, Störung, Beeinträchtigung des körperl (-seel) Zustandes, der Lebensfunktionen: iSv dumpf, benommen, betäubtGestern Abend ist mir’s noch sehr d. worden. Ich habs Hufelanden gemeldet, und was eingenommen B3,127,11 ChStein 3.1.[77] [vglin der Schwachheit meiner Sinne B3,128,4f ebd]  [Wirt zu Söller:] Doch da gilt’s fleissig seyn, und nicht sich d. zu saufen DjG31,360 Mitsch2 40 = 9,43 Mitsch3 40[Schüler:] Mir wird von alle dem so d., | Als ging’ mir ein Mühlrad im Kopf herum Faust I 1946 ~ Urfaust 377[zu Platons ‘Phaidon’ in versch Übs u Bearb] Cebes sagt es könne wohl die Seele fortdauern, vielleicht aber in einem d-en schlaffenden Zustand1) 37,104,18 Ephem1,372 Christel 1 Var [dumpfen 1,18] DjG31,413 Mitsch2 873 = Mitsch1 521im Bild u metaphor von menschl Leben u Treiben iSv unlebendig, stockend, stagnierend, lahmUnd will auf der Erde | D. stille nichts stehn, | Will alles herumi | Didumi sich drehn2) 38,5 Concerto dramat 60[Hauptmann:] Wie habt ihr’s denn die Zeit getrieben? [Würzkrämer:] So bürgerlich. Eben leidlich d. 16,63 PaterBrey 115[Verhältnis zu Käthchen Schönkopf betr] nach einer ruhigen Woche .. Wir haben würcklich diese Woche in einem d-en Frieden gelebt B1,148,8 Behrisch 27.11.67
b iSv dumpfig, stickig, von Atmosphäre, Witterung (auch mit Einfluß auf Gemütszustand)Conseil. D-e Lufft drinne Tgb 1.2.79D. Wetter und Sinn Tgb 14.7.77
2 zur Charakterisierung von eingeschränkter, unentwickelter, gestörter od mangelnder geistiger Fähigkeit u von deren Ausdruck
a beschränkt, geistlos, stumpf, mehrf ‘d-er Kerl, Teufel’, auch subst ‘der, die D-e(n)’, selten von Gesicht, Aussehen, Zustand; öfter hyperbol, in Polemik u Satire, auch in parabol ZshgDa die d-en Eingeengten | Immerfort am stärksten pochten 6,99 Vs 5 DivUnmut[Alcest zum Wirt:] Sie sind ein d-er [t-er DjG31,405 Mitsch2 735] Kerl! .. Sie taugen | Zu nichts! DjG31,399 Mitsch1 383Unsere gute Vorsteherin .. sagte zu Ottilien

[Bd. 2, Sp. 1289]
.. wie kann man so d. aussehen, wenn man es nicht ist? 20,61,14 Wv I 5Die Schönheit hatte schöne Töchter, | Der Geist erzeugte d-e Söhne, | So war .. | Der Geist nicht ewig, doch das Schöne 3,190 Palinodien 2,198,250,26 Egm IVB49,409 Boisserée 11.1.32 K38,376,18 FGA EnglKupferst [G/Merck]20,262,8 Wv II 5
b unerfahren, ungebildet, unwissend, unreif, roh; bes von Jugendlichen, mehrf ‘d-er Junge, Bube’ u von sozial Niedrigstehenden, mehrf ‘d-es Volk’ uäDu Jugend .. | Jetzt lebst du noch ein wenig d., | Geh nur erst dieses Jahr herum, | So bist du weiter 4,93 Neujahrslied 10[Charon zu Mercurius:] Hercules hat dich im Anfall einer Hitze einen d-en Buben geheißen, der nie gescheidt werden würde 38,14,1 GöttHeldWieland[Dame üb Helena u Paris:] sie nimmt ihn in die Lehre; | In solchem Fall sind alle Männer d., | Er glaubt wohl auch daß er der erste wäre 151,1 Faust II 6522 .. Wir müssen den Pöbel betrügen, | Sieh nur wie ungeschickt wild .. wie d. er sich zeigt. | Ungeschickt scheint er und d., weil ihr ihn eben betrüget 1,458 VenEpigr 55 Var [wie ungeschickt .. wie wild .. | Ungeschickt und wild sind alle rohe Betrognen 1,321 Vs 278f] 16,104 Satyros 47738,447 HanswHochz PlpB45,115,5 Schultz 10.1.29 einmal mBez auf ältere Geschichtsepocheden sogenannten dunklen Jahrhunderten .. daß .. in denen Zeiten, die uns stumm und d. scheinen, ein lauter Chorgesang der Menschheit erscholl3) B20,25,12 Jacobi 7.3.08
