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 GWB beglaubigen (Bd. 2, Sp. 222)   GWB Glaube (Bd. 4, Sp. 257)   GWB Gottesfurcht (Bd. 4, Sp. 399) 
  beglaubigen
1 die Richtigkeit, Rechtmäßigkeit bescheinigenEs ist derselbe [der Stammbaum Cagliostros] durch Taufzeugniße und andere Instrumente genugsam beglaubigt 31,328 ItR Plpdaß der unterzeichnete und beglaubigte Contract in meinen Händen sey B41,11,10 Cotta 16.4.26B47,291,21 Cotta 14.10.30 im BildAlgebra .. Geometrie .. Mechanik .. welche man als mit dem Stempel der Evidenz beglaubigt [marquée au sceau de l’évidence] ansehen kann N11,80,1 MathMißbr 1826
2 etw zwingend nachweisen, glaubhaft dartunDie Farben der Spinneweben setzen wir denen, die von Stahlsaiten widerscheinen, völlig gleich, ob sich schon daran nicht so gut als an dem Stahl die Undurchdringlichkeit b. läßt N1,158,23 FlD 377[betr Goldsmith, Vicar of Wakefield] diesen Roman .. der .. den großen Vorzug hat, daß er .. das unbedingte Zutrauen auf Gott bestätigt und den endlichen Triumph des Guten über das Böse beglaubigt 27,343,14 DuW 10
Syn zu 1 anerkennen beglauben zu 2 nachweisenvgl zu 2 ausweisen bezeugen

Elisabeth Mager

 

  GlaubeApokope im Vers 18,343,16(=348,6), Akk ohne Flexionsendung 6,214 Vs 6; Nom auch -n, artikellos in dieser Form u im Akk wie auch mit Artikel im Gen u Dat oftmals kaum abgrenzbar von subst ‘glauben’ (begünstigt durch ohnehin starke actio-Komponente des Nomens). Hauptanteil der mehr als 450 Belege in Bed A.- Die in Geschichte u Gegenwart immer wieder beobachtete intensive Suche nach individuellen Formen religiösen Glaubens iUz offiziell-herrschender Doktrin läßt G diese Formen als prinzipiell gleichwertige Varianten eines Grund-Phänomens ‘G.’ erscheinen. G-s Glaubensbegriff u -vorstellung bietet sich als primär psychologisch bestimmt dar, in Aussagen über spezif Glaubenshaltungen findet sich oft das Allgemeine, Übergreifende bezeichnet, einzelne ‘positive’ Religionen stehen insgesamt als Typ bzw Klasse dem Glauben einer ‘allgemeinen’, ‘natürlichen’ Religion gegenüber. Bemerkenswert im Bereich des Natürlich-Weltlichen (D, zT auch C3) das Aufrufen der im Religiösen gründenden Bedeutungstiefe, -intensität u -prägnanz. Besonders in A, aber auch in C u D begegnet ‘G.’ wiederholt neben od sich überlagernd mit (Wert-)Begriffen wie ‘Vertrauen, Liebe, Tätigkeit, Kraft, Hoffnung, Mut, Treue; Gehorsam’.
A relig: mit (oft unausgesprochenem) Bezug auf Gott, Gottheiten, von göttl Geist erfüllte Personen (bes Propheten, Heilige), auf (wunderbar) Offenbartes, Verheißenes, auf göttl-heiliges Gesetz, kirchl Gebot, kirchl-theol Dogma, Doktrin uä
1 als innere (Grund-)Haltung, als (geistig-)seel Vermögen u Aktivität: (bekennendes) Für-wirklich-/Für-wahr-Halten, (zuversichtl) Überzeugt-, Gewißsein, (verehrungs-, ergebungsvolles) Zutrauen
a im allgemeinsten Sinne, als Phänomen: (reine bzw deistisch od pantheistisch geprägte) Religiosität, (grundsätzl) Frömmigkeit; wiederholt unter gnoseolog Aspekt, einmal mit ausdrückl Option für Komplementarität von ‘G.’ u ‘Wissen’Im Namen dessen der Sich selbst erschuf! | Von Ewigkeit in schaffendem Beruf; | In Seinem Namen der den G-n schafft, | Vertrauen, Liebe, Thätigkeit und Kraft; | In Jenes Namen, der, so oft genannt, | Dem Wesen nach blieb immer unbekannt .. 3,73 Proœmion 3[Schema als krit Erwiderung auf Darlegungen Schubarths1)] Auf | G. Liebe Hoffnung | ruht des Gottbegünstigten Menschen | Religion Kunst Wissenschaft | diese nähren und befriedigen | das Bedürfniß | anzubeten hervorzubringen zu schauen B31,137,2 Schubarth 21.4.19bei der Unmittelbarkeit göttlicher Gefühle in uns .. [kann] der Fall gar leicht eintreten, daß das Wissen als Stückwerk .. auf einem Planeten erscheinen muß, der .. alle und jede Betrachtung unvollkommen läßt, die eben darum erst durch den G-n ihre vollständige Ergänzung erhält .. Wo das Wissen genügt, bedürfen wir .. des G-ns nicht; wo aber das Wissen seine Kraft nicht bewährt oder ungenügend erscheint, sollen wir dem G-n seine Rechte nicht streitig machen. Sobald man nur von dem Grundsatz ausgeht, daß Wissen und G-n nicht dazu da sind, um einander aufzuheben, sondern um einander zu ergänzen, so wird schon überall das Rechte ausgemittelt werden Gespr(He2,777f) Falk 25.1.13 iS eines lebendigen, nicht rituell erstarrten, auch (kultur)geschichtl produktiv wirkenden (Rück-)Bezugs zu einem geahnten Höchsten, Größten, absolut ReinenWelt- und Menschengeschichte .. Conflict des Unglaubens und G-ns. Alle Epochen, in welchen der G. herrscht, unter welcher Gestalt er auch wolle, sind glänzend, herzerhebend und fruchtbar für Mitwelt und Nachwelt ..2) 7,157,6f DivNot Israel iWüste30,165,17 ItR
b als im Prinzip allen Gläubigen hist-positiver Religionen gemeinsame psych Haltung, Mentalität; meist in definierenden, generalisierenden Aussagen
α (als Bedürfnis empfundenes) zweifelfreies Nachvollziehen(können) von (allem Überprüfen, rationalem Begreifen sich entziehender) Verkündigung, naiv-fragloses Akzeptieren von Offenbarungs-Autorität, (beglückender) Hang zu Geheimem, VerborgenemDie allgemeine, die natürliche Religion bedarf eigentlich keines G-ns: denn die Überzeugung, daß ein großes, hervorbringendes, ordnendes und leitendes Wesen sich gleichsam hinter der Natur verberge, um sich uns faßlich zu machen, eine solche Überzeugung dringt sich einem jeden auf .. Ganz anders verhält sich’s mit der besondern Religion, die uns verkündigt, daß jenes große Wesen sich eines Einzelnen, eines Stammes, eines Volkes, einer Landschaft entschieden und vorzüglich annehme. Diese Religion ist auf den G-n gegründet, der unerschütterlich sein muß .. Jeder Zweifel gegen eine solche Religion ist ihr tödlich. Zur Überzeugung kann man zurückkehren, aber nicht zum G-n 26,218,20 u 219,4u8 DuW 4Gespr Eckerm 1.2.27 als Korrelat zu ‘Offenbarungen, Weissagungen, Verheißungen’, in Gegenüberstellung zu ‘Wissen’, ‘Forschung’, ‘Zweifel’[Orient als das Land] des G-ns, der Offenbarungen, Weissagungen und Verheißungen B25,164,20 ChHSchlosser [23.1.15] KDas Wissen fange vom Einzelnen an, sei endlos und gestaltlos, und könne niemals .. zusammengefaßt werden .. bleibe also dem G-n geradezu entgegengesetzt 28,269,21 u 270,21 DuW 14B47,48,4 CWFritsch 29.4.30 K6,247 Div Vorschmack 8 mit Einschluß von 1[iZshg mit 1. Sam 1; vgl auch Hebr 11,1ff]3) G. ist Liebe zum Unsichtbaren, Vertrauen auf’s Unmögliche, Unwahrscheinliche 422,212,12 MuR(815)~422,509,12 BiblStudien
