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 FindeB rât (Bd. 1, Sp. 281)   BMZ rât (Bd. 2, Sp. 563b) 
 Lexer NLexer FindeB rât stm. gen. râtes , plur. ræte letzterer ist von dem plur. des fem. äusserlich nicht zu unterscheiden, doch ist letzteres so selten belegt, dass man unbedenklich alle plurale dem masc. zuweisen kann. der begriff von sorge, hülfe, der mit dem worte rât verbunden ist, bezieht sich theils auf das, was um zu helfen jetzt geschieht oder geschehen soll, theils auf das, was schon früher in gleicher absicht geschehen ist.
I. rât bedeutet rath, bösen wie guten, belehrung, lehre, berathschlagung, überlegung, entschluss, anschlag; vorsorge, beihülfe, abhülfe, vorrath; einzelne oder vereint handelnde rathgeber. nicht immer sind die grenzen der bedeutungen strenge inne zu halten. es wird daher verbunden mit buoʒ, helfe, lêre, bete, genâde, tât, werc, wille u. a. al iuwer nôt die er iu tuot der wirt iu buoʒ unde rât Iw. 130 (?). vgl. En. 3989. helfe suoche ich unde rât Walth. 119, 13. wiʒʒent, daʒ helf unde rât der reine marterære tuot Pantaleon 2154. daʒ diu helfe untter rât niuwan an iu einer stât Iw. 292. ir suochet helfe unde rât, dâ si iu ze suochen stât das. 170. dem sol mîn helfe und mîn rât iemer undertænec sîn Wigal. 7986. ich gibim helfe unde rât das. 8789. si sprach 'herre Dietrîch, ich suoches dînen rât, helfe und genâde, mîn dinc mir angestlîchen stât Nib. Z. 290,5 4 . swie gar ich doch worden sî râtes unde lêre frî Engelh. 3374. süeʒe minne, gib mir rât und lêre MS. 2,89. a. muget ir mir rât und lêre geben das. 2,104. a. iuwer rât und iuwer bete hât mir liebes vil getân Iw. 107. eʒ vuocte mîn rât und mîn bete, daʒ si leit und ungemach verkôs das. 121. vgl. das. 157. von der (vrou Lûneten) râte und von der bete daʒ von êrste was komen, daʒ das. 120. mîn bete und mîn rât Wigal. 5829 (?). billîche man im volgen sol, sîn rât, sîn tât ist reine Mai 126,6. die rât oder tât darzuo geben hâten zürch. jahrb. 70,33. mit willen, gunst und rât, sînes ganzen conventes das. 71, 19. mit werken ode mit ræten Wigal. 7485.
1. rath, rathschlag, den man jemandem (oder sich selbst) ertheilt. daʒ ist nu mîn rât Nib. Z. 51,2 3 . des râts ich nimmer mich gescham das. 44,1 4 . wir mügen eʒ noch wol scheiden mit zühten, dêst mîn rât das. 19,2 3 . daʒ was Gêrnôtes rât das. 19,7 4 . durch des hordes liebe was der rât getân: darumbe riet die suone der vil ungetriuwe man das. 169,4 4 . sîn ( des tiuvels) rât und bœses fleisches gir die hânt geverret, hêrre, uns dir Walth. 3,13. daʒ ist mîn rât, der lâʒ den hof ze Dürengen frî das. 20,5. bot, sage dem keiser sînes armen mannes rât das. 10,17. tôren schulten ie der wîsen rât das. 13,31. erlamen müeʒen im diu bein, als ers zem râte biege, um seinen rath abzugeben, das. 28,23. er lône in anders niht wan alse ir rât nû sî das. 107,1. nach sînes ( des tiuvels) râtes kêre ir sin began in zwîvel sîn Barl. 53,32. des slangen und des wîbes rât das. 52,25. u. ö. mîner lêre rât Boner. 11,60. von ir lêre was bereit den liuten manic rât ze nôt Barl. 258, 37. ein menlîch helt, sîns râtes wîs Ludw. kreuzf. 2518. endehaftes râtes wîs das. 576. si behieltʒ durch rehter minne rât Parz. 438,5. eʒ predeget maneger hôhen rât, der doch sich selben niht verstât Boner. schluss 25. süeʒen rât geben Gfr. lobges. 2, 54. des sol sîn ( des fleisches ) vleischlîcher rât niht bûwen hie, im kloster, Pass. K. 403,45 ( das glossar giebt 'entschluss' als bedeutung an, was mir ungenau scheint ). ungesamnet was der rât arm. Heinr. H. 1454. mit sus getânen mæren, diu rât ze muote bæren Trist. 16804. nu stiure uns got an beiden und gebe uns rât Walth. 7, 17. deheinen rât kund ich gegeben, wie man driu dinc erwürbe das. 8,11. die rât oder tât dar zuo geben hâten zürch. jahrb. 70,33. herze die schulde wâren dîn, du gæbe mir ane si den rât MS. 1,172. b. Sibich der ungetriuwe, der hât rât über mich geben mînem vetern Ermenrîche Alph. 71,1. der mære warten beidenthalp und hânt den rât von mir Walth. 29,24. nu hân ich friunt, nu hân ich rât das. 55,5. er hât manegen rât, der zuo dem wege gezimbert hât Teichn. 215. ich wil die hêrren lêren daʒ, wies iegeslîchen rât wol mügen erkennen Walth. 83,29. swer sînen rât lât an diu wîp, dern ist niht ein wîser man Wigal. 