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 GWB Assiduität (Bd. 1, Sp. 859)   GWB Bestand (Bd. 2, Sp. 512)   GWB Gehalt (Bd. 3, Sp. 1276) 
  Assiduität Beharrlichkeit: für die ausdauernde Dienstbeflissenheit eines LiebhabersGlauben Sie mir dass das Opfer das ich Ihrer Max mache sie nicht mehr zu sehn, werther ist als die A. des feurigsten Liebhabers, dass es im Grunde doch A. ist B2,169,2u3 Sophie LaRoche 16.6.74für die Frequenz des Publikums[betr Gastspiel Ifflands] Das Publikum ist sich in seiner A. ziemlich gleich. Die Anzahl schwankte bisher zwischen 380 und 430 B13,131,1 Schiller 2.5.98
vgl Anhaltsamkeit GWB Ausdauerung GWB Ausdauer Beharrlichkeit Beständigkeit Unverdrossenheit

Uwe Petersen

 

  Bestand
1 Bestehen, Existenzkonnte sich diese neue nun eben erst B. gewinnende [Bibl der Univ Jena], in Gefolg ihres akademischen Rufes, [< Überhaupt konnte sich .. diese neue, kaum consolidirte Anstalt] einer auswärtigen Aufmerksamkeit erfreuen 36,143,12 TuJ[Kaiser:] vier Fürsten .. Wir haben erst erörtert, | Was den B. zunächst von Haus und Hof befördert 151,1 Faust II 10934 im weiteren Sinne von Fortbestehen, DauerDenn nichts könnte uns so sehr am Herzen liegen, als .. der einmal eingeführten Ordnung .. B. und Dauer .. nachhaltig zu versichern A(Vogel 102) Promem [18.11.24]das Beständige der ird’schen Tage | Verbürgt uns ewigen B. 3,68 Zur Logenfeier 1825 Zwischengesang 24Gespr(He32,931) Baseler Student [nach Nov 30]
2 das Gegründete, Rechte, die gegründete Sicherheit[Beharrlichkeit:] Zu beharren im B-e, | Was der Wille rein gefaßt, | Trägt ein Edler auch die Bande | Ungeheurer Schmach und Last 16,550 Epimen Plp Vs 7 ~ 16,550 ebd Vardaß ich mit dem vollkommensten B-e der Wahrheit sagen konnte, es seie bereits .. über 10 000 fl. aus meiner Haushaltung ihm zugefloßen DjG35,203,23 RAnw [14.1.75]
3 iSv (best) Zustand, VerfassungDie fünfjährige Palme aus ihren Winterquartieren in gutem B. gefunden Tgb 6.3.32
4 Menge des als zusammengehörig aufgefaßten Vorhandenen, Substanz von etw
a mBez auf Phänomene der (vom Menschen kultivierten) NaturDer geologische B. des Urgebirgs in seinen wunderlichsten Abweichungen B33,41,8 Schreibers 23.5.20 KVon dem botanischen Garten .. Der ältere B., der neue Zuwachs A(GJb30,35) Bericht [22.]11.12 KB43,288,15 FSVoigt 26.2.28
b mBez auf Besitz, Zugehörigkeit: (häuslicher) Besitzstand, Substanz, Gesamtmenge (eines Manuskripts, eines literar Werks)Klopstock hatte sich und andern talentvollen Männern .. Ansehn und Würde zu verschaffen gewußt; nun sollten sie ihm aber auch wo möglich die Sicherung und Verbesserung ihres häuslichen B-es verdanken 28,113,10 DuW 12Den eigentlichen B. des Manuscriptes bezeichnen wir detaillirter auf folgende Weise: .. 