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 ElsWB an dräjeⁿ (Bd. 2, Sp. 747a)   RhWB drehen (Bd. 1, Sp. 1453)   PfWB daran-drehen (Bd. 2, Sp. 103) 
 an dräjeⁿ 1. durch Drehen ein Ding an ein anderes befestigen. 2. insbes. beim Binden von Garben mit Weiden ein wenig Stroh von der Garbe an die Weide drehen Dü. 3. Weberausdruck: an je einen Faden des Trumms einen Faden des Zettels drehen Bf. Bayer. 559.

 

  NRhWB drehen Rhfrk drə; WMosfrk -:n [innerh. Malm-Zell-Trier -ī·ə.n, dou –iχs, Part. gədriχt]; OMosfrk -·ə.; RRip -:nə; Ahr, Rheinb, Eusk, Schleid -·ə.; LRip in Bo, Köln, Bergh -ī·ə. [-ī:də Dür-Pier Geich, Aach-Berensbg]; Aach -ī·ə.nə; SNfrk -ī·ə., –ī·ə.nə; NBerg -·ə. [Elbf -ę·i.ə]; Klevld -ə, –ę-, –ai()- (s. die geogr. Verteilung bei bähen) schw.: 1. trans., wie nhd. a. rund bewegen. En Rad, de Orgel, de Kaffee-, de Wannmüəhle, et Maschin dr. (herömdr.); enem den Hals herömdr.; den Pennek zehnmol herömdr., ih mer en usgit; de Lamp (de Wek) grüter dr.; Pillen dr. udgl. Rip, Allg. RA.: Den kann schlipen on dr. tuglik (d. h. am Schleifstein) zuweilen mit dem scherzh. Zusatz on op de Stein pessen dobei er schwätzt einem nach dem Munde Mörs-Neuk, Klevld; den dreiht un schleift zegleich Saarbg. Den hät et an't dr. er ist fein heraus Mörs-Wallach, Kemp-SPeter. Die dr. a jedder Deng esö lang eröm, bes dat se de verkihrde Si (Seite) dra fongden hant Eup-Raeren. — Das Gebet dr., ableiern Wermelsk. — Dr. mit den Augen zwinkern Heinsb-Effeld. — Drehjes! Zuruf beim Klickersp., um die Lage der Kl. ändern zu dürfen Geld-Veert. — Im bes. α. auf dem Drehbrett, Glücksrad dr.; op der Kirmes dr. mer och es Rip, Allg. — β. gedreihte Melch durch die Zentrifuge abgerahmte M. — γ. Butter dr., in der Drehkirne bereiten; de Botter wiərd gedrihnt (im Gegens. zu dem jetzt seltenen ‘stossen’); he driht selver net; e deht de Melch en de Molkerei Rip, Allg. RA.: Wemme dreiht geschwend, da sech bald de Botter fend Mörs. — δ. etwas durch eine Mühle dr., zerkleinern Allg. RA.: Immes dur de höltere Möhlen dr. mit dem Stock verprügeln Mörs-Neuk. Den dreht all sin Geld dedur verschwendet Geld. De kann sech jet dren dr. viele Schnitten verzehren Aach, Jül, Heinsb. — ε. de Drilles dr. den Kreisel treiben Birkf-Herrst. — ζ. im Weinberg tief graben, rigolen; absol. u. den Wengert, Setzgrave dr. Ahr. — η. dreh mol enen! tanz mal einen Koch; mer gihn noch enen dr. (schwenken) Wittl. — b. etwas um etwas dr., wickeln Allg. En Kend en de Bocks dr. wickeln Kref-Fischeln. Gen Pläckskes (Läppkes) dröm dr. die reine Wahrheit sagen Nfrk; drehjt der mar gen Dükskes öm! vertuscht nichts Klev; driəhn mer neks dröm! mach keine Winkelzüge Eup. Dem kannste got jet dröm dr. etwas verbergen, verheimlichen Aach, Jül, Eusk; do häs mech ävel jet dröm gedreht geschadet Kemp-SPeter. Ömmes öm nen Fenger dr. können; sech öm en F. dr. losse so gutmütig

