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| GWB Aufrichtigkeit (Bd. 1, Sp. 998) | DWB freimut (Bd. 4, Sp. 118) | GWB Freiheit (Bd. 3, Sp. 892) | |||||||||||||||||||||
a Rechtschaffenheit, Redlichkeit die A. des Moses .. welcher weder auf seinen Ruhm noch auf den Nutzen der seinigen gesehn= probitatem Mosis DjG3 1,42,8 Labores juv [1758] Sie haben von Natur ein redliches Herz; erhalten Sie die Grundsätze der A. [sincérité] 24,90,28 Wj I 5 PilgTörin A. und Gerechtigkeit N3,123,25 FlH II Gradheit und A. B41,103,24 Kanzl Müller 3.8.26 uö b Wahrhaftigkeit, Wahrheitstreue die Irrgänge [Newtons] alle zu durchwandern .. waren mir die Lectiones opticae .. behülflich, indem diese einfacher, mit mehr A. und eigener Überzeugung des Verfassers geschrieben sind N4,303,4 FlH VI Beschreibe mir mit der A. eines Christen, aber ohne Bescheidenheit .. deine ganze That wider den Landvogt Grebel B30,6,2 Lavater [2. Hälfte Aug 74] Howards Selbstbiographie .. Bey aller Wahrheit und A. ist der kleine Aufsatz doch sehr klug und gut geschrieben B36,142,18 Schultz 5.9.22 Ich fühle .. den Umfang Ihrer Güte, mein .. Danck soll eine unbedingte A. seyn. Die Zartheit womit Sie mich behandeln, heißt mich alle sogenannte Delikatessen zu vermeiden B8,356,2 CarlAug 17.3.88 Hackert .. sagte zu mir mit seiner gewöhnlichen bestimmten A.: “Sie haben Anlage, aber Sie können nichts machen ..” 31,51,5 ItR uö ― Freimut, Offenheit eine Seele wie meine .. zu rühren .. Ihre Liebe, Ihre A. konnte das allein; Mellin ist .. zu zurückhaltend B(Zimmerm 13) Langer 24.11.68 Durch meine .. Autorschaft .. ward die Aufmerksamkeit meiner Mitbürger erregt .. Gleich bey dem ersten Zusammentreten fand man [an mir] einen unbedingten Freysinn, eine heitere A., Offenherzigkeit [nur eine heitere Offenherzigkeit 29,19,10] im Gespräch 29,202 DuW 16 Var Ich würde .. die alte Reinheit und A. verletzen, wenn ich dir verschwiege, daß mich das Büchlein ziemlich indisponirt hat B23,7,4 Jacobi 10.5.12 Die Bedeutsamkeit der unschuldigsten Reden und Handlungen wächs’t mit den Jahren .. zwischen A., Vertrauen und Indiscretion .. eigentlich kein Unterschied .. vielmehr nur ein leiser Übergang vom Unverfänglichsten zum Schädlichsten 422,172,19 MuR(482) [für: ingenuité] 24,89,13 Wj I 5 PilgTörin 21,163,2 Lj II 4=51,205,2 ThS III 3 24,94,20 Wj I 6 uö c Echtheit, Tiefe [Straßb Kreis] Schon früher .. auf die Natur gewiesen, wollten wir daher nichts gelten lassen als Wahrheit und A. des Gefühls und der rasche derbe Ausdruck desselben 28,57,13 DuW 11 B30,30,13 Herda 2.1.84 Syn zu a Ehrlichkeit Gradheit Gradsinn Rechtlichkeit Rechtschaffenheit Redlichkeit zu b Ehrlichkeit Freiheit Freimütigkeit Offenheit Offenherzigkeit Wahrhaftigkeit Wahrheitsliebe Wahrheit zu c Wahrheit | 1 polit Autonomie, Unabhängigkeit eines Staates, Volkes, (städt) Gemeinwesens von Fremdherrschaft, äußerer Unterdrückung, meist unter dem Aspekt kriegerischer Auseinandersetzung; mehrmals in bildhafter Vorstellung (zB ‘Licht der F.’) Er [SMilutinowitsch] focht in beiden Befreiungskriegen unter Georg und Milosch für die F. seines Vaterlandes, wanderte, als dieses dem türkischen Joche sich wieder schmiegen mußte, nach Bessarabien 412,285,10 SerbLit [G/ Gerhard] Sie werden so lange votiren und schnacken | Wir sehen endlich wieder Kosacken, | Die haben uns vom Tyrannen [Napoleon] befreit, | Sie befrein uns auch wohl von der F. 51,121 ZXenNachl VIII 533 11,170,2 Stella III 16,335 u 376 Epimen 3u876 33,305,28 BelagergMainz uö in Egmonts Vision als lichtvolle Siegesgöttin (mit den Zügen Klärchens) 8,303,20 u 304,12 Egm V 2 die in einer republikan od konstitutionellen Regierungsform erreichte Teilhabe (von Teilen) des Volkes an der polit Macht u seine entspr Rechtslage (iGz Despotie, Tyrannei, Alleinherrschaft), im Hinblick auf Staaten wie die Schweiz od England auch mit positiven Charakterisierungen wie ‘löbliche, vernünftige F.’ da das Gemeinwesen, als dessen Glied er [Lavater] geboren war, in der genauesten und bestimmtesten Beschränkung einer löblichen hergebrachten F. genoß 28,261,14 DuW 14 9,44 Mitsch3 57 [für: freedom] N12,46,25 Üb:Howard uö mBez auf altgriech Stadtstaaten, auch ‘innere F.’ 7,27,16 DivNot 53,142,3 FabPhaedrus im Spiel mit Bed 17 a, spött Frei wären die Schweizer? .. da draußen auf den Felsen ist’s auch wohl der Mühe werth von F. zu reden, wenn man das halbe Jahr vom Schnee wie ein Murmelthier gefangen gehalten wird 19,198,13 BrSchweiz I bes im Hinblick auf die Frz Revolution u die Menschenrechtsdiskussion der polit Aufklärung zugl iS eines individuellen Entfaltungsraums, der nur durch die Rücksicht auf die (gleichen) Rechte der andern beschränkt ist; als Ideal in der Figurenperspektive ‘begeisternd’ (HermDor), jedoch angesichts der zeitgenöss Realität gewöhnl aus spött-iron Distanz, so bes idVbdg ‘F. und Gleichheit’ (hierfür Schwerpunkt ‘Der Bürgergeneral’) [der Richter:] Als man hörte vom Rechte der Menschen, das allen gemein sei, | Von der begeisternden F. und von der löblichen Gleichheit! | Damals hoffte jeder sich selbst zu leben .. .. | Sprech’ er [der Mensch] doch nie von F., als könn’ er sich selber regieren! | Losgebunden erscheint, sobald die Schranken hinweg sind, | Alles Böse, das tief das Gesetz in die Winkel zurücktrieb HermDor VI 10u78 [Luise:] So viele nehmen sich der Sache der F., der allgemeinen Gleichheit an, nur um für sich eine Ausnahme zu machen 18,41,12 Aufgeregten II 4 Gesetzgeber oder Revolutionärs, die Gleichsein und F. zugleich versprechen, sind Phantasten oder Charlatans 422,234,14 MuR(953) [Schnaps:] im Namen der F. und Gleichheit macht eure Keller auf .. wir wollen essen und ihr seid satt 17,280,25 Bürggeneral 9 [betr röm Karneval] daß F. und Gleichheit nur in dem Taumel des Wahnsinns genossen werden können 32,270,26 ItR2) [Tasso zur Przin:] Doch glaube nicht, daß mir | Der F. wilder Trieb den Busen blähe. | Der Mensch ist nicht geboren frei zu sein, | Und für den Edlen ist kein schöner Glück, | Als einem Fürsten, den er ehrt, zu dienen Tasso 929 17,266,11 u 289,19 Bürggeneral 6 u 9 18,102,25 Unterhaltungen 152,180 Faust II Plp 51,296 XenNachl 183 uö im Bild einer verführerischen Frau 18,98,11 Unterhaltungen in der als Leerformel enthüllten Parole ‘Tugend, F. und Vaterland’ (nach JFFries) im Kontext der Jenaer Burschenschaftsbewegung 1817 36,132,26u28 u 133,3 TuJ 3 das innerhalb einer (aufgeklärten) ständisch-feudalen Ordnung (herkömmlicherweise) gewährte od geduldete Maß an Selbständigkeit, teils iS eines freiwilligen Dienstverhältnisses (des Adels), bes aber iSv Freiraum für die private Entfaltung des Bürgers (in Gewerbe, Handel, Amt usw), auch idVbdg ‘bürgerliche F.’3) [Gottfr:] Es lebe die Freyheit .. Und wann die uns überlebt, können wir ruhig sterben .. Wenn die Diener der Fürsten, so edel und frey dienen wie ihr mir, wenn die Fürsten dem Kayser dienen, wie ich ihm dienen mögte 39,115,28 Götz1 III ~ 8,114 Götz2 4) [Egm:] Ein ordentlicher Bürger, der sich ehrlich und fleißig nährt, hat überall so viel F. als er braucht 8,211,11 Egm II [üb JHVoß] Auch ist .. die Annäherung zum französischen Freiheitskreise nicht heftig .. bald wird unser Dichter durch die Resultate des unglücklichen Versuchs abgestoßen und kehrt ohne Harm in den Schoß sittlicher und bürgerlicher F. zurück 40,273,1 Üb:Voß, Ged [G/Voß dJ] Am Schluß der Zeiten wird gefunden | Der F. aufgeklärter Blick 16,290 Maskenz 1818 Festz 702 8,183,8u13 Egm I uö iS freier Religionsausübung [Belagerung von Prag im Jahre 1648] diese unglücklichen Einwohner, welche ihre bürgerliche und religiöse F., Besitz und Leben .. zu verlieren in Gefahr sind 421,28,4 Üb:Monatsschr Böhmen [G/Varnhagen] uö(selten) 4 zur Kennzeichnung des sozialen Standes von Personen od der polit Herrschaftsposition, in meist allg gehaltener Aussage, fast immer in ausdrückl Kontrast zu ‘Knechtschaft, Sklaverei’ uä [Thoas:] Zur Sklaverei gewöhnt der Mensch sich gut | Und lernet leicht gehorchen, wenn man ihn | Der F. ganz beraubt Iph2 1789 ~ 39,388,7 Iph1 V 2 daß in allen [Regierungsformen] .. F. und Knechtschaft zugleich polarisch existire. Steht die Gewalt bei Einem, so ist die Menge unterwürfig, ist die Gewalt bei [Bd. 3, Sp. 893] 5 Vorrecht, Vergünstigung, Privileg; auch pl (in a und b) a von der Obrigkeit im Einzelfall gewährte (partielle) Entbindung von bestimmten rechtl Einschränkungen od Verpflichtungen, insbes Steuern, Abgaben, Diensten; mehrmals in der Formel ‘Rechte und F-en’ Der Kaiser, der ihrer [Zollabgaben der Handelsstädte] bedurfte, ertheilte eine solche F., da wo es von ihm abhing, gewöhnlich .. nur auf ein Jahr, und sie mußte daher jährlich erneuert werden 26,33,18 DuW 1 [Vansen:] Unsere Väter waren Leute! .. Dafür sind aber auch unsere Privilegien so deutlich, unsere F-en so versichert. [Seifensieder:] Was sprecht ihr von F-en? [das Volk:] Von unsern F-en, von unsern Privilegien! 