53,338,9 Testam 22.1.31konnte ich .. zu einiger Thätigkeit kommen. Der zweyte Theil des Romans [Wv] hat in dieser Zeit einigen B. gewonnen B20,366,13 Eybenbg 16.6.0953,222,21 PragiSv personelle Besetzungallein der gegenwärtige B. unseres Theaters erlaubt mir nicht an neue Schauspieler zu denken, besonders findet sich das Rollenfach Ihres Empfohlenen gut besetzt B15,288,19 Marcus 25.11.01 Kübertr auf Komplex von Überzeugungen, Einstellungen, auch auf ein gedankliches geordnetes Ganzes[betr Wieland nach Konflikt zw idealist Gesinnung u Wirklichkeit] Nirgends kann er nun mehr in der Erfahrung wiederfinden, was so viele Jahre sein Glück gemacht hatte, ja der innigste B. seines Lebens gewesen war 36,321,15 Zu brüderlAndenkWielands 1813interpretiren Sie sich .. meine oft wunderlichen Worte, denn es wäre mir unmöglich mich selbst zu rectificiren und diese rhapsodischen Grillen in einen Zusammenhang und B. zu bringen B12,231,16 Schiller [12.]8.97
c mBez auf ökonom-finanzielle Lage: Kassenbestand; Gesamtwert eines ObjektsQuartalextract der Hauptkasse. Derselben guter B. Tgb 18.12.23ein Verzeichniß .. der ietzt existirenden .. zur Fabrick gehörigen .. Gebäude, Effeckten, vorhandnen Waaren ingleichen der Activorum und Passivorum .. Auf diese Art könne .. von Jahr zu Jahr, wenn damit continuirt würde, der .. wahre B. der Fabrick gar leicht eingesehen werden A1,409,27 Votum [26.10./8.11.]85
5 Pacht, idWdg ‘etw in B. haben’Daß dießer Gang [Durchgang zu einem Hinterhaus] .. zu einem Stübgen ist gemacht worden .. Er sagt: ich habe es in B. gehabt, ich habe davon vormals 30 Rh. bezahlt, mich aber seit Sechs Jahren geweigert solche Schuldigkeit zu entrichten DjG34,216,12 RAnw [20.6.74]DjG34,216,16 ebd
GWB Erbbestand GWB Kassebestand GWB Kunstbestand Personen- Un- Voll-Syn zu 1 Dasein Konsistenz zu 3 Beschaffenheit Umstandpl Umstand Verfassung Zustand zu 5 Pachtvgl zu 4 c Wert

Elisabeth Mager

 

 1 Gehaltein Drittel der gut 300 Belege in Punkt 4 e; häufig iVbdg mit Komplementär- u Kontrastbegriffen wie ‘Form’ (in fast allen Bedeutungspunkten) od ‘Stoff’, ‘Behandlung’, ‘Methode’, ‘Stil’ u ‘Gestalt’ (insbes in 2 u 4). — Ähnlich wie Schiller1) erweitert G mit der geistig-ästhetischen Kategorie ‘Gehalt’ (iSv 4 e) einfache Gegensatzpaare wie ‘Stoff’ u ‘Form’ zugunsten einer Triade, die zugl mit den inhaltl u gestaltgebenden Aspekten auch den (ethischen, weltanschaul) Sinngehalt des Kunst- u bes des Dichtwerks thematisiert. Daß diese Triade, die oft auch unter rezeptionsästhet Gesichtspunkten erörtert wird, von G nicht konsequent durchgehalten u zeitweilig wieder aufgegeben wird, dürfte zum einen in seiner Neigung zum polaren Denken begründet sein2), zum anderen in seinem Unbehagen an der mit Schiller einsetzenden u von den Frühromantikern vorangetriebenen ideellen u begriffl Aufladung des Gehaltlichen, einer damit verbundenen Überbewertung der schöpferischen Rolle des ‘Verstandes’, von der sich G in seinem Nachl-Aufsatz ‘Epoche der forcierten Talente’ (1812) distanziert. Auch deshalb versucht er immer wieder, schon im Stofflichen, im noch zu behandelnden Gegenstand die Voraussetzungen für gehaltvolle Werke zu erkennen u verlangt dem Sujet eigenen inneren Wert ab; eine Forderung, die er seit der Einleitung in die ‘Propyläen’ (1798) öfter durch den Hinweis ergänzt, daß es weithin auch von der Persönlichkeit u Ausbildung des Künstlers abhänge, ob sich der Gegenstand in seiner Tiefe u (menschl) Bedeutsamkeit erfassen läßt.