c zeitweilig begriffsstutzig, verständnislos, zu klarer Einsicht nicht fähigGott weiß, ich binn so d., so erzdumm, daß ich gar nicht weiß wie d. ich binn. Meynst du denn, ich könnte mir einbilden daß du fort bist B1,118,2f Behrisch 16.10.67Die guten Studia die ich studiere machen mich auch manchmal d. Die Pandeckten haben mein Gedächtniß .. geplagt und ich habe .. nichts sonderlichs [Korr B50,204] behalten B1,117,3 Cornelia 14.10.67[Alcest:] ein Fall, wo man bei’m Denken nichts gewinnt; | Man wird nur tiefer d., je tiefer daß man sinnt 9,102 Mitsch3 830B1,145,7 Behrisch 20.11.67
d unklug, unüberlegt, ungeschickt in best Situationen, bei versch Tätigkeit; mehrf ‘(allzu)d-er Streich, d-e(n) Streich(e) machen’weil ich mich nicht um Lumperey kümmre nicht klatsche und solche Rapporteurs nicht halte, handle ich oft dum T1,74,27 v [Ende Dez] 78in Sachen die ich nicht verstehe, und es thut einer etwas das ich nicht begreife, so macht ers d., und greiffts ungeschickt an B4,292,16 ChStein 14.[9.80][Mittler:] Glaubt ihr, daß ich in der Welt bin, um Rath zu geben? Das ist das dümmste Handwerk das einer treiben kann 20,24,20 Wv I 238,77,28 ErwElm114,296 Faust I Plp auch von mündl u schriftl Äußerungen, Geistesprodukten uä, übergehend zum sachbezogenen Werturteil iSv abgeschmackt, fade; mehrf ‘d-es Zeug’, einmal in ähnl Bed ‘d-es Ding’[Einsiedler:] was ist euch Leids geschehn? | [Satyros:] D-e Frag’! Ihr könnt’s ja sehn 16,79 Satyros 61[Chor:] Es ist vorbei. [Meph:] Vorbei! ein d-es Wort 151,1 Faust II 11595Abends d-e Comödie Tgb 22.4.79mögtest du die Augen von den abscheulichen, d-en [abscheulich d-en 30,164,12 ItR] .. Gegenständen [auf Guido Renis Gemälden] abwenden T1,307,6 v 19.10.86 [für: goffo] 43,230,19 Cell II 4B3,168,8 Lavater [14.8.77]3,256 ZXen II 398u402B1,144,12 Behrisch [14.11.]67
e zur Charakterisierung von unschickl Betragen: unverschämt, frechDa stieß er an ein Mädchen an | Mit seinem Ellenbogen; | Die frische Dirne .. sagte: nun das find’ ich d.! | .. Seid nicht so ungezogen Faust I 961
f albern, verrückt, närrisch, toll; von Person u Lebensweise, Empfindung uä; auch hyperbolSchleppt hinter sich .. | Alle Narren .. | All zu witzig und all zu dumb [allzudumb Var] 16,126 HSachsPoetSdg 114Mich wundert .. nicht mehr daß Fürsten meist so toll, d., und albern sind B5,73,16 ChStein 10.3.81Begleitet von Berischen mit gescheuten Bemerckungen d. ausgedrückt et vice versa Tgb 14.5.78d-e Träume von langen Leuten, Federhüten, Tobackspfeifen B1,105,9 Behrisch [13.10.67]38,51 HanswHochz 115B2,240,6 Fahlmer [6.3.75]
g ohne Vernunft; von Tieren u ihrem Verhalten, auch im Bild u metaphor (im Hinblick auf Personen)Nur Hunger schärft den Geist der subalternen Wesen | Ein sattes Thier ist gräßlich d. 14,303 Faust I Plp[Wirt zu Söller:] Es kennt die ganze Welt den Wirth zum schwarzen Bären; | Es ist kein d-er Bär, und konservirt sein Fell DjG31,360 Mitsch2 37 ~ 9,43 Mitsch3 37d-er [grand] Hund, der ich bin! 45,25,22 RamNeffe39,122,6 Götz1 IV