β iS eines Sich-geborgen-Fühlens, Halt- u Trost-Findens in der (je individuell geprägten) Bindung an ein göttl WesenDer G. sei ein großes Gefühl von Sicherheit für die Gegenwart und Zukunft .. aus dem Zutrauen auf ein übergroßes, übermächtiges und unerforschliches Wesen. Auf die Unerschütterlichkeit des Zutrauens komme alles an: wie wir uns aber dieses Wesen denken, dieß hänge von unsern übrigen Fähigkeiten, ja von den Umständen ab, und sei ganz gleichgültig. Der G. sei ein heiliges Gefäß, in welches ein jeder sein Gefühl, seinen Verstand, seine Einbildungskraft .. zu opfern bereit stehe 28,270,2u10 DuW 14
γ im Bezug zu anderen Kräften, Fähigkeiten, Vermögen des Menschen: die guten Eigenschaften bündelnd, Grenzen erweiternd od überwindend, das menschl Wesen u seine Kräfte harmonisierend (wiederholt als spezif Leistung monotheist Religiosität)Hypothesen .. sind in der Naturlehre, was in der Moral der G. an einen Gott, in allem die Unsterblichkeit der Seele ist. Diese erhabenen Empfindungen ver-

[Bd. 4, Sp. 258]
binden in sich alles, was übrigens gut in dem Menschen ist, heben ihn über sich selbst weg und führen ihn weiter, als er ohne sie gekommen wäre N10,206,1 Hypoth ErdbildgDer G. an den einigen Gott wirkt immer geisterhebend, indem er den Menschen auf die Einheit seines eignen Innern zurückweis’t 7,42,14 DivNotN11,55,16 AnschauendeUrteilskr36,344,8 Zu brüderlAndenkWielands 1813
δ in Hinblick auf anscheinende Fügungen, unerklärliche Zusammenhänge in Gleichsetzung mit ‘Aberglaube’(sd): als Ahnung vom Walten einer unerforschl Vorsehung, vom Vorhandensein einer geheimnisvollen (Geister-)Machtmuß man .. bemerken, daß, praktisch genommen, sich G. und Aberglaube nicht unterscheiden lasse 411,264,5 FrommeBetrachtgn26,151,25 DuW 3
c als für einzelne Religionen u Konfessionen (mehr od minder) charakteristische, in besonderer Ausprägung u/od Nuancierung, mit spezif Funktion u Wertigkeit in Erscheinung tretende Glaubenshaltung, seel Verfassung, Empfindungsweise
α allg-christl bzw biblisch[Matth 14,25ff: Petri Rettung aus dem Meer] Vorstehende Überlieferung, man mag sie historisch oder symbolisch nehmen, ist eins von den schönsten Documenten urchristlichen G-ns B44,99,10 Eißl 21.5.28 KEr [Bruder Markus, sich dem Kloster nähernd] sieht das Kreuz, und schlägt die Augen nieder. | Er fühlet neu, was dort für Heil entsprungen, | Den G-n fühlt er einer halben Welt 16,173 Geheimnisse 66[abschließender Höhepunkt aller dramat-lyrisch vorzustellenden Ereignisse, Vorgänge] Auferstehung [Christi] .. | Chor der Jünger. | Das Irdische fällt alles ab, das Geistige steigert sich bis zur Himmelfahrt und zu den [sic] G-n an [>und zur] Unsterblichkeit 16,577 Kantate ReformJub Schema K[Gerüchte vom Eindringen frz Truppen] sie [G-s Mutter] fühlte keine Sorge für ihre eigene Persönlichkeit; sie bestärkte sich in ihrem alttestamentlichen G-n 35,29,14 TuJ 1794 mit Hervorhebung von Analogien zum Islam: iS absoluter Ergebung, grenzenlosen Vertrauens, demutvoller Treue; idVbdg ‘kategorischer Imperativ des G-ns’ wohl als gen objdie Überlieferungen des alten Testaments und die Ereignisse patriarchalischer Familien, die .. auch auf einem unbedingten G-n an Gott, einem unwandelbaren Gehorsam und also gleichfalls auf einem Islam beruhen 7,37,10 DivNot Mahomet[Eckerm:] Man findet [im NT] in den hohen Anforderungen an unsere moralische Willenskraft auch eine Art von categorischem Imperativ. [G:] Besonders .. finden Sie den categorischen Imperativ des G-ns, welches sodann Mahomet noch weiter getrieben hat4) Gespr Eckerm 13.2.31Miriam [nach Koran für Maria] .. der Jungfraun Krone, | Die den Logos ausgebohren, | Und zu reinen G-ns Lohne | Nichts von ihrem Werth verlohren 6,444 Vs 19 DivParadiesiS des Verinnerlichens ethischer Werte öfter neben ‘Liebe’ u ‘Hoffnung’ als Glied der christl Tugendtrias (nach 1.Kor 13,13), auch iVbdg mit der wesensverwandten ‘Geduld’ als deren Folge; in bildKunst mehrf als Allegorie[Gespräch zw Wilh u Friedr] Daß der Mensch in’s Unvermeidliche sich füge, darauf dringen alle Religionen, jede sucht auf ihre Weise mit dieser Aufgabe fertig zu werden. Die christliche hilft durch G., Liebe, Hoffnung gar anmuthig nach; daraus entsteht denn die Geduld 251,210,10 Wj III 11Wundersame Natur meiner Schwester. Man hätte von ihr sagen können, sie sey ohne G. Liebe und Hoffnung5) 27,380,2 DuW 6 Plpstatt des Fußes .. drei runde Figuren, G-n, Hoffnung und Liebe [la fede, la speranza, la carità], unter dem Kelche 43,158,2 Cell I 1123,185,14f Lj VIII 4Faust I 1605422,218,19 MuR(858) im Übergang zu C (u D), mit wortspielerischem BedeutungswechselJene garstige Vettel .. | Welt .. | G. nahm sie mir weg, | Dann die Hoffnung, | Nun wollte sie | An die Liebe .. | Den G-n hab’ ich wieder! | An ihre [Suleikas] Liebe den Glauben! 6,214 Vs 6u19 DivSchenk(zugl) übertrmein ganzer Wunsch .. dass Sie mich lieben mögen und mögen mirs gerne zeigen. Denn der G. lebt von dem himmlischen Manna der Sakramente B4,39,15 ChStein 30.5.79