1358. râtes phlegen, sich rathes erholen, sich rath geben lassen, vgl. oben 500,6 4,4 unter ich phlige. durch daʒ sô suoche ich, frouwe, iuwern rât Walth. 46,37. ir suochet helfe unde rât, dâ si iu ze suochen stât Iw. 170. herre Dietrîch, ich suoches dînen rât Nib. Z. 290,5 3 . an des genâde suoche ich rât Walth. 71,22. der künic suchte rât an margrâven Cunrât Ludw. kreuzf. 514. sît al mîn sælde und al mîn rât niwan an dînem râte stât Trist. 1220. daʒ diu helfe untter rât niuwan an iu einer stât Iw. 299. der rât was ze liebe manegem recken getân Nib. Z. 42,1 4 . der rât wart manegem degene ze grôʒen sorgen getân das. 147,1 4 . dô was der rât mit meine von den degenen getân das. 147,2 4 . tuo mir eteslîchen rât Barl. 35,11 u. ö. di disen rât tâten, die hânt mich verrâten Iw. 173. ich weiʒ wol, daʒ si mir den rât niuwan durch alle triuwe tete das. 82. ich tuon iu mînen rât bekant Demantin 189. er fuor alsô drâte nâch der arzâte râte, um ihn einzuholen, arm. Heinr. H. 174. der rât geviel doch an daʒ kint, das kind verfiel auf ihn, Trist. 12434. wer iu rât vinde in iuwerme gesinde Iw. 286. ein künec, der sich ist flîʒent tiuvels rât Teichn. 263. die volgen mîme râte Walth. 29,16. volget guotem râte das. 36, 20. swer volget guotem râte, dem misselinget spâte Iw. 87. ich muoʒ dich râtes vrâgen büchl. 1,1003. swer râtes frâgt, der suoche guot Teichn. 31. si wuste ires lîbes keinen rât Ludw. 93,4. ebenso das. 98,7. ich weiʒ mîn keinen rât, ich weiss mir nicht zu helfen, Iw. 183. vgl. unten rât ist. nu wart der rât ûf gezogt und gesatzt an der Duringe vogt Ludw. kreuzf. 1606. mit präpos. daʒ erloub ich iu ze sagene âne friunde rât, ohne vorher den rath meiner freunde eingeholt zu haben, Nib. Z. 182,5 2 . âne vater rât muoʒ ich mîn kindelîn ziehen Trist. 1484. wie si âne rât, ohne rathfrage, ze suone komen das. 13051. wilt du ze gæhes muotes sîn ân allen rât und unverswigen, ohne rath anzunehmen, Winsbeke 33,7. sun, du solt selten schaffen iht ân dîner wîsen friunde rât das. 34,2. man hât gecrônet in âne sînen rât Ludw. kreuzf. 418. mit küneges vriunde râte di boten huoben sich dan Nib. H. 2964 ( s. o. âne vriunde rât), wo A albern abkürzt. die redensart mit râte, mit überlegung, gehört zu b oder c ( s. unter b). mit willen und rât sînes ganzen convents zürch. jahrb. 71,19. siu schict eʒ gar nâch râte, swaʒ ûf der burc unebene stuont Lanz. 2148, gegebenem rath gemäss, oder ( da von rathgebern nicht die rede ist ) = mit râte ( s. u. )? swer ie tuot daʒ meiste ringen nâch got und der wîsen rât Teichn. 263. Rudolf von Ems, der ein wort so lange hetzt, bis es fällt, sagt: swer râtes leben sol, der sol suochen, dâ er rât vindet âne missetât: durch daʒ sô suoche ich lêre hie: wan iuwer witze tet mir ie helfe rât mit triuwen schîn... an dem wolde ich suochen rât, dar nâch an iu allen, wolt iu der rât gevallen. ich bin solher witze erlân, daʒ ich süle aleine gân mit râte zuo dem rîche g. Gerh. 867. deist Rûmoldes rât Nib. Z. 224,1 3 , sagt der redende von sich selber. ebenso daʒ ist der Rûmoldes rât Nib. Lm. 1409,4 ( vgl. das. 1406, 1 ). daʒ ist Hagenen rât, so rathe ich, Hagen, Nib. Z. 284,5 3 . vgl. auch das. 193,2 2 . daher wird diese formel von dichtern mehrfach gebraucht, um ihren namen zu nennen: swer êre oder guot hât, daʒ ist des Hufferæres rât, der gebe den kinden in der mâʒe Gesammtabent. 3,736,534, und am ende des gedichtes: daʒ ist des Hufferæres rât, des volge mir der guot hât das. 3,736,365. vgl. am schlusse des Irregang: Rüedegêr von Munre an disen rât iuch kêret Gesabent. 3,81, 1428. loghene schal uns wesen leit, dat is van Repegowe rât, in der vorr. zur repgauischen chronik, v. 88. plur. die Rüedegêres ræte iu nimmer werdent leit Nib. Z. 193,2 2 . man verliuset guoter ræte vil MS. 2,253. b. magtuomlîchs herzen ræte mir gein im râtent minne Parz. 439,26. wan daʒ im in sîn ôre gât eineʒ, heiʒet valsche ræte MS. 2,239. b. daʒ im niht vlieʒe ûʒ valschen ræten missetât ebenda. der guoten ræte der sint drî: drî ander bœse stênt dâ bî Walth. 83,30. hilf uns, daʒ wir sîn behuot vor des lîbes ræten und vor der welt getæten, und vor des tiuvels sâmen Boner. schluss 43. alsô hân ich ræte vil Teichn. 215. doch sîne rête, die er getriulîch uns tuot, wesen nütze unde guot Ludw. kreuzf. 6507. vgl. rât stf.
