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 ElsWB uf zieʰ(n) (Bd. 2, Sp. 898a)   PfWB auf-ziehen (Bd. 1, Sp. 414)   LothWB uf-zieheⁿ (Bd. 1, Sp. 518a) 
 uf zieʰ(n) a) trans. 1. aufziehn; erziehn (dies Wort fehlt). ‘Mer mennt, der ist mit Sied ufgezoh wàr’ Dehli. JB. XI 62. s. auch zeʰnerlei. 2. necken, foppen Felleri. Su. 3. ein Blasenpflaster auflegen Hf. 4. deⁿ Mëssti uf z. die Kirchweih durch einen Rundgang mit Musik eröffnen Hf. 5. † durch Fischgarne zerstören: der leichet wird ‘ufgezöwe’ Str. 1478 Brucker 211. b) intr. 6. d Milch zieʰt guet uf bildet viel Rahm Dü. 7. ausholen zum Schlag M. 8. † verschieben, verziehn Geiler P. II 32. — Basel 294. F. Schwäb. 435. Bayer. 2, 1107.

 

   auf-ziehen st.:
I. trans.
1. die Uhr a., ufziehe 'die Feder der Uhr spannen', urspr. 'die Gewichte emporziehen' [allg.]. Ziehsche die Uhr uf?, scherzh., wenn ein Kind den Nasenschleim hochzieht [ KU-Schmittw/O]. Bei der geht's wie ufgezoche, von einer Geschwätzigen [ LU-Opp]. —
2. einen Reifen a. 'auflegen' [Klein Wag. 110]. —
3. Saiten a. 'aufspannen' [allg.]. RA.: Do muß mer annere Saide ufziehe 'andere Methoden anwenden, strenger verfahren', nach den Schd. [LU-Opp, verbr.]. —
4. einen a. 'necken, uzen, zum besten haben' [allg.]. —
5. die Stube a. 'mit nassen Lumpen reinigen, aufwaschen' [verbr. vorn. östl. NPf nördl. u. mittl. VPf]. Syn. s. PfWB scheuern. —
6. Kinder und Tiere a. 'großziehen' [allg.]; bei Tieren auch 'künstlich füttern' [allg.]. SprW.: E Mutter kann zeh Kinner ufzieh, awwer zeh Kinner kennen net ee Mutter erhalle [verbr. Gal]. Volksgl.: En Kalb, as mer ufziege will, binnt mer aa drei Dag ver Vollicht 'vor Vollmond' [Fogel Beliefs Penns 744]. a. 1522: 2 symer speltzen ... sie (die jungen Hühner) mit vff zw zygenn [Landsbg KellR]. —
7. den Wingert a. 'mit Stiefelstecken und Draht versehen' [verbr. in Weinbaugegenden]. —
8. einen Graben a. 'ausheben'. a. 1565: daß sie die Greben vfziehen vnd wider machen [WerschwSchR]. Ähnlich 'Furchen beim Kartoffelsetzen und Bohnenlegen ziehen' [ KB-Kerzh LA-Ilbh]. —
9. Speis a. 'Mörtel auf die Kelle aufsetzen und auseinanderstreichen'. Zieh mol do en Trafel 'Traufel = Kelle' voll Speis uf! [ RO-Bistschd]. —
10. ein Geschwür a.; en Schwären u. 'mit einem Pflaster reif machen' [ RO-Als KB-Kriegsf]. —
11. 'pfänden'. a. 1425: Wann ein Zinnsmeister von Heimbach zu Ihnen in das Dorf kommen und seinen Zinß fordert, und einen aufziehet, als Gewohnheit und recht sey ... [Vogel 51 (GH-Zeisk)]. —
12. auf etwas a. 'auf etwas anspielen'. Du kannschen jo emol druf ufzieh [ LU-Alsh/Gr]; vgl. PfWB abheben. —
13. 'durch Ziehen öffnen'; e Schublad u. [allg.]; Gestricktes u. 'wieder auflösen' [allg.]. —
14. Kopfbedeckung a. 'auf den Kopf setzen' [allg.]. —
II. sich a. 'sich emporziehen', am Turngerät, nach dem Schd. [allg.]. —
III. intrans.
1. Die Borsch ziehe uf 'eröffnen die Kirchweih durch einen Aufzug' [WPf]; vgl. PfWB Aufzug 3. »Des Montags morgens das 'Aufziehen' der Burschen mit den Musikanten vor den Häusern, aus welchen Wein, Kuchen

[Bd. 1, Sp. 415]

[Bd. 1, Sp. 417]
und anderes kredenzt wird« [Schandein Bav. IV, 2, S. 386]. —
2. 'nicht ordentlich gekleidet sein'. Wie der werrer ufzieht! [KB-Bischh u. Umg.]; vgl. PfWB Aufzug 6. —
3. ein Wetter zieht auf 'kommt herauf', nach dem Schd [ LA-Roschb]. —
4. De Gaul (die Kuh) zieht uf 'atmet stark' [VPf]. Der zieht awwer uf! 'atmet nach einer Anstrengung lebhaft' [ GH-Freckf]. — LothWB Lothr. 518; ElsWB Els. II 898; Bad. I 88.

 

  uf-zieheⁿ [-tsîə fast allg.; –dsijə Ri. Ha.; opstéïən D. Si.] tr. v. aufziehen, erziehen (letzteres Wort fehlt in der Ma.): das Kind isch im Dreck ufgezoh wor Pü. Bisch im Stall ufgezoh wor? sagt man zu einem unhöflichen Kind Ri. D'Uhr ufz. (figürl.) den Nasenschleim hochziehen ibid.