β kath: iS strikt orthodox-dogmat bestimmter bzw (im Apostel Jakobus ‘präformiert’ erscheinender) unverrückbar-starrer Haltung[Kapuzinerpater:] Dem gemeinen Manne dürfen wir sie [die Bibel] nicht in die Hände geben .. aus den schändlichen Geschichten, die darin vorkommen, und die doch zu Stärkung des G-ns für geprüfte und erfahrne Kinder Gottes von dem heil. Geiste aufgezeichnet worden, was soll ein gemeiner Mann daraus Gutes ziehen .... Wir haben .. zu jedem [Bibel-]Spruche eine Auslegung, welche von der Kirche gebilliget ist .. ein katholischer Christ wird immer dasselbige hören, überall auf dieselbige Weise unterrichtet und erbauet werden 19,297,10 BrSchweiz IIGespr(He2,431) Riemer 10.3.09als Heiligen-Glaube[Entweihung der St-Rochus-Kapelle zu milit Zwecken] Desswegen aber sank der G. nicht an den Heiligen, welcher die Pest und ansteckende Krankheiten von Gelobenden abwendete 341,9,13 Rochusf341,10, 20 ebd
γ im Rahmen u Zshg (luth-)evangelischen, pietist erneuerten Christentums: iS einer (der Kirche des Papsttums entgegengesetzten) individuellen Kraft u Instanz, einer persönl gestalteten (aus skrupulöser Seelenerforschung errungenen, tief erlebten) Beziehung zum Heiland, iS intensiver (kathart wirkender) Verinnerlichung der HeilsbotschaftHauptbegriff des Lutherthums .. Dort [im AT] das Gesetz, das nach Liebe strebt, hier [im NT] die Liebe, die .. es erfüllt .. durch den G-n .. den ausschließlichen G-n, an den allverkündigten und alles bewirkenden Messias B27,234,14f Zelter 14.11.16 BeilageUnsre Kirche behauptet, daß G-n und nicht Werke selig machen, und Christus und seine Apostel lehren das ohngefähr auch .. Gott [verlangt] zur Seligkeit .. den einfältigsten G-n, und durch den G-n allein wird uns das Verdienst Christi mitgetheilt .. der G. das einzige .. wodurch wir Christi Verdienst uns zueignen 37,158,10u17u18u22 Brief PastorsWie können wir aber an dieser unschätzbaren Wohlthat [Menschwerdung Gottes] Theil nehmen? Durch den G-n, antwortet uns die Schrift. Was ist denn G-n? Die Erzählung einer Begebenheit für wahr halten .. ? Ich muß mir ihre Wirkungen, ihre Folgen zueignen können. Dieser zueignende G. muß ein eigener, dem natürlichen Menschen ungewöhnlicher Zustand des Gemüths sein | Nun, Allmächtiger! so schenke mir G-n, flehte ich einst in dem größten Druck des Herzens .. was ich da fühlte! Ein Zug brachte meine Seele nach dem Kreuze hin, an dem Jesus einst erblaßte .. ein Zunahen .. vermuthlich viel wesentlicher und wahrhafter .. als wir vermuthen. So nahte meine Seele dem Menschgewordnen und am Kreuz Gestorbenen, und in dem Augenblicke wußte ich, was G-n war. | Das ist G-n! sagte ich .. Nun hat-

[Bd. 4, Sp. 259]
te ich .. Flügel bekommen .. 22,316,1u2u6u8u24f Lj VI SchöneSeeleImmer Schwäche im G-n. Petrus war auch in unserm Gusto .. Hätte er fest geglaubt der Jesus habe Macht über Himmel Erde und Meer, er wäre über’s Meer trocknen Fusses gewandelt, sein Zweifel machte ihn sincken B51,36 Langer 17.1.6937,157,15 u 159,22 Brief Pastors422,508,8f BiblStudien[Zit s v Gerechtigkeit 3b] B2,226,21 Lavater [2.Hälfte Nov 74 Korr B30,254] als Grund sittl KraftHier [bei den Erweckungen der Pietisten] ist es [iUz ‘genialen Geistesoperationen’ wiss od poetischerAperçus’] das Gewahrwerden der moralischen Kraft, die im G-n ankert 29,28,27 DuW 16[für: faith] N12,56,27 Üb:Howard scherzh-launig im Anklang an C, idVbdg ‘jdm G-n schenken’das göttliche Oberhaupt, dem man [in Herrnhut] in geistlichen Dingen einen unbedingten G-n geschenkt hatte, ward auch zu Lenkung weltlicher Angelegenheiten angerufen, und seine Antwort .. durch den Ausspruch des Looses mit Ergebenheit vernommen 28,304,1 DuW 15
δ (nach Voltaire u in Figurenperspektive) als vom Propheten Mohammed verkündeter, zu kriegerischer Kühnheit begeisternder Glaube 9,295 Mahomet 437
ε im Rahmen griech Mythologie: iS fester Zuversicht, menschl Schicksalsunterworfenheit außer Kraft zu setzen 38,29,26 GöttHeldWieland
ζ iS heidnischer Naturfrömmigkeit, anbetender Verehrung einer ‘gestaltlosen’ Naturgottheit6)[Druide u Druiden-Chor:] Es lacht der Mai! | Der Wald ist frei | Von Eis und Reifgehänge. | .. eilen wir nach oben [zum Brocken-Gipfel], | Begehn den alten heil’gen Brauch, | Allvater dort zu loben .... Die Flamme reinigt sich vom Rauch: | So reinig’ unsern G-n! 1,213(f) Die ersteWalpurgisnacht 76(u97)
d speziell als myst-chiliast Überzeugung[durch Nachweis der Erfüllung bisheriger Weissagungen] einen G-n an das Nächstzuerwartende rechtfertigen 27,98,14 DuW 7
e (im Munde des Voltaireschen Mahomet) eingeengt, reduziert iS absoluter Gefolgschaft, kritikloser Ergebenheit[Mahomet zu Seide:] Gehorche, wenn er [Gott durch den Mund seines Propheten] spricht! .. | Befolge blind die göttlichen Befehle! | .... | Wer überlegt, der lästert .. | Zum G-n ist der schwache Mensch berufen, | Ein schweigender Gehorsam ist sein Ruhm 9,323 Mahomet 1053[für: crédule] 9,300 ebd 547
f negativ konnotiert, in krit Sicht
α ‘bibelbuchstäblicher G.’: von der hist Bibelkritik der Aufklärung unberührte Wortgläubigkeit (mBez auf Lavater) 29,142,13 DuW 19
β iS christl-eifernder, von bornierter Selbstgerechtigkeit zeugender GlaubensgewißheitPfaffe möcht ich seyn im G-n und Götter verzehren | Die ich mit eigener Hand einmal [?] mir täglich erzeug .. 53,348 Vs 1 VenEpigr Plp
γ in symbolisch-prägnanter Verschmelzung (alttestamentl-/apokryph- u christl-)biblischer u allg-utopischer Vorstellungen[das Kind, dichtend, singend:] Blankes Schwert erstarrt im Hiebe; | Glaub’ und Hoffnung sind erfüllt; | Wunderthätig ist die Liebe, | Die sich im Gebet enthüllt 18,343,16 u 348,6 Nov
2 für: relig Vorstellungswelt u/od die ihr zugrunde liegende spezif Vorstellungs-, Betrachtungsweise
a kategorial, allg, als (für eine best Entwicklungsphase, Epoche charakterist) GesamtphänomenDort im Reinen und im Rechten [des Orients] .. | Wo sie noch von Gott empfingen | Himmelslehr’ in Erdesprachen, | Und sich nicht den Kopf zerbrachen .. | Will mich freun der Jugendschranke: | G. weit, eng der Gedanke 6,5 Div Hegire 16131,117 ProlBln 1821 Vs 59