1 materieller Inhalt, stoffl Substanz od deren Beschaffenheit; auch für das Innere, Verborgene eines Naturgebildes, der Natur; öfter im Bild
a in einem Behältnis Verwahrtes, der Bestand, in einer Gewitterwolke ua Enthaltenes, darin AngesammeltesDas werthe Schatzkästlein .. ist .. angelangt. Um von seinem G. zu sprechen, erwähne zuerst der unschätzbare Locke [von Jane Carlyle] B47,16,5 Carlyle 13.4.30[betr Probebohrungen des Salinendirektors Glenck] leider ist der G. seiner Casse nicht immer in Proportion mit seiner .. Leidenschaft B44,398,3 Sternbg 10.6.28 K[Gewitter bei hohem Luftdruck] ihre Wolken steigen .. in die Höhe und ziehen sich auseinander, mehr ihren G. nach oben aufgelöst als nach unten niedergesetzt zu sehen N12,237 GewitterBöhmDie Unberufenen. | Wissen wollt ihr und handeln, und keiner fragt sich, was bin ich | Für ein Gefäß zum G.? 51,273 XenNachl 31B23,227,20 Jacobi 6.1.13 für das Körperinnere, die leibl SubstanzIn pathologischem Fall, wo Schlupfwespen die Raupe anstechen .. herauskriechen, sich selbst umspinnen, scheinen sie den ganzen G. des Körpers als Seide wegzuspinnen N13,70,7 Morph Plp
b wertvoller Bestandteil od Bestandteile in ihrer Struktur
α als Anteil, Menge eines best Stoffes (Edelmetalls, Minerals) in einem anderen Stoff od in einer Mischung, Legierung; einmal ‘G. an etw’man sucht sich .. von dem mehr oder weniger [Zinn-] G. dieser und jener Steinart durch den Sichertrog zu unterrichten N9,149,12 ZinnwaldeAltenbgloses .. Quarzgestein, worunter man .. silberhaltiges entdeckte .. sobald sich .. eben so loses Gestein zeigte, fand man auch wieder einigen G. N10,168,26 Anthrazit[chem Untersuchung des Berkaer Schwefelwassers] Döbereiner .. versichert .. den vorzüglichen G. dieser Gewässer B23,139,10 CarlFriedr 13.11.12 KA(LA I 1,179,33) 3. Nachr BergbIlmenau 18.3.88 [Voigt BergwKomm]N9,141,17 ZinnwaldeAltenbg Edelmetall-, Feingehalt einer Münze, einmal ‘innerlicher G.’; im Bild u metaphor iUz ‘Gepräge, Stempel’So ist jedermann versichert in zehen Stück neuen sächsßi [schen] Conventionsthalern eine feine Mark Silbers zu besitzen .. .. der innerliche G. derselben ist .. garandirt A2,380,27 Münzgutachten [vor 23.11.93] KCharakter polirter Nationen! Werft die Münze in den Tiegel, wenn ihr ihren G. wissen wollt; unter dem Gepräge findet ihr ihn in Ewigkeit nicht 37,274,10 FGS Charakteristik europNationen [G/Merck/Schlosser]B10,212,16 Schiller 6.12.94
β (zugl) iSv Zusammensetzung, innere, chem Beschaffenheit; öfter iZshg mit AnalysenDie .. Mineralstückchen bitte .. zu untersuchen und deren G. zu erforschen .. Die Hauptsache wäre wie viel Kalk [sie] .. enthielten B47,147,5 Wackenroder 17.7.30 K[gewundenes Klanginstrument] Aus dem G-e des Metalls ist nicht zu bestimmen, welcher Nation .. [es] angehört hat .. Das Erz .. ist eine Mischung aus Kupfer und Zinn .. Silber würde höchst wenig .. beigemischt sein 48,154,1 Zwei dtAltertümerB36,189,1 Grüner 29.10.22B29,194,20 Trebra 21.5.18 K
c iSv Ergiebigkeit u Intensität eines best PigmentsDie Farbenkörper haben [nach Mauclerc] gegen einander nicht gleichen G., und das Gelbe sei ausgiebiger als das Blaue, so daß, wenn man ihre Wirkung mit einander in’s Gleichgewicht zu einem Grün setzen wolle, man drei Theile Blau gegen zwei Theile Gelb nehmen müsse N4,220,22 FlH VI