3 zur Charakterisierung objektiver Vorgänge, Erscheinungen, Zustände uä (auch damit zusammenhängender Gegenstände): fatal, lästig, ärgerlich, läppisch; mehrf ‘etw ist, geht d.’ uäBehrisch .. ist endlich seine d-e Stelle loß geworden B1,115,20 Cornelia [13.]10.67Ich binn nur aus Laune heiter .. und kann .. wetten daß morgen ein d-er Abendwind Regenwolcken heraufbringen wird B1,116,28 ebd 14.10.67Ich habe .. einen d-en Auftritt gehabt, über einen d-en Zahnstocher, das nicht der Mühe wehrt war B1,118,19f Behrisch 16.10.67Wir sind jung .. das ist schön; wir werden älter werden, das ist d. 27,31,27 DuW 6[Meph:] Aus dem Palast in’s enge Haus, | So d. läuft es am Ende doch hinaus 151,1 Faust II 11530DjG31,377 Mitsch2 358 = Mitsch1 303,276 ZXen III 674B3,17,16 Herder [15.1.76]B3,177,24 ChStein 15.9.77
GWB erzdumm GWB hundedummSyn zu 1 a betäuben(betäubt) bewußtlos dumpf stocken(s-d) stumpf zu 1 b dumpfig zu 2 a, b, d einfältig zu 2 a und f dämisch zu 2 a beschränken(beschränkt) borniert dumpf eingeschränkt geistlos stumpf zu 2 b, d, f und 3 albern närrisch zu 2 b, d, f töricht, törig zu 2 b kindisch roh unerfahren ungebildet unreif unwissend zu 2 d und g unvernünftig zu 2 d eselmäßig ungeschickt unklug unüberlegt unverständig unvorsichtig zu 2 e dreist frech unartig unfertig ungezogen unverschämt zu 2 f blödsinnig toll unsinnig verrückt zu 3 ärgerlich fatal lästigvgl zu 2 d abgeschmackt absurd fade geschmacklos läppisch schal
1) vgl MMendelssohn, Phädon od üb die Unsterblichkeit der Seele, 1767: “im Schwindel, in einer Ohnmacht, oder im Schlafe”
2) andere Deutung JA7,326: “nur eine dazwischengeworfene Interjektion, vielleicht besser “dum” zu schreiben.”
3) G wendet sich gegen Jacobis Charakteristik des MA, vgl HABr3,545f

Christa Dill

 

  beschränktals Adj in verfestigter Bed (negativ wertend, zT positiv umgedeutet): zur Bezeichnung einer Geistesverfassung od Wesensbeschaffenheit, auch metonym bezogen auf menschl Eigenschaften, Verfahrensweisen uä
a geistig eng; durch eine best Haltung od Veranlagung festgelegt, unflexibel, einseitig, subjektivIndeß war Tycho bei allen seinen Verdiensten doch einer von den b-en Köpfen, die sich mit der Natur gewissermaßen im Widerspruch fühlen und deßwegen das complicirte Paradoxe mehr als das einfache Wahre lieben N3,249,20 FlH VBriefe, woraus ich die guten Wirkungen dieser meiner Arbeit [Fl] erkenne; aber es ist doch alles entweder zu unbestimmt, zu b. [oder in K gestr] von dem alten noch etwas tingirt B22,422 Zelter 18.3.11 Khängt der Liebhaber von der Zeit ab .. von den Umständen .. Was kann nicht alles zusammentreffen, um ihn solid oder flüchtig, liberal oder auf irgend eine Weise b., überschauend oder einseitig zu machen 47,123,19 Samml 1ob es gleich schwerer ist .. bald diesen, bald jenen Standpunct zu wählen als b. und eigensinnig auf diesem oder jenem Platze stehen zu bleiben N7,8,13 Morph Vorarb 1N4,40,28 FlH VIB46,232,12 Quandt 6.2.3028,228,28 DuW 13 in Kennzeichnung einer geistesgeschichtl SituationIn so guten Tagen .. erinnert man sich kaum jener b-en Zeit, wo einem ernsten treuen Bestreben niemand zu Hülfe kam N6,165,18 MetamPfl Nachtr422,512,13 Epoch dtLit Plp [Zit GWB Sp 467,71ff] ‘über, in etw b. sein’: iSv uninformiert,

