| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||
| GWB aufmutzen (Bd. 1, Sp. 978) | DWB mützern (Bd. 12, Sp. 2843) | DWB mutzen (Bd. 12, Sp. 2841) | |||||||||||||||||||||||||
1) iterativ zu mutzen sp. 2841; als bezeichnung einer modischen männertracht um 1350: gemützert und geflützert. Limburger chron. 36; (männerröcke) abgeschnitten auf den lenden, gemützert und gefalten mit engen armen. ebenda; vergl. unter DWB aufmutzen theil 1, 694. Möser hat die stelle der Limburger chronik gekannt und frei benutzt: die mutter, die nur ein seidnes band oder ein entre deux bezahlen kann, schmückt gleich ihr kleines ebenbildchen damit aus; es musz von unten bis oben gemützert und geflützert sein, und mit den jahren ist das mädchen mit allen kostbaren moden dermaszen bekannt und so daran gewöhnt, dasz sie .. gar nicht davon zurückkommen kann. patr. phant. 2, 90. 2) schweizerisch mützern neben mützen, wolbehaglich trinken, auch spöttisch pfeifen 2, 227, im Aargau müzere spöttisch lächeln 187, gehört nicht hierher, sondern zu schmützern, mhd. smutzern schmunzeln, s. d.
| 1) abschneiden, verstümmeln: dann sie jhrem keim den hon thun wolten, wie keiser Heinrich der vogler den hunischen Ungarn, das sie jhnen schäbige gemutzte und gestutzte hünd solten für tribut auferlegt haben. Garg. 215a; sein (des uhus) hinderteil aber ist stumpf und kurz, als ob er gemutzt wäre. vogelb. 159a; auf eine zeit sahe er, dasz der junker seine rossz alle mutzen und jnen die schwänz abhauwen liesz. wendunm. 346a; wenn der fuchs den schwanz verlohren hat, so sagt er es sei ein last, und wolt, das andere jhre schwänz auch lieszen mutzen. flor. 1, 248; das haar wechst wider ob man sie (die leute) schon blatt beschoren und gemutzt. 564. vgl. DWB mutz 5. Kilian verzeichnet ein niederl. moetsen, mutsen, mutilare, truncare, detruncare, abscindere, amputare, secare, mit einem adj. moetse, mutilus, mutilatus, lacer, truncus, truncatus membro aliquo (proprie dicitur de canibus, equis et aliis animalibus cauda, auribus, aut juba truncis), offenbar eingedrungene bildungen. 2) mutzen, umgelautet mützen ( 295a) schmücken, putzen, ist unter aufmutzen th. 1, 694 aus dem vorigen mutzen hergeleitet, und wie es scheint, nicht ohne fug, wenn auch der übergang nur erraten werden kann. ein ähnlicher bedeutungsübergang von stutzen, kürzen, kürzer machen zu dem des herausputzens (vergl. DWB aufstutzen th. 1, 755) wirft auch auf den von mutzen einiges licht; wir müsten glauben, es sei im späteren 14. und 15. jahrh., wo einerseits die sog. zatteltracht, mit zotten und mit lappen a) transitiv, einen mutzen: die weil so mutzet die jungfrau, und unterweiset sie, das sie geneigt sei zu der hochzeit. philogenia 112b; aber ehe sie sichs versahe, war die jungfer gebutzt und gemutzt. Simpl. 3, 295 Kurz; bisz das zusammen gemuzte staubigte döcklein hinein (in die kirche) käme. mägdelob 60; so gehn wir (in der fastnacht) umb umschanzen, b) reflexiv, sich mutzen: wie sie (die jungen frauen) sich uf den danz mutzen sollen und das zu der hoffart dient, das wissen sie wol. evang. 121b; alte hen (hähne) und hennen, geistlich und weltlich, und wenn sie sich lang mutzen, so seind sie ein wenig hübscher den sant Anstets futerfasz, das ist ein wenig hübscher dann der tüfel. brösaml. 1, 59b; so ylen sie, das sie sich mutzen und anlegen vor dem spiegel. 2, 29a; und weistu nit der weiber art? dieweil sie sich mutzen, ist ein jar hin. Terenz 89a (heautont. 2, 2: dum moliuntur, dum comuntur, annus est); diewil die sponz noch nit ganz entlediget ist, sunders teglich sich mutzt und zirt z der hochzit. Karsthans 177, 18; aber sonst muszt herhalten, was zartlichkeit und wundersamens war, darmit man sich mutzet und spiegelt. Garg. 138b; von der katzen, das sie sich streichelt, leckt, mutzt und butzt. ehz. 544; darnach hebt man ein tanzen an, kein on den spiegel etwas dt: wie man sich mutz, schmyer, nestel, brisz. 89, 7; glich als ein narrin die sich mutzt sy mutzen sich und schmieren sich wie sich die wyber weschen mutzen, des mansz gondt mszig durch myn radt [Bd. 12, Sp. 2842] da sasz ain weis katz dort im haus, ja er hat sich zur hochzeit gmützt. 3) herfür mutzen, hervorstreichen, hervorheben, vergl. dazu aufmutzen 2, th. 1, 693 und herfür th. 42, 1095: solchs wird ich hernach basz herfür mutzen. Aventin. beschr. Beyerns XIII; da (in rechtshändeln) füret man erzu, und nimpt zu hülfe, was ein schein des rechten haben wil, mutzet und schmückts also erfür das das recht diesem zufallen mus. 4, 407a; die ritterlichen thaten seiner vorfahren soll er (der hofmann) nicht herfür mutzen. hofschule (1610) 34b; sich herfür mutzen, sich hervor machen: weil ich sehe, das die sophisten .. sich erfür putzen, als hetten sie noch nie kein unthetlin begangen, der hoffnung, weil wir eine zeitlang daher gegen sie geschwiegen, und uns mit den rottengeistern geschlagen, sie wolten in des daher schleichen, und aus jrem schandloch erfür sich mutzen, das man all jr lesterlichs leren und wesen, vergessen solle. 5, 161a. 4) mutzen, als einfaches wort (und im gegensatz zu aufmutzen, vermutzen) für die schriftsprache veraltet, lebt noch in oberdeutschen mundarten: bair. mutzen, putzen 1, 1706 Fromm.; kärntn. mutzen, putzen, stutzen, abschneiden, si mutzen, aufmutzen, sich aufputzen, schmücken 191; schweiz. muze, transitiv und reflexiv, putzen, schmücken, schniegeln 215b; auch vom schönen des getreides: das korn war schlecht gemutzet, es waren noch eine menge halber ähren. Uli der knecht 138; im niederd. mit hochdeutscher lautstufe, mutzen, zieren, putzen. brem. wb. 3, 210.
| ||||||||||||||||||||||||||
|
| ||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||