8,207,12u14u16 Egm II Hierzu soll auch .. allen .. Beamten .. und andern nötigen Personen beim Bergwerk und Hüttenwerk die F. von allen persönlichen Beschwerungen, an Kopf-, Gewerb-, Vermögens- und Nahrungssteuern, Zug und Wachten oder andern Beschwerungen, wie sie Namen haben .. zugestanden .. werden A(LA I 1,41,4) NachrBergbIlmenau 28.8.83 [Eckardt BergwKomm] 8,203,22 Egm II 39,158,23 Götz1 V ~ 8,144 Götz2 47,269,17 FrauenrollenRömTheat A1,29,17 Reskr 23.12.77 K [für: grazia] 43,157,20 Cell I 11 uö im Tierepos einmal scherzhaft iS der ätiolog Begründung natürl Triebe [Lupardus zu Braun und Isegrim:] zur Sühne sollt ihr Bellyn [den Widder] .. mit allen Verwandten auf ewige Zeiten empfahen. | .. Ihn [Reineke] .. und alle seine Verwandten | Mögt ihr verfolgen .. | Diese köstliche F. [Reinke de Vos: kostlyke vryheyt] verkünd’ ich im Namen des Königs ReinF VI 420 b iS der Gewährung eines rechtl/persönl Schutzes, auch an einer heiligen Stätte [Egm:] Kette und Zeichen [des Ordens des Goldenen Vlieses] geben dem der sie trägt die edelsten F-en. Ich erkenne auf Erden keinen Richter über meine Handlungen als den Großmeister des Ordens, mit dem versammelten Capitel der Ritter 8,240,6 Egm III [für: immunity] 46,222,20 Hackert TgbKnight in Berührung mit Bed 17 a [Iph zu Orest:] ich löse deine Bande | Zum Zeichen eines schmerzlichern Geschicks. | Die F., die das Heiligthum gewährt, | Ist .. Todesbote Iph2 928 ~ 39,357,6 Iph1 III 1 c konzediertes od toleriertes Maß der öffentl, bes polit Meinungsäußerung; Pressefreiheit, öfter unter dem Aspekt aktuellen Mißbrauchs (vgl ‘Preßfrechheit’) [Zimmermeister:] Bei ewiger Gefangenschaft ist verboten von Staatssachen zu reden. [Jetter:] O unsre F.! 8,244,18 Egm IV Der Conflict zwischen den Autoren, welche eine unbedingte F. der Presse fordern, und den Staatsverwesern, die solche nur mehr oder weniger zugestehen können, dauert seit Erfindung der Buchdruckerkunst und kann niemals aufhören A(53,239,10) Votum 15.4.99 [betr negative Rezensionen gegen Jenaer Professoren in der JALZ] Wenn wir nun, wie von jeher, einer unbedingten Preßfreyheit genießen .. so kann man es dem Herausgeber [Eichstädt] der Litteraturzeitung nicht zum Verbrechen machen daß er sich dieser Freyheit gleichfalls bediene. Doch ist diesem Uebel sogleich abgeholfen wenn man ihm zur Pflicht macht wie es ja schon in politischen Dingen geschieht dergleichen Recensionen in Manuscript zur Censur einzusenden A2,913,5 Votum 26.1.16 422,15,4 Freitagsges 9.9.91 3,255 ZXen II 380 B13,132,12 Schiller 2.5.98 uö 6 Erlaubnis, Recht im weiteren Sinn, auch bloß: die jdm gegebene Möglichkeit zu etw; weit überwiegend in der formelhaften Fügung ‘sich die F. nehmen’: sich gestatten, so frei sein, auch ‘sich der gegebenen F. bedienen’ (beides fast durchweg in Ich-Form), bes im Höflichkeits- und (späteren) Briefstil; daneben ‘jdm die F. lassen, die F. haben, jdm bleibt die F.’ uä [Olimpia zu Elm:] Ich glaube, du gingst jetzo in’s Kloster, wenn man dir die F. ließe 38,77,20 ErwElm1 Der Declamirende hat die F., sich eigen erwählte Unterscheidungszeichen, Pausen etc. festzusetzen; nur hüte er sich .. Schaubühne 36,52 Regeln fSchausp [G/Wolff] Ich bediene mich der längst erhaltnen Freyheit bey Ew. Exzellenz anzufragen ob ich diesen Mittag gelegen komme B3,251,9 JFFritsch 30.10.78 20,58,20 Wv I 5 20,293,12 Wv II 7 B16,390,5 Werneb 23.12.03 K [für: licenza] 44,9,19 Cell III 2 uö 7 Unbefangenheit, Ungezwungenheit, Natürlichkeit im Betragen, im gesellschaftl Verkehr; Offenheit, Freimütigkeit im Kommunizieren; iGz Etikette, Steifheit, Verlegenheit, Ängstlichkeit; öfter ‘mit F.’: unbefangen, unbekümmert [Charlotte:] Wenn Luciane, meine Tochter, die für die Welt geboren ist .. durch F. des Betragens, Anmuth im Tanze .. sich vor allen auszeichnet 20,17,13 Wv I 2 daß man sich durch diese kleine Aufopferung [Kartenspiel] .. manches Vergnügen, ja sogar eine größere F. in der Societät verschaffen könne, als man sonst genießen würde 27,248,13 DuW 9 Endlich kam es an sie, sie holte tief Athem, ihre Heiterkeit und F. verließ sie, sie las nicht, sie lispelte es [das von ihr verfaßte Gedicht] nur .. ich war erstaunt .. so bricht die Knospe der Liebe .. auf! 19,208,28 BrSchweiz I Ein Feld jedoch, in welchem man [im Düsseldorfer Kreis um Jacobi] sich mit mehr F. und Übereinstimmung erging, war die westliche .. Literatur 33,193,19 Camp 46,12,19 Winckelm Vorr T1,228,20 v 25.9.86 B10,212,21 Schiller 6.12.94 2,152 Einer hohenReisenden 7 uö 8 Kühnheit, Gewagtheit im sozialen Verhalten a im Kontrast zu höfl Zurückhaltung eher riskantes Reden od Tun im zwischenmenschl Verkehr bei Gefahr der Zurückweisung, meist in Vbdgn wie ‘die/jds F. verzeihen’ [Meph:] Bin so frei g’rad’ herein zu treten, | .. [zu Marthe:] Sie hat da gar vornehmen Besuch. | Verzeiht die F. die ich genommen, | Will Nachmittage wieder kommen Faust I 2903 ~ Urfaust 757 [betr Übersendung eines Ordens] Das Paquet ist an Ihro des Herrn Kronprinzen Königliche Hoheit addressirt und werden Ew. Hochgeboren solche Freyheit schon vorläufig entschuldigt haben B40,109,9 Bedemar 23.10.25 K [betr Bitte um Weiterleitung eines Huldigungsgedichtes Eckermanns auf Ludw I vBayern] Sollte die in dem gegenwärtigen Falle von mir gewagte Freyheit sonderbar erscheinen, so .. B47,22,2 ECotta 14.4.30 K B30,12,18 Catharin? 