[Bd. 2, Sp. 469]
kenntnisarmLe Globe .. über diesen Punct schien der gute Spiker höchst b. B41,114,21 Zelter 5.8.26 von beschränkter Auffassungsgabe, töricht, dumm[Faust:] Den Müttern .. | Was ist das Wort das ich nicht hören mag? | [Meph:] Bist du b. daß neues Wort dich stört? 151,1 Faust II 6267 [für: borné] 45,71,4 RamNeffe ‘der B-e’; auch in der positiven Version ‘der wohldenkende B-e’Mir gefällt zu conversiren | Mit Gescheiten, mit Tyrannen. | Da die dummen Eingeengten | Immerfort am stärksten pochten, | Und die Halben, die B-en | Gar zu gern uns unterjochten; | Hab’ ich mich für frei erkläret | Von den Narren, von den Weisen 6,99 Div Übermacht, ihr könnt es spüren 7Der lasterhafte Mächtige, der wohldenkende B-e, der leidenschaftlich Hingerissene, der ruhig Betrachtende, alle tragen [in den Shakespeareschen Dramen] ihr Herz in der Hand 411,55,23 Shakesp u kein Ende
b an eine Entwicklungsstufe gebundene Beschränktheit: naiv, primitiv; in Werth2 positiv umgedeutet als Zustand einer unverbildeten poetisch-intuitiven Weltsichtwie ich da [als Knabe] so bald Gränzen meiner Vorstellungskraft fand .. bis ich mich ganz in dem Anschauen einer unsichtbaren Ferne verlohr .. so b. und so glücklich waren die herrlichen Altväter [das ist doch eben das Gefühl der herrlichen Altväter Werth1]! so kindlich ihr Gefühl, ihre Dichtung! AA88,20 Werth2 II[Antonio üb Tasso:] Mit welchen Farben | Mahlt er sich seinen Werth und sein Geschick? | B. und unerfahren hält die Jugend | Sich für ein einzig auserwähltes Wesen, | Und alles über alle sich erlaubt Tasso 1601Im Gegensatz dieser höchsten Kunstwerke werden Etrurische Reste .. und also die b-esten Kunstanfänge zum Gegenstande der Betrachtung aufgestellt 47,41,16 PropylAnz40,281,24 Rez:Voß,Ged [G/Voß dJ]11,370,33 Elp1 I 1
c allgemeiner: mBez auf die innere Dimension des Menschen, auf versch Charakter- od Wesensmerkmale, gelegentl auch in Darstellung von Verhaltens- od Verfahrensweisen; im Umfeld von Wertungsvokabeln wie ‘albern’, ‘affektiert’, ‘klein’, ‘eigendünklich’, ‘eigensinnig’, ‘rechthaberisch’, ‘starr’, ‘streng’, ‘pedantisch’; iUz ‘verständig’, ‘gut’; positiv idVbdg ‘b. (und) ehrlich’Sollt’ es wahr sein .. daß wir [die Physiognomisten], was edel und albern, | Was b. und groß, im Angesichte zu suchen, | Eitele Thoren sind 2,264 PhysiognReisen 4[Wilh:] jeder Mensch ist b. genug, den andern zu seinem Ebenbild erziehen zu wollen 21,192,5 Lj II 9[Marquise üb ihre Nichte:] Verführt — durch meinen Gemahl! .. Fasse dich! — — Weg mit allen kleinen b-en Gesinnungen! 17,167,10 GrCoph II 6Lord Bristol .. in mehr als einem Sinne einseitig und b.; als Brite starr, als Individuum eigensinnig, als Geistlicher streng, als Gelehrter pedantisch 36,256,23 BiogrEinzhEin b-er ehrlicher Mensch sieht oft die Schelmerei der feinsten Mächler (faiseurs) durch und durch 422,128,12 MuR(174)32,97,21 ItR412,171,25 Plato Mitgenosse christlOffenbA1,359,7 Votum 20.2.