2. belehrung, lehre, die über einen blossen rath hinausgeht. ir ( der christen ) lêre ist kleine beliben hie, der rât alsô süeʒe dich dunket Barl. 181,13. sîne lêre und sînen rât er ( gott ) dich mit mir gelêret hât das. 177,11. als dich der süeʒe gotes rât geladet an sich hiute hât das. 97,17. im plur. nu hofte Dâcîânus, daʒ si nu wider træten von kristenlîchen ræten zu lobe sînen grôʒen goten, von der christenlehre, Pass. K. 120,62.
3. berathschlagung mit andern oder mit sich selbst, in letzterem falle also = überlegung.
α. berathschlagung, berathung mit andern. si gât mit den fürsten zuo den künegen an ir rât Walth. 31,20. swenne er an mînen rât gie, swes mich der helt denne bat, daʒ muose ich leisten an der stat klage Lm. 1027. der künec nâch râte sande Nib. Z. 184,1 2 , liess zu einer berathschlagung zusammen kommen. si hôrten einer gloggen klanc, die man ze râte lûte, um zu einer berathschlagung zu versammeln, g. Gerh. 729. dô sprach zuo dem râte der fürste Gêrnôt, gab bei der berathschlagung seine stimme dahin ab, Nib. Z. 223,1 1 . si sâʒen dâ si dâvor ê geseʒʒen dicke wâren mê durch ir heimlîchen rât Barl. 179,29. der künec und Barachias schieden von dem râte dô das. 16,35. die nam der künec an einen rât das. 21,35. nu nam der künec Josaphât sînen vater an einen rât das. 349,36. in sînem râte nieman was wan got und Barachias das. 224,35. nu hât mîn wec dâher mich brâht zu uch, lieben brudere mîn, und wolde in deme râte sîn, bei einer berathschlagung darüber, wie ich vil ungenême von der werlde quême ûf einen tugentlîchen stam Pass. K. 404,18. si kam dâ zuo ir râte, zu der berathung der bürger, Frl. 417,14. alsô ein ende nam der rât Ludw. kreuzf. 610. der lantgrâve hatte klugin wîsin rât und gekôse gehat mit dem êrwirdigen ern Cunrade Ludw. 52,15. vil dicke si dâ wâren bî den vursten an ir râte Pass. K. 41,79. der bischof zu Wirczburg hatte rât darubir, unde schreib darnâch zeitschr. f. d. a. 8,313. darum gar heimlich was ir rât Boner. 97, 10. ouch kâmen si des überein, daʒ nieman, weder grôs noch klein, von dem râte solde sagen das. 97,13. waʒ der rât ist, den man hiute gerâten hât das. 97,34. daʒ Barlaam besunder sô dicke gie ze râte mit Josaphâte Barl. 177,39 u. ö. sus giengen die prêlâte mit dem patriarchen zu râte Ludw. kreuzf. 8011. dô giengen si zu râte, wie si di sache welden vorentworten zitt. jahrb. 36,21. ze râte giengen si gemein, und kâmen des al überein Boner. 26,11. der künec gie ze râte, wie er lônte sînen man: dô sprach der herre Gêrnôt Nib. Z. 39, 1 3 . ze râte werden s. unter 4. wand er im dâ vore entbôt, er zügeʒ wol ze râte, waʒ er dâmite tâte Lampr. Alex. M 1 42. b ( oder zu β?).
β. überlegung, berathung mit sich selbst. hieher gehört besonders die redensart mit râte, in überlegter, verständiger, kluger weise. dise rede vernam der ander man: mit râte, schlauer, listiger weise, fuor er balde zuo Boner. 95,29. zwei tûsent grade, die wâren mit râte, künstlich, von saphire gemachet Lampr. Alex. M 1 59. a. daʒ wart mit râte getân, mit überlegung, Nib. Z. 270,1 4 . got, dîner trinitâte, die besloʒʒen hâte dîn vürgedanc mit râte Walth. 3,3. den nâmen mit vollem râte dô die fürsten, si kurn in ze künege Ludw. kreuzf. 232, mit reiflicher überlegung.
4. der entschluss, als resultat der berathschlagung und überlegung. mit gemeinem râte bâten si in Nib. Z. 15, 1 2 . mit gemeinem râte lieʒen si den strît das. 33,5 1 . ze jungest kâmens überein mit gemeinem râte Boner. 70, 26. daʒ was ein minneclîcher rât Walth. 26,2 ( am wahrscheinlichsten hieher ). waʒ nemet ir iuch an? daʒ ist ein unwîser rât Iw. 187 ( freilich gleich darauf: swer iu daʒ gerâten hât). mit râte sî iu niht ze gâch Boner. 88,18 ( oder zu 3?). besonders in der redeweise ze râte werden, durch berathung und überlegung zu einem entschlusse kommen. ich stelle auch die beispiele hier zusammen, in denen ze râte werden zu bedeuten scheint: in berathung ziehen ( vgl. 3. a). si wurden des ze râte, überlegten? wie daʒ solde ergân, daʒ man eʒ verhæle Nib. Z. 151,5 3 . er wart mit den zu râte, waʒ man tun mochte Ludw. kreuzf. 1603. alsô wurdent aber die von Zürich zuo rât, wi si di stat und die burg zuo Rapperswîl mit sorgen inne hæten zürch. jahrb. 78,23. der rede erschrâken die von Zürich übel und wurden aber zuo rât, wie si wöltin tuon das. 53,29. sus wurden si ze râte, so beschlossen sie, und riten alsô drâte nâch der selben Iw. 131. er wart ze rât in seinem muot, er wolde sein lob machen breit Hahn ged. 2,70. dô wurden wir ze râte, beschlossen wir, daʒ wir strichen drâte Maria, fundgr. 2,204, 37. si wurden zu râte sô under in, ire boten die herren sanden Ludw. kreuzf. 268. dô wart he des zu râte mit sînem brudere, daʒ si ûf brâchin Ludw. 45,21. ist aber daʒ ein frouwe des zu râte wirt mit irme vormunde, daʒ si eʒ mit liebe den erben abgewinnet mühlh. rechtsb. 44,21. ist aber, daʒ di erben des zu râte werden, daʒ si ir lîpgedinge abe koufen das. 44, 25. alle di wîle unz der rât mit den bürgern ze râte werde, wie man im tuo zürch. richtebr. 28. des wart der rât zu râte, daʒ si eʒ ummegiengen mit bescheidenheit zitt. jahrb. 12,3. dô wold mîn muoter wiʒʒen daʒ, des man ze râte worden was Boner. 97,78. als si des wâren zu râte nu worden gemeinlich Ludw. kreuzf. 1149.