28.2.78 uö b die Normen von Sitte u Anstand bzw der sozialen Unterschiede verletzende (evtl als Ausnahme tolerierte) Handlung, Äußerung, auch Art zu reden, sich zu betragen, insbes gegenüber Damen; Dreistigkeit, Ungehörigkeit, Frivolität, Ausgelassenheit; auch pl; mehrmals idWdgn ‘sich eine F./F-en (gegen jdn) (heraus)nehmen’ u in der alliterierend-variierenden Vbdg ‘F.(en) und Frechheit(en)’ [Faust zu Gretchen:] du verzeihst die F., die ich nahm, | Was sich die Frechheit unterfangen, | Als [Bd. 3, Sp. 894] 9 geistige Unabhängigkeit, Vorurteilslosigkeit, Beweglichkeit, Offenheit nach allen Seiten; meist im wiss Bereich, bes auch iS der Emanzipation von autoritativen Lehren, von kirchl Bevormundung; mehrf ‘F. des Geistes’ Staat und Kirche mögen allenfalls Ursache finden, sich für herrschend zu erklären: denn die haben es mit der widerspenstigen Masse zu thun .. aber in den Wissenschaften ist die absoluteste F. nöthig: denn da wirkt man nicht für heut und morgen, sondern für undenklich vorschreitende Zeitenreihe 251,270,19 Wj III 14 [betr Arbeit an der Farbenlehre] Ich finde selbst an der Stimmung womit ich diese Gegenstände bearbeite, daß ich bald zur edlen Freyheit des Denkens darüber gelangen werde B13,31,18 Schiller 20.1.98 [üb AHumboldt] ich habe Niemanden gekannt der mit einer so bestimmt gerichteten Thätigkeit eine solche Freyheit [> Vielseitigkeit] des Geistes verbände B12,409 Unger 28.3.97 K 24,178,9 Wj I 10 N3,242,10 FlH IV B23,86,14 WHumboldt 31.8.12 K uö ‘philosophisch-literärische F.’ im Hinblick auf die ‘Monatschr der Ges des vaterländ Museums in Böhmen’ B43,112,18 Zelter 11.3.27 nuanciert iSv souveräner Überblick, höherer Standort, zT in bildhaftem Kontext sich mit Bed 17 c berührend [betr Körners Brief üb die Lj] Die Klarheit und Freyheit, womit er seinen Gegenstand übersieht, ist wirklich bewundernswerth, er schwebt über dem Ganzen, übersieht die Theile mit Eigenheit und Freyheit B11,265,4u6 Schiller 19.11.96 B11,299,17 Schiller [27.12.96] B46,245,17 Maria Paulowna 16.2.30 K uö(selten) 10 Großzügigkeit, Liberalität im konkr Handeln od als Gesinnungsart Wilhelm hatte während der Zeit seiner Regie das ganze Geschäft mit einer gewissen F. und Liberalität behandelt 22,246,14 Lj V 16 Doch diese F. der Gesinnung gegen andere Glaubensgenossen ist nicht bloß dem Kaiser [Abbas I] persönlich, sie findet bei den Schiiten überhaupt statt 7,201,12 DivNot A(Vogel 47) Promem 27.4.21 [Oberaufs] 26,214,3 DuW 4 uö(selten) 11 Spielraum für das Handeln od Gestalten nach eigener Entscheidung, Möglichkeit der Selbstbestimmung, Maß der persönl Unabhängigkeit; metaphor auch vom Wirken der Natur (c) a in bestimmten Lebensverhältnissen (wie Kind-Eltern-Beziehung, Liebesbindung, Ehelosigkeit, Rollen der Geschlechter, berufl u finanzielle Situation) od Tätigkeitsbereichen Der Tod meines lieben Vaters veränderte meine bisherige Lebensart. Aus dem strengsten Gehorsam, aus der größten Einschränkung kam ich in die größte F. 22,346,12 Lj VI [Egle zu Eridon üb Amine:] Wo keine F. ist, wird jede Lust getödtet. | .. Wenn du ihr F. läss’st, so wird sie dich nicht lassen 9,31 LauneVerl 419u422 daß für einen Mann in gewissen Jahren das sicherste kosmetische Mittel sei, sich des schönen Geschlechts zu enthalten und einer löblichen bequemen F. zu genießen 24,338,21 Wj II 5 [Przin:] Nach F. strebt der Mann, das Weib nach Sitte Tasso 1022 [G üb seine Anstellung in Weim] Ich übereile mich drum nicht, und F. und Gnüge werden die Hauptconditionen der neuen Einrichtung seyn B3,21,12 Merck 22.1.[76] 11,269 Claud2 1364 18,309,9 GutWeiber 21,191,16 Lj II 9 46,24,10 Winckelm uö in sentenzartig verdichteter Aussage [Faust, im Schlußmonolog:] Das ist der Weisheit letzter Schluß: | Nur der verdient sich F. wie das Leben, | Der täglich sie erobern muß 151,1 Faust II 115756) ‘akademische F.’ (nach lat ‘libertas academica’): für die Ungebundenheit des Lebens als Student (auf der Basis der traditionellen rechtl Sonderstellung der Universitätsangehörigen) Ein junger Mensch der aus der Eltern Hauße kommt und in die Academische Freyheit geräth wird gewöhnlich in irgend ein Extrem fallen B10,108,3 Jacobi 9.9.93 bei der künstlerischen Planung/Ausführung Die eigentliche Lage eines Gebäudes, sobald dem Architekten F. gegeben ist, bleibt immer desselben Hauptaugenmerk 35,159,28 TuJ 16,488,11 Maskenz 1818 Plp uö b unter dem Aspekt der Selbstverwirklichung, der Entwicklung der Persönlichkeit u entspr (idealer) Lebensentwürfe Wilhelm der eine unbedingte Existenz führt, in höchster Freyheit lebt bedingt sich solche immer mehr, eben weil er frey und ohne Rücksichten handelt 21,331 Lj Plp Die Kantische Philosophie, welche das Subject so hoch erhebt .. hatte er [Schiller] mit Freuden in sich aufgenommen; sie entwickelte das Außerordentliche, was die Natur in sein Wesen gelegt, und er, im höchsten Gefühl der F. und Selbstbestimmung, war undankbar gegen die große Mutter N11,15,26 GlücklEreign 28,58,1 DuW 11 Gespr Eckerm 24.2.25 uö (nicht häufig) c in Bezugsetzung zu Begriffen wie ‘Bedingung, Beschränkung, Maß, Gesetz’ als relative (komplementäre) Größe bestimmt; in meist allg Aussage Wer Bedingung früh erfährt | Gelangt bequem zur Freyheit | Wem Bedingung sich spät aufdringt | Gewinnt nur bittre Freyheit 52,398 Vs 2u4 Vergebens werden ungebundne Geister | Nach der Vollendung reiner Höhe streben. | Wer Großes will muß sich zusammen raffen. | In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister, | Und das Gesetz nur kann uns F. geben 131,84,17 Was wir bringen [1802] ~ 4,129 Natur u Kunst 14 wie Menschen nur dann klug und glücklich genannt werden können, wenn sie in der Beschränkung ihrer Natur und Umstände mit der möglichsten F. leben 47,65,10 ZTheorie bildKünste: Material 251,130, 4 Wj III 6 uö von der organ Natur iSv Wandlungsfähigkeit, Variabilität (des Typus) Doch im Innern befindet die Kraft der edlern Geschöpfe | Sich im heiligen Kreise lebendiger Bildung beschlossen. | Diese Gränzen erweitert kein Gott, es ehrt die Natur sie: | Denn nur also beschränkt war je das Vollkommene möglich. | .. Dieser schöne Begriff von Macht und Schranken, von Willkür | Und Gesetz, von F. und Maß .. 3,91 MetamTiere 51 N8,89,5 Vortr VglAnatomie 3 N6,173,21 MetamPfl Nachtr uö(selten) d mit Attr wie ‘unbedingt, unbändig, fürchterlich, absolut’ iSv Anmaßung, Willkür [Hzg über Eugenie:] Entwachsen war sie dieser Frauenzucht. | .. Kein festes Wort, den Willen meines Kinds | Zu mäßiger Vernünftigkeit zu lenken! | Zur unbedingten F. ließ man ihr, | Zu jedem kühnen [Bd. 3, Sp. 895] e in moralphilos Perspektive: die bei freiwilliger Unterwerfung unter ethische Maximen bestehenden Handlungsmöglichkeiten (‘wahre, höchste F.’) daß das unschätzbare Glück der F. nicht darin besteht, daß man alles thut, was man thun mag .. sondern daß man das .. auf dem geraden Wege thun kann, was man für recht und schicklich hält 22,346,22 Lj VI [Alba zu Egm üb das niederländ Volk:] Freiheit? Ein schönes Wort, wer’s recht verstände. Was wollen sie für Freiheit? Was ist des Freiesten F.? — Recht zu thun! 8,266,16 Egm IV Die Gleichheit will ich in der Gesellschaft finden; die F., nämlich die sittliche, daß ich mich subordiniren mag, bringe ich mit 422,234,5 MuR(951) Das Hauptfundament des Sittlichen ist der gute Wille, der seiner Natur nach nur auf’s Rechte gerichtet sein kann .. Der Wille gehört der F., er bezieht sich auf den innern Menschen, auf den Zweck; das [gegenüber Gut u Böse indifferente] Wollen gehört der Natur .. N4,100,9 FlH VI 18,306,13 GutWeiber B45,32,4 Gf Brühl 23.10.28 uö die Bed 11 a (Liebesbindung) spielerisch überlagernd Soll dich kein heilig Band [Ehe] umgeben | O Jüngling; schränke selbst dich ein. | Man kann in wahrer Freyheit leben, | Und doch nicht ungebunden seyn DjG3 1,294 Der wahre Genuß 27 f in philos-anthropolog Sicht als Spezifikum des Menschen, öfter in Opposition zu ‘Natur’ u ‘Notwendigkeit’, dabei verschiedentl dem Inhalt nach stark eingeschränkt od in Frage gestellt (zB im Hinblick auf das Verhältnis des Menschen zu Gott, auch zur Geschichte) Im Reich der Natur waltet Bewegung und That, im Reiche der F. Anlage und Willen .. Anlagen entwickeln sich zwar auch naturgemäß, müssen aber erst durch den Willen geübt .. werden N11,144,18 MuR Unser Leben ist, wie das Ganze in dem wir enthalten sind, auf eine unbegreifliche Weise aus F. und Nothwendigkeit zusammengesetzt .. Das Was liegt in uns, das Wie hängt selten von uns ab 28,50,17 DuW 11 denn indem der Mensch seine F. behaupten will, muß er sich der Natur entgegensetzen; indem er sich zu Gott zu erheben strebt, muß er sie hinter sich lassen, und in beiden Fällen kann man ihm nicht verdenken .. wenn er sie als etwas Feindseliges und Lästiges ansieht N3,314,6 FlH V7) [üb die Frz Revolution im Bild einer Überschwemmung] Man sieht in dieser ungeheuern Empirie nichts als Natur und nichts von dem was wir Philosophen so gern Freyheit nennen möchten