d in naturphilos Zshg iS eines immanenten (verborgenen) Gesetzes od umfassenden Prinzips[üb die Farbentstehung aus Licht u Dunkel u die Mitbeteiligung des Auges] Im eignen Auge schaue mit Lust, | Was Plato3) von Anbeginn gewusst; | Denn das ist der Natur G., | Daß außen gilt was innen galt 3,355 ZXen VI 1664
2 Realität(sbezug), der (angesprochene, abgehandelte) Sachverhalt od (künstlerisch) darzustellende Gegenstand
a der die Gültigkeit, Relevanz einer Bezeichnung, Äußerung, Methode, Tätigkeit uä verbürgende sachl Kern od lebensprakt Bezug, auch iSv Substrat; einmal die einer philos ‘Lebensform’ entsprechende, sie (partiell) verwirklichende individuelle Praxis; auch mit Attribuierungen wie ‘historisch, materiell, reich’[mBez auf unterschiedl Angaben in 4.Mos,33 u 2.-5.Mos] die leeren Orts-Namen .. von denen unterscheiden .. welchen ein historischer G. inwohnt 7,173,20 DivNot Israel iWüste[betr Leitung der ‘Anstalten für Kunst u Wiss zu Weim u Jena’] So bedeutend .. hier die administrative Form seyn mag, so erfordert sie doch einen tüchtigen und weitumfassenden materiellen Stoff und G., indem der Vorgesetzte .. mit Naturforschern .. Künstlern .. Poeten .. und Literatoren in Bezug steht B49,421,7 Maria Paulowna [26.1.32]der Stoiker .. der

[Bd. 3, Sp. 1277]
Epikuräer, jeder muß auf seine Weise mit der Welt fertig werden .. Die Philosophen können uns ihrerseits nichts als Lebensformen darbieten. Wie diese nun für uns passen, ob wir .. unserer Natur .. nach, ihnen den erfoderlichen G. zu geben imstande sind, das ist unsere Sache Gespr(He5,87) Falk undatN1,303,8 FlD 752B44,80,27 Borchardt 1.5.28 als universale, die ‘Form’ aus sich entwickelnde Kategorie4); in einer Schematisierung der geistigen Tendenz u poet Gestalt der ‘Faust’-Dichtung 14,287,4f Faust Plp
b der für eine formale Wissenschaft, eine formalist od abstrakte Denkweise (relativ) belanglose Gegenstand, InhaltDie Mathematik ist, wie die Dialektik, ein Organ des innern höheren Sinnes .. Für beide hat nichts Werth als die Form; der G. ist ihnen gleichgültig N11,137,23 MuR(605)N1,286,23 FlD 719
c Stoff, Sujet der Dichtung od (seltener) der bildKunst, vereinzelt iSv Inhalt, auch hinsichtl der Detailfülle; öfter mBez auf hist, geogr ua Vorkenntnisse, Lebenserfahrungen od Gegebenheiten, mehrf spezifiziert als ‘derb, nationell, öffentlich, temporär’[betr Gedichte Meyrs] Man muß ihm zugestehen, er habe kindlich-jugendliche .. ländlich-einfache Stoffe, wie sie ihm vorlagen .. treu, mit .. Anmuth behandelt. Gewährt ihm die Folgezeit derberen G. .. so ist kein Zweifel, daß er auch im erhöhten Kreise sich glücklich bewegen werde B49,213,5 Meyr 22.1.32Eines Werkes .. der wahrsten Ausgeburt des siebenjährigen Krieges .. muß ich .. erwähnen: es ist die erste, aus dem bedeutenden Leben gegriffene Theaterproduction von specifisch temporärem G. ..: Minna von Barnhelm 27,107,6 DuW 726,196,17 DuW 4Gespr(He2,502) Riemer 15.1.10412,363,3u20 Üb:Livres des Cent-et-un in Reflexionen üb den angemessenen, insbes ‘glücklichen, tüchtigen, bedeutenden G.’was der deutschen Poesie [zu Beginn des 18. Jh] fehlte .. war .. ein G., und zwar ein nationeller .. .. In allen souveränen Staaten kommt der G. für die Dichtkunst von oben herunter, und vielleicht war das Lustlager bei Mühlberg [Jun 1730 von Aug II vPolen zu Ehren von FriedrWilh I vPr veranstaltet] der erste würdige .. Gegenstand, der vor einem Dichter auftrat 27,81,6 u 82,6 DuW 7nach je größerm Maßstabe der Künstler arbeitet, desto unerläßlicher wird G. und Fülle erfordert 44,353,26 CellAnh XII422,418,11u32 u 426,24 Volksb histInh Schema