5. anschlag, plan. meist in üblem sinne, doch nicht immer. jâ fürhte ich, herre Sîvrit, eteslîchen rât Nib. Z. 140,2 1 . alsô daʒ dîner vîende rât nâch dînem willen gar zergât Barl. 125,5. nu seht, wie des tiuvels rât iuch an im betrogen hât das. 252,39 ( könnte auch zu 1. gehören, doch ist dies minder wahrscheinlich ). ob er deheinen argen rât deheiner arclîchen tât ûf ir leben leite Trist. 16795. sus muoste dulden Josaphât von dem tiuvel manegen rât, den er an in ie kêrte... sîn valscher rât, sîn kündekeit ze allen zîten was bereit mit manegem valschen râte ( anschlag, nicht rath ) gein dem junge Josaphâte Barl. 299,32 fg. daʒ hœre ich wol, daʒ ist ein list, und für wâr, daʒ disen rât der truhsæʒe ûf geleit hât Trist. 13743. si wâren sêre verladen von des bischofes worten, hie durch an allen orten ir erge rât ûf in nam Pass. K. 246,21. die zagen truogen stillen rât, si swuoren hie, si swuoren dort und pruoften ungetriuwen mort Walth. 105,18. dône wolde Hagene nie des râtes abe gân Nib. Z. 134,2 4 . besonders häufig im plur. dô wâren sîne guoten ræte, sein guter plan, daʒ er die engel werden hieʒe Hahn ged. 2,77. durch ir karge ræte, um ihres listigen anschlages willen, sô sweic si derzuo Iw. 210. daʒ uns durch Kriemhilde ræte iemen schaden tuo Nib. Z. 226, 4 2 . si hête swinde ræte an die geste getân das. 292,5 4 . diu maget antwurt im alsô, daʒ si die selben ræte, ihren plan, ihren anschlag, von ir selber herzen tæte arm. Heinr. H. 1069. weste ich, wer iu daran alsus geleidet hæte, eʒ gelægen mîne ræte niemer unz ûf sînen tôt Gregor. 2408. guot muot untriuwe und arge sinne und valsche ræte von manegem herzen wendet MS. 1,189. a. valsche ræte der argen melder und ir nît das. 2,91. b. er was reiner tugende vol: âne valsche ræte minnete er iegelîchen man Wigal. 206.
6. vorsorge, hülfe, dazuthun; abhülfe. daʒ hôher siechtuom dicke rât von kleiner arzenîe hât Barl. 147, 5. gotes rât daʒ viur dem menschen gegeben hât ze helflîchem râte, daʒ eʒ siede und brâte das. 239,39. gotes hôhiu kunst und wîsir rât das. 1,7. Crist vater âne muoter hât und muoter âne mannes rât Vrid. 8,4. daʒ âne aller manne rât Marîâ got getragen hât Barl. hs. âne rât lâʒen, nicht helfen. diu mich lât âne rât, den si hât, des zergât an fröiden gar mîn lîp MS. 1, 12. a. si bar gar klâr den rât ob aller engel schar, die hülfe, welche mächtiger ist als alle engel, Frl. 12, 7. vgl. die anm. wir begên hûte die hêre hôchzît, daʒ gotis rât und sîne genâde aller êrst über den menschen quam, der gotis verloukint hatte Leys. pred. 129,41. als man lieber frunde sol phlegen unde schaffen rât, alsô der furste Cunrat mit grôʒem vollen sie besach Ludw. kreuzf. 672. unde die ambetliute ûʒ des bischofes costen suln ime rât tuon, der marschalch sînen rossen, der truhsæʒe daʒ eʒʒen, der schenke den wîn, der camerer daʒ gewant basler recht 12,7 ( der lat. ausdruck ist lat. procurare , vgl. die anm. ). die beiden letzten beispiele könnten schon zu der folgenden bedeutung gerechnet werden. s. unten z. b. das beispiel aus MS. 2,188. b.