b innerhalb eines best Religions- bzw Konfessionsrahmens
α bibl, (kath-)christl[heliozentr Weltbild des Kopernikus] was ging nicht alles durch diese Anerkennung in Dunst und Rauch auf: ein zweites Paradies, eine Welt der Unschuld, Dichtkunst und Frömmigkeit, das Zeugniß der Sinne, die Überzeugung eines poetisch-religiösen G-ns N3,214,6 FlH IV28,222,15 DuW 1353,403,27 Entw Aufsatz üb neuere dtKunst
β ‘mahometanischer G.’ 7,152,20 DivNot
γ griech-mytholPan, der Gott, der weder gekannt noch gestört seyn wollte, blies nach dem allgemeinen G-n in dieser Tageszeit [Mittag] sein einsames Lied B15,72,16 CLKaaz 30.5.00 K
c übertr: in Kennzeichnung eines quasi-relig, vage harmonisierenden (u von geistiger Trägheit, Oberflächlichkeit zeugenden) Umgangs mit exakt zu erforschenden Gegenständendaß das Newtonische System .. sich so viele Bekenner erwarb, weil ein Emanations- oder Emissionssystem .. nur eine Art von Eselsbrücke ist, die den Vortheil hat aus dem Lande der unruhigen Dialektik in das Land des G-ns und der Träume hinüber zu führen B13,69,14 Schiller [17.2.98]
3 Religion, Konfession
a ‘allgemeiner G.’ in Gegenüberstellung zu jeder hist-positiven Religion[üb die eigene relig Entwicklung7)] wie das Kind, der Knabe, der Jüngling sich auf verschiedenen Wegen dem Übersinnlichen zu nähern gesucht; erst mit Neigung nach einer natürlichen Religion hingeblickt, dann mit Liebe sich an eine positive festgeschlossen; ferner durch Zusammenziehung in sich selbst seine eignen Kräfte versucht und sich endlich dem allgemeinen G-n freudig hingegeben 29,173,19 DuW 20
b als positive Glaubenslehre, wiederholt mit Tendenz zum Ausschließlichkeitsanspruch
α in verallgemeinernder Aussage in Hinblick auf eine beliebige Religion; einmal in bildhafter VorstellungEr ist noch ein Heide .. | Und sie sind schon Christen und getauft. | Keimt ein G. neu, | Wird oft Lieb’ und Treu’ | Wie ein böses Unkraut ausgerauft 1,219 Braut vKorinth 12[Machiavell:] einem Könige anständiger .. Bürger zweierlei G-ns zu regieren, als sie durch einander aufzureiben 8,187,14 Egm I6,124 Vs 2 DivSprüche
β durch spezif Lehren, Gebote, Grundsätze, kult-rituelle, gottesdienstl Praktiken uä bestimmt u festgelegt[Kapuzinerpater:] Eine Regel des G-ns müssen wir haben .. so fest und unveränderlich als möglich .. Die Schrift haben wir zum Fundament unsers G-ns, allein dieß ist nicht hinreichend .. es bleibt der allerheiligsten Kirche allein, die Schrift auszulegen 19,296,27 u 297,2 BrSchweiz II[Haman, denunzierend:] sie [die Juden] haben einen [Korr Herder <ihren] G-n, | Der sie berechtiget die Fremden zu berauben 16,22 JahrmPlund2 286Haß [der Schiiten] .. gegen die Sunniten .. Die Türken sind diesem G-n zugethan 7,201,22 DivNot6,239 Div Vermächtn altpersGlaubens TitelFaust I 3530~Urfaust 122246,31,26 Winckelm Katholiz37,172,23 BriefPastors28,296,12 DuW 14 supponiert als (einzig) ‘wahre’ Religion; ‘Erstlinge des G-ns aus den Heiden’ für die hl drei Könige[Regentin:] wie er [Philipp II] mir in jedem Biefe die Erhaltung des wahren G-ns auf’s eifrigste empfiehlt 8,186,20 Egm I[Übs Sure 6,75] Da zeigten wir Abraham des Himmels und der Erde Reich dass er im wahren G-n [iGz Götzendienst] bestätiget würde [ut esset ex firmiter credentibus]

[Bd. 4, Sp. 260]
53,145,22 AuszKoran[Tancred:] Ich, unter jenen Rittern, die den Feinden | Des G-ns [Qui contre le croissant] ihre Brust entgegenstellen 9,409 Tancred 106411,345 Bruchst Tragöd 49411,177,16 DreiKönige [Zit s v Erstling] metonym für den Glaubensgegenstand[mBez auf das Ged ‘Epiphanias(fest)’] Die drey Könige! Seifenblasen und Schwärmer .. Daß ich den G-n eines Teils der Welt, sogut als des andern, als Fabelfrazzen im Possenspiel tracktire .. ich bin nun so B5,88,12 Lavater 18.3.[81]‘Bekenner des G-ns’: terminol für einen nicht als Märtyrer gestorbenen Heiligen 341,29,7 Rochusf [Zit s v Bekenner, GWB Bd2,329,71]  
c übertr: für ein best method Konzept, Prinzip; ‘zu jds G-n bekehren’, ‘wahrer G.’ u ‘physiognomischer G.’bitte ich dich .. mir .. einen deutlichen Begriff von der Camperischen Zeichenmethode zu machen .. Da er [der niederländ Anatom Camper] dich .. hierüber belehrt und dich zu seinem G-n bekehrt hat, so .. B6,268,13 Merck 23.4.84[wünschenswert] eine weitere Verbreitung solcher und ähnlicher Werke für die gute Sache, wir möchten sagen für den wahren G-n in Kunst und Geschmack 492,250 Üb:Ternite,PompejanGemälde VarB2,242,2 Gfin Stolbg [8./9.]3.[75]
B bezogen auf den Bereich des (spiritistisch, magisch) Okkulten, Spekulativ-Dubiosen
1 iS eines (mit Hoffnung, Zutrauen od/u Furcht verbundenen) Für-wirklich-Haltens
a in Hinblick auf Geister, Zauberwesen, Gespenster[Marquise:] ich kann es [dem Domherrn etw vorzugaukeln] nicht thun, ohne den G-n des Domherrn an die Geister zu stärken .. so müssen Kluge sich verstehen, um thörichte leichtgläubige Menschen sich zu unterwerfen 17,164,21 GrCoph II 644,359,3 CellAnh XIIGespr(He2,78) Riemer 10.8.06 zugl (in Hinblick auf Wiedergänger-Erscheinung) als Überzeugtheit von einer tieferen Bedeutung des Phänomens[üb Hamlet] diese Seele ist zugleich von .. Schmerz erfüllt, von .. Ahnungen und Vermuthungen .. Sein G. an die Schattenerscheinung seines Vaters 40,129,12 EnglSchausp
b hinsichtl sympathet-telepathischer, magisch- alchimistischer Kräfte, geheimnisvoll-übersinnlicher Zusammenhänge, Wirkungen; einmal ‘dumpfer G.’Mehlbrüh bekennt seinen G-n an Sympathie und an einen Mischmasch wahrer und erträumter Wunderkräfte der Natur 411,156,28 Üb:Arnold,Pfingstmontag20,338,19 Wv II 11Gespr Eckerm 7.10.27B7,168,14 Kayser 23.1.86
2 als Überzeugtsein von der Wahrheit, Richtigkeit, Wichtigkeit einer Sache (mehrf in Berührung mit C2)