3 (hoher, ungewisser) Wert, Tauglichkeit, Tüchtigkeit von Sachen u Personen, Verhältnissen, Unternehmungen, Institutionen u dgl, vereinzelt dezidiert als Trefflichkeit, hohe Qualität, Fruchtbarkeit uä; mehrf in Berührung mit 4Zeit. | Aller Dinge G., er wird durch dich nur entschieden, | Leise Gottheit, auch mich richtest du, richte gelind 51,276 XenNachl 52(245)Das .. bedeutende Münzkabinett .. hat .. außer dem eigentlichen alterthümlichen G. [Werthe Var] für uns noch die besondern Vorzüge, daß .. [es] ein Denkmal des .. Ministers festhält 492,118,10 VoigtsMünzkabDie [Weim] Oper bedarf bey dem G. ihres Personals .. nur eines Anstoßes um sogleich alle Forderungen [nach einer Reorganisation] zu befriedigen B27,356,1 TheaterIntend 24.2.17NatT 165447,367,21 ChalkogrGesDessau [G/Meyer] mBez auf persönl Bestrebungen, (die Fülle der) Lebenserfahrungen od seel-emotionale Wesenszüge; einmal in Anspielung auf den Reifeprozeß des Weinsdiese [die Praxis] ist der Prüfstein des .. für wahr Gehaltenen. Wenn der Mann, überzeugt von dem G. seiner Vorsätze, sich nach außen wendet N11,264,14 NaturphilosPoetischer Gehalt .. ist G. des eigenen Lebens .. Man halte sich an’s fortschreitende Leben und prüfe sich bei Gelegenheiten 422,107,22 Wort f jgDichter52,195 Den verehrten dreizehn 21 Var46,27,15 Winckelm Freundsch
4 (ästhet-)geistige Substanz, Relevanz, Bedeutsamkeit; überwiegend von literar u wiss Werken od Briefen; vereinzelt metaphor u im Bild
a Botschaft, Inhalt einer Mitteilung, eines Dokuments[Henning der Hahn zu Nobel:] Daß ihr Friede fortan .. verkündigt .. | Ich .. erzählte geschwinde den Kindern | Eures Briefes G. [Reinke de Vos: de tydynge; Eures Briefes fröhliche Botschaft ReinF I 233]  es freuten sich alle der Botschaft ReinF Var  Lassen Sie mich .. den reichen G. Ihres Briefes einzeln in Betrachtung ziehen B25,93,21 ChHSchlosser 23.11.14 K B24,132,17 Rehfues [7.2.14] K uö(selten)
b allg als gedankl, ideeller Reichtum, Gewichtigkeit od Substantialität; öfter mBez auf menschl-allgemeingültige Fragestellungenwir behaupten, die Sprache der Griechen und Römer habe uns .. köstliche Gaben überliefert, die an G. dem übrigen Besten gleich, der Form nach allem andern vorzuziehen sind 36,331,5 Zu brüderlAndenkWielands 1813weil die Bibel so voller G. ist, daß sie mehr als jedes andere Buch .. Gelegenheit zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge darbietet 27,96,7 DuW 7Nach jeder Communication mit Ew. Excellenz hat beyliegender Aufsatz [G-s Nekrolog auf AnnaAm] an G. und Form gewonnen B19,305,20 Voigt 13.4.07B20,359,17 Hirt 9.6.09 K31,34,22 ItR für: (im dichterischen Rätselwort) verborgene Bedeutung, sich andeutender (Hinter-)Sinn; im Gleichnis 1,425 Alexis u Dora 27 Var