[Bd. 1, Sp. 1454]
sein Rip, Allg. — Auch dröm herömdr.c. umwenden. Et Heu, et Bett (Ferke) (das zum Dreschen ausgelegte Getreide) dr.; de Mantel (et Mäntelche) nom Wend dr. wie nhd.; de Hök (Regenmantel) nom Ren (Regen) dr. sich in jeden Fall schicken Dür; sech no der Zeck (Zeit) dr. ebd.; de wess det Läppchen ze dr. Bernk; he driəhnt de Nas no der Wengk Kemp-Dülken; he driəhnt de Jass (Rock) er spielt schon den Herrn ebd.; et Röcksje gedriəhnt han seine Deckungsart gewechselt haben, Konvertit sein Aach; ene gedrihte Rock ös nüs wert auf einen Konvertiten angewandt Eusk. Se han et öngeschte no oven gedrehnt Sieg-Thomasbg. Ech han haut (heute) nach kane Esel gedreht dabei dreht ein Kind das andere um Mosfrk. Enen den Ül (Eule) dr. ihn überlisten Geld-Pont. Wie mer en Hand dreht im Handumdrehen; et wor, wie mer en H. dr.; wie mer en H. dr., wor e dut Rip, Allg. Do dr. ech ka H. drim erim dem lege ich keine Bedeutung bei May-Collig. Dat Keind versteht der Dum (Daumen) te dr. zu schmeicheln Eup. Dem driəhste niks onger em Dümche dorof Grevbr-Kapellen. Esu bal mer de Röck (de Arsch) gedrehnt hät ... Rip, Allg. Ech kann et dr. überlegen, wie ech well, ech kunn net zerech Rip. Do wells mech noch jet langs gen Nas dr. mich anführen Eup-Raeren; do han ech em wiər ens dröm gedriəhnt dass. MGladb-Rheydt; enen öm jet dr. um sein Anrecht bringen Aach. Wohin gehst du? Antw.: Ech gohn op der Dütteling (kleiner hochgelegener Ort) der Wöngk dr. Schleid-Glehn. Wo driht de Köster de Fott op zo, wenne e löck (läutet)? Antw.: Op et Hemb zo Dür. Er drihten an senger Kapp wie ene Kummulejonsjong för dem Herr Pastur Köln. — De dreht enem de Wöərder em Maul heröm Altk, Allg.; he dreiht dem Penneng dreimol herüm, iəhr he ün utgif MülhRuhr, Allg.; ech drehn der et Metz em Balg eröm! Rip, Allg. — Driəhne beim Kartenspiel die letzte Karte, welche Trumpf wird, herumdrehen, so dass die Mitspielenden sie sehen; ‘kaufen’ auf dem Schlengermarkt (Kaldaunenmarkt) Aach. — Dou moss neit esu dr. met jen Kount (Arsch), dat de neit fälls met jen Nas ejene Strount den Hintern dr., wenden, wie hoffärtige Damen es tun; Hochmut kommt vor dem Fall Eup. — De kann et dr. on wennen weiss sich in heiklen Fällen zu helfen WEif; ein schief gehendes Geschäft krögt me net gedricht en net gewandt ebd.; ne Bur ös ene Bur on blif ene B., me kann en dr. on wenge, wie me well Köln-Pingsd. — d. lange Teile, z. B. Fäden erst in sich drehen u. dann in gewundener Richtung übereinanderlegen, en Sel, Strühsel, en Kord, en Wid dr. Allg.; die Flachsfasern gen a Knäpp gedricht Prüm; gedreht stricke Kreuzn. Ech sein net aus Strih