a mBez auf wiss-rational nicht fundierte Lehren, Anschauungen, Praktikensein [Wallensteins] G. an Astrologie, der .. tiefe Wurzeln geschlagen hatte, setzt ein Gemüth voraus, das .. von Hoffnung und Furcht bewegt wird 40,56,11 Üb:Piccolom[Wahrsagen aus Karten] Ich sagte .. einige Artigkeiten .. ich hätte schon längst so etwas zu erfahren gewünscht, woran mir bisher der G. gefehlt habe 27,284,15 DuW 9B28,90,17 Voigt 16.5.17
b mBez auf vermeintl bedeutsame Gegebenheiten, ominöse Ereignisse, (An-, Vor-)ZeichenDer G. an eine wunderbare glückliche Constellation 40,39,6 Üb:Piccolom[Mittler:] Aberglaube .. auf die warnenden Symptome achtet kein Mensch, auf die schmeichelnden und versprechenden allein ist die Aufmerksamkeit gerichtet und der G. für sie ganz allein lebendig 20,192,23 Wv I 1829,232,5 DuW Plp Aristeia dMutter [Bettina/G]
3 für: Sensibilität, Vermögen, das Übersinnliche, geheimnisvoll Verborgene zu erspüren, wahrzunehmen[Graf, sich als der angekündigte Großkophta darstellend:] O ihr Blinden! Ihr Hartherzigen! .. mögen eure Augen mich erkennen, wenn euer Herz mich verkannt hat! Und wenn die Gewalt, die ich über eure Gemüther ausübte, euren G-n schwach ließ, so glaubt nun an die Wunder, die ich außer euch, aber in eurer Gegenwart vollende! 17,195,12 GrCoph III 9
C im profanen Bereich; wiederholt anspielend auf (u gelegentl in Berührung mit) A
1 iS eines Für-wirklich-, Für-wahr(scheinlich)-, Für-möglich-Haltens, Als-richtig/plausibel-Akzeptierens
a als Verhalten gegenüber Ereignissen, Dingen, Sachverhalten, Aussagen, Darlegungen, Ansichten; mehrf ‘G-n schenken, geben, versagen’, ‘G-n verdienen’ uädie Ihnen zugestoßenen Unfälle, Retardationen und Verlegenheiten wurden einstimmig erzählt, zum G-n an ihre Wahrheit uns nöthigend B35,132,19 Riemer 7.10.21Ich sah bei ihm [Prof Blumenbach in Göttingen] den ersten Aërolithen, an welches Naturerzeugniß8) der G. uns erst vor kurzem in die Hand gegeben ward 35,96,5 TuJ 1801Ich las den Lykurg in Plutarchs Biographien und verwunderte mich, wie man einem solchen ganz unwahrscheinlichen Mährchen einigen G-n habe schenken können Tgb 29.9.31[Adressat war aus Weim verzogen] werden Ew. Hochwohlgeboren mir gerne G-n beimessen, daß ich Ihre Mitbürgerschaft oft vermisse B34,89,23 Könneritz 11.1.21ReinF VI 369Gespr(He5,226) Falk 3.11.10B42,207,3 Kavélinn [3.]6.27 K kategorial iUz jds ‘Vernunft’[mBez auf Ausfall der Franzosen aus dem belagerten Mainz] Wenn Mama .. das geschehene nicht begreifen kann, so gereicht es ihr zur Ehre, denn es beweißt daß sie ihre Vernunft nicht unter den historischen G-n gefangen geben will B10,88,16 Jacobi 7.7.93
b als Eigenschaft, Haltung, Verhaltensweise
α (kritiklose) Gläubigkeit, auch geistige Hörigkeit, Unmündigkeit, bes im wiss Bereich; in Vbdgn wie ‘blinder, unbedingter G.’, ‘auf guten, bloßen G-n’, ‘in G-n und Demut’Wie sicher muß Newton von dem blinden G-n seiner Leser sein, daß er zu sagen wagt .. da er doch auf der vorhergehenden Seite zugibt .. N2,280,14 FlP 645[Ritter zum Grafen:] Diese geheimen Wissenschaften .. diese wunderbaren Kräfte, die uns auf guten G-n versichert wurden .. alles weissagte mir nichts Gutes 17,185,21 GrCoph III 6hat man .. Naturforscher weggeschreckt, gerade wie die Kirche .. Ketzer zu entfernen sucht .... muß man sich schämen, im chromatischen Fach [iUz Physik u Chemie] .. mit dem alten Inventarium von Traditionen .. sich in G-n und Demuth begnügt zu haben N4,84,21 FlH VI[für: croire] N51,370,7 Fl Nachtr[für: crédulité] 9,311 Mahomet 798
β iSv Glaubensstärke (anspielend auf Matth 8,10), iron[Caroline Schlegel hatte eigenh abgeschriebene Xen verschickt u Druckfahnen von Lj VIIf noch vor G zu lesen bekommen] Heil unserer Freundin .. daß sie unsere Gedichte abschriftlich verbreiten und sich um unsere Aushängebogen mehr als wir selbst bekümmern will! Solchen G-n habe ich in Israel selten gefunden B11,230,22 Schiller 12.10.96
2 Überzeugung, Auffassung, Meinung
a wohlfundiert, sehr wahrscheinl zutreffend od berechtigt; aus intensiver wiss od künstlerischer Betätigung, Sachkenntnis erwachsen, gelegentl zugl weltanschaul geprägt; in Vbdgn u Wdgn wie ‘mein G.’, ‘fester G.’, ‘jds alten G-n bestätigen’, ‘des G-s blei-

[Bd. 4, Sp. 261]
ben’, ‘des G-ns werden’[erfolgreiches Erschließen thür Steinsalzlager] bestätigte meinen alten G-n an die Consequenz der Flötzbildung und vermehrte den Unglauben in Betreff des Hebens und Drängens .. Schleuderns und Schmeißens [iS der Vulkanismus- Hypothese] N9,260,21 VerschBekenntnWir bekennen uns alle zu dem G-n: die Erde vermehrt oder vermindert ihre Anziehungskraft N12,185 Witterungslehre 1825 PlpUnbeschadet des G-ns an eine fortschreitende Cultur, ließ sich .. bemerken, daß der menschliche Geist sich in einem gewissen Kreise von Denk- und Vorstellungsarten herumbewege N9,265,22 VerschBekenntnB35,158,5 Riemer 28.10.21 axiomatisch, auf Wahrscheinlichkeitsgründen u/od einem spezif Intuitionsvermögen beruhenddas kann und muß man annehmen .. daß alle gesunden Augen alle Farben und ihr Verhältniß ungefähr überein sehen. Denn auf diesem G-n der Übereinstimmung solcher Apperceptionen beruht ja alle Mittheilung der Erfahrung 45,312,22 Diderot,Malerei AnmHandschriften bedeutender Personen .. bestärkte sich der G., daß die Handschrift auf den Charakter des Schreibenden und seine jedesmaligen Zustände entschieden hinweise, wenn man auch mehr durch Ahnung als durch klaren Begriff .. davon Rechenschaft geben könne 36,52,21 TuJ 1809aus umfassender Lebenserfahrung, gründl Menschenkenntnis uä hervorgegangen: ‘jdn in seinem uralten G-n bestärken’, ‘den G-n bestätigen’ uäEw. Königlichen Hoheit verehrtes Schreiben hat mich in meinem uralten G-n bestärkt, daß rein und glücklich erfaßte Verhältnisse unauslöschlich fortleben B42,60,14 Hzgin vCumberld 16.2.27 KN6,242,7 Rez:Schelver