c speziell als theoret, intellektuelle, insbes wiss Erkenntnisleistung, Wissensertrag, Triftigkeit u Fülle (von sachl-fachl Informationen); überwiegend pauschal in Qualifizierung eines Werkes, einer Schrift, selten mBez auf Tragweite, Aussagekraft od Tendenz eines best Ansatzes, Versuches uä; vereinzelt ‘wissenschaftlicher G.’Grundzüge der philosophischen Naturwissenschaft von Steffens .. Aus diesen Capiteln dringt sich einem der G. reichlich entgegen .. [doch] scheint ihm hier und da die Erfahrung auszugehn B51,199 WHumboldt 22.8.06[betr G-s Mitarbeit an Schillers ‘Horen’] eine .. interessante Unterhaltung wird es werden sich über die Grundsätze zu vereinigen nach welchen man die eingesendeten Schriften zu prüfen hat, wie über G. und Form5) zu wachen um diese Zeitschrift .. auszuzeichnen B10,166,14 Schiller 24.6.94Eine Stelle [bei d’Alembert] .. Ihr Ende .. umfaßt die große Wahrheit: daß auf Inhalt, G. und Tüchtigkeit eines zuerst aufgestellten Grundsatzes .. alles in den Wissenschaften beruhe N11,263,10 Naturphilosso häuft er [Newton] noch einige Experimente .. deren G. wir nun auch kürzlich würdigen wollen N2,237,24 FlP 531B41,104,6 Kanzl Müller 3.8.26N4,251,6 FlH VI46,52,18 Winckelm
d (jur) Problematik, Schwierigkeit u Brisanz eines zu beurteilenden Sachverhaltsfrisch arbeiten sie [die Assessoren beim Reichskammergericht] weg was kurz abgethan werden kann und muß, was über den Augenblick entscheidet, oder was sonst leicht beurtheilt werden kann .. Die Sachen von schwererem G. hingegen, die eigentlichen Rechtshändel, blieben im Rückstand 28,127,10 DuW 12
e als (werkimmanente) ästhetische Kategorie: geistig-ideeller, insbes existentieller od weltanschaul

[Bd. 3, Sp. 1278]
Problemgehalt, Sinnhaltigkeit des (Sprach-)Kunstwerks; sowohl mBez auf bedeutende Einzelaspekte u Werkschichten als auch für die (thematisch) leitende od strukturierende ‘Idee’ uä; öfter spezifiziert durch Attr wie ‘pathologisch, tragisch’ od ‘symbolisch, innerlich, eigentlich’; mehrf mBez auf korrespondierende rationale Kräfte u Fertigkeiten (bei Produktion u Rezeption), vereinzelt hinsichtl der emotional bewegenden (Tiefen-)WirkungPsychologisch-pathologischer G. meiner Arbeiten [in Lpz] .. Eine Art von Ascetik, d. h. Vergegenwärtigung und Bewußtseyn der Leidenschaften .. und Fehler und eine Lust sie kunstgemäß darzustellen. Eigene: die Laune des Verliebten. Eigene und fremde: die Mitschuldigen 27,386,3 DuW 7 SchemaEs ist wohl eine der seltensten Erscheinungen .. daß der größte Schauspieler [Iffland] sich meistens Rollen aussucht, die ihrem G. nach seiner unwürdig sind B23,199,19 Zelter 12.12.12Epoche der forcirten Talente. | Entsprang aus der philosophischen .. Die Nothwendigkeit eines entschiedenen G-es, man nenne ihn Idee oder Begriff, ward allgemein anerkannt, daher konnte der Verstand sich in die Erfindung mischen und, wenn er den Gegenstand klug entwikelte, sich dünken, er dichte wirklich. Hierzu gaben den .. theoretischen Anstoß Schillers ästhetische Briefe in den Horen .. Die Gebrüder Schlegel theoretisirten .. im ähnlichen [kantianischen] Sinne 422,442,4 Epoche d forciertTalente Schema 1812T1, 283,26 v 8.10.86411,67,28 Shakesp u kein Ende28,73,17 Duw 11 im Verhältnis zum ‘Stoff’, überwiegend mBez auf dessen geistige Durchdringung u Vertiefung; einmal metasprachl für einen ideal-‘bedeutenden’ StoffWollte Walter Scotts St. Valentinstag lesen. Es ging aber nicht; in dem zwar interessanten Stoff findet unser einer zu wenig G. Tgb 17.8.28[aus Frankf] Ein paar poetische Stoffe bin ich schon gewahr geworden .. man [kann] niemals im ersten Augenblicke wissen was sich aus der rohen Erfahrung in der Folgezeit noch als wahrer G. aussondert B12,261,12 Schiller 22.8.97ungebildete Menschen werden durch den Stoff nicht durch die Behandl[ung] interessirt. Daher muß der Stoff eines solchen