B16,49,14 Schiller 9.3.02 37,133,8 ShakespTag B14,140,12 Schiller 31.7.99 B16,250,26f Schiller 5.7.03 411,63,7 Shakesp u kein Ende uö 12 von laufenden (berufl) Verpflichtungen, Geschäften, Arbeiten freie, disponible Zeit, Muße, mehrmals als Gelegenheit zu (eigener) literar Arbeit; zT in Berührung mit Bed 13 [Schüler:] Ich bin dabei mit Seel’ und Leib; | Doch freilich würde mir behagen | Ein wenig F. und Zeitvertreib | An schönen Sommerfeiertagen Faust I 1906 Die meisten verarbeiten den grösten Theil der Zeit, um zu leben, und das Bisgen, das ihnen von Freyheit [F. Werth2] übrig bleibt, ängstigt sie so, daß sie alle Mittel aufsuchen, um’s los zu werden AA8,23 Werth1 I Bei einer Pause des Geschäfts, die ihm [dem Major] einige F. ließ, eilte er auf sein Gut, wo er des Versprechens eingedenk .. seine Gedichte vorsuchte 24,306,1 Wj II 4 B12,64,1 Christiane 10.3.97 36,70,15 TuJ uö(nicht häufig) 13 Unbeschwertheit als Freisein von materieller Not, von einengenden, bedrückenden Verhältnissen uä; innere Gelöstheit, Heiterkeit, insbes auch als Voraussetzung für (eigene) künstlerische Produktivität; öfter in Vbdgn wie ‘F. des Herzens, des Gemütes, des Geistes’ [üb Wilh] In eine Stadt gesperrt, in’s bürgerliche Leben gefangen, im Häuslichen gedrückt, ohne Aussicht auf Natur, ohne F. des Herzens 51,42,21 ThS I 12 Gesetzt, das Schicksal hätte einen zu einem großen Mahler bestimmt, und dem Zufall beliebte es, seine Jugend in schmutzige Hütten .. zu verstoßen, glauben Sie, daß ein solcher Mann sich jemals zur Reinlichkeit, zum Adel, zur F. der Seele erheben werde? 21,193,16 Lj II 9 [Tasso zu Alphons:] So trübte bald den jugendlichen Sinn | Der theuern Eltern unverdiente Noth. | .. Du warst allein, der aus dem engen Leben | Zu einer schönen F. mich erhob Tasso 418 [betr ‘Egmont’] Es war eine unsäglich schwere Aufgabe, die ich ohne eine ungemessene F. des Lebens und des Gemüths nie zu Stande gebracht hätte 32,135,18 ItR 11,149,27 Stella II 23,180,1 Lj VIII 3 B37,224,3 Schultz 14.9.23 412,7,26 Üb:JSchopenh,Gabriele uö als (intendierte) Wirkung des Kunstwerks auf den ästhetisch Empfindenden; wiederholt ‘Heiterkeit und F.’ Die Wirkung dieser Gedichte [des ‘Divan’] empfindest du ganz richtig, ihre Bestimmung ist, uns von der bedingenden Gegenwart abzulösen und uns für den Augenblick dem Gefühl nach in eine gränzenlose F. zu versetzen. Dieß ist zu einer jeden Zeit wohlthätig, besonders zu der unseren B29,205,4 Ottilie 21.6.18 jene geistreiche Heiterkeit und F. des Gemüths, welche in uns hervorzubringen das schöne Ziel der Komödie ist 40,70,7 DramatPreisaufg [G/Schiller] 52,63,25 ThS IV 12 B48,132,13 Zahn 24.2.31 uö(nicht häufig) in Kontakt mit Bed 14 Leider aber erregen Kunstwerke .. die dem Menschen .. Heiterkeit und F. einflößen, bei dem nachstrebenden Künstler den Begriff, daß auch das Hervorbringen bequem sei 47,28,14 PropylEinl 14 Leichtigkeit, Gewandtheit, Eleganz, unreflektierte, spontane Sicherheit u Perfektion in der (materiellen, techn) Ausführung, beruhend auf Talent, Ausbildung u Übung; meist bezogen auf bildkünstlerisches Schaffen, daneben auf Literatur, Schauspielkunst, Musik, Tanz; mehrf ‘mit F. und Leichtigkeit’ daß sie die schnelle und leichte Methode des Meisters für nichts achten, vielmehr denjenigen rühmen, der sich bei der Arbeit besinnt und ändert und corrigirt. Man sieht die F. des Meisters für Willkür und zufällige Arbeit an 341,240,25 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm] [betr Gemmen] Bey sehr viel Verdienst fehlt .. das Geistreiche in Absicht auf den Gegenstand und die Freyheit in Absicht auf die Ausführung .. Die geringsten antiken Dinge unterscheiden sich dadurch auf eine sehr bedeutende Weise B20,199,3 CLKaaz 1.11.08 so führten beide [der Hauptmann u Charlotte], mit Empfindung, Behagen und F., eins der schwersten Musikstücke zusammen auf 20,93,28 Wv I 8 [betr letzten Bd der Lj] Es ist unter allen meinen Arbeiten .. die obligateste und in mehr als Einem Sinn die schwerste, und doch muß sie, wenn sie gelingen soll, mit der größten Freyheit und Leichtigkeit gemacht werden. Dazu bedarf es denn freylich Zeit und Stimmung B11,41,22 Unger [etwa 7.3.96] K 48,162,7 Ruisdael als Dichter 22,119,22 Lj IV 18 uö zugl im Spiel mit Bed 9 [G üb seine [Bd. 3, Sp. 896] 15 die teils angeborene, teils erworbene Souveränität des (schaffenden od nachschaffenden) Künstlers, Dichters iSv Kraft der Imagination, geistiger Eigenständigkeit u Beherrschung des Gegenstandes, zT in Berührung mit Bed 13 Der Geist, der im Alterthum so köstlich wirkte, den höchsten Ernst, so wie den niedrigsten Scherz belebte, zeigt sich hier [in Gemmen] in seiner vollkommensten genialen Freyheit B48,231,23 GAChKestner 9.6.31 wollte ich nur sagen, daß die Kunst .. eine so gewaltsam lebendige Form erschafft, daß sie jeden Stoff veredelt und verwandelt. Ja es ist daher dem vortrefflichen Künstler ein würdiges Substrat gewissermaßen im Wege, weil es ihm die Hände bindet und ihm die Freyheit verkümmert, in der er sich als Bildner und als Individuum zu ergehen Lust hat B23,243,23 Zelter 15.1.13 Wenn man doch nur die Frömmigkeit .. von der Kunst sondern wollte, wo sie, eben wegen ihrer Einfalt und Würde, die Energie niederhält und nur dem höchsten Geiste Freyheit läßt sich mit ihr zu vereinigen, wo nicht gar sie zu überwinden B46,17,18 Zelter 19.7.29 492,246,8 LandschaftlMalerei [1824?] B26,116,2 Preen 23.10.15 Gespr Eckerm 4.1.27u20.12.29 uö(nicht häufig) in metonym Bezug als Qualität des Kunstwerks Guercin .. haben seine Sachen .. eine ruhige F. und Großheit, dabei etwas Eignes 30,159,10 ItR ~ T1,302,1 v 17.10.86 B17,58,25 Lamezan 8.2.04 492,215,12 Zahn,Pompeji Plp uö(selten) in engem Zshg mit ‘Einbildungskraft’ als er [Wilh] .. seinen alten Wunsch, das Gute, Edle, Große durch das Schauspiel zu versinnlichen, wieder einmal mit aller Lebhaftigkeit und aller F. einer losgebundenen Einbildungskraft verfolgte 21,165,22 Lj II 4 36,325,2 Zu brüderlAndenkWielands 1813 ‘poetische F.’ (nach lat ‘licentia poetica’): iSv Übersteigung des Wirklichen, Vorgegebenen durch die künstlerische Phantasie, als ästhet Postulat; einmal scherzhaft von einem rätselhaften Orakelspruch Wir bedauern, daß die ganze Darstellung [Zeichnung nach einem Gedicht] nicht völlig im Geiste des Gedichtes und mit der dem Künstler zustehenden, ja nothwendigen poetischen F. aufgefaßt ist 491,364,21 Üb:Zeichngn zuCharon [Meyer/G] 17,9,17 Triumph Empfindsamk I 16 eigenständiger, innovativer Umgang des Künstlers, Dichters mit überkommenen Regeln, Formen u Stoffen; künstlerisch motivierte Abweichung von einem Original, einer Vorlage, bes bei Übersetzung [über den Entwurf zu einem Mahomet-Drama] ob ich mich gleich der dem Theater einmal errungenen F., mit Zeit und Ort nach Belieben schalten zu dürfen, mäßig bediente 28,295,9 DuW 14 meine Festgedichte [zum Maskenzug v 18.12.18] .. Die Mannigfaltigkeit und F. der Sylbenmaße ist mir unvorsätzlich unter dem Arbeiten .. geworden B31,160,22 Zelter 29.[5.]19 Shakespeare’n zu übersetzen, war in jenen Tagen ein kühner Gedanke .. Wieland übersetzte mit F., erhaschte den Sinn seines Autors, ließ bei Seite, was ihm nicht übertragbar schien 36,326,6 Zu brüderlAndenk Wielands 1813 B39,230,13 Göttling 18.6.25 B48,89,20 Kanzl Müller 18.1.31 48,223,18 Zur Preisverteilg 1799 491,193,11 Üb:Olfers,Grab bCumä uö 17 phys-räuml: Möglichkeit ungehinderter Bewegung od Ausdehnung, Ungebundensein (u in daran anschließendem metaphor Gebrauch) a als Gegensatz zu Eingeschlossen- od Gefesseltsein, insbes zu Kerkerhaft, Arrest, Gefangenschaft; mehrf ‘jdn in F. setzen, jdm die F. (wieder) geben’, auch idVbdg ‘Leben und F.’ [Clär allein:] werft mich in den tiefsten Kerker, daß ich .. nach F. wins’le, träume, wie ich ihm [Egm im Gefängnis] helfen wollte 8,284,19 Egm V [Antonio zu Alphons:] Wenn du gelind mit ihm [Tasso] verfahren magst, | So gib, o Fürst, ihm seine F. wieder Tasso 1608 [Iph, Pylad die Ketten abnehmend:] Gefährlich ist die F., die ich gebe; | Die Götter wenden ab was euch bedroht! Iph2 801 [Rat zu Gottfr:] unterwerft euch dem Kayser, und ihr werdet einen Weeg finden, um eurer Knechte Leben und F. zu flehen 39,125,20 Götz1 IV ~ 8,123 Götz2 [betr Krankheit] Seit vierzehn Tagen, sitz ich wieder fest .. das bissgen Freyheit ist auch wieder aus, und ich werde wohl noch ein Stückgen Februar im Käfigt zubringen B1,186,5 KSchönkopf 31.1.69 Urfaust Kerker 72 12,53,15 Lila I 31,130,28 ItR B15,56,15 Schiller [11.4.00] uö von Tieren, bes iZshg von Fabel u Gleichnis die Fabel vom Pferde .. das seiner Freyheit ungedultig, sich Sattel und Zeug auflegen läßt, und zu Schanden geritten wird AA62,17 Werth1 I ~ Werth2 9,32 LauneVerl 433 17,101,5 Vögel N12,136,17 KrankhElfenb uö nach religiöser Metaphorik (Leib/Welt als Gefängnis der Seele) iSv Erlösung durch den Tod, auch ‘ewige F.’ [Gottfr:] Himlische Lufft — Freyheit. Freyheit! (er stirbt) [Elisab:] Nur droben droben bei dir. Die Welt ist Gefängniss 39,186,1f Götz1 V ~ 8,169 Götz2 So [wie dem Pferd in der Fabel] ist mir’s oft, ich möchte mir eine Ader öfnen, die mir die ewige Freyheit schaffte AA85,11 Werth1 II 8,287,21 Egm V NatT 2650 uö(selten) b Bewegungsraum, Platz für bestimmte körperl Tätigkeiten, für Plazierungen, Anordnungen, für den natürl Bewegungsdrang (zB von Kindern, Tieren), für das Wachstum von Pflanzen, auch (selten) für bestimmte biol (osteol) Evolutionen; iGz Enge, Behinderung, Einschränkung Wünscht ihr den Musageten zu sehn, gebt Boden und F., | Hier auf dem schmalen Rain ist für den Schützen nur Platz 51,269 XenNachl 2(2) [G/Schiller] [betr neuen Einblattdruck des Gedichts ‘Sah gemalt, in Gold und Rahmen’] könnte man um weniges das Ganze hinaufrücken, so würde die Unterschrift etwas mehr Freyheit gewinnen B41,78,24 Frommann 1.7.26 K wie jede Pflanze ihre Gelegenheit sucht, wie sie eine Lage fordert, wo sie in Fülle und F. erscheinen könne N6,117,27 BotanStudien [1831] das os ethmoideum zu vergleichen, von da an, wo es in seiner größten Breite und F. wirkt, wie bei’m Dasypus, bis dahin, wo es durch die .. Augenhöhlen, wie bei’m Affen, zusammengedrängt und der Raum der Nasenwurzel beinahe vernichtet wird N8,133,21 ZwKnoch [1819] 20,34,6 Wv I 3 23,273,26 Lj VIII 9 131,321,16 Götz3 V A(Vogel 83) Aktenniederschr 10.11.17 uö ‘jdm/etw ist F. gegeben’ im Bibelton, metaphor [Gottfr:] Es kommen die Zeiten des Betrugs, es ist ihm Freyheit gegeben 39,185,23 Götz1 V ~ 8,169 Götz2 c Weite, Offenheit (u Schönheit) der Natur außerhalb von Haus, Stadt, Hof, Kloster uä, bes unter dem Aspekt der belebenden, heilsamen Wirkung auf Körper, Seele u Geist, auch in Vbdgn wie ‘F. der Berge, des Himmels’ [Bd. 3, Sp. 897] d chem-physikal: Zustand, in dem anorganische Materie ungebunden, unfest, aufgelöst, (noch) ungestaltet ist, im geol-mineralog Bereich vor allem im Hinblick auf Prozesse der Kristallisation u Bildung kristalliner Gesteine (insbes Granit) Das Materielle .. läßt sich vor der Gestaltung in einem dreifachen Zustand denken. In einem freien, gedrängten, gehäuften. Der freie ist die Auflösung .. .. Krystallisation, das heißt Erscheinung in seiner besondern Form, setzt .. F. voraus N10,76,19 UnorganFormen die Veredelung [von Gesteinen] in F., wenn die Masse Räume läßt, daß die in denselben .. ewig circulirenden Gasarten die Eigenthümlichkeiten des Gebirgs auflösen, befreien, verwandeln, zu Verwandtem Geselligkeit verstatten. Hier scheinen diejenigen Körper entstanden, die wir Edelsteine nennen N10,86,6 Edelsteine B31,52,23 Leonhard 8.1.19 K N9,11,21 JMüllerSammlg uö(selten) → GWB Abzugsfreiheit °Bausteuer- GWB Bergfreiheit GWB Denkfreiheit GWB Druckfreiheit GWB Erbzinsfreiheit GWB Gastfreiheit GWB Geistesfreiheit GWB *geleitsfrei GWB Geschmacksfreiheit GWB Gewerbsfreiheit GWB Gewissensfreiheit GWB Glaubensfreiheit GWB Halbfreiheit GWB Himmelsfreiheit GWB Jugendfreiheit GWB Karnevalsfreiheit GWB Kunstfreiheit GWB Künstlerfreiheit GWB Lehrfreiheit Nachsteuer- Nachtwach- National- Natur- Nichtlese- Personal- Porto- Post- Preß- Rede- Religions- Schreib- Sitten- Stadt- Steuer- Tor- Tranksteuer- Un- Vernunft- Wahl- Willens- Zoll- Syn zu 1 Souveränität zu 5 Begnadigung Begünstigung Privileg Recht Vergünstigung zu 6 Befugnis Erlaubnis Lizenz zu 8 a Kühnheit zu 8 b Frechheit zu 10 Freisinn Liberalität zu 11 Selbstbestimmung zu 12 Muße zu 14 Fazilität Leichtigkeit zu 17 b Raum zu 17 c Weite zu 17 d Auflösung 1) Zu den verschiedenen Freiheitsbegriffen im ‘Egmont’ vgl PMichelsen, Egmonts Freiheit, Euphorion 65,1971,247-297. 2) ‘Das Römische Carneval’ war Jan 89, dh vor Ausbruch der Revolution abgeschlossen; das Wortpaar ‘Freiheit und Gleichheit’ ist im Frz als ‘la liberté et l’égalité’ vorgeprägt, zB in Rousseaus ‘Contrat social’ (II 11); vgl WFeldmann, Die Große Revolution in unserer Sprache, ZfdW13,1911/12,260f und AGreive, Die Entstehung der frz Revolutionsparole Liberté, Egalité, Fraternité, DVjs43,1969,746f. 3) Mit ‘bürgerliche Freiheit’ greift G den zeitgenöss Reaktionsbegriff gegen die polit Freiheitsidee auf; vgl GeschichtlGrundbegriffe 2,484f und die Definition von JvMüller (1787): “Bürgerliche Freiheit ist, wo Gesetze einen jeden Menschen wider alle willkürliche Gewalt bei Ehre, Leib und Gut sichern”, zit bei JSchlumbohm, Freiheit — Die Anfänge der bürgerl Emanzipationsbewegung in Deutschland im Spiegel ihres Leitwortes (ca 1760 — ca 1800), 1975,112. 4) Vgl die wohl etwas zu moderne Deutung des Freiheitsbegriffs im ‘Götz’ bei F van Ingen, Aporien der Freiheit: Goethes ‘Götz von Berlichingen’, in WWittkowski (Hg), Verlorene Klassik?, 1986,1-23 und die Diskussion, bes S 25. 5) Vgl Hwb zur dt Rechtsgeschichte 2,1766f. 6) Zu Möglichkeiten der Deutung dieser ‘Freiheit’ vgl HArens, Komm zu G-s Faust II, 1989,938—948. 7) Vgl hierzu die skept Betrachtungen zum ‘freien Willen’ B14,139,23-140,17 Schiller 31.7.99.
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