b subjektivem Dafürhalten gemäß, persönl Empfinden, Wunsch entsprechend; ‘sich an etw im G-n halten’, ‘sich an den G-n halten/einen G-n haben, daß’ ua[Absage eines Besuchs] Durchl. der Herzog glauben daß meine Gegenwart beym Schloßbau nützlich seyn könne, und ich habe diesen G-n, auch ohne eigne Überzeugung, zu verehren B14,126,16 Schiller 9.7.99Kann ich hoffen, daß das gnädige .. Andenken mir eben so beharrlich zu Theil wird, als die Sonne .. Im G-n halt’ ich mich daran, doch würde ein sichtbares Zeichen .. sehr wohlthätig seyn B23,426,18 J Gfin O’Donell 5.8.13B18,26,10 Hardenbg 3.11.87B22,211,9 CWolzogen 10.12.11 mit dem Nebensinn von unzutreffend, illusionärindem sie [die alte Barbara] ihm [Norberg] den G-n ließ, als wenn Felix sein Sohn sei 23,111,3 Lj VII 8Der Mensch muß bei dem G-n verharren, daß das Unbegreifliche begreiflich sei; er würde sonst nicht forschen N11,128,16 MuR(563)N9,291,4 Verhältn zWiss
c in Kennzeichnung einer als grundsätzl unangemessen gewerteten Betrachtungsweise: ‘G. an Menschheit’[zu FDelbrücks Wv-Rez] G. an Menschheit .. Rezension [JALZ v 18./19.1.10]9) .. wo der Rezensent einen Zufall nennt als empirisches Wort für etwas, was nur die Götter aussprechen Gespr(He5,59) Riemer undat
3 Vertrauen, Zutrauen; Zuversicht
a bezogen auf Existenz od Qualität best (wichtiger, relevanter) Gegebenheiten; in α bis δ fast nur od überwiegend ‘G. an’
α hinsichtl sachspezifischer Eigenschaften, Werte, Leistungen[aus Tennstedt] scheint der alte G. an dieses Bad .. sich zu bewähren B27,136,4 Grhzgin Louise 7.8.16 K[im Mannheimer Antikensaal] Vorschmack antiker Architektur .. ich läugne nicht, daß bei’m Anblick jener so ungeheuren als eleganten Akanthblätter mein G. an die nordische Baukunst etwas zu wanken anfing 28,87,11 DuW 11Die Anzahl derer, welche keinen G-n an die Physiognomik hatten, oder doch wenigstens sie für ungewiß und trüglich hielten, war sehr groß 28,257,25 DuW 14[mBez auf Unterstützung des Adressaten in Rom; auf Hebr 11,1 anspielend] Wenn Sie mir .. nur einige Skizen .. geschikt hätten .. Der G. an das, was man nicht sieht ist sehr rar B4,331,5 Maler Müller 6.11.80B8,218,20 ChStein 25.5.87B33,216,22 Conta 11.9.20
β hinsichtl bestimmter individueller (od kollektiver) Qualitäten, Fähigkeiten, die (vorrangig) objektiv bedingten Forderungen bzw Erwartungen entsprechenHerr Hellbeck .. Ein Mann von den aufrichtigsten religiosen Gesinnungen, von der feinsten Gewissenhafftigkeit .... verdient er nicht den höchsten G-n, dessen je ein Zeuge sich würdig machen kann? DjG35,395,12 RAnw [8.9.75]er [Behrisch] zerstörte .. den wenigen G-n, den ich an gleichzeitige Schriftsteller bei mir hegte 27,133,2 DuW 735,197,8 TuJ 1805A1,161,2 Votum [16.8.81] ‘G. an die Nation, an eine Folgezeit’, ‘wechselseitiger G. (der Volksglieder)’ ua 7,3,12 DivNotB33,309,2 CarlAug 17.10.20B24,53,25 An? [Ende Nov? 13] KB31,182,23 Schultz 15.6.19zugl iSv Vertrauenswürdigkeit (in Berührung mit C4)[Machiavell:] Ihr unterdrückt die neue Lehre nicht. Laßt sie gelten .. [Regentin:] .. Würde ich nicht alles Vertrauen, allen G-n bei ihm [Philipp II] verlieren? 8,187,3 Egm I
γ in Hinblick auf jds Gesamtpersönlichkeit, seine von (einem) eng verbundenen Menschen als Vorzüge geschätzten persönl Eigenschaften; einmal mit Anspielung auf das Gläubiger-Schuldner-VerhältnisEs ist mir leid daß dir in meinem .. Briefe etwas misbehagt hat .. zweifle nicht an meinem G-n an dich Ganzen B5,87,22 Lavater 18.3.[81][aus Rom an die Freunde] Bleibt in der Liebe und G-n an mich 32,7,26 ItRMax .. unerschütterlich im G-n an den Herzog 40,52,5 Üb:PiccolomVerlieren Sie den G-n nicht dass ich Sie liebe sonst muss ich einen grosen Bankrut machen B4,284,26 ChStein 8.9.[80]B9,113,12 Herder [10.5.89]B22,252,11 Rochlitz 30.1.12
δ ‘G. an sich selbst’: Vertrauen in die eigenen Kräfte u Fähigkeiten, in Wert u Richtigkeit des eigenen Tuns, der eigenen Haltung, auch: zur Bezeichnung von Selbstachtung, SelbstwertgefühlDem bescheidenen, wenig ruhmredigen Deutschen ist der G. an sich selbst von je her etwas schwer geworden, und doch kann ohne denselben nichts vollkommen wohl gedeihen 48,18,5 Preise 1800N6,137,8 MetamPfl Nachtr17,215,1 GrCoph IV 6 uö(selten)(teilweise) Selbsttäuschung einschließend: ‘G. .. auf das bißchen, was man ist oder sein möchte’ 422,85,1 Üb:Jacobi,Briefw
ε iVbdg mit ‘Treue’ das Prinzip eines auf wechselseitigem Vertrauen gründenden (formal-vertragl nicht fixierten) Verhältnisses bezeichnend: des einen ‘G.’ gegen des anderen ‘Treue’; bevorzugt in der Formel ‘auf Treu(e) und G-n’; im jur, geschäftl, öffentl Bereich; im wiss, ästhet Kontext gelegentl mit pejor Unterton (mangelnde Reflexion, Kritik andeutend)umsomehr .. als die Hofmannische Familie das Guth .. gleichsam nur auf Treue und G-n, inne gehabt B51,133 Steffany 16.3.98 BeilageÜber eine .. Beredung .. findet sich nichts in meinen dieses Geschäft [Herausgabe des Briefw mit Schiller] betreffenden, sehr magern Acten, ich übernahm es auf Treu und G-n [>übernahm ohne weiteres die gemeinsa-

[Bd. 4, Sp. 262]
me Angelegenheit B43,210,3f] B43,396 Cotta 17.12.27 K [gestr]Ew. Excellenz haben, auf architectonische und ästhetische Treu und G-n, einen Vorschlag [zu baul Veränderungen im Bühnenraum] .. gebilligt und .. befördert B25,289,20 Voigt 29.4.15[FWHerschel] ein so scharfsichtiger und scharfsinniger Mann .... [er hat] so gut als tausend andere, das Spectrum und die daraus abgeleitete Hypothese auf Treu und G-n angenommen B15,190,23 Ritter 7.3.01 KReinF X 256[Reinke de Vos: vppe truwe vnde louen] B12,10,23 Schleusner [nach 15.1.97] K27,174,26 DuW 8 im (intim-)privaten Bereich; auch in Apostrophe[Wilh üb Mariane, zu sich:] Sie hat sich dir hingegeben! Sie, das geliebte, gesuchte, angebetete Geschöpf, dir auf Treu und G-n hingegeben 21,46,10 Lj I 9~51,69,1 ThS I 18[Gottfr in Hinblick auf Weisl:] Der wäre nun verlohren. Treu und G-n [G. 8,72 Götz2], du hast mich wieder betrogen. Arme Marie! 39,78,3 Götz1 II