7. vorrath. was durch früheren rât gesammelt ist? richtiger wohl: das material, womit man rât schafft. si truogen brôt unde wîn, vleisch unde vische und anders manegen rât Nib. Z. 140,7 3 . sît man uns von der kuchen gît sô manegen rât das. 146,4 2 . der geste und iur selber mugt ir heiʒen pflegen nâch iwer selber willen; ir habt vil guoten rât das. 223,4 3 . hieher stelle ich auch: dô bat si got den rîchen füegen ir den rât, daʒ si ze gebene hête golt silber unde wât sam bî ir êrsten manne das. 190,4 1 . ditz was an ir und gar der rât, des der wunsch an wîbe gert Iw. 237. ouch vant man dâ rât über rât, als man ze hôchgezîten hât, an spîse und an edeler wæte Trist. 601. waʒ sol der rede nu mêre? er hete rât und êre, durch daʒ bôt er dem herren rât als der, der rât und êre hât das. 5216. und fuorte ouch râtes die kraft an spîse und an wæte das. 8600. si brâhten im grôʒen rât von spîse das. 18796. ir kemenâte was râtes vol Boner. 48,86. des muoʒ si iemer blôʒ gestân âne êr, ân rât, ân wirdikeit das. 44,55. diu vrouwe was mit rât gevaren von ir lande: deheinen mangel si erkande Wigal. 2750. ein man, der allen rât hât (= ein guotes rîcher man) das. 5779. im was aller hande rât anders vil tiure, er hatte nichts am leibe als schuhe u. hosen, das. 9310. sô dunket eʒ in ein rât swaʒ er danne hât, als eʒ im an die nôt gât das. 2032. meister, gip uns rât, gieb uns etwas zu essen, MS. 2,188. b. râtes blôʒ ebenda. vgl. oben nr. 6 a. e. andern der rittere rât, alles andere, was ein ritter haben muss, Trist. 4579. an der vuoge durfen alle râtes unde geziuges wol, materialien und werkzeuge, MS. 2, 207. a. swer dirre werlt unmuoʒe hât unde ouch ir rîlîchen rât an lîbe unde an guotes rîcheit Barl. 112,2. dir sol dîn riuwe werben der êwiclîchen vreuden rât das. 355,37. nu setzet mich in den vollen rât, der dâ niemer zergât arm. Heinr. H. 773. ich habe die geiste guot und arc... himel und erden rât Frl. 441,4. wol mich, daʒ aller vröuden rât sô volliclîchen an dir stât das. ML. 28,4. ei tumbiu werlt, wie lützel dir ist rât geschehen an dîner tougen! mêr ir hât ein sêle das. 430,1, wie wenig geheimnissvolles ist dir zugetheilt. noch gâben in die mercte vollen rât Ludw. kreuzf. 1299. sein haus erstund in vollem rât Suchenw. 12,80.
8. die berathende versammlung zur seite eines fürsten oder als städtische obrigkeit. swâ der hôhe nider gât und ouch der nider an hôhen rât gezucket wirt, dâ ist der hof verirret Walth. 83,15. den möht der keiser nemen wol an sînen hôhsten rât das. 83,35. swer an des edeln lantgrâven râte sî das. 85,17. des râtes hât er âne golt zweinzic lantbarûme Trist. 8594. vgl. das. 8527 u. 8582. gêt balde ze iuwerm râte wider; saget in allen das. 9745. er sande vil drâte nâch allem sînem râte: dem saget er diu mære Mai 100, 22. ebenso, das. 200,14 (der rât quam schier gemeine dar). merke, wer dir an dînem râte zeme MS. 2,210. a. dem zimt ze râte wol ebenda. er saʒ mit sînem râte nider: mit triuwen suocht er an si rât Barl. 343,26. sô heiʒ von dînem râte scheiden hinnân drâte zwêne vîende, die du hâst das. 9,17. vgl. das. 178,14 u. 23. kumst du in vürsten ræte, den machest du durchgræte Suchenw. 32,13. mit des bischofes urloube twinget ein rât die ambetliute basler recht 2,7. ein bürgermeister und ein rât das. VII, 4. der rât wart geendrôt und entsazt zürch. jahrb. 74,20. der richter der rât und die burger zu der Syttow zitt. jahrb. 33,13. und hatten eynen rât obir den rât deser stat das. 20,23. einen nuwen rât kiesen das. 14,13. di râtis meistere und die rête brâchtin zwu kerzin Ludw. 93,30. nû sints komen ûʒ der schuol in die schrannen und in rât Teichn. 277. richter rât unde stat mühlh. rechtsb. 50,13 fg. der rât und al diu stat sol sîn lîp unde guot schirmen zürch. richtebr. 40. sô ist er ledic von dem râte, der rath hat keine ansprüche mehr an ihn zu erheben, das. 29. daʒ enkeiner des râtes an des vogtes stat ze gerichte sizzen sol, sô er an dem râte ist das. 69 u. ö. wirt ein man gekorn zu den dingen an den rât kulm. recht 1,7. der vogt, der schultheiʒ und der rât Boner. 9,36. diz was dô er hete concilium den hôhen rât zu Wienne in der stat Jerosch. Pf. 106. a. der ynneriste rât, das collegium der ersten räthe des hochmeisters des deutschen ordens. vgl. stat. d. d. ord. im glossar s. 315. der miuse rât gesamnet wart Boner. 70,18. kein kint kæm in den rât ( senat ) als ê das. 97,86. als der rât die frouwen sach das. 97, 62. ich dring ouch in den innern rât Suchenw. 29,117.
9. einer, dessen amt es ist, rath zu geben. als im sîn rât Rûal geriet Trist. 5552. des künges rât sprach aber dô das. 8527. nu hilf mir, edelr küneges rât, dâ enzwischen dringen Walth. 84,28. ich wil daʒ hin zuo iuwern geschwornen ræten setzen zürch. jahrb. 56,7. alsô santen wir sechszehen der êrbærôsten und der besten von unsern ræten ze Zürich das. 80,16. herzog Albrechtes ræt kâmen mit im das. 84,14. er verhôrt ouch des herzogen ræt und ir brief das. 84,23. der des herzogen rât was das. 94,25. als im etlîche valsche bôse rête rieten Ludw. 27,13. dô besprach her sich mit sînen rêtin das. 38,13. do quâmen dy rêthe beider hern gebrudere von Ache zeitschr. f. d. a. 8,305. dô kom ein newr rât, der sprach Suchenw. 22,94. ein ritter, der ettwenn was gewesen innerister rât des chüniges gesta Rom. 38. ganz verschiedene rat zusammengestellt im amgb. 43. b ( DLXXXI ) : ein snelleʒ rat lief unde rat, daʒ selbe rat treip Kuonrât, der twuoc (?) unrât: guot was der rât. nû rât den rât mit muoʒen.
rend= >II."> gesondert stelle ich zusammen die redensarten eʒ wirt rât, eʒ ist rât, rât haben, rât tuon und ze râte tuon.