[Bd. 1, Sp. 1455]
gedreht nicht so dumm Mayf. — e. drechseln (das geläufige Wort), z. B. gedrehte Stohlstempele Allg. Übertr. in RA.: Gedreht wie en Dapp schön gestaltet Bitb; dat Kend hat Armen wie gedriht fest, dick Saarbg; et hot Knoche wie gedreht das schön gebaute Pferd Simm; de kann schwätzen wie gedrehnt weiss schön die Worte zu gebrauchen Sieg-Ägid; gedreht schw. langsam die Worte ziehend sprechen Wend. Birkf; der Lügner brengt en dor wie gedricht Prüm-Mürlenb. — Strängk dr. scheissen Schleid-Hellenth; enen dr. Bitb-Bickend; en Kaktus zerecht dr. Kobl-Bend; de hät en Gehüregen gedriht Rip. Enem en Huər (Horn) dr. ihn hintergehen falsch handeln Prüm-Mürlenb, Sieg-ODollend; enem en Nas dr. Kreuzn, Bitb, Mettm; he lött sek ken Knoll in de Mötz dr. nicht anführen Rees-Ringenbg. Tüte dr. goəhn vom geschäftigen Müssiggang Aach. De hät sech en Lüg gedreht, ihə ene Hongk de Mul geleckt Schleid-Reifferschd. De krit noch am Stert gedreht seine Strafe Sol. Jet zerech dr. (utdreihen) austüfteln Köln, Mettm-Haan. Em ebbes rausdr. entwenden, abnötigen Birkf-NTiefenb; die Wäsche wird erausgedreht ausgefrungen Bernk. De kann (sech) jet erendr. viel verzehren Eup-Kettenis, Lennep-Hückeswg. — 2. sich dr. a. wie nhd. Allg. Et Blättche dreht sech wie nhd. Der Hahn om Tuər driht sech, wo der Wengk heər blis (bläst) Dür. Et Recht het en wössen (wächserne) Nös, et leischt sech dr. Saarbg-Faha. Alles drehjt sek öm öhm Klevld, Allg.; et drehjt sich es wird mir schwindelig Klev. Et het sech geschoddelt un gedreht be en Bach, de en Kihr schlaht Koch-Lutzerath. Drihdicherom (imperat. Wortform) n. billigstes Birnenkraut (o. O.). — Esu bal mer sich gedrehnt hät, machen se wider, wat se wellen Rip, Allg. Deə driəht sech op e Telderke ist sehr gewandt Heinsb-Aphv. Ich haue dich, datste dich (dreimol öm dech selvs, ronderöm) drehs! Rip, Allg. Den dreht sich wie en Flouh en der Bottermilch Merz-Waldhölzb. Vu Roserei hot en sich rond eremmer gedricht wie en Gorkrun (Garnkrone) Bitb. De kret sech net gedricht un gewandt findet sich nicht zurecht in seiner Lage Bitb; do kammer sich dr. un wenne, wie mer well, et helft alles neist Hunsr, Allg.; de dog net, wo e sech wengk on drehnt Rip; de kann sich kihre en dr., wie e well Rip; sich k. en dr. nicht mit der Sprache herauswollen Rip. De kann sek en de Schaze dr. ist fertig; kann machen, dass er fortkommt Elbf. Der Wankelmütige, Wetterwendische driht sech nom Wend, — wie en Wempel om Dach, — der Hahn om Tuər Rip, — en Wossnas (Wachsnase) Kemp-Grefr, Mörs-Wallach. — Man dreht eine Person scherzend herum u. sagt: Drehn dech

[Bd. 1, Sp. 1456]
eröm, et kos dech nöks! Neuw-Lorschd. Se drehnten sech öm den eröm umschmeichelten ihn Sieg. Ich hauen dech, datste dech dreimol herömdrihns! LRip, Allg. He dreihde sich in der Erden herüm, wenn he dat wüss MülhRuhr, Allg. De driəhnt sich ger derlans (an der Arbeit vorbei) Aach, Geilk, Kref; drih dech mar net derlangs! mach nur keine Winkelzüge Rip (drömeröm Kref-Anr). Wat e sech herüt dreht! den Stolzen markiert Mörs-Wallach. — b. schwänzelnd, geziert, stolz gehen (auch absol.) Allg. De driəht sech va lutere Stoət (Stolz) Eup. — Sich irgendwo herumdr., herumtreiben; wo häste dech de ganze Dag herömgedreht? Rip. — c. umkehren; wie ech sohch, dat et doch ze spot wor, do hän ech mech gedriht Rip, Allg. — d. sich ändern Allg. Et Wedder drehnt sech; ne, wat hät die Welt sich gedriht! Rip, Allg. Den hat sech gedricht wie e Sack. bausse-bonnen das Äussere nach innen; er ist vollständig umgewandelt Prüm-Ihren. — 3. intrans. a. umkehren; bes. mit dem Wagen Allg. Erimgedreht eas och gefahre May-Trimbs. — b. faul, plump, steif, nachlässig, sich nach rechts u. links drehend gehen, wie ein rechter Tagedieb; auch ohne Ziel u. Zweck gehen u. stehen, herumlungern; langsam voranmachen, trendeln Bitb, Prüm. En dricht logder (immer) elo erem; en kennt gedricht; drih es dor! mach einmal ein Ende mit dem Schlendern. — c. schwänzelnd (mit dem Hintern drehend) stolz, hoffärtig, geziert gehen; se wess nett ze dr. Aach, Klev; meist gedriəhne goəhn Aach (Part. sonst gədriəhnt); wenn ein Mädchen ein neues Kleid anhat, dreht et stolz de Gass nof in de Kerch Saarl-Berus; he kom erengedriht wie en Katz Köln. — d. gedreht kumme herausfordernd Bernk-Hottenb. — e. schnurren, von der Katze Birkf-OTiefenb. — 4. en Gedrehter steifer Mensch Saarbr-Heusw; ene Gedrehjde ein Verkehrter, Quertreiber Geld, Klev; Hinterlistiger Kreuzn-Boos; gedriht fertig, gewandt, klug Prüm-Mürlenb. — Abl.: die Dreherei, dat Gedreh(s).

 

  -drehen schw. : äm ens drandreh 'einem die Meinung sagen' [ KL-Siegb]; vgl. PfWB andrehen 2. RhWB Rhein. I 1253. —