Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 GWB darob (Bd. 2, Sp. 1078)   DWB worob (Bd. 30, Sp. 1465)   GWB drob (Bd. 2, Sp. 1272) 
  darobauch ‘drob’ (bes rollenspr u im Vers); in Dichtungen u frühen Br als altertüml, volkssprachl Ausdruck1)
1 darüber, vor allem iVbdg mit Verben der emotionalen Reaktion; einmal relat: worüberIch sagt’: hinaus ihr Narren! — | Sie ärgerten sich drob | .. Der Abschied der war grob 3,192 Parabol,Valet 14daß er [Pyrrhus] .. so gesäubert sich der schönen Hermione zum tugendlichen Gemahl anbeut, d. Menelaus und Helene jubiliren AAJw3,108,21 FGA Pyrrhus16,124 HSachsPoetSdg 36151,1 Faust II 9556131,172 ProlHalle 1811 Vs 3
2 deswegen, deshalb, darum, dafür, auch relat: weswegen, weshalb, wofürDein Purpur [der Rose] ist aller Ehren werth | Im grünen Überkleide; | D. das Mädchen dein begehrt, | Wie Gold und edel Geschmeide 1,173 Blümlein Wunderschön 24[üb das Gedicht ‘Der Wandrer’] du wirst unter der Allegorie Lotten und mich, und was ich so hunderttausendmal bey ihr gefühlt erkennen .. D. solls euch aber heilig seyn B2,106,3 Kestner 15.9.[73][der Held im Himmel] Viele Frauen hast und Ruh im Hause, | Werth daß man d. das Paradies gewinnt 6,250 Vs 44 DivParadiesB2,97,1 Kestner [Mitte Jul 73]B10,194,14 Meyer 15.9.94
vgl zu 1 darüber zu 2 dafür darum deshalb dessentwillen deswegen
1) vgl Adelung2 1,1401: “Hochdeutschen Ohren ein Ärgerniß, außer in dem Niedrig-Komischen.”

Rüdiger Welter

 

 worob, adv. , zusammengerückt aus wo (mhd. wâr, wâ) und präpos.-adv. ob (ahd. oba, mhd. obe, ob), erst im 17. jh. belegbar, aber vermutlich, wie die analogen bildungen, älter, s. auch DWB darob teil 2, 783. als warob (1627) bei Fischer

[Bd. 30, Sp. 1466]
schwäb. 6, 443 (neben worob bei dem gleichen autor [1644] ebda) und altertümelnd noch bei A. W. Schlegel (s. u. 2 b).
mit der wendung ins interrogative, relative und indefinite demonstrativem darob entsprechend, in der bedeutung 'worüber' und 'weswegen', eine enge sachliche beziehung darstellend, oft mit kausalem unterton. beschränkten gebrauchs und zumal in moderner sprache nur poetisch.
1) interrogativ. direkt: worob erfreuet, betrübt ihr euch so sehr? Kramer t.-ital. 2 (1702) 1376b. indirekt:

er (der wind) fragt ein heiligtum, worob es sinnt,
einst der frau Venus haus, jetzt der madonna
R. Dehmel ges. w. (1906) 3, 133.


2) relativ.
a) in der beziehung auf ein substantiv des übergeordneten satzes: die speise, worob mir ehedessen eckelte, esse ich jetzund mit lust Kramer t.-ital. 2 (1702) 1376b;

denn donnerglocken könnt ich läuten,
worob gesicht und ohr vergehn
E. M. Arndt s. w. 5, 148 R.-M.


b) auf eine ganze satzaussage bezogen:

ich sah, warob noch jetzt mein herz erschauert
A. W. Schlegel in:
Schiller horen (1795) 4, 9;

was ich in toller wut
gesündigt hab an euerm liebesstreben,
worob ich nie mich kann zufrieden geben
Gries Bojardos verliebter Roland (1635) 3, 345.


c) in relativischer verknüpfung zweier sätze, als konjunktion kausaler bedeutung: er ist (bei einem raufhandel) umb seine gesunde gliedmassen kommen, worob er nun ... ein ... gebrechlicher mensch bleiben musz Schoch com. v. stud. leben (1657) K 3a;

da hört ich von ihm, der am klippengestad ...
ein nu lang die Olympischen sah,
worob ein solches grausen ihn schlug,
dasz er zu der freunde mahl nicht mehr kam
Stefan George gesamtausg. 9, 62 (d. neue reich).


3) indefinit: sich worob erfreuen ... betrüben etc. in vece ob etwas Kramer t.-ital. 2 (1702) 1376b.

 

  drobs darob

Gertrude Harlass