1. eʒ wirt rât. hülfe, rettung ist vorhanden.
a. mit gen. der person."> der andern wirt guot rât, für die soll wohl gesorgt werden, die machen mir keinen kummer, Iw. 197. vindich den, sô wirt mîn rât das. 212. niemer werde mîn rât das. 204. mîner vrouwen wirt wol rât, die verliert nichts dabei, das. 122. wolt ir in, frouwe, minnen, sô möhte sîn noch werden rât, so könnte ihm noch geholfen werden, Nib. Z. 192,3 4 . ist eʒ alsô, wie sol mîn danne iemer werden rât Walth. 90,22. tuon ichs niht, mich dunket, daʒ mîn niemer werde rât das. 113, 36. er sol bedenken, wie sîn werde rât Trist. 1869. ich benahte in disem walde, unde enwirt mîn danne nimmer rât das. 2519. nu sprechet, wie sîn werde rât der ein krankeʒ herze hât als er ze strîte rîten sol Wigal. 4442. mugt ir genesen? jâ, wil mir got genædec wesen, sô trûwe ich wol, mîn werde rât das. 5180. noch mac mîn werden vil wol rât das. 6834. der sêle wirt nimmer rât das. 8177. vgl. das. 8135. iuwer wirt vil guot rât, sît eʒ alsus umbe iuch stât, daʒ man iu gehelfen mac arm. Heinr. H. 917. er hieʒ in werfen in eine vinster, dâ sîn rât nimmer wirt Barl. 88,29. des kan niemer werden rât das. 102,19. daʒ mîn wân des zwîvel hât, daʒ mîn iemer werde rât das. 346,8. wê mîner grôʒen missetât! lât si mîn iemer werden rât? das. 354,34. Minne, füege, daʒ mîn werde rât MS. 1,36. a. dâ wirt des mannes alsô rât, als er hie verdienet hât Barl. hs., da wird er so berathen, wie.., d. h. die frommen kommen in den himmel, die gottlosen in die hölle. nieman solhe sünde hât, sîn enmüeʒe werden rât, dass ihm nicht geholfen werden könnte, Barl. hs. daʒ wir des zu gote hoffin suln, daʒ sîn rât worden sî Leys. pred. 65,16. die ir ebenkristen slahen oder morden, harte sol iʒ an gote stên, ob ir immer rât werde das. 67,17. swer alsulich ist, des wirt leider selden iemer rât das. 71,18. daʒ des (des künisten menschen) kein rât mochte sîn, erne muoste mittene in daʒ engestlîche viur das. 112, 22. ûwer wirt vil übel rât, ob ir den goten opfert niht Pass. K. 292,42. wol im, der euch mit êren hât: des mac pey got wol werden rât und hât der werlte werdichait, dem ist im himmel u. auf der erde geholfen, Suchenw. 29,238.
b. mit gen. der sache."> es wird rath geschafft, einer sache wird abgeholfen, sie wird entfernt. bevindent siʒ, sô eʒ ergât, des wirt guot rât Iw. 44. vgl. das. 174. weste si ouch welch nôt mich twanc ûf ir herren tôt, sô wurdes deste beʒʒer rât das. 69. friunt, wie wirt es rât? was ist dagegen zu machen, Walth. 89,37. het ich niht mîner fröiden teil an dich geleit, sô möht es wol werden rât, so könnte es vielleicht noch gut gehen (es steht in allgemeinem sinne und bezieht sich auf nichts vorhergehendes, wie ebenso Iw. 69, s. o.), das. 97, 14. bit si daʒs ir wîplîch güete gegen mir kêre: sô mac mîner sorgen werden rât das. 109,28. dô sprach von Troneje Hagne 'des wirt wol alles rât' Nib. Lm. 1689,2, das wird sich wohl geben. liep hât dicke leides ende: mînes herzen trôst, nu wende, daʒ des lieben mir mit leide iht werde rât ( mit leiser ironie ) MS. 1,162. b. sô sol es alles werden rât, unt mugen vil harte wol genesen Trist. 1602. swer durch guot êre niht enlât, des armuot wirt wol rât MS. 2,239. b. noch mac sîn alles werden rât Wigal. 6006. schiere würde mîner sorgen rât nâch der vil lieben vrouwen mîn, wolde si baʒ bedenken mîne swære, ich diente ir, Minne, ûf dînen rât MS. 1,11. a. sô möhte der geschiht werden noch vil lîhte rât Müller 3, XXXIV. swie sîn darnâch werde rât, kumt er morgen, als er hât gelobet, wiʒʒet daʒ man in bestât Wigal. 380 (hier halte ich jedoch, abweichend von Ben., sîn für masc. u. das beispiel daher zu a gehörend). mînes leides wirdet rât das. 7979. der rede wirdet vil guot rât das. 10147, das wollen wir schon zu machen wissen. swenne iht leides mir geschiht, mit vuoge ichʒ tougenlîche trage und gedenke 'es wirdet rât' MS. 1,79. b. aller mîner missetât der wart von rehten triuwen rât Barl. hs. daʒ aller mîner missetât von sîner gnâde werde rât ebenda. des wirt vil gut rât Ludw. 22,13.
c. mit gen. d. sache u. dtv. d. person."> im ist armüete genzlîche worden rât Flore s. 4865. wæret ir komen dar, sô wære dem wirte worden rât vil kumbers, den er lange hât Parz. 251,23, ihm wäre rath, abhülfe geschafft für vielen kummer. der nôt wirt iu buoʒ unde rât, ersatz und abhülfe, Iw. 130. des enwirt in nimmer rât Barl. hs. so enwirt niemer sorgen rât an mir seneden MS. 1,199. a.