b als konkr, auf Einzelfälle bezogene Hoffnung, gewisse ErwartungSein [Meyers] G., daß ein verdrießliches Übel durch vaterländische Luft geheilt werden könne, belebt auch meine Hoffnung B28,268,7 Creuzer 1.10.17[Eduard zum Major:] So manche tröstliche Ahnung, so manches heitere Zeichen hatte mich in dem G-n, in dem Wahn bestärkt, Ottilie könne die Meine werden 20,344,22 Wv II 12[Behandlung der entopt Farben als Krönung der Fl] daß ich gar niemand neben mir habe, der .. gründlichen Antheil nimmt, läßt mich öfter zaudern und stocken .. doch wollen wir den G-n nicht verlieren, da es an Muth nicht fehlt B33,277,20 Schultz 1.10.20132, 308,39 Götz3 II VarB2,183,8 Jacobi 14.[8.74] in Hinblick auf Sinn u Zweck eigenen Tuns als motivierende, ermutigende KraftDas ungeheure .. Phänomen von Verschiebung, Verrückung der Gänge .. Über diese wichtige Erscheinung hab ich Aufschlüsse die mich glücklich machen, aber ich habe keinen G-n mehr sie mitzutheilen. Indessen schreib ich es auf B27,421,21 Leonhard 7.11.16 KB48,12,22 Zelter 9.11.30
c als gegenstands- od situationsbezogene (zeitweilige) positive Grundhaltung, -stimmungIch bewundere, verehre und liebe .. den G-n daß, durch seltsame Mittel, edle ja große Zwecke erreicht werden können B24,89,18 Trebra 5.1.14 K[nächtl Rückzugsmarsch] gestand man, hier sei gar keine Rettung .. da dieß [Angriff des Feindes] .. nicht geschah, so stellte sich das hoffnungsbedürftige Gemüth schnell wieder her .. Von Stunde zu Stunde vermehrte sich der G. 33,96,24 CampB28,202,5 Hitzig 29.7.17 K
4 Glaubwürdigkeit, Zuverlässigkeit
a ‘jdm, einer Aussage G-n beimessen, (ver) schaffen’ (zT nicht deutl von C1a scheidbar)Nachrichten von der gedachten Person .. Sie .. kann Dienste haben wenn ihre Angaben wahr befunden werden, so daß man ihr auch wegen des übrigen G-n beymessen kann B7,5,19 Kestner 11.1.85So erlaubt’ er [Reineke] sich alles, damit er seiner Erzählung | G-n schaffte [Reinke de Vos: synen worden .. geue macht] ReinF V 7[üb Ms mit der Legende von den hl drei Königen] die Art, wie der Verfasser sich G-n zu verschaffen sucht und dann doch auf eine mäßige Weise das Zutrauen seiner Hörer mißbraucht .. ist allerliebst B32,78,6 Boisserée 22.10.19
b in der (iUz 3aε) verstärkenden Vbdg ‘Treu(e) und G.(-n)’ (auch durch fem od mask Artikel zusammengefaßt) die sittl Komponente betonend: iSv Redlichkeit, Ehrlichkeit; einmal ‘bei Treue und G. etw versprechen’[in Hinblick auf Bitte, das Ms nicht abzuschreiben] Der Treu und G-n der Tante Fahlmer sind die Geschwister empfohlen B3,118,21 CEGoethe/Fahlmer/Bölling 6.11.[76]der bisherige Treu und G. womit ich .. mich diesem Geschäft [Auslegen von Geldern für Erziehung des Findelkinds Peter im B.] unterzogen B4,32,15 Scholley 26.4.79 KDer Lügner hofft vergeblich Treu’ und G-n [fidélité] 6,68 Div Fünf Dinge 7er [der Verf eines empir-natwiss Lehrbuchs] kann viele Versuche nicht selbst machen, er muß sich auf anderer Treu und G-n verlassen N4,174,12 FlH VIB21,10,24 JFHSchlosser 22.7.09 K18,202,21 Unterhaltungen [für: fede] 43,176,25 u 177,2 Cell I 12 idVbdg ‘Treu und G-n halten’10) [Regentin:] Ich weiß wohl, daß Politik selten Treu’ und G-n halten kann, daß sie Offenheit, Gutherzigkeit, Nachgiebigkeit aus unsern Herzen ausschließt 8,187,17 Egm I
5 idWdgn ‘allen G-n übersteigen’, ‘über allen G-n gehen’ für Glaublichkeit, Vorstellbarkeit bzw iSv Vorstellungsvermögendeutsche Hofleute .... ihre Unart überstieg manchmal allen G-n, und ich erlaubte mir grob zu sein 22,269,25 Lj VI SchöneSeele40,472,26 Bem zu Monatsschr 1794/95
D (im Anschluß an A) in säkularisierender Verwendung, komplex, prägnant; meist absol
1 für stark gefühlsmäßig geprägte (individuelle od kollekt) weltanschaul Grundvorstellung(en), -überzeugung(en); auch kategorialDu findest nichts schöner als das Evangelium, ich finde tausend geschriebene Blätter alter und neuer von Gott begnadigter Menschen eben so schön, und der Menschheit nützlich und unentbehrlich. Und so weiter! | Nimm nun, lieber Bruder! daß es mir in meinem G-n so heftig Ernst ist wie dir in dem deinen B6,36,26 Lavater 9.8.82Daß wir sie [die Bibel, verglichen mit der klass Antike] näher fühlen, kommt daher, weil sie auf G-n und höchste Sittlichkeit wirkt, da andere Literaturen nur auf Geschmack und mittlere Menschlichkeit hinleiten 411,138,1 KlassRomantItal
2 für ein (in jds Haltung u Verhalten sich als Kraft bewährendes) Grundgefühl, -empfinden, auch für eine Grundhaltung, eine fundamentale Fähigkeit
a unbedingte Zuversicht, tiefes Vertrauen, Zutrauen
α bezogen auf Leben u Welt; vereinzelt ‘G. ans Leben, an die Natur, an die Welt’, öfter neben ‘Liebe’ u ‘Hoffnung’ (in ‘Epimenides’ als allegor Figur im ‘Chor der Tugenden’), gelegentl neben ‘Treue’ uaMir mögten manchmal die Knie zusammenbrechen so schweer wird das Kreuz das man fast ganz allein trägt. Wenn ich nicht wieder den Leichtsinn hätte und die Überzeugung dass G. und harren alles überwindet B4,245,20 ChStein 30.6.80[nach Herders Tod am Vortag] Wir können uns Glück wünschen, daß diese winternächtliche Kranken- und Todtenbilder durch eine so geistreiche Natur [Mme de Staël] einigermaßen verscheucht und der G. ans Leben wieder gestärkt wird B16,383,9 ChSchiller 19.12.03Heute haben wir .. erheiterten Himmel, Sonnenschein, und so regt sich wieder G. und Hoffnung an und auf die Natur, da denn die Liebe nicht ausbleiben wird B46,258,10 Zelter 7.3.30Sey .. ermuntert, im Tüchtigen zu verharren, wozu uns .. das widerwärtige Weltgetreibe aufmahnt und nöthiget. Helfen wir uns selbst, so wird uns Gott helfen. | In Treu und G-n verharrend | Goethe B43,179,27 Zelter 21.11.27Gespr(He32,638) Kanzl Müller 6.6.30Tasso 2814B10,23,10

[Bd. 4, Sp. 263]
AnnaAm 25.9.92
16,333,21 Epimen PersVerz411,42,2 Anz:Epimen in indirekter Definition od SpiegelungG. ist nur das Selbstvertrauen objektiv gefaßt und objektiviert Gespr(He2,878) Riemer 26.12.13Kein tüchtiger Mensch läßt seiner Brust den G-n an Unsterblichkeit rauben! Gespr(He32,569) Kanzl Müller [16.2.30]