[85] verstärkend bei Negativbegriffen wie ‘Selbstigkeit’, ‘Egoisterei’, ‘Eigennutz’, ‘Eigensinn’, ‘Eigenwillen’, ‘Widersetzlichkeit’, ‘Parteisinn’, ‘Starrsinn’, ‘Stolz’, ‘Mißgunst’, ‘Unredlichkeit’[Wilh üb die Schauspieler:] nur die kleinlichste Eigenliebe, der b-este Eigennutz macht, daß sie sich mit einander verbinden 23,24,18 Lj VII 3da ich eben in einem wissenschaftlichen Fache [Farbenlehre] in dem Falle bin über b-e Vorstellungsarten, Starrsinn, Selbstbetrug und Unredlichkeit zu denken B13,60,6 Schiller 10.2.98B15,143,22 Cotta 17.11.00N6,224,4 Botanik mBez auf künstlerische Verfahrensweisen, Techniken: eng (in der Konzeption), ‘klein’, manieriert, subjektivich fürchte, daß kleinmüthige Mahler davon [von der Farbenordnung des Regenbogens] ausgegangen sind, um auf eine armselige Weise die Gränzen der Kunst zu verengen und sich eine leichte und b-e kleine Manier [un petit technique facile et borné] zu bereiten, das was wir so unter uns ein Protokoll nennen 45,307,6 Diderot,Malerei45,309,19 Diderot,MalereiB12,78,18 Unger 28.3.97 K in Bezeichnung eines dumpfen emotionalen ZustandesDa wir uns nun alles dieses einander vergegenwärtigt und aufgeklärt, so wird kein b-er Trübsinn, keine leidenschaftliche Dunkelheit über uns walten 251,188,10 Wj III 9dein niedrig dunkler Sinn | Entwürdiget die Menschen und entnervt sie, | Macht sie b. und stumpf [rend l’homme stupide]. Doch meine Lehre | Erhebt den Geist 9,306 Mahomet 694B4,68,17 ChStein 28.9.79491,152,1 Antik uModernGespr Eckerm 26.2.24
→ ängstlich-beschränkt einfach-beschränkt einseitig-beschränkt einsiedlerisch-beschränkt mäßig-beschränkt unbeschränktvgl zu 1 a abgrenzen abschließen abschränken begrenzen einfassen einschließen säumen umgrenzen umzäunen zu 1 b eindämmen einschränken zu 1 c beengen einengen Enge(in die E. bringen) verengen zu 2 a begrenzen zu 2 a α abschließen zu 2 a β bestimmen zu 2 b einschränken zu 2 b α bedingen beengen beschneiden genieren hemmen hindern zwängen zu 2 b γ bestimmen determinieren zu 2 b δ begnügen 1bescheiden entsagen konzentrieren mäßigen zügeln zu 2 b ε limitieren zu 2 b ζ und η reduzieren zu 2 b η verringern zu 2 c GWB einengen GWB engen verengen zu 2 c δ einfach eng zu ‘beschränkt’ a dumm einseitig töricht zu b naiv zu c albern borniert GWB eigendünklig klein(gesinnt) kurzsinnig pedantisch philisterhaft starr
1) Darstellung dieser Entwicklung unter Berücksichtigung synonymer Ausdrücke bei EBoucke, Wort u Bed in G-s Spr, 1901,24—35
2) in dem Ged an entsprechender Stelle: In dem eng umzäunten Garten 16,127 Vs 145
3) vgl: Helena .. mit eingeschränkter Wohnung auf der Insel Leuce [bestimmt auf der Insel Leuce Var] 152,190,27ff Plp ~ 152,211 Var zu 263—265
4) HFischer-Lamberg verweist in DjG35,452 auf andere Zeugnisse aus der Lili-Zeit, in denen der Vergleich mit einem gefangenen Tier wiederkehrt.
5) Dazu ein Exzerpt G-s aus dem Liber Nigaristan nach Hammers Fundgruben (2,108): Luscinia captiva cui nomen est anima Non inservit corpori quod vices retis gerit 6,437 (dort auch der weitere Kontext der Quelle). Das Motiv der im Körper gefangenen Seele liegt auch den Div-Gedichten 6,206 u 207 zugrunde.
6) Die Figur aus dem von G übersetzten Voltaireschen Drama repräsentiert die nach strengen Regeln konzipierte Tragödie (vgl Zit s v Beschränkung GWB Sp 472,18ff).
7) Eine umfassende Analyse der Wj unter dem Gesichtspunkt des Entsagungsgedankens gibt AHenkel, Entsagung. Hermaea NF Bd3, 21964.

Gertrude Harlass