Werckes [wie des geplanten ‘Volksbuchs’] bedeutend seyn. Man müßte ihn durchaus schon G. nennen können. Er müßte einen selbstständigen Werth .. haben 422,418,16 Volksb histInh SchemaStoff und G., zur Bearbeitung vorgeschlagen 412,293,1 Titel422,463,14 Zu:Herm,Philoktet im Verhältnis zur meist gleichrangig angesetzten, öfter gemeinsam dem ‘Stoff’ gegenübergestellten (gestaltgebenden) ‘Form’; in begriffsgeschichtl Reminiszenz einmal als ‘innere Schönheit’ iGz ‘Form’[beim Vorlesen von Goldsmith’ ‘Pfarrer von Wakefield’] Herder .. der bloß G. und Form beachtete, sah .. daß ich vom Stoff überwältigt ward, und das wollte er nicht gelten lassen 27,345,3 DuW 10Die Würde der Kunst erscheint bei der Musik .. am eminentesten, weil sie keinen Stoff hat, der abgerechnet werden müßte. Sie ist ganz Form und G. und erhöht und veredelt alles, was sie ausdrückt 48,192,12 MuR(486)italiänische Poesie .. gegen Ende dieses Zeitraums [17. Jh] werfen ihr gebildete .. Männer vor: sie habe den G., was man damals innere Schönheit nannte, völlig versäumt; auch sei sie in Absicht auf die Form, die äußere Schönheit, durchaus zu tadeln 32,215,20 ItR48,182,7 MuR(289)B20,85,24 Zelter 22.6.08B15,188,12 Schiller 7.3.01Pand 676 (zugl) in Abhängigkeit von der Persönlichkeit des Künstlers, insbes der Tiefe, Kraft u Fülle seines ‘Inneren’; vereinzelt (metonym) als persönl Qualitätdas Kunstwerk soll aus dem Genie entspringen, der Künstler soll G. und Form aus der Tiefe seines eigenen Wesens hervorrufen, sich gegen den Stoff beherrschend verhalten N1,373,14 FlD SchlußwDie Besonnenheit des Dichters bezieht sich eigentlich auf die Form, den Stoff gibt ihm die Welt nur allzufreigebig, der G. entspringt freiwillig aus der Fülle seines Innern; bewußtlos begegnen beide einander und zuletzt weiß man nicht, wem eigentlich der Reichthum angehöre 7,100,4 DivNotGespr(He2,503) Falk [17.1.10?]3,80 Dauer iWechsel 3947,12,17 PropylEinl412,zu 280,5 Neueste dtPoesie Tab
GWB Altertumsgehalt GWB Braunsteingehalt GWB Eisengehalt GWB Kalkgehalt GWB Kohlengehalt GWB Kunstgehalt GWB Lebensgehalt Metall- National- Ruten- Sauerstoff- Schwefel- Silber- Stoff- Volksbuchs- Wasser- Zeit- Zinn- vollgehaltigSyn zu 1 a und b Inhalt zu 1 a Bestand Erheblichkeit zu 1 b α Anteil Wert zu 1 b β Beschaffenheit Konsistenz Materie Zusammensetzung zu 1 c Ergiebigkeit zu 2 a und b Inhalt zu 2 a Kern Substrat zu 2 c Gegenstand Materie Stoff Sujet Unterlage zu 3 Ertrag Fruchtbarkeit Sodezza Tauglichkeit Trefflichkeit Tüchtigkeit Wert zu 4a Botschaft Inhalt Nachricht zu 4b,c und e Bedeutenheit Bedeutung Belang Fülle Sinn zu 4 b und c Gewicht zu 4 b und e Deutung zu 4 b Ernst Ertrag Reichtum zu 4 c Ausbeute Begriff Erkenntnis zu 4 e Gegenstand
1) zu dessen Hinausgehen üb Kant vgl HistWbPhilos s v Gehalt
2) vgl FKoch, G-s Gedankenform, 1967, 184f u 206f
3) in Anspielung auf ‘Timaios’ 67c-68d; vgl WA II 3,8ff (FlH I Plato)
4) zum wahrscheinl Bezug auf die von G in N11,372 (oben) exzerpierte Schr Schellings ‘Erster Entwurf eines Systems der Naturphilosophie’ (1799) vgl FfA I 72,957 u FA 5,710
5) vgl den Wortlaut der auf den 13.6.94 datierten (gedr) “Einladung zur Mitarbeit” an den ‘Horen’: “.. indem man bemüht sein wird, die Wissenschaft selbst, durch den innern Gehalt, zu bereichern, hofft man zugleich den Kreis der Leser durch die Form zu erweitern” (SNA 22,103)

Horst Fleig