2. rât ist. hier ist der begriff der abhülfe der allgemein durchgedrungene. die deutung, welche Lachmann im glossar zur auswahl giebt 'es kann dafür gesorgt werden, d. h. mit bald nicht mehr gefühlter ironie, man kann sich danach umsehen, es fehlt einem' ist unhaltbar. (auch in helfen liegt der begriff des abhelfens, vgl. nu helfet dirre meide mir mit hilf mir des ungeloubin Gr. 4,664 fg. ähnliche doppelte beziehung bei sich trœsten und getrœsten, sich bewegen u. a. )
a. mit gen. der sache.">
α. in bejahendem satze."> des ist vil guot rât, dagegen giebt es abhülfe, dafür kann leicht rath werden, Suchenw. 41,964. der begriff der abhülfe geht in den des entbehrenkönnens über: maneger vert durch ritter tât über mer. des wær wol rât, das könnte man entbehren (vgl. unten b. u. 3.), wær der sînen liuten bî und tæte si unrehtes frî: dâ würde er als heilic mit Teichn. 6.
β. in verneinendem satze.">
αα. ohne beisatz."> des enwas ander rât, dagegen gab es keine andere abhülfe, das war nicht zu ändern, Eneit 12705. des enmac ander rât wesen, anders kann da nicht geholfen werden, das. 2107. vil der edeln steine die frowen leiten in daʒ golt, die si mit porten wolden würken ûf ir wât den stolzen swertdegenen: des enwas niht rât, das musste so sein, Nib. Z. 5,7 2 . swaʒ ieman reden kunde, des was deheiner slahte rât (des bezieht sich nicht auf swaʒ, sondern auf die vorhergehende feste erklärung Siegfrieds), dagegen war nichts zu machen, es blieb dabei, das. 9,4 4 . eines spils begunde (des was dô niht rât, dagegen gab es keine abhülfe, das konnte nicht umgangen werden ) Sîvrit der vil starke und ouch diu schœne meit das. 100,5 2 . dâbî sach wol Hagene, daʒ sîn niht wære rât, daʒ im vür mære sageten diu wilden merwîp, dass dagegen nichts anzufangen sei, dass es nicht abgewendet werden könne, Nib. Lm. 1520,2; in a steht (in C ist eine lücke in der hs.) daʒ eʒ wære ungewant. — wol dan! sîn mac niht rât wesen, es kann nicht anders sein, es ist nicht zu umgehen, nicht zu ändern, Mai 216,23. dô des dehein rât was, sîn ors muose verbrinnen dâ, so musste, Wigal. 6971. es enmac niht wesen rât Barl. hs. des ist deheiner slahte rât, ichn mac es langer niht verdagen ebenda. — hieher stelle ich auch ich weiʒ mîn deheinen rât, ich weiss mir nicht zu helfen, Iw. 183.
ββ. mit angefügtem satze, der gleichfalls verneinend ist."> eʒ dûhte si allesamt ein dinc vil harte clagebære, ob es niht rât wære, ir einer enwürde dâ erslagen Iw. 253. desn ist deheiner slahte rât, ern müeʒe in bestân Wigal. 1939. des ist deheiner slahte rât, iu ne müeʒe reht von im geschehen das. 2664.
b. mit gen. der sache u. dtv. d. person."> swer die selbe gimme hât, dem ist aller sorgen rât, der hat eine abhülfe gegen alle sorgen, dem ist von allen sorgen geholfen, Barl. hs. an ir was aller huote rât; wan si was âne missetât Wigal. 8056, alle huote konnte entbehrt werden. vgl. oben a, α das beispiel aus Teichner.
3. rât haben eines dinges, ein ding entbehren können ( vgl. rât ist a, α u. b), verzichten, aufgeben. vgl. sich getrœsten eines dinges.
a. einfache bejahende sätze."> hêr künec, ich het des rât, daʒ iwer kamerære mir wil mîner wât lâʒen niht belîben, mit halb ironischer färbung, Nib. Lm. 486, 1. ähnlich er leite sich sô verre, daʒ er ir schœne wât niht mohte gereichen. des wolde ouch si dô haben rât Nib. Z. 97,3 4 . ob mir mîn lîp bestât, sô sult ir, frouwe, haben aller sorgen rât das. 57,6 2 . er ist ein sô unbillîch man, daʒ wir sîn wellen rât hân ze herren in den landen Mai 160,36. (möglich ist es übrigens, dass in diesen vier beispielen wirklich noch der begriff der abhülfe vorliegt.) — des muget ir der reise haben wærlîchen rât, könnt auf sie verzichten, sie wohl unterlassen, Nib. Z. 50,5 4 . ich brâhte ûʒ mîme lande des mînen alsô vil, daʒ wir es ( des von euch mitzunehmenden ) ûf der strâʒe habn guoten rât das. 194, 7 3 (dies ist die nach dem zusammenhange wahrscheinlichste deutung, vgl. auch Wigal. 3248; wollte man indes es auf des mînen zurückbeziehen, so hätten wir an dieser stelle ein beispiel für I, 7). der êren hêt ich gerne rât das. 64,6 4 , der gruss kommt mir nicht zu. habt ir der erbe rât, umbe Buregonden degene eʒ niht sô lihte stât, wenn ihr auch das erbe entbehren könnt, es ausschlagt, aufgebt, Nib. Z. 106,2 1 . ich hân der hunde rât, niwan einen bracken das. 141,5 1 . des prîses hân ich gerne rât, des mîn vriunt laster hât Iw. 276. ich sol es haben rât Trist. 4926. der tât gerne rât haben unde den willen vür die tât nemen das. 16429. ir sult iuwern gewin geben iuwerer vriundîn, wandich sîn guoten rât hân Wigal. 3248. ouch hân ichs guoten rât Eneit 11475. wem er mit worten iht verhieʒ, der het der brieve guoten rât, konnte sie leicht entbehren, Suchenw. 6,115. nû muoʒ ich al der werlde haben durch sînen willen rât, muss sie entbehren, MS. 1, 41. b. des rockes het er wol rât Iw. 238. sô well er ir ze wîbe haben rât das. 170, wolle sie gar nicht zur frau haben, sie als solche entbehren.