β in Hinblick auf (eigenes) Schaffen u WirkenNun glühte seine Wange .. | Von jenem Muth, der .. | Den Widerstand der stumpfen Welt besiegt, | Von jenem G-n, der sich stets erhöhter | Bald kühn hervordrängt, bald geduldig schmiegt, | Damit das Gute wirke, wachse, fromme, | Damit der Tag dem Edlen endlich kommt 16,167 EpilSchillers Glocke 53dieß Herrliche hat sie [die Wahrheit] .. daß sie uns Blick und Brust öffnet und uns ermuthiget, auch in dem Felde, wo wir zu wirken haben, auf gleiche Weise [kritisch] umherzuschauen und zu erneutem G-n frischen Athem zu schöpfen 422,79, 9 Üb:Niebuhr,RömGeschB6,367,19 ChStein [6.10.84 Korr B50,215]B23,88,8 Zelter 2.9.1235,15,27 TuJ 1790
γ angesichts krit-heikler Situationen, unberechenbarer Entwicklungen[mBez auf Petri Rettung aus dem Meer (sa A1cα)] eine der schönsten Legenden .. Es ist darin die hohe Lehre ausgesprochen, daß der Mensch durch G-n und frischen Muth im schwierigsten Unternehmen siegen werde; dagegen bey anwandelndem geringsten Zweifel sogleich verloren sey Gespr Eckerm 12.2.31B11,284,19 Körner 8.12.96[in Anspielung auf Jes 30,15] B2,208,16 Kestner 21.11.74bildl als ‘Kapital’[im Vergl mit ‘öffentl Spar- und Hilfskassen’] Der Glaube ist ein häuslich heimlich Capital .. hier nimmt der Gläubige [in der Not] sich seine Zinsen .. selbst 422,125,19 MuR
δ unter erkenntnistheoret Aspekt: iS (aus Wissen gespeisten) zuversichtl Vertrauens, daß die Natur auch jenseits der Wissensgrenzen gesetzmäßig zusammenhängend beschaffen, einer höheren Vernunft, einem übergreifenden Sinn gemäß geordnet ist[mBez auf Schwierigkeiten bei Experimenten zur Regenbogen-Erklärung] Wir müssen einsehen lernen, daß wir dasjenige, was wir im Einfachsten geschaut und erkannt, im Zusammengesetzten supponiren und glauben müssen. Denn das Einfache verbirgt sich im Mannichfaltigen, und da ist’s, wo bei mir der G. eintritt, der nicht der Anfang, sondern das Ende alles Wissens ist .... worauf wir denn .. in unsern Andeutungen fortzufahren und des eigentlichen reinen G-ns uns immer würdiger zu machen suchen werden N51,443,4 u 445,27 Regenbog 25.2.32N11,56,18 BedenkenErgebgN3,224,15 FlH IVals selbst dem Verstand eignende, bei allem ein großes Ganzes voraussetzende, darauf hinzielende Kraftden G-n des Verstandes, der hinter dem Seltsamen noch einen löblichen Zusammenhang vermuthet 411,130,19 Geistesepochen nach Hermann
b iS respektvoll bewundernden, ehrfürchtigen Anerkennens, Bejahens (ästhetischer Werte u Leistungen); auch personifiziertwelch ein schmerzliches Gefühl über die Freunde der Dichtkunst und des Genusses an derselben sich verbreitete, als die Persönlichkeit des Homer .. bestritten wurde .... Aus dem Zerstörten und Zerstückten wünschte die Mehrheit der classisch Gebildeten sich wieder herzustellen, aus dem Unglauben zum G-n, aus dem Sondern zum Vereinen, aus der Kritik zum Genuß wieder zu gelangen 36,190,11 TuJ 1821entweder Kritik oder G. Die Kritik muß in ihrem vollen Rechte bleiben .. der G. jedoch läßt sich nicht irre machen, und wenn er dem Kritiker für die Vorbereitung dankt, so läßt er sich im Genuß nicht stören 422,453,11u13 Üb:Campbell,Lect onPoetryB42,213,8 Zelter 9.6.27 [Zit s v ernst-alt]
c für ganzheitl-intuitives, geniales Erfassenkann nur der G., ein schneller Faßblick (apercü), Neigung (Li[e]be) sich mit einem Mal einer Idee bemächtigen. (Begriff von der Metamorph[ose] der Pflanzen, der Farbenlehre .. ) DVjs44,1970,483 Gedanken üb histKritik [G/Riemer]
3 für die (kindl-naivem Vertrauen entspringende) inbrünstig-zuversichtl Erwartung, daß Verheißenes geschehen werde AA39,12 Werth I
GWB Aberglaube GWB Ahnungsglaube GWB Feuerglaube GWB Gelehrtenglaube Gespenster- Leicht- Priester- Schnell- Treu- Un- Ur- Volks- Wahn- Wasser- Wunder- *Fegfeuerglauben GWB beglaubigen GWB beglauben BeglaubigungSyn zu A1—3 Religion zu A1 Frömmigkeit Gottesfurcht Religiosität zu A1b Andacht zu A1c Ergebenheit Ergebung Vertrauen Zutrauen zu A3c und d Bekenntnis Credo Konfession zu C1bα Leichtgläubigkeit zu C2 Ansicht Auffassung Erwartung Gefühl Gesinnung Hoffnung Lehre Meinung Vorstellung zu C2a Gewißheit Überzeugung zu C2b Erwartung Vermutung zu C3aα-δ Vertrauen Zutrauen zu C3b Erwartung Hoffnung Zuversicht zu C3c Zuversicht zu C4a Glaublichkeit Glaubwürdigkeit zu C5 Vorstellung Vorstellungskraft -vermögen zu D2 GWB Ahndung Ahnung Vertrauen Zutrauen
1) s HA Br3,679
2) vgl FfA I 32,1537
3) s Komm FfA I 13,638 (zu 1.663)
4) vgl unter A1e
5) in MA5,831(zu 533,27f) gedeutet als Übertragung von Jarnos Therese-Charakteristik 23,185,14f; vgl auch MA16,957f u, mit anderer Akzentuierung, GHb3 41,396ff
6) vgl Br an Zelter v 3. 12. 1812 (WA IV 23,191)
7) vgl HA610,631
8) zur strittigen Frage nach ird od kosm Herkunft vgl HA106,715 (zu 453,21) u GOETHE 13, 1951,287ff
9) wieder abgedruckt bei OFambach, G u seine Kritiker, 1953,148ff 10) interpretierbar auch iSv Versprechen, gegebenes Wort (zur Verstärkung von nahezu gleichbedeutendem ‘Treue’), vgl s v Glaube DWb 4.1.4,7801ff (Pkt IIC2) u s v Treue DWb 11.1.2,309

Gert Liebich

 

  Gottesfurcht unbedingte Gläubigkeit, Frömmigkeit, als relig Haltung bes von erklärten, bekennenden Christen (wie Geistlichen, Heiligen); iVbdg mit ‘rein’, ‘hoch’ u neben ‘Rechtschaffenheit’, ‘Sittlichkeit’ uä[üb Jung-Stillings Ansehen als Augenoperateur] Redlichkeit seiner Seele, Zuverlässigkeit des Charakters und reine G. bewirkten ihm ein allgemeines Zutrauen 29,25,11 DuW 1622,327,2 Lj VI SchöneSeele31,245,6 ItR29,113,28 DuW 18‘alttestamentliche G.’ wohl für ein unerschütterliches Gottvertrauen (ohne sonderliche Beziehung zu Gestalt u Funktion Christi)[G üb seine Mutter] einer Frau .. die, in alttestamentlicher G., ein tüchtiges Leben voll Zuversicht auf den unwandelbaren Volks- und Familiengott zubrachte B38,12,7 Zelter 9.[1.]24
Syn Frömmigkeit Gottesverehrung

Rose Unterberger