b. einfache verneinende sätze;"> hier tritt der begriff der abhülfe, des abrathens, fast noch überall hervor. er wolde sîner verte hân deheiner slahte rât, wollte sich von seiner fahrt durchaus nicht abbringen lassen, Nib. Z. 11,3 4 . wand ich dirre verte hân deheiner slahte rât das. 55,2 4 . der vrâge hân ich keinen rât das. 123,4 4 . sît ir der verte niht wellet haben rât das. 236, 2 1 . sine heten vliehens keinen rât, nichts konnte sie von der flucht zurückhalten, Parz. 21,28. ine hân si haʒʒens keinen rât, kann nicht umhin, sie zu hassen, das. 114,18. ich hân es niht einen rât Eneit 11475 (?). der künec het niht zornes rât klage Lm. 814.
c. mit angefügtem satze."> daʒ ich niht wolte haben rât, ich enbüeʒte mîne missetât Barl. hs.
4. rât tuon was rât haben, machen, dass rât ist ( vgl. nr. II, 2), abhülfe, befreiung, erledigung schaffen, verzicht leisten.
a. mit gen. der sache."> swaʒ kumbers dich des an gât, des tuost du wol guoten rât. du hâst kurzewîle vil büchl. 1,672, davon befreist du dich wohl, den schlägst du dir wohl aus dem sinne. ir tuot ze wîbe mîner tohter wol rât, wan si des guotes niht enhât, ihr werdet leicht auf eine heirath mit meiner tochter verzichten, ihr könnt sie leicht missen, Erec 546. swer der vromen hulde hât, der tuot der bœsen lîhten rât Friged. 1006, der entbehrt sie leicht. den siechen hœrt der arzât, die gesunden tuont sîn lîhten rât Vrid. 59,7.
b. mit gen. der sache u. dtv. der person."> ist diu suht alsô, der tuon ich im vil guoten rât, die wollen wir bald heben, Iw. 131. daʒ hilfet mich darzuo und tuot mir mîner sorgen rât, befreit mich von den sorgen, büchl. 1,661. er tuot mir grôʒer sorgen rât MSFr. 38,9. dem tuot der stein vinsternisse rât Barl. hs.
c. mit abhängigem satze."> nu getuon ich guoten rât, daʒ ich deheine miete vür mînen lîp biete, nun habe ich gar nicht nöthig, Erec 974.
5. ze râte tuon, abhülfe gewähren, entbehren, verzicht leisten.
a. mit gen. der sache."> wol mich, deich sîner hêrschaft hân ze râte getân, ihn aus dem wege geschafft habe, Nib. Z. 150,4 4 . jâ tuot diu wine mîn des teiles wol ze râte, den ir ir woldet geben, verzichtet darauf, das. 106, 1 1 .
b. mit gen. der sache u. dtv. d. person."> vor leide müese ich sterben, swenne ich Hagenen solde sehn. 'des tuon ich dir ze râte, vil liebiu swester mîn' Nib. Z. 163,6 1 , davor bewahre ich dich, des will ich dich überheben. — die im obigen ausgeführte entwicklung der bedeutungen scheint mir die einzig haltbare zu sein, und diese ansicht wird, wie ich glaube, auch von Wackernagel getheilt (vgl. glossar zum leseb. s. v. rât ). die annahme Lachmann's über rât ist (u. in folge dessen über rât tuon) ist schon oben zurückgewiesen. ebenso wenig befriedigte Benecke's mir im manuscript vorliegende ansicht, die, nachdem sie alle früheren aufstellungen verworfen hatte, zu dem resultat gelangte, rât tuon, rât hân gehörten zu I, 7, “insofern rât nicht nur das wäre, was man zurückgelegt hat, um es zu brauchen, sondern auch was man zurückgelegt hat, weil man es nicht braucht.” — nicht immer übrigens stehen die redensarten rât wirt, rât haben in dem gewöhnlichen negativen sinne. vgl. z. b. wer dienstes gar vergeʒʒen wil, es wirt guot rât, üb dem niht wirt gedienet vil Boner. 47,120, was Benecke erklärt: so ist es schon recht, wenn etc. dies entspricht dem zusammenhange am besten, obwohl auch die gewöhnlichere deutung: dem (neutr.) kann abgeholfen werden, wenn man auch ihm zu dienen unterlässt, keineswegs unangemessen ist. rât haben kann auch heissen: berathen werden, z. b. ich habtes gerne guoten rât, wie ich zer schœnen solte